Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 26 (6.7.1917)
- Date
- 1917-07-06
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 430 Dr. Bloch'S Wochenschrift Nr. 36 Wien. In her Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 3. 'Juli hat Abgeordneter Dr., Adolf G r o ß der rraurßzen SchZUale '^r tzolizischen Inden gedacht. Wir Zitieren aus seiner Rede: Redner beschwert sich auch über die Militärgerichte und die militärische Verwaltung in Galizien und «verweist darauf, daß dort Juden gegenüber Gesetze übertreten wurden und jüdische Zeugen nicht anerkannt worden sind. In ganz Oesterreich, habe man sich zurechtgelegt, daß die Galizianer kein Recht auf. Arbeit in .Oesterreich haben. Es wurde der Grundsatz ausgestellt, den Flüchtlingen jede Gewerbeausübung zu verbieten, und in Prag hat man sogar gefunden, daß es jüdische Typhusbazillen gibt. Das Justizministerium hat gefürchtet, daß ein Advokat aus Galizien in Wien seine Kanzlei eröffne und. hat eine Verordnung erwirkt, wonach diese armen geplagten Advokaten hier nicht arbeiten dürfen. In dieser schweren Zeit, wo wir in Galizien so schwere Opfer mx Gut und Blut getragen haben, hat man uns überall wie Hunde gejagt und uns nicht arbeiten lassen, und dann hat mjan gesagt: Das sind Müßiggänger, die wollen nicht arbeiten, sie fallen der Bevölkerung zur Last. Die FPschillinMürsorge. Das Komitee der .Flüchtlingssürsorge hat rin aus neun Mitgliedern bestehendes SubkoMitee, eingesetzt, dwn als Mitglieder die Vertreter der interessierten Gebiete angehören. Es wurden als Referenten die Abgeordneten Bugatto und Gras Lasocki bestimmt. Das SubkoMitee hat ein Gesetz ausgearbeitet, welches dem Vollausschuß vorgelegt wird und nächste Woche in das Abgeordnetenhaus,gelangt. Durch dieses,G.esetz,,sollen die Interessen der Kriegsflüchtlinge in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht wahrgenommen werden/ Namentlich soll ihre Freizügigkeit sichergestellt und endlich die gesetzliche Versorgung der mittellosen Flüchtlinge gesichert werden. Die wichtigsten Bestimmungen des neuen Gesetzes sind: Vermeidung jedes Barackenzwanges und Erhöhung der Flüchtlingsünterstützung auf K. 2.— täglich pro Person. s : ‘1 : j Abgeordneter R e iz e s stellte auch! folgeirden Antrag: der Gefangenschaft befindet, die Aufgebote in erster Reihe vom zuständigen Geistlichen — erwähnt int ■ § 17 des Gesetzes vom 21. März 1830, R.-G.-Bl. Nr. 57 — innerhalb der Kultusgemeinde, in der. der- Bräutigam im Augenblicke der Einberufung zum Militärdienste se'inH ständigen Wohnsitz Mindestens seit sechs' .Wochen. hhM ' verkündet zu werden, eventuell auch "in der Kultus'gemeinde seines früheren Aufenthaltsortes': überdies auch vom Militärgeistlichen im gemeinsamen Militärbethause. sofern ein solches' vorhanden ist. Die Braut lvird -unter Anwendung des § ,72 des a. b. G.-B. im Bethause ihrer .Kultusgemeinde aufge'boten: Wenn der Bräutigam Frontdienst leistet, findet die Bestimmung des Erlasses des k.. t Ministeriums des Innern vom 10. Januar 1917, Zl. 30984/16, Anwendung (Aufgebotsdispens und Mauisestationseid - beim Geistlichen). Prag. Die Schulkanzlei zur Organisation und Beaufsichtigung des Schulwesens für Kriegsflüchtlinge aus Galizien und der Bukowina hat bis zum heutigen Tage 58 Schulen gegründet, 7 Schulen in Verwaltung übernommen und 36 Religionsstationen ins Leben gerufen. Die Leitung - der Schulkanzlei veranstaltet am 28. und 29. - d. M. in den Festsälen der Israel. Beerdigungsbrüderschaft,'Prag, Josefstädterstraße 36,- eine Lehrertagüng. um die an den Notschulen wirkenden .Lehrkräfte mit den neuesten Resultaten der pädagogischen Forschungen bekannt zu machen und durch gemeinsame Aussprache diese neuen Anschauungen für den Unterricht zu verwerten. Diesem Zwecke dienen die angekündigten