Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 25 (29.6.1917)
- Date
- 1917-06-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Yr. 2S Dr. Bloch s Fahrgturg XXXIV Zentralorgan kür die gesamten Interessen des Zudentums. O (j~- — - o? T&'. l:. PvstsxarkKssrnamt Clearing-Verkehr Nr. 810.976. Redaktion und Administration: IN k «tt ® II/i, Praterstraße 9. Telephoa 45.359. oO —Oo Wien. 29. Im« 1917 JEr5cbeinr jeöeu gzcitag* Brief-Adresse: Wien, II/i, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift, Wien. 0 0... ■ -—=00 p Drrugsxrri» für Veflorrrirli: K Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Äür das Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen.. ’ Anzeigen: Die 2mal gespaltene Petitzeike 48 Heller. QP" — "—OO Inhalt: Leitartikel: Die Inden und der Krieg. — Den christlichsozialen Judenhetzern ins Merkbuch.^ — Kriegsdekvrationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Auszeichnungen. — Hofrat Dr. Dresdner. — Regimentsarzt Dr. Jakob Schatz. — „Die jüdischen Soldaten find brav, and tapfer". — Zürn drittenmal ausgezeichnet. — Znm zweitenmal ausgezeichnet. — Zwei Bruder. — Vater und Sohn ausgezeichnet. — Bei den t>5-ern. — Der jltgendliche Pionier. — Aus dem goldenen Buche der Armee. — Die sieben Söhne des Grcislers. — Fünf Söhne im F lde. - Eine Rede des Fürstprimas von Ungarn. — Jüdische Familien im Felde. — Beförderungen ' im Postdienste. -- Hohe Auszeichnung eines gefallenen Helden. Fliegeroffizicre. — Die Amerikaner in Stockholm. — Die amerikaniiche D.vlegarivu in Petersburg. — Im Zeichen des jüdischen Kvugreffes. — Eia amerikanisches Geschenk an das neue Rußland. — Die Jndenfrage iie Rußland. — Eröffnung der zionistifcheu Konferenz in Rußland. — Zionistell und Afjrmilanten in London. — Rü kkehr der Palästina-Juden. — Italien und die Jildenfrage. —. Aus dem Sibirischen Gefangenenlager. _— Korre s p onde n z e n: Generalversammlung der Israel. Allianz zu Wien. — „Kriegswaisenheim" des „Kaiserin Elisabeth-Heim für Kriegswaisen, Lehrmädchen und Arbeiterinnen". — Aufruf.' — Indische Kriegsküche. — B or m i sch tes. — Feuilleton: Fremde Sprachen in jüdischer Schrift. — Literatur. — Briefkasten. — Inserate. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchenünförr jresMWn Mbonnenten um rechtzeitige Einsendung der lausenden Abonnements »ebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beiräte wolle man stck des der heutigen Nummer beigelegten ssheiroes bedienen. Die AdiaiiilslratloXi.. Ke Inden n«d der Krieg. Von Dr. Heinrich Schreiber. Nacht muß es sein,- wo Friedlands Sterne strahlen! Das Parlament muß also tagen,) damit der Brand des Judenhasses sich', neu entfache. An Anzeichen hiesür utld Interpellationen hiezu fehlt es nicht.*) Ohnehin' lv.ar schon vordem der Burgfriede^ aus den inan sich zu Anfang des Krieges eingerichtet und soviel zugute getan hat/ längst faul. Man hetzt wieder einmal gegen uns Juden. Freilichi — wann hat man dies nicht getan? Kein freudiger Anlaß und kein leidvolles Geschehnis im Leben der Staaten und Völker vollzieht sich.) ohne daß unsere Widersacher Lust bekämen, fthr frohes oder ihr trübseliges Mütchen an den Juden zu kühlen. Mut zwar, gehört nicht dazu; schließlich 'sind wir doch die kleine Minderheit. Indessen ebenso unleugbar repräsentieren wir Juden eine beträchtliche geistige und intellektuelle Kapazität und bis zu einem gewissen Gräde auch einwirtschaftliches Gewicht; allein was gibt ■ *) Seither haben Herr Abgeordneter Reitzes und Herr Abgeordneter Dr. Strauch er in prächtigen Reden sich unerschrocken und wirksam der Juden angenommen. das aus gegen die rohe Unbedenklichkeit zügelloser und zuchtloser'Angriffe in Wort, und Schrift, gegen tätliche Beschimvstlitgerl itnd Lästerungen,' gegerr Ehrabschneidungen? Da zählt die Masse> das Gesetz, der Ueberzahl und die ist uns fraglos überlegen. Warum aber hetzt man'gegen uns? Haben wir etwa das Kriegsleid verschuldet,)' sein Elend und seine Not herausbeschworen? Hat nicht auch uns der Krieg rauh angefaßt und an viele Zweige unseres Stammes gerüttelt, sie jgebrochen, sä einpn Großteil von uns am härtesten von allen Bütgera des Staates getroffen?! Oder aber sind wir Juden nicht staatstreu und tapfer gewesen,- haben nicht unsere Jünglinge und Männer, unsere Brüder und Söhne in. den Schützengräben, in den. Feuerlinien sich heldenhaft benommen; Hab er: sie sich nicht für Kaiser und Reich geschlagen in den Wäldern/ Steppen und Snimvsen des Ostens; auf den kahlen Kuppen des Karstes, auf den schneeigen Gefilden der Alpen, in den Niederungen der Ströme und Flüsse, in den Hohen. der Lüfte und mf den Wellen der Meere? Breit und tief sind die Lachen jüdischen: Blutes, das unsere Brüder vergössen haben/ gewaltig die Leistungen an Hingebung, an Geld und Gut/ die wir dem Vaterlande zur Führung des Kampfes und zu seinem Schutze gegeben haben. Wir teilen alle Entbehrungen/ welche der Krieg verhängt; wir frieren mit den anderen, wenn die Oesen erkälten; wir darben mit den anderen, wenn die Lebensmittel knapp werden. Wie zahlreich sind jüdische Spenden für alle Zwecke der Kriegssürforge imd wir haben keinen Vergleich zu scheuen. Dagegen entnimmt man dem „Korrespondenz blatt für den katholischen Klerus Oesterreichs" die Tatsache : „Der Oesterreichische Jockeitlub weist für 1916 von seinen Rennen usw. einen Reingewinn von -netto einer Million aus. Das Ansuchen einiger großen Kriegsfürsorgeunternehmungen wurde vom Jockeiklub abschlägig beschieden; dafür zahlt er seinem Ehefkoch 24(060 Kronen - jedes Jahr."