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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-07-13 · 27 (13.7.1917) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
27 (13.7.1917)
Date
1917-07-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Dr. Bloch's Wochenschrift" Seite 447 Nr. 27 Neue K: iegswaisenhäufer in Galizien. Der Wiener Verein zur Rettung verlassener jüdischer Kinder und das Zentralkomitee für jüdische Kriegswaisen in Lemberg sindunablässig bemüht, ihre Tätigkeit zu erweitern^ undiMMer mehr Ortschaften ihre unmittelbare Fürsorge zuteil werdet: zu' lassen. So wurde das bereits seit Jahresfrist in Przemysl bestehende Waisenheim gegenwärtig in einem großen, zweistückigen, alten Anforderungen der Hygiene entsprechenden Hause untergebracht ilnd die Zahl der Zöglinge auf 100 erweitert. Die feierliche Eröffnung fand am 2. Juli in Gegenwart der Vertreter der Zivil- und Militärbehörden statt. Vom' Zentralkomitee waren der Präsident Dr/ Par n a s und der Generalsekretär R u b e n z a h l erschienen. Nachdem Se. Ehrw. Rabbiner Gedalje Schmelkes, assistiert vom Kantor, die religiöse Weihe vollzogen hatte, hielten der Präses des Ortskomitees Dr. Joachim Gold färb und' der-Repräsentant des Zentralkomitees Dr. Parnas Ansprachen. Die Feier schloß, mit der Absingutrg der Bolkshyvme durch> die Zöglinge des Waisenhauses. Die Zukunft der Anstalt erscheint durch eine Stiftung des verstorbenen Bürgers Hart May er im Betrage von 200.000 Kronen gesichert. — Am 4. Juli erfolgte die feierliche Eröffnung eines ztveiten Waisenhauses in Sambor, am 10. Juli eines solchen in- Stryj. Eröffnung eines Meilen jüdischen Kriegswaisenheimes in Sambor. .Vor mehr als einem Jahre wurde hier von dem vom kaiserl.. Rat Oberrabbiner Aron Lewin im Verein mit dem Prof. Dr. Rosen st reich geleiteten jüdischen Hilfskomitee ein Waisenheim für Kinder gefallener Krieger errichtet. Da aber mit Rücksicht auf die Fortdauer des Krieges die Zahl der Waisen sich .fortWährend vermehrte, erwies sich das bestehende Waisenheim als' nicht mehr ausreichend, und viele Kinder, die um Aufnahme ansuchten, - müßten bedauerlicherweise aus Raummangel zurückge-, wiesen werden. Das Komitee faßte daher den Entschluß, ein zweites Waisenheim für weitere 50 Kinder zu errichten, lieber dessen Ansuchen wurde demselben vom Vorstände der Israel. Kullusgemeindg ejn verfügbares Gebäudb, 'das für diesen Zweck .sich besonders eignete, überlassen. Die namhaften Adaptierungskosten sowie die jppere Einrichtung wurden vom Vereine zur Rettung verlassener. Ksüder Galiziens in wahrhaft großmütiger Weise bestritten. Die feierliche Eröffnung des neuen Waisenheimes erfolgte am Mittwoch, den 4. d. M., um 12 Uhr mittags. Zu derselben hatten sich eingefunden: Bezirkshauptmann Statthaltereirat Grabow s k t; Bezirksmarschall Prälat Knirsch. Landwehrergänzungsbezirkskctmmandant - Oberstleutnant Ritter v. Mnisrek, Vizebürgermeister Regierungsrat Krotochwila, Bezirkskommissär Dr. Zaklika. Präsident des Disziplinarrates der Advokatenkammer Dr. A 1 e k s a n d r o w i c z. die Repräsentanz der Israel. Kultusgemeinde sowie ein zahlreicher Kreis von distinguierten Damen und Herren. Der Referent für Kriegsfürsorge in der k. k. Statthaltecei Hofrat Brückner sowie der Präsident der Landeszentrale für Kriegswaisenfürsorge in Lemberg Dr. Cmil Parnaß und Sekretär 'Ru b e n z acht konnten infolge Verhinderung an der Feier nicht teilnehmen und haben auf schriftlichem Wege ihre Wünsche zum Ausdrucke gebracht. Die Einweihung wurde in solenner und erhebender Weise vom Vorsitzenden des Hilfskomitees kaiserl. Rat Oberrabbiner Aron L e w i n vollzogen. In einer längeren Ansprache würdigte derselbe die hohe Bedeutung der Kriegswaisenfürsorge als des wichtigsten Zweiges innerhalb des großen und vielseitige Gebietes charitativer Betätigung, die der gegenwärtige Krieg geschaffen, und zollte besonderen Dank dem Vereine zur Rettung verlassener Kinder Galiziens für dessen großherzige Unterstützung und Mithilfe sowie der Landeszentrale für Kriegswaisenfürsorge in Lemberg für dessen tatkräftige Förderung aller mit der Waisenaktion im Zusammenhang stehender Unternehmungen. Auf die erziehlichen Richtlinien der Anstalt übergehend, betonte der Redner, daß, rvke bisnun im ersten Waisenheim, so auch in diesem neu eröffntem? wird