Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 23 (15.6.1917)
- Date
- 1917-06-15
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 384 Dr. BloH'S W-WenWrist " Nr. 23 UnmöWHeA und Acögliches aus Galicien. Unlängst war in einer in diesem Blatte veröffentlichten. die Zustmlde in der Krakauer Kultusgemeinde erörternden KorrespvrrdenZ der Satz zu lesen, daß in Galizien so manches Unmögliche möglich sei. Dieses scheinbare Paradoxon kann auch in anderen Ortschaften unseres Kronlandes, vor allem in der Landeshauptstadt selbst auf seine Stichhältigkeit hin erprobt werden. An - dieser Stelle soll jedoch! nur von einigen Dingen die Rede sein. " die vom Standpunkte der jüdischen Interessen beachtenswert erscheinen. Wie alle großen und kleinen Städte, hat auch Lencherg seüre Stadtgemeinde und ein ihrer: Wirkungskreis regelndes Gemeüchestatut. Die jüdische Bevölkerung bildet Utehr als ein Viertel der Gesamteinwohner. zu den städtischen Lasten tragen jedoch die Inder: als. Steuerzahler mindestens ein Drittelt bei. Wie es rnit der finanziellen Förderung jüdischer Wohlfahrtseinrichtungen seitens der Stadtverwaltung bestellt ist. soll bei anderer Gelegenheit erörtert werden. Es genügt sestzustellcn, dast während die jüdische Geineinde durch Errichtung und Erhaltung von Spitälern, Siechen- und Waisenhäuser::. Kinderhorten u. dal., die von der Stadtgemeürde mit lächerlich kleinen Subventionen bedacht werde::, weit über ihren Pflichtenkreis hinaus auf sozial-hurnanitäreM Gebiete tätig' ist, die Stadt aus den Steuergeldern aller Bürger eine Unzahl von ähnlichen Institutionen von rein katholisch-konfessionellen: Charakter erhält. ffo z. 'B. in den nächsten Tagen eine städtische Ferienkolonie für 600 christliche Kinder in der Umgebung der Stadt selbst ins Leben rufen wird, von der natürlich jüdische Kinder ausgeschlossen bleiben. Noch interessanter ist es. daß nach einer zum Gesetz gewordenen mündlichen Tradition zur Zeit, als der jetzt aufgelöste Gemeinderat noch:,aktiv war, keinesfalls.1 mehr, flJ-ä. 20 Juden von 100 der Gesamtzahl in diese' Körperschaft getvahlt werden dursten (also ein echter numerus clanses). da im entgegengesetzten Falle laut einen: gewissen Paragraph der Gemeindeverordnung für die Verwaltung gewisser, unter Patronanz der Gemeinde befindlichLn Kirchenstiftnngen eine separate, bloß aus Nichtjude:: eingesetzte Körperschaft eingesetzt werden '.näßte. Selbstverständlich ließen sich unsere jüdischen Führer diese den Staatsgrundgesetzen widersprechende Anomalie gefallen, ja sie wollten päpstlicher als der Papst sein und bedingten sich in den letzten Jahren bei den zwischen de:: Parteien gepflogenen Wahlabmachungen n:it 15 bis 18 Mandaten. Kann es da Wunder nehmen, daß neulich» als-es sich um die Schaffung einer vom Magistrate ins Auge gefaßten, nach! nwdernen Grundsätzen zu leitenden städtischen Gesamtorganisation für die Armenpflege handelte, die Vertreter der katholischen Institutionen in Gegewoart des Stadtpräsidiums klipp und klar erklärten, daß sie einer Organisation, in der auch die jüdischf-hunmnitären Jnstitutio:ren vertreten wären, scrnbleiben müßten. (Sic!) Ja. es sollte bald noch besser kommen. Vor