Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 28 (20.7.1917)
- Date
- 1917-07-20
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 464 Dir. BLüch's t Anfangserfolg spornte gum weiteren Schaffen an; es bildete sich zu diesem Zwecke ein eigenes Komitee, dem außer Komet! noch die bedeutendsten und angesehendsten Juden des Regiments angehörten. Ihrer redlichen und unablässigen Bemühung wiMej auch bald ein voller Erfolg und noch: im Monats-Mai! wurde ein Befehl des Ersatzbataillons tundgemacht, der die Unterabteilungen amoies, die .geeigneten Vorschläge zur Errichtung der rituellen Küche zu erstatten. Noch war aber die ganze Arbeit nicht geleistet, noch galt es so manches Vorurteil zu bekämpfen, so manche Schwierigkeit niederzuringen, so manchen Stein des Anstoßes aus' dem Wege zu räumen. Wieder war es Komet, der diese Schwierigkeiten löste und es gibt keinen jüdischen Soldaten bei der Stabsabteüung, der nicht in ihm den geistigen und materiellen Schöpfer der rituellen Küche verehren würde. Denn auch mit der Begründung der Küche hörte die Fürsorge des inzwischen als Landsturmmann des ältesten Jahrganges Beurlaubten für die jüdische Mannschaft nicht auf und noch jetzt unterstützt und fördert dieser selbstlose, von tiefster Nächstenliebe und .Opferfreudigkeit durchdrungene Mann in jeder nur erdenklichen Hinsicht ein Werk, das von ihm gefördert und durchgeführt, für ungezählte Menschen ein Born der Hilfe und Rettung aus schweren Nöten, ein Hort und eine Quelle freudiger. Erbauung geworden ist.!!Mt der Errichtung der Küche betrachtete nämlich Komet seine Ausgabe noch lange nicht als beendet; er trug auch Sorge für das geistige und religiöse Wohl der jüdischen Mannschaft, und unweit der Küche erhebt sich heute ein kleines, schmuckes Bethaus, in dem die jüdischen Soldaten 'in freien Stunden im Gebete und beim Thorastudium des Gottes ihrer Väter gedenken können. Das Bethaus, das eigenste Werk Ko Mets, wurde am .ersten Pfingstfeiertage eingeweiht und die Freude der jüdischen Soldaten, die es bei diesem Anlasse dichtauf füllten, läßt sich um möglich schildern. Heute, wo alle des Segens dieser Schöpfungen unmittelbar teilhaftig sind, gibt es bei der Stabsabteilung wohl keinen, der nicht den Namen des Stifters mit yerchrender Dankbarkeit nennen würde, zuMal derselbe bald durch Schenkung von Gebet- und Glaubensbüchern, bald durch Dedikation eines neuen Altartuches für das Bethaus, bald aber durch direkte Zuwendungen für die Küche, immer wieder feine rege und unermüdliche Fürsorge für seine Glaubensgenossen kundgibt. Sein. vorbildliches Wirken hat nicht nur warme Anerkennung seitens der gesamten Mannschaft Mischen Glaubens gesunden, sondern auch getreue Nachahmer. So hat in jüngster Zeit der Berliner Fabrikant Mar Beiser, der gleichfalls zur Dienstleistung nach Freudenthal eingerückt war, bis jetzt ncchezu 1000 Kronen dieser Sache zugewendet und. die weitere Unterstützung des so segensreichen Werkes zugesagt. In gleicher Weise haben sich der Räbbiner aus Jägerndorf, Dr. Rudolfer, sowie der ReligionsKhrer und Schächter Jakob Glück um die Gründung der Küche verdient gemacht und sind noch heute die Genannten um die Förderung und ,Unter-! stühung dieses Werkes liebevoll bemüht. Die Besetzung -es Oberrjasitrinates von Nor-Holland. Die Amsterdamer Judenheit rüstete am 13. Siwan 5677 zu einem Fest, wie sie solches schon lange nicht gefeiert hatte. Seit dem Hinscheiden des beruh allen Oberrabbiners von Nord- Holland, Dr. I. H. Dünner, am 24. Tischre 5672 (15. Oktober 1911), also länger als fünf Jahre, war das hohe Amt, das durch beiruche drei Jahrhunderte von Gaonim bekleidet war, verwaist. Nunmehr wird Herr A. S. O n d e r w i j z e r — zum erstenmal ein geborener Niederländer — dieses Amt besetzen, und ihm zu Ehren wurde dieser Tag als ein Feiertag begangen. Die Amsterdamer Hauptsynagoge stellte ihren großen Versammlungssaal zur offtziellen Installation zur Verfügung, wo sich die Familie des Herrn Onderwij'zer, die Mitglieder der Israel. Kirchgenossenschast Nord-Hollands, der .Kirchenrat der Amsterdamer Hauptsynagoge, Abgeordnete der-anderen Gemeinden, ferner der Oberrabbiner von Nord-Brabant und Limburg Herr S. Heertjes, fein Amtsgenosse von der Portugies-Israel. Gemeinde vom Haag Herr A. Z. Pareira, der Rektor des Niederl.