die Verwaltung sorgfältig daraus bedacht sein, die Erziehung des Kindes in streng religiösem Sinne zu leiten, und dieselben von allen die religiösen Empfindungen in irgend welcher Art verletzenden Strömungen fernzuhalten. Das darf und soll aber-nicht ausschließen, daß die Pfäglinge auch zu nützlichen Gliedern der Gesellschaft, zu guten, ihrer Pflicht gegen Staat und Land sich stets bewußten Bürgern erzogen und herangebildet werden. Mit einem Hoch auf den Kaiser, in das die Anwesenden begeistert milstimmten, schloß die wirkungsvolle Rede. Das neue Waisenheim präsentiert sich äußerlich wie innerlich überaus vornehm und geschmackvoll. Die Zimmer sind groß, schön und freundlich. Ueberdies verfügt das Haus über einen großen und schönen Garten, in dem die Kinder die freie Zeit zubringen. Insgesamt sind jetzt in beiden Waisenhäusern über 100 Kinder aus Sambor und den umliegenden Ortschaften untergebracht. Staatssekretär Ts. Dr. Leopold Vadasz. Mit dein! Kabinett Tisza ist auch der Staatssekretär im ungarischen Justizministerium Dr. Leopold Vadasz aus dein Amte geschieden. Hiezu schreibt „Egyenlöseg": Mit dem Großkreuz des Franz Joses-Ordens an der Brust scheidet nach mehr als vierjähriger Tätigkeit, begleitet von den anerkennenden Worten des königlichen ' Enthebungsschreibens. Dr. Leopold Vadasz von seiner Stellung als Staatssekretär im Justizministerium. ^Das ungarische Judentum, welches Dr. Vadasz mit Stolz zu den Seinen zählt, kann die Zeit, die er in seiner hohen Stellung verbrachte, unter seinen historischen Dateir aufnehmen. Länger als vier Jahre hindurch — von: 2s. Mai 1913 bis zuM 10. Juni 1917 — diente er dem ungarischen Justizwesen, mit seiner glänzende:: Fähigkeit, seinem mustergültigen Fleiß, seinem gesegneten Herzen, zumeist unter außerordentlichen Umständen, aus die Suche nach neuen Wegen angewiesen. Es ist nicht Uttsere Sache, sein Wirken sachlich zu beleuchten, welches im Vorjahre die Anerkennung Sr. Majestät durch Verleihung des Komturs des Leopold-Ordens gefunden hak Wir wollen hier für die kommenden Geschlechter bloß feschalten, daß Leopold Vadasz auch als Jude in seiner hohen Stellung wirklich beispielgebend war, trotz seiner Stellung als Staatssekretär mit Begeisterung an seinem Glauben hing, als Präsident der „Üngarisch-Jsr. Literaturgesellschaft" in Eröffnungsreden und andere:: Enunziationen Gelegenheit suchte, seinem Stolz über seine Zugehörigkeit zu unserer Glaubensgemeinschaft Ausdruck zu leihen und die Mission der ungarischen Juden zu betonen. Wir hoffen, daß Leopold Vadasz, der auf der hohen Stufe seiner öffentlichen Beamtenlaufbahn den: jüdischen Namen Achtung und Wertschätzung erwarb, auch in Zukunft im jüdischen und allgemeinen öffentlichen Leben einen hervorragenden Platz einnehmen wird. Budapest. Der jüngst hier verstorbene Getreide- Händler Leopold ’ Emil Kopstei n hat testamentarisch außer Legaten für seine Familienangehörigen eine halbe Million Kronen für wohltätige und kulturelle Zwecke hinterlassen. Diese Summe verteilt sich folgendermaßen: Für eine seinen Namen tragende urologische Abteilung aM Spital der Pester israelitischen Religionsgemeinde 200.000 Kronen mit der Bedingung, daß sein langjähriger Freund, Privatdozent Dr. Desider R a s k a:, Mit der Leitung dieser Abteilung betraut werde: au der Budapester Handelsakademie eine seinen und seines Bruders Ludwig Nammen führende Stipendien-Stiftung von 10.000 Kronen, eine Stiftung für die Wiener israelitische Kultusgemeinde von '10.000 Kronen auf den Namen seines älteren Bruders Julius zur Unterstützung verarmter Kaufleute, eine Bettstiftung von 10.000 Kronen im Budapester israet, Spital auf den Namen seiner Eltern, dem Asyl für verkrüppelte Kinder 10.000 Kronen, dem Gratismilch--. Gratisbrot- und dem Budapester Ferienkolonieverein je 5000 Kronen, zwei Stiftungen von je 50.000 Kponen für Kriegswaifen im Budapester isr. Knaben- und Mädchenwaisenhaus, dem Siechenhaus, der "Pester Chewra-Kadischa eine Bettstiftung von 30.600 Kr., dem Kaufmännischen Asyl eine Stiftung von 20.000 Kr., dem' Hilfsverein der Budapester Waren- und Effektenbörse eine Stiftung von 10.000 Kronen, für Mutter- und Säuglingsschutz! 25.000 Kronen, der israelitischen Mensa academica 10.000 Kronen, dem israelitischen Volks-

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