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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-07-13 · 27 (13.7.1917) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
27 (13.7.1917)
Date
1917-07-13
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 450 Dr. VWH'S Austritte aus dem Judentum vom 1. bis 7. Juli 1917.. Csapo Franz, geb. 1. Juni 1914, Budapest, 13. Bez., Hietzinger Hauptstraße 53. Feder Maiwine, geb. 26. Februar 1882, Wien, 4. Bez., Kühnplatz 3. . - Fraenbel Gnftie, geb. Friedländer, geb. 4. August 1889, Brieg ^Preutz.-Schlesien), 19. Bez., Gerhardtgasse 5. Jedlins^y Richard, Chauffeur, geb. 19. Mai 1888, Wien, 18. Bez., Ranstlgasse 9. Kutka Ernst, Student, geb. 1. Juni'.1897, Wien, 7. Bez., Zieglergasse 29. ' . . Löw Margarete Maria, Dr. der Phil., geb. 11. Dezember 1883, Wien, 9. Bez., Kolingasse 1. Lillacs Hans tilgen, Rechtshörer, geb. 26. August 1896, Wien, 19. Bez., Würthgasse 1. Szanditz Adalbert, Bauingenieur, geb. 6. April 1885, Nagy- Varad, 1. Bez., Bartensteingasse 13. Ober-Hollabrunn. Am 30. Juni d. I. feierte der Privatier Herr Johann Ranzenhoser mit seiner Gattin Regina, geb. Pikt, das Fest der goldenen Hochzeit im engsten Familienkreise, bei swelchem Anlasse derselbe verschiedenen Wohltätigteitsänstalten namhafte Spenden zuwendete. Beim Gottesdienste richtete Herr Religionslehrer S. Jellinel an den Jubilar eine entsprechende Anrede mit dem Priestersegen. _ SaMurg. Herr Rabbiner Dr. V. Kur rein hat vom Militärkommando Innsbruck ein Diplom der belobenden Anerkennung erhalten mit folgendem Inhalt: „Ich spreche Euer Hochwohlgeboren für Ihre während der Kriegszeit in der Militärseelsorge geleisteten vorzüglichen Dienste die belobende Anerkennung des Militärkommandos aus. Innsbruck, aM 18. Juni 1917. Der Militärkommandant: Franz Daniel, FM." Feuilleton. 30 Kahre ReUgionsüÄlerricht Eine Rückschau. (1887—1917.) ,,Sprich nicht: Wie ging es zu, daß die früheren Zeiten besser waren, als diese? Denn nicht aus Weisheit fragst du danach." . Koheleth, VII. 10. Die folgenden Zeilen sollen keine Rechtfertigung, keine Verteidigung, keinen Angriff oder Herabsetzung enthalten. Man ist alt geworden und die Kriegsjahre haben zur Befestigung der Gesundheit nicht wesentlich üeigetragen. Aber das Herz blieb jung und schlägt noch .immer, ivarm, wie vor 30 Jahren, für unsere Jugend und unser Judentum. Und nicht nur für diese teueren Güter. Cs hat sich einen Winkel offen gelassen für alles Schöne und Edle, was Menschentum Wissenschaft und Schrifttum aller Völker geschaffen. Sagen wir es nur gleich: von diesem erhabenen Standpunkte haben wir die Lehren unserer Religion während der.30 Jahre unserer Tätigkeit. eigentlich sind es 33, aber wir wollen nur von denen in der Landeshauptstadt Mährens sprechen, unserer Jugend mitgeteilt. Goethe sagt: „Die Frage, ob einer seine Biographie schreiben dürfe, ist, höchst ungeschickt. Ich halte den, der es tut,' für den ^höflichsten aller Menschen." Diese Zeilen sollen jedoch nichts Biographisches enthalten. Das Lebest eines Lehrers, und besonders eines Wischen Religionslehrers. Lnthält wohl manch' aufregenden Moment. Wer im Ganzen verlädst es still. Und nur wenige vermag es zu interessieren. So schweigt denn darüber am besten des Sängers Höflichkeit. Und wenig Erfreuliches enthält ein solches Leben.. Mir-: sagte einmal lein katholischer Kollege: „Unsere Arbeit, steht im umgekehrten Verhältnisse -zu dem' Resultate,, das wir erzielen." Und der Mann, mußte es wissen und hatte nicht ganz unrecht. Würde man in seinem Berufe nicht manchmal ein wenig innere Befriedigung fühlen, inan WoAenschrift" Nr. 27 könnte zu dein werden, was den Lehrern am wenigsten ansteht, zum Pessimisten. Aber ein solcher darf man nicht werden, wird doch