Referate, von denen wir die der Professoren Dr, Engel und De. Ho f f in a n it über den modernen Sach-, Sprach- und Rechenunterricht an ben Volksschulen, beziehungsweise über Lehrberuf und Lehraufgabe an den Notschulen hervorheben. Ueberdies werden im Anschlüsse an die Tagung Musterkollektionen im Sach-, Sprach-, Zeichen- , und Gesangsunterrichte sowie im Unterrichte der hebräischen Sprache und Literatur abgehalten. Diese Musterkollektionen werden durch die reichhaltig ausgestellten Schülerarbeiten aller Art eine wirksame Unterstützung erfahren. Endlich .haben sich mehrere Verlcigsanstalten, darunter auch. der hierortige Verlag Hanse bereit erklärt, eine^ Ausstellung, .der T neuerenKehryljftel,. Lestrhehelfe zu veranstalten: so daß drelehrertagüng in' Wirklichkeit- 'ein nach jeder Hinsicht vollständiges/Bild dessen bieten wird,was an den Rotschulen geleistet wurde und was noch zu erstreben ist. Vermischtes. KranzablösungZlpendcn zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I.. Seitenstcltcngaste 4 für arme kranke Glaubensgcuoffen. Die Regierung wird aufgefordert, eine strenge Untersuchung behufs Feststellung, welche Behörden in der parlamentslosen Zeit für 'die widerrechtlichen Einschränkungen der persönlichen Freiheit und Freizügigkeit der Flüchtlinge verantwortlich sind, einzuleiten und hierüber.dem Haus ehestens zu berichten. Abgeordneter Dr. Reizes war auch in Deutschbrod, um den Zustand in den Barackenlagern zu inspizieren. Er veranstaltete bei dieser Gelegenheit eine große Flüchtlingsversammlung, bei welcher auch vom Ministerium des Innern ein Regierungsvertreter zugegen war. Abgeordneter Dr. Reizes richtete an die Flüchtlinge eine Ansprache und forderte sie auf, ihre etwaigen Wünsche und Beschwerden zu notieren, was auch geschehen ist. Das Resultat dieser Intervention ist ein sehr günstiges und die Redaktion der „Oesterr. Wochenschrift" ist in" der Lage, Mitzuteilen, daß die geäußerten Wünsche der Flüchtlinge ehestens Vo lle Berncksichtigung finden werden. > Krakau. Laut eines von der galizischen Statchalterei, Zl. 36728/XII. vom 6.März 1917, an die israel. Militärseelsorge des k. u. f. Festungskommandos in Krakau ergangenen Erlasses haben, wenn der durch einen Bevollmächtigten vertretene zu trauende Bräutigam sich in Anläßlich des Ablebens des sei. Samuel Maßberg: Heinrich Blaßberg Kr. '10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Betti Steiner: Hermine Krenzer, Oberin im Laaer Kinderheim, Kr. 5.~~. Anläßlich des Ablebens der sel. Johanna Grünwald: Heinrich Leitersdorfer - Kr. 30.—, Julius Fürst 20.—, Markus Grünwald 20.—, E. Kurzmann 20.—, Sigmund Löwy 20.— zusammen Kr. 110.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Jakob Sojtä: Hans Wunder Kr. 20.—, A. Freund 10.—, Richard Stein 30.—, Wilhelm Stein 20?—, zusammen Kr. 80.—. 1 Anläßlich des Ablebens der sel. Julie Glattan: Samuel-Gromer Kr. 10.—. ' - : . Anläßlich des Ablebens des sel. Ferdinand Pallester: Philipp Eaiger Kr. 10.—, Dr. Relly 10.—, zusammen Kr. 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Emanuel Fiternik: Samson Schneidscher Kr? 10.—. - - - -' " ' . Anläßlich des Ablebens der sel.. Henriette Mayer: I., <8. Kr. 5.—. ' Anläßlich des Ablebens des sel. Desiderius Mintzeles: Rosa Mintzeles Kr. 5.—. . Anläßlich des Wlebens des sel. Mar Blum: Jacob Rothberger Kr. 100.—, Arnold Blum, Mähr.-.Schönberg 20,—Sigmund und Emma Dukes 20.—, Gustav Blum, Ang.-Hradisch 20,—, Paul Bluntz Holleschau 20 —, Ada Bruw, llng^Hradisch 20.—, Maria Blum 20.—, Irene Schindler, Ilng.-Hradisch 20—, zusammen Kr. 240.—. -;• : , ■ Anläßlich des Ablebens der sel. Hanni .Redlich : Faknilie Herzog Kr. 20.—, Professor Redlich 30 —. Fämilie Redlich 30,—, Vereinigte Lederfabriken Mesch, Gerlach Moritz,- A:-G., 100.—, zusammen KvZ 180.—. i .. . >