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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-07-27 · 29 (27.7.1917) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
29 (27.7.1917)
Date
1917-07-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 478 Dir. Btoch's Wochenschrift Nr. 29 1492 MtogramM Getreide von dem früheren Aufbewahrungsort in die Kirche geschafft hat, nmngels an Beweisen gäiiAich freisprach. ''' Wir wollen weder an der Ehrlichkeit und Redlichkeit, des MaMrK'dch.M der Wahrhaftigkeit desselben ztveiseln? Was 'ab^r hätten'' unsere Gegner . getan, wenn es sich wirklich um einen Rabbiner gehandelt hätte? Zweifellos, daß» wenn es sich! wirklich um einen Rabbiner gehandelt hätte, die ganze antisemitische Presse wegen des freisprechenden Urteils Zeter und Mordio geschrien hätte. Ihre Juristen hätten haarscharf bewiesen, daß es lächerlich sei, änzunehmen, daß hie 64 jährige Wirffchafterin des Rabbiners so viele schwere Säcke, so große Mengen von Getreide ohne Vorwissen und ohne 'Einwilligung ihres Herrn hätte wegschaffen und in der Synagoge verstecken können. Sie hätten sicher einen Leich t gesunden, der am betreffenden Orte selbst Nachforschungen angestellt hätte und deM es nach eifrigem Suchen sicher gelungen wäre, einen scharfsichtigen Pasch ek ausfindig zu machen, der als Kronzeuge gegen den Rabbiner gedient hätte, uM dessen unfeWare Verurteilung durchzusetzen. Dann hätten sie in tugendhafter Errtrustung ausgerusen: „So etwas kann nur der den Juden Vorkommen." die französischen Behörden alle Einzelheiten des Unter- . l' Was geht in der Aillimroe Jfraeljte vor? Wien. Am24.März brachte der. „AMerican Jew if h Ehr o n i cle"einen Bericht, Wonach die Schulen der Alliance ifraelite universelle von der französischen Regierung WernoMMen worden seien. Eines der amerikanischen, Mitglieder des Zentralkomitees der Allrance, Herr B. H. Hartogensis in Baltimore, wandte sich! um ^Auskunft nach' Paris und erhielt von dort folgende Antwort: „Wir haben von dem Artikel rm ,,American Jewish Chronicle" vom 24. März Kenntnis genommen und ant-. Worten darauf folgendes: Alle' darin enthaltenen Behauptungen bezüglich! der Alliance-Schulen sind vollständig erfunden, nHts' hat sich! während des Krieges' hinsichtlich der Kontrolle über die Alliance-Schulen geändert. Sie bestehen alle weiter wie früher und' werden mit einer einzigen Ausnahme weiter aufrechterhatten unter der direkten Leitung der Alliance. Es' war niemals davon die Rede, irgend eine unserer Schulen irgend einer Regierung zu Mergehen. Das' Programm, die Lehrpläne und die Leitung der Schulen sind geMu so, wie sie während der letzten zehn Jahre waren, und wir s haben weder einen Grund, noch die Absicht, hierin irgend etwas zu tmdern. Bitte, treten Sie den Behauptungen des „American Jewish Chronicle" mit aller Bestimmtheit entgegen." . Hiezu schreibt der „American Jewish Chronicle" vom 25. Mai an leitender Stelle, daß er seine Behauptungen in vollem Umfang-.-aufrechterhalte. Er erklärt, daß. aM 5. Oktober 1915 ein Abkommen zwischen drn Vertretern der Alliance und der franzäsikschen Regierung von Marokko getroffen worden sei, wonach? innerhalb vvn fünf Jahren die zweiunt zwanzig Alliance-Schulen üt Marokko in den Besitz der frcMMifchM 'ProteMratsregieruM übergehen sollen. Danach sei dM französische Regierurrg tatsächlich die Besitzerin der Schulen, wenn auch der Namd'der Alliance noch , aüfrechierhalten wird. § 11 des, Abkonrnrerrs be- HÄMnt. .! haß (alle' LHrer der Mianch-Schülen-'A Marokko französische Bürger seim Müssen. (-Eine andere BedMiNiung des WkoMMens