vom Lehrer vor allem Freudigkeit in seinem Berufe gefordert. — Wenn wir demnach jetzt, da das 30. Jahr Unserer Tätigkeit zu Ende geht, von hoher Warte einen Rückblick werfen auf den:. immerhin stattlichen Lebensabschnitt, der eine ganze 1 Generation umfaßt, möchten wir vor allem das; s wie der - - Wiener sagt, leidige „Geraunze" kcästiglich zurückweisen, als sei es am Beginn-unserer Tätigkeit mit unserem Gegenstände besser bestellt gewesen als heute. Die Menschen-bleiben sich gleich und die Schüler nicht minder. Es gab und gibt zu jeder Zeit fleißige und unfleißige. - begabte und unbegabte Schüler, es gab und gibt immer Streber und Gleichgültige, Schüler, die der „wohlauskalkten Zisterne", aus. der kein Tropfen verloren gehr, und andere, die der stets „sich.verstärkenden Quelle''' gleichen, fanden und finden sich, Theoretiker und Praktiker, solche, die sich für die humanen und andere, die sich für die realen Fächer interessieren. , Man behaupte z. B. nicht, es hätten sich in früheren Zeiten mehr Schüler dem hebräischen Sprachfache zugewandt als in unseren Tagen. Wir machen vielmehr die Beobachtung, daß gerade in den letzten Jahren die hebräische Sprache Gegenstand eifrigen Studiums für viele Schüler, wurde; eine andere Frage ist es, ob sie in den zwei wöchentlichen Religionsstunden viel davon erlernen konnten. Und nun kommen wir zu dem wunden Punkte, zur eigentlichen Achillesferse unseres Religionsunterrichtes. Es wird von ihm zuviel verlangt, dem auch, der gewissenhafteste Lehrer nicht ganz genügen . kann. — Geschichte und Sprache, Liturgik und Ritus, Literatur und Philosophie und noch manches andere sollen in unserer Religions stunde gelehrt und in allen diesen Fächern soll, was npch mehr vom Uebel ist, der Schüler regelmäßig „geprüft" werden. Denn eine „Note" muß jeder Schüler erhalten und wegen, der „Note" lernen' die '-' meisten. Ein. trauriges Geschäff' -dieses. Prüfen aus der „Religion", und am traurigsten das aus der sogenannten Religions-, Pflichten- und Sittenlehre. Es wird von manchem Schüler viel gelernt, er kennt: die Einteilung der Bibel,' der Feste, kann über unseren Gottesdienst recht gut theoretisch sprechen, wird die Einteilung der Pflichten am Schnürchenhersagen und doch kann man 'ihm mit gutem Gewissen keine sehr gute Note geben, wenn man sich nicht selbst belügen will, da man ja ganz gut weiß der Schüler Ist alles, .nur kein Jude. Denn immer und immer muß darauf hingewiesen werden: das Judentum und die ErziehNng dazu ist Sache des Hauses, hier Müssen die Herzen für unsere große Sache vorbildlich „präpariert" werden. Und solcher wohlvorbereiteten Schüler gibt es wenige, sehr wenige. Um es aufrichtig zu sagen: wir hatten während unserer ganzen Tätigkeit über die Mitwirkung oder besser gejagt, Nichtmilwirkung des Hauses nur in. vereinzelten Fällen zu klagen. Jn weiser Selbsterkenntnis sahen viele Eltern ein. daß sie in dieser Richtung wenig tun konnten und überließen die Tätigkeit auf diesem Gebiet ganz dem Lehrer. Freilich, von vieler Anerkennung und Würdigung der oft sehr schweren Leistungen des Lehrers können wir nicht sprechen, an diesem Ueberslusse litten wir niemals. und wir sind voM Stolz auf unsere vielfachen Bemühungen gründlich bewahrt worden. Doch wir haben ja vorausgeschickt. wir wollen niemand angreifen. Man darf den Lehrern nicht allzuviel Selbstbewußtsein, einflößen, am allerwenigsten, dem Religionslehrer. Das ist - Menschliches/ Allzumenschliches, sagt Nietzsche. Und der. kannte seine lieben Mitmenschen. Borst Religionslehrer ..' verlangte man immer, was Antigonos von Socho in die schönen -Worte .kleidete;'.„Seid nicht wie die..Diener, die dienen um- Lohn", in diesem Falle, um irgend eine

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