- Jsrael. Seminars Herr Gobits, der Rabb. zu Haarlem Herr M. Vrie s, Mitglieder der Portugies. Kirchgenossenschast und anderer Genossenschaften versammelten. Um halb 2 Uhr betrat her Oberrabbiner Onderwijzer den Saal, geführt und gefolgt vom Bürgermeister von Amsterdam Herrn Telle gen, dem Siellungskommandanten Generalmajor Ophorst, dem (Vorsitzenden des Ressorts Nord-Holland Herrn Ascher, dem Oberrabbiner A. van Loen, dem Alt-Konrektor vom Seminar Oberrabbiner Palache, dem Rabbiner Vredenburg und Rabbiner Carlo uis. Nachdem alle die ihnen angewiesenen Plätze eingenommen hatten, eroffnete der Vorsitzende des Vorstandes Herr'Ascher die ' Versammlung. Er brachte ehrbieiige Huldigung dem Andenken von weiland Obberrabbiner Dr. Dünner dar. der durch seine Arbell. insbesondere für die Alma mater der jüdischen Religionswissenschaft sowie für das Seminar, fortleben wird in der Erinnerung kommender Geschlechter. Wochenschrift Nr, 28 In einer längeren Ansprache begrüßte er dann den neugewählten Oberrabbiner und erklärte ihn als den Oberrabbinet vom synagogalen Ressort Nord-Hollands installiert. Der Oberrabbiner sprach seinen Dank aus für die Worte des. Vorredners, die ihm, nach seiner Versicherung, zur Stütze aus dein schwierigen Pfad, den er soeben betreten hat, sein werden. Auch! er wird stets seiner großen Vorgänger in Ehren gedenken. Hieraus schloß der Vorsitzende die 'Versammlung und man zog zur Synagoge. Aus dem Wege dahin standen hunderte von Leuten, um ihren Gruß und ihre Ehrerbietung dem neuen Oberrabbiner darzubringen. Nach einem kurzen Gebet stimmte der Chor der Hauptsynagoge einen Jubelpsalm an und Herr Räbbiner Vredenburg hielt eine Ansprache zur Begrüßung des neuen Oberrabbiners Onderwijtzer. Dieser dankte hierauf in herzlichen Worten und den Schluß dieser Feier bildete das voM Chor gesungene Nalenu und Jigdal._ Vermischtes. Spendenliste für die Plenarsitzung des Kultusvorftandes vom 6. Mai 1917. Dr. Leopold Kohn-Stiftung, errichtet von den Herren Moritz Edler o. Kuffner, Wilhelm Kuffner und Karl Freiherr Kuffner de Dioszegh, Gesellschafter der Aktiengesellschaft Ignaz und Jakob Kuffner, ' anläßlich der Assignierung des Vizepräsidenten der israel. Kultusgemeinde Wien, Herrn Dr. Leopold Kohn, ehem. Hof- und Gerichtsadvokaten in Wien, auf die Ausübung der Advokatur, zur Ehrung des Herrn Dr. Leopold Kohn, welcher durch mehr als 40 Jahre der Rechtsanwalt der genannten Firma war, . mit der Bestimmung, die Jahreserträgnisse des Stiftungskapitales, über Vorschlag des Herrn Vize-' Präsidenten Herrn Leopold Kohn, in erster Reihe zur Unterstützung armer Waisenkinder jüdischer Kon- . fession, in zweiter Reihe jüdischerverlassener Kinder zu verwenden ' Kr. 25,000.— Legat kaiserl. Rat Jacques Feitler Kr. 100,000.— Von Frau Fanny Feitler und Herrn Paul Feitler: Für atme jüdische Kranke Kr. 5,000.—. Von Herrn Pros. Dr. Siegmund Feitler, •- : 9. Bez., Schwarzspanierstraße 15: Zur Errichtung einer Jahrzeitwidmung für seinen sel. Bruder kaiserl. Rat Jacques Feitler >Kr. 1,000.— Legat Josef Braun: Für. die Erhaltung einer Familiengruft Kr. 6,3331.— Legat Moritz Pinkas, Wien: Zur Verteilung an tonte Juden Kr. 1,000.— Moritz Edler v. Kuffner: Anläßlich des Todestages feines Vaters für die. Ortsarmen des 16. und 17. Bezirkes Kr. 280.— Anläßlich des Pessachfestes Kr. 400 — Kr. 680.— Legat Aurel Deutsch, 1. Bez., Biberstraße 5: Für die jüdischen Armen der Stadt Wien Kr. 500 — Anonym Zur Verteilung an arme Wiener Juden Kr. '200.— Anselm und Amala Wechsler-Stiftung: Zur Verteilung an Arme Kr. 122.73 Emil Wetzler: Für wohltätige Zwecke, zur Erinnerung an den Geburtstag seiner Frau Kr. 100.— Dr. Josef Auerbach (Spende eines Anonymus): Für Arme Kr. 100.—, Dr. Josef Adler: . Für jüdische Arme , . ■ Kr. 20.— Für blinde Soldaten Kr: 20.— Für -galizische -Flüchtlinge Kr, 20.— Für jüdische, verwundete Soldaten Kr. 20.— Kr. 80.— Josef Weber: Für jüdische Arme - - Kr. 60.— Irene Greilisheim: Für den Verein zur Bekleidung armer alter Männer Für den Waisenoerein Kr. 25,— Kr. 2 Kr. 50. Adolf Berger: Je Kr. 25.— für die Armenanstalt und das Armenhaus Jeiteles Dr. Emil Schreier: ' Kr. 50. Für wohltätige Zwecke, anläßlich des Ablebens des Herrn Norbert Wechsler Jenny Eisler: , Kr. 40. Für hlinde Soldaten <' Kr. 30. Hermine Barta: , Zur sofortigen Verteilung an Arme Wohltätigkeitsamt durch das Kr. 30.