besagt, däßl die' Alliance kein 'Recht hät, Lehrer anzustellen, während die Regierung das Rschit besitzt, ohne die , Alliance zu benachrichtigen. Lehrer anzuflellen und zu entlassen. Außerdeut bestimmen Der „American Jewish Ehronicche" empfiehlt Herrn H a r t o g e n s i s, von dem' Pariser Zentralkomitee der Alliance eine Kopie des MkomMests zu fordern, welches Mit den Worten beginnt: „Wegech Ma ngel an Mitteln bewilligt die französischse Pro t e k t o r a t s r e g ie r u ng in Matoffo hiedurch der Alliance eine j ä hr l i ch.e Subve Nation usw." Der „American Jewish Chronicle"bemerkt dazu rroch!, die amerikanischen Mitglieder der. Alliance, sollten keine Gelder in Amerika für die Alliance sammeln,. nachdem die Alliance ihre Schulen in Marokko der französischen Regierung übergebe habe und w ährend des Krieges nicht in der Lage setz ihre/Schulen in Persien, Aegypten und der Türkei aufrechtzuerhälten. .; ' („Jüdische Rundschau.") Wien. Reichsdeutsche Blätter melden: Bor dem Strafrichter des Bezirksgerichtes Leopoldstadt hatte sich ein jüdischer Gastwirt wegen Ehrenbeleidigung zu'.verantworten, weil er das Vorgehen eines Gastes', der wäh-. rend der jüdischen Ostern in seinem Gasthaus ein mihgebrachktes Stück Brot verzehren wollte, als eine Unverschämtheit bezeichnet hätte. Der von Dr. Hermann G old vertretene Kläger erklärte, es sei ihm ferngelegen, irgend 'jemandes religiöse Gefühle zu verletzen; er habe nur angenommen, daß Mit Rücksicht auf die erschwerte Beschasftlng mancher : 'Lebensmittel!, unter denen ' sich tut heurigen Jahre auch! die jüdischen Osterbrote befänden, eine minder strikte Beobachtung der rituellen Bestimmunkgen Platz greifen müsse. Diesem Umstand habe auch das k. u. k. F e l d r a b bi n a. t d u r ch. e i ne be s o n d e r e Verordnung Rechnung getragen, die einen „N a chl a ß" . fü r u n v e r sch u l d e t e lV,e r sto ß e gdgen die'r'ituellew B-estiMMü n-gembi?d eü't'd.. Der Richter verurteilte den Ängeklagten zu! fünfzig'Kronen Geldstrafe, eventuell zu fünf Tagen- Arrest.. / Preisausschreiben fiijr jüdische Jügenderzählungen. Der Ausschüß für. jüdische Kulturarbeit erläßt ein Preisausschreiben für jüdische Erzählungen in deutscher Sprache,' deren Stoff dem- Mischen Leben in Geschichte oder Wegenwart in . der Diaspora oder Palästina entnommen ist. Es find zwei Preise von M. 300..— imd M. 200.— ausgefetzt. Die Erzählungen sollen für das Alter von 11 Ms 15 Jahren bestiMint sein und einen Umfang von nicht Mehr, als zwei Druckbogen haben. Zu Preisrichtern hat der -Ausschuß die Herren Dr. Martin Buber in Heppeicheim,- Oberlehrer Moses C a l v ary in Crossen a. O. und Dr. Max Bro d>- Prag,- ernannt.' D-re Manuskripte sind bis zum 1. Oktober an Dr. Martin B u b e r in Heppenheim an der Bergstraße zu senden; sie sollen keinen VersasfernaMen,- sondern ein Merkwort tragen; Name und ..Mresse...tze§ Verfassers sind im verschlossenen Umschlag beizulegen,- der mit dem gleichen . Merkwort zu Versehen ist. Durch! Erteilung des Preises, geht das VerösfentlichungsGcht an den Ausschuß über! Der Ausschuß behält sich vor,< nichtpreisgekrönte Erzählungen zu '-einem noch feflzusetzenden Honorarsatz zu .erwerben. - - __>_/ ' " Lord Sheffield und JMel Zangwilt über das englische Am 25. März fand in London ein Meeting statt, das gegen die Verletzung des englischen Asylrechtes" üro- -teflrerte. Israel Z a n g w i lk richtete folgendes Schrewen an dre Versammlung? „Ich begrüße Ihre-Versammlung mit 'Ihrem Vorsitzenden' (Lord Sheffield). Noch mehr begrüße ich: England, das noch solche

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