Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 24 (22.6.1917)
- Date
- 1917-06-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Br. U Jahrgang XXXI? Lentralorgan kür die geMmken Vnlevessen des AvDentmns. Wüll, 22. Ami 1917 Brsebeint jeden Freitag, =; Brief-Adceffe: Wien, II/i, Praterstraffe 9. Telegranun-Adreffe: Bloches Wocheuschrist, Wien. .Oij -"■ " ' -"*■ - QQ p; für [fityn^ift; O Halbjährig. 8 Kronen. Etnzekexeniplare SO Heller. Für dns Ausland: Halbjährig lO Sronen. G curziährig W Aronen. Anzeigen: Die Lmal gefpal» tene PetttzrUe 48 Heller. Q-0 ——■ —1 ■ -«> "-Qn Tk. kr. Pofilzr-rrkafferrtlMt Cle nrtng --V erhebr Ittr. 610.976. Redaktion und Administration: H/i. Praterstraße 9. Telephon 45,859. vi -halt: Leitartikel: Nichts gelernt und nichts vergessen. — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Weitere Auszeichnungen. — Zum zweitenmal ausgezeichnet. — Leutnant Ludwig Birnbaum. — Helden der italienischen Front. — Fünf Söhne — zwölf V; Auszeichnungen. — Das Geschenk des Kaisers. — Kaiser Karl!, und die Aerzte. — Heilende Helden. — Auszeichnung des Feldrabbiners Dr. Sicher. — Auszeichnung im Postamts. — Tapfer bissin den Tod. — Nach dem Tode ausgezeichnet. — In den Tod fürs Vaterland. — Zur Befreiung der nach Sibirien verschleppten Bewohner Galiziens. — ZurBefreinng der rumänischen Juden. — Die Behandlung der rumänischen Juden in Oesterreich. — Der Islam im Weltkriege. — England und der Zionismus. — Der Papst und der Zionismus. — K o r r e s p o n n z en: Das Verbrechen der Wehrlosigkeit. —• Die Flüchtlinge in Deutsch- Brod. — Za den Judeilkrawallell in Leeds. — Vermischtes. — Feuilleton: Fremde Sprachen in jüdischer Schrift. — Literatur. — Briefkasten. — Inserate. Nichts gelernt und nichts nergeslrn. Zu den VorAn-ge-n im österreichiHen Mgeordnetonhause. Dip Geschehnisse im österreichischen Parlament — es nützt keDAVerMlen -und Verschweigen— bereiten dem anfrichitrgM Vaterlandsfreund wenig Freude. Was für die Volksvertretung geschehen konnte, ist geschehen. Die Privilegien der Abgeordneten sind erweitert, ihre materielle Stellung ist reichlich gesichert worden, und die Geschäftsordnung hat trotzdem durchaus nicht.vermocht, an den Gewohnheiten und Anschauungen unseres Parlamentarismus auch! nur 4>as geringste zu ändern. Ganz wie vor dem Weltkriege muß um die Staatsnotwendigkeiten gekämpft, jede Abstimmung mit Zugeständnissen an nationale-Gruppen erkauft, aus listige Weise sürMlich das Zustandekommen einer Mehrheit erschlichen werden. Der Reichsrat steht unter denselben Aspekten wie früher, es scheint nur, daß sich die Begehrlichkeit verschärft hat, und niemand kann behaupten, daß die Reden so ^mancher Wortführer irgendwie .auf die drangvolle Zeih und den Begriff Oesterreichs der sich in heißer SMachtdso stark '-bewährtes Bedacht genommen hätte. Wir sehen die alte Technik des Zynismus wieder anfblühen und verzeichnen es mit- Trauer: „Nichts gelernt Dnnd nÄM vergessen." Biele Erwartungen haben Kenner der VerhÄtnisse der Einberufung des. Reichsrachs nicht .entgegengebracht; das eine durste man hoffen,-daß die Redner alles vermeiden werden, tvas geeignet erscheint, Oesterreich vor dem Ausland in ein falsches Licht zu stellen. Indes hat man von slawicher.Seite Emunziationen vernommen, geeignet, Oesterreich -vor der ganzen Welt zu denunzieren, der Vergewaltigung seiner Völker anzuklagen, Enunziationen, die man nur Mit öeM G-efüW tiefen Bedauerns und der Scham lesen kann. Aber auch von dem Bänken der Deutschen wurden Reden gehalten und Hetzrufe in die Welt hinansgesch'teudert. -die den Interessen des Staates und dieser schweren Zeit des gewaltigsten -Weltringens, gelinde gesagt, kaum zuträglich sein /dürsten. Derlei Redeexzesse sind int österreichischen Parlament -gewiß keine Reitzheiten, allein die -beklagenswerten Erscheinungen zeigen, daß von den österreichischen Parteien trotz der gewaltigen gründftürzenden Urnwätzungen an -Begleitung des ungeheuerlichen Weltkrieges das Wart gilt: Nichts gelernt und nichts vergessen. Am 'peinlichsten haben wir es empfunden, daß tschechischen Intransigenten ein Judenstämmling, Doktor Strans ky. als WorMhrerdiente.Riclfts konnte der antisemitischen Preßmeute wilttommener sein. Me -„Reichspost" schlug sofort den Ton an und die PW-vinzorgMe des Pims-MeVeinvs sielen in den Chor ein, die gehässige M-aßkosigkeit des Redners auf Rechnung nicht etwa der Parteiverirrnngen, von welchen der Weltkrieg doch genug ibedarrerliche und cksschämende Bsloeise geliefert hat,- sondern auf „RapeninftMkte" zurüc^uführen. Nichts kann verlogener feint In /Wahrheit ist dek jüdische „Rasseminstrnkt" i^erall voller Sympathie für das „Oesterreichertum". Mit Recht hat schon der Abgeordnete Dr. Reizes in seiner Rede hervorgehoben: ,.,Ueberall hängen die Juden in aufrichtiger Liebe an der Monarchie." : Im selben Sinne sprach Abg. Dr. Strauch er: „Die Juden bilden nytyxisch -einen ansehnlichen realpolitifchen Faktor, vermöge ihrer Z«chl. ährer Begabungihxer.-rastlosen Listigkeit, ihrer intensiven MilbUWssieimdlichkeit Md JyMMnz and jchres staaterhaltenden Charakters wegen". „Wir österreichischen Inden-hekaMen Md bekennen Ms stets bedingungslos und vorbehaltslos, zu Oesterreich". Selbst im Ausland und jenseits des -Ozeans haben sich die Juden Merall im treuer Lster-- reichischer Gesinnung Gewährt; ..das MbMen des Kaisers Franz Jdsef I. wird verehrt wie..das-Mhyttken eines Heiligen. UrümtteMr nach sMer Mhronhesteigung sagte Kaiser Karl zu.der KWMt HMlgumgsdepU'- tatjon: „Me evM'keXüu.K hat immer ich r e L i eben n d Mu h ä u g l ich ke i t an m e i n H a u s und das Bäte r landab eck lesen und in der gegen- Wer treu znKaiser und Beiek stakt, wcJutftt «| 6. Biiegswlelke.