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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-07-13 · 27 (13.7.1917) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
27 (13.7.1917)
Date
1917-07-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 438 Nr. 27 L-r. Bloch'S praktische Wirkung zurüc^eblieben und mannigfach geschwächt worden sein. Gewiß, das Gesetz, das mit eheruen Zungen zeugte, steht sstr uus Juden freilich häufig nur auf dem Papier; allein es war geschrieben und gesetzt und es ist da; die Berbriesung, die uns den Zutritt zu den staatlichen Aemtern erschloß, die Freizügigkeit verbürgte. die Ausübung unseres Bekenntnisses' gesetzlich Derankerte — kurz.''die äußeren Zeichen der vollen Gleichberechtigung, der Gleichheit und Freiheit. Zwar haben häßliche und böswillige Ränke und Schwänke diese Errungenschaften oft verkümmert, hat' geheime Maulwurfsarbeit an diesen Psei.'ern genagt und gewühlt; mißgönnische Künsteleien haben daran gedeutelt und Verdrehungen das Recht gekränkt und verletzt; allein die Plattsornr blieb unzerstörbar als unantastbarer Besitz trotz aller Anfechtungen und Anfeindungen, denen wir ausgesetzt sind. Wir haben das kostbare Gut erhalten, um das wir Juden heiß gestritten, aufopferungsvoll gekämpft haben, das wir durch! treue Bewährung mich restlose -Hingebung als wohlerworbenen Besitzstand be- Ißten. Wir haben uns der Gleichstellung würdig erwiesen. haben für Thron und Vaterland das Höchste geleistet. Wir dürfen uns zu den besten Söhnen dieses Landes zählen in friedlicher Arbeit sowohl wie im Ringen und in den Nöten des Krieges. Wir haben zu der Größe, zur Machtstellung und zum Wohle des Staates ln ehrlicher Anhänglichkeit unseren redlichen' Teil beigerragen. Darum ist die Verfassung das Palladium, das wir schützen müssen, so wie wir die Thora bewahren. Wenn die große Stunde schlägt, wo die Verfassung aus der Hülle, in der sie geborgen ist gehoben und aufgeblättert' wird, da dürfen wir Juden nicht abseits stehen und nicht leer ausgehen. Unsere Augen.müssen sich aus diese Schriftzeichen richten, wir müssen wachsam' ihrer Lesung folgen, damit von den unverlierbaren Buchstaben nichts gestrichen und nichts ausgelöscht wird, damit das Erve, das wir von unseren Vätern enrpfangen haben, nicht verringert, sondern, gemehrt werde. Wo aber sind sie, unsere Hüter, die auf dem Posten stehen, danrit die Ereignisse, welche der Verfassung und der staatlichen Struktur ihre neuen Züge leihen werden, nicht an uns vorüberziehen und das Rad der Zeit — wie ich es gelegentlich schon betont habe — nicht über uns hinwegrollt? Der Krieg hat eine Fülle von Wohlsahrtsproblemen heraufbeschworen. in deren Lösung auch wir Juden uns vertiefen; allein wir dürfen ob' der materiellen Dinge und ihrer Neuregelung nicht die ideellen Fragen vergessen, denn sie sind die Vorstufe eines erträglichen und geordneten Lebens. Einstmals hatten wir jüdische Streiter, Führer, welche für die Freiheit gekämpft und geblutet haben, die in die Breschen traten und als Weise der Nation zum politischen Mittelpunkt eines vorwärtsstürmenden Freiheitsdranges emporgewachsen waren. Gewiß! hat auch unsere Zeit ihre wackeren und fürsorglichen Geister; man muß es nur verstehen, sie zu wecken und zu rufen; Haben wir acht auf sie, sehen wir dazu! ■ ■ m Jüngst hat an dieser stelle der Herausgeber dieses Blattes die prächtige und tröstliche Verkündung rezitiert: „Ter Wächter Israels schläft und schlummert nicht!" Sehen wir zu/ daß auch wir nicht schlummern und schlafen, bleiben auch wir wachen Auges aus der Hut, wenn die Zeit arrbrrcht. welche dem neuen Staats- und Versassungsgedanken zum Paten stehen wird! Achten wir darauf, daß sie unsere . Anwartschaften und Wünsche und Beschwerden berücksichtigt, daß unsere Stellung im Staate nicht gedrückt, sondern gehoben'wird auf die gleiche Stufe der Wertschätzung und Geltung, die den anderen Bürgern gebaut werden soll. Einstens ist den' Deutschen das Wort Allinghausens erschallt: „Seid einig, einig, Wochenschrift einig!"' Möge diese Mahnung für uns Juden ' durch den Feldruf verstärkt werden: „Seid wachsam, dreimal wachsam!" Wenn je, gilt es jetzt: Caveanf consules! Unsere Konsuln aber sind die Vorsteher und Führer unserer Gemeinden; an ihnen . liegt es zunächst!,, durch eine feste und umfassende Organisation aller Gemeinschaften, durch gegenseitige^ ■ Verstehen und Einvernehmen, durch, beharrliche Ärbei: arauf zu sehen und darauf zudringen, daß die kom.; den Geschehnisse uns nicht unvorbereitet finden, uns i. müßig, zerfahren und schwachmütig treffen. Bleiben n . auf der Warte geschärften Blickes, um auszuschauen, wenn das Schwert sich senkt unddie Kelle des Baumeisters sich erhebt, damit die Grundrechte und Freiheiten, welche den Bürgern, dieses Reiches zugedacht sind, uns! Juden nicht verkümmert, sondern gleich! undin vollem Maße zugeteilt werden. — Jüdische Gemeinden und. jüdische Bürger, seid wachsam! Megsdekorationerr jüdischer Offiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Ritterkreuzdes F r a n z I o s e f-O r d e u s mit der Kriegsdekoration und Schwertern in Anerkennung tapferen' und aufopferungsvollen Verhaltens vor -.dem Feinde dem- Oberarztd. R. Sincion Kellner, J.-R.; den Regimentsärzten Dr. Jakob Scherer, Jägerbat., ' Dr. Oswald Schwarz, Ulanenregiment; das Ritterkreuz d e s F r a n z Jose f-O r d c n s mit der Kriegsdekoration in Anerkennung 'vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleistung vor dem Feinde dem Stabsarzt Dr. Eugen Gutherz, J>-R.; ' das Militärv er dien st kreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration und -den Schwertern für -tapferes Verhalten vor dem Feinde dem vor dem Feinde gefallenen Oberleutnant d.. R. Viktor Ha im, J.-R.; - ~! anbefohlen, daß zum zweitenmal die neuerliche Allerhöchste belobende Anerkennung bei gleichzeitiger Verleihung der Schwerter bekanntgegeben werde für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Oberleutnant bi. R. Joachim Kalkstein, J.M.; das silberne Signum landis bei gleichzeitiger Verleihung der Schwerter (Neuerliche Allerhöchste belobende Anerkennung-) für tapferes Verhalten vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Joses Werth e im er, J.-R., Hugo Popper, Fest.-Art.-Bat.'; den Leutnants d. IR. Oskar Lederer, Feldjägerbat., Walter Spitz, Grenzjägcrbat.; dem Oberleutnant d. R. Erwin Qüittnervo n Bags a l v a, Brig.f-Kdo.; dem Ldst.-Assistenzarzt Dr. Ernst Lefkov'its, J.-R.; dem Leutnant d. R. Dr. jur. Georg Stern, Dragonerreg.; den Assistenzärzten ich M. Dr. Wendel Schlachter, Ährn.- Spital; Dr. Alexander Neu Ma n n, Garnisonsspital; dem Leutnant d.'.R. Emil Neu schul, bosn.-herz. Jnf.- Regiment; das silberne Signum landis mit der Kriegsdekoration für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde dem -'Oberleutnant d. R. Heinrich L ö v y, Tiroler Kaiserjäger; . das bronzene Signum landis bei gleichzeitiger. Verleihung der Schwerter (Merhöchste belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten vordem. Feinde den - Leutnants! fr,., R. Ernst O ren st e i>n; bosn.-herz. J.M.; Dr. jur Adalbert R p t s ch i l d, Feldkanonenreg.; den Assistenzärzten d.. R. Dr. Geza Grosz, Garnisons- Spital, Dr. Martin Prager, Garnifonsspital/Dr.Desiderius Licht ne r, Garniso.nsfpital; den Leutnants d.R. Jakob Grosz, JZR., Hermann .Adler, .J.-R., Josef

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