kurzem bÄvilligte die Regierung größere Summen füedfe Durchführung einer Hilfsaktion für die durch die Kriegsteuerung am :neisten betroffenen Schichten der galizischen Bevölkerung. Es braucht nicht erst darauf verwiesen zu werden, daß ein beträchtlicher Teil der Wischen Bevölkerung, darunter auch viele evakuierte Inden, dieser Hilfe dringet bedürfen. Dementsprechend wurden auch von seiten des Magistrates mehrere jüdische Bürger den für die einzelne:: Stadtteile gebildeten Vertellungskommissionen beigezogen. Wie groß war jedoch das Erstaunen der jüdischen Mitglieder einer solchen Kommission, als ein im Namen der Behörde fungierender jugendlicher Beamter die Wahl eines jüdischen Advokaten Mm Vizevorsitzenden als den Bestimmungen des Genwindestatutes widersprechenden nicht anerkennen wollte, ja sogar behauptete, daß die Juden bloß als Gäste, also ohne Stimmrecht an den Beratungen teilnehmen. Die jüdischen Mitglieder dieser Kommission habe:: selbstredend sofort gegen die willkürliche Auslegung des ohnehin rückschrittlichen Gemeindestatuts entschieden Verivahrung eingelegt. Das traurigste an all diesen Dingen ist,.^er Umstand, daß dem 'Regierungskonrinissär von Lemberg als einer seiner Stellvertreter ein Jude in der Person des bisherigen Vizebürgermeisters Dr. Schleicher zur Seite steht, der in puncto Vertretung jüdischer Interessen eine ziemlich passive Stellung einnimmt. Man erzählt sich z. B., daß dank seinem Einflüsse die Vertreter des Lemberger Knltusvorstandes und der jüdischen Rettungskonritees b!ei der Zusammensetzung der Hilfsro.rnnrission ziLntlichübergangen worden sind. Den: jüdischen Vizepräsidenten der Stadt wird es auch übelgenommen» daß .während die am Schützenplatz errichtete Kriegsküche vom römischMHolischen Erzbischof eingeweiht wurde, zur Eröffnung der in: jüdischen Ghetto errichteten rituellen Küche für die jüdische Bevölkerung das Rabbmat überhaupt nicht eingeladen wurde. trotzden: der Herr Statthalter zu dieser Feierlichkeit angesagt war. Dürfen wir Juden darüber Klage führen, daß wir bei. ähnlichen repräsentativen Anlässe:: von nichtjüdischer Seite oftmals zurückgesetzt werden, wenn die jüdischen Würdenträger in solchen Dingen so wenig Feinfühligkeit besitzen. Die Antwort auf diese und andere Fragen wollen wir uns für künftige bessere Tage Vorbehalten. -; H a iw r i. VermiscbtLö. „Hilfskommiffiün 1^15" und „Oesterreichisches Landes Komitee" für PMstina.. Wien, 4. Bez., Frankenberggasse 14. Rabbiner Dr. Ludwig Lazarus, Göding, Spendeusaiumlung: von Adolf Lohn Lr. 40.—. Hermann Fleischer, Bohnmjelitz 25.—, Jona Aschkenasy 20.—, Arthur Weinberger, Julius Mayer, Bernhard Länger, sämtlich in Göding, Franz Schnitzler, Albert Wächsinann, Tscheitsch, Dr. Hermann Hamlisch und S. Maier- Zaroschitz je 10.—, Hermann Lustig, Albert Stern, Adolf Steinitz, B. Lörner, sämtlich in. Göding, L. Lechner, Llobouk, Joachim Weifkopf. Rasedlowitz, je 5.—, Mar Huber, Zaroschitz, Dr. Ma.r Bllchsbaum. Göding, je. 4.—, I. Seidmann 2.—> zusammen 195.—; Oberrabbiner Prof. Dr. H. P. Chajes, Triest, weitere Spenden: Anna und Vjttorio Altaraß 100.—, Vittörio Leone Morpugo (2. Spende) 50.—. Mirko Mustacchi 3—, zusammen 153.—