Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 23 (15.6.1917)
- Date
- 1917-06-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 386 ’ Dr. Blüch's Eröffnung drr WWMrgWche in MaxirnLad. Die hiesigen Flüchtlinge, die in legier Zeit sehr unter dem Lebensmittelmangel zu leiden hatten, wandten sich an den Obmann des Hilfskomitees für Kriegsflüchtlinge aus Galizien und der Bukowina, . Herrn Bankier Fritz Burbau m, mit der Bitte, um Trrichtung einer Flüchtlingsküche. Herr B u r b a u m nahnr sich der Sache sofort an und es gelang ihm durch Ausnützung aller seiner geschäftlichen Verbindungen. tatsächlich, die nötigen Lebensmittel für den Anfang zusammenzubringen. Das Lebensmittclamt der £ r. Beziröshauptmannschast Marienbad war leider nicht in der Lage, für die Küche Lebensmittel beizustellen.. Es wurde das in der Nähe des Bahnhofes gelegene Hotel Hoheneck gepachtet und die Hotelräume für die Zwecke der Flüchtlingsküche entsprechend adaptiert, sogar eine Badeanrage für die Flüchtlinge wurde eingebaut. Sonntag, den 3. Juni, mittags 12 Uhr. fand die Eröffnung der Kriegsküche statt. Ts wurden gleich am ersten Tage 170 Mahlzeiten, bestehend aus Nudelsuppe, Rindfleisch, Haferreis und Sauce, zum Preise von je 60 Hellern ausgegeben. Die Küche, in her Frauen und Mädchen der Flüchtlinge beschäftigt sind, steht unter Aufsicht der Präsidentin des Frauenkomitees Frau Rabbiner Dr. Diamant, welche dafür sorgt, daß die Speisen entsprechende den religiösen Vorschriften der Orthodoxen zubereitet werden. Die Gattin des Obmanns des Hilfskomitees, Frau Frieda B u.r - bäum, die schon seit Wochen unermüdlich an der Trrichtung der Küche gearbeitet hatte, führt mit Umsicht und fester Hand die Oberleitung. Hervorragend tätig sind ferne: die Komiteemitglieder : Herr Dr. Diamant. Herr Joses Fischer und dessen Frau Mutter. Mit Stolz und (Befriedigung -konnte Herr Obmann B u X b a u m und die anderen Damen und Herren des Hilfskomitees auf das gelungene Werk blicken, die Freude und Zufriedenheit, die aus den Augen der endlich wieder einmal gesättigten Flüchtlinge strahlten, waren ihnen der schönste Lohn für ihre viele Mühe und Arbeit. Dankbar blicken die Flüchtlinge zu ihren väterlichen Freunden und Beschützern auf. __ _ N. R. Stadtgemrinde Nikolsburg II. Am 31. Mai d. I. wurde der Altoorsteher Herr Philipp K o h n, Besitzer des goldenen 'Verdienstkreuzes mit de: .Krone, Mitglied des r. k. Bezirksschulrates, Ehrenbürger der Stadtgemeinde Nikolsburg II. Ehrenmitglied der Israel. Kultusgemeinde Nikolsburg, ' Ehrenmitglied der Chewra- Kadischa usw., unter großer Beteiligung der Bevölkerung zur ewigen Ruhe "bestattet.-"Herr> Philipp »K-öhn- .wirkte nahezu £0:: -Jahre in verdienstvollster Weise für das Gemeinwohb und stellte sich stets in selbstlosester Weife in den Dienst eine: jeden guten Sache. Er war einer der Vesten unserer Gemeinde. Wir werden das Andenken dieses mit allen Tugenden eines Menschen ausgestatteten Mannes stets in dankbarer Erinnerung behalten... Life«;. Anläßlich des Einzuges, des Kardinals Fürsterzbischof Frh. v. Skrbensty in unsere Stadt wurde als erste Deputation im Pfarrhause Abordnungen der hiesigen israel. Kultus, und israel. politischen Gemeinde mit den Herren I. H. Herbatschek als Vorsteher-Stellvertreter und Leop. Her bätsch et als Bürgermeister-Stellvertreter an der Spitze einpfangen. Die Begrüßungsansprache an Seine Eminenz hielt der Führer der Deputation Herr Bezirksrabbiner Dr. phil. Josef Hoff, auf die der Kardinal, sichtlich erfreut, mit Worten huldreichen Dankes erwiderte. Reichrnberg. Am 1. Schewuoth hat unser allverehrter Rabbiner Prof. Dr. Emil H o f m a n n sein 25 jähriges Amtsjubiläum ge- - feiert. Aus diesen: Anlässe wurde der Jubilar von den zwei Tempelvorstehern von der Wohnung abgeholt, unter Orgelklang in den festlich geschmückten Tempel geleitet, wo sich bereits sämtliche Kultusgemeindemitglieder mit Familien, Militär und sonstige Besucher reichlich eingefunden hatten. Nachdem der Jubilar seinen Platz eingenommen hatte, richtete Herr Kultusoorsteher Dr. Fleischer an ihn eine Ansprache, in der er besonders die wahrend der 25 jährigen Amtstätigkeit geleiteten ersprießlichen Dienste des Jubilars heroorhob uyd ihm im Namen der Kultusgemeinde die herzlichsten Glückwünsche entbot. Beim Vorlesen aus der heiligen Schrift wurde Herr Rabbiner Dr. Hofmann als erster aufgerusen und bei dieser Gelegenheit brachte Herr Oberkantor Fr. Küstenberg gemeinsam mit dem Tempelchore ein weihevolles Lied zum Vortrage. Sodann wurden sämtliche Kultusvorstandsmitglie-, der aufgerufen und spendeten aus dem erwähnten Anlasse größere Beträge zu wohltätigen Zwecken. Herr Rabbiner.Dr. Hofmann betrat hieraus , die Kanzel, dankte zunächst für die ihm zuteil gewordene Ehrung, gedachte, aus seine 25jährige Amtstätigkeit zurückblickend, wehmutsvoll der nicht : mehr lebenden Kultusvorstandsmitglieder, die ihn seinerzeit hieher beriefen und gelobte in der geholtvollen. Predigt, weiterhin zum .Wähle der Kultusgemeinde wirken zu wollen. Rach dem Gottesdienste fand sich der gesamte Kultusvorstapd .sowie. Abordnungen aller jüdischen Pereine hierorts in der - Wohnung des Jubilars ein, wo .demselben: nochmals gehuldigt wurde. KoHenschrift" Nr. 23 Kürgenfml. Mit 20. b. M., 1 Uhr nachmittags, fiitbet im israel. Tempel der Seibenstettengasse in Wien 'die Trauung syvn Fräulein Mira Stößt er. Tochter des Herrn Max Stößt er in Klagensnrt, mit Herrn Nandor Salzberger aus Trient statt. Rzr-zow. 'Am Dienstag, den 22. iMai, traf hier Herr Feldrabbiner Dr.' Leo Berti sch aus Przemysl ein, um einen Gottesdienst mit Schswoauspredigt für die hiesige israel. Garnison abzuhalten. Noch ist in unserem Gedächtnisse, der Gottesdienst mit der Pessachpredigt. den der Herr Feldrabbiner Dr. Leo Berti sch bei. uns aöhielt; der Schewoausgottesdienst aber übertraf den ersteren, da der letztere würdiger und feierlicher verlief. Zur Abhaltung dieses Gottesdienstes hatte der Herr Feldrabbiner den .hiesigen Herrn Oberrabbiner, Seine Ehrw. N. Lev in (der zugleich Subsidiarseelsorger der Israel. Militärseelsorge in Przemysl ist), eingeladen, de: auch dieser Einladung Folge leistete. Ilm 1 Uhr. zu welcher Stunde der Gottesdienst angesetzt war, versammelte sich in der Hauptsynagoge die gesamte israel. Mannschaft und bald darauf erschien der ehrw. Herr Oberrabbiner in seinen: seidenen priesterlichen Gewände und in der Pracht- und schmuckvollen Sobel-. mütze, „polnischer Kolpast" genannt, welchen der polnische Adel bei feierlichen Anlässen trägt. Schon die Erscheinung dieses ehrw. Rabbis selbst machte auf die jüdischen Soldaten einen. Eindruck der religiösen Erweckung und der Erbauung und verlieh so dem ganzen, Gottesdienste ein solennes Gepräge. Nach dem Mincha- und Kaisergebete, beide von Feldrabbiner Dr. Leo Bertisch vorgetragen, bestieg zuerst die Kanzel Seine Ehrw. Herr Oberrabbiner N. L e v i n, der bloß als Einleitung eine ganz kurze Ansprache hielt, nach welcher erst der Feldrabbiner Dr. Leo B erti sch die Schswoauspredigt abgehalten hat. Nach dem Gottesdienste wurde gleich in der Synagoge von der ganzen jüdischen Mannschaft eine photographische Aufnahme gemacht, an der sich beide Rabbiner beteiligten, die gewiß für jeden Mann und für das ganze Leben eine schöne und herrliche Erinnerung sein wird. Wer weiß? Sal. Leib Fi sch le r in Petachtikwah b. Jaffa (Palästina), sucht seine drei Söhne, die eingerückt sind und seit Beginn des Krieges ihm keine -Nachricht gegeben 'haben. Auskunft über den Verbleib erbittet Herr Regimentsarzt Dr. Walter Schiller, derzeit .in' Ada na in .Kleinasien bei der österr.-unggr. Etappe:.'. Die Israel. Subsidiskseelsorge der SanUätsanstalten des Roten Kreuzes in NiederösterrelH, Wien, 1. Bez. Milchgasse 1, ersucht um Auskunft über folgende Personen: Simon Wo loch in Störozynetz (Bukowina); Berl Eder in H a d y m korce (Bezirk Husiatyn); Jeruchem G o l d st e i n in C z o r t k o v; Aron Kenner, Kaufmann aus Podooloczysk a, 1916 mit Frau und Kindern nach Rußland versickt. Ester K enne r, verehelichte Weintraub, mit 4 Kinder aus P o d v o l o cz y s ka; Jsac Osias Weintra u b. 1916 kommandiert im k. u. k. Reservespital Stanislau; - - Schulin: Prenninger aus Stanislau, 1916 bei»: Jnf.- Regt. Nr. 58; Korporal Elias Stadler aus P y st e n bei Koromea sucht seine Mutter Nifke Stadler, verehelichte Koffler in Delatyn und seinen Schwager Aron Hersch Deutsch aus KolomcQ; Korporal Salamon Schneider aus P y st e n bei Kolomea sucht . seinen Bruder Samuel Schneider, der 1914/15 heim Jnf.-Regt. Nr. 24 gedient hat; Eisig Guttmann aus Horobanka sucht seinen Bruder Schmer! Guttm.ann vom Jnf.-Regt. Nr. 23. 8. Feldkomp. Feldpost 315; PiEes Krameisen aus Dombrovica bei Sienava sucht seinen Vater Abraham Krameisen und seinen Bruder Fischel, die angeblich von den-Russen in Tarnopol interniert; Aron Leimsieder ,au.s Lubelf hei Zolkiev sucht seinen Bruder Hersch. Spring, .recte.Leimsred.er, der beim Jnf.- Regt. Rr: 30" gedient hat s" ' R Thiel M autner aus Be lz sucht die - Familie Hersch Donner aus B elz; Juda Hab ermann aus Zolkiev sucht seinen Schwager M. Wäg scha l, der in K o sz y l o v ce bei Zaleszyki mit seiner Familie'wohnen soll. - ' ' . Esraim Kurz in Ws.etin . (Mähren) sucht Herrn Jsak Zloczower aus Z o r n o h u s y, geflüchtet aus Lukäwetz ä. S. (Bukowina), um ihm über dessen Sohn, der sich in russischer Gefangenschaft befindet. Auskunft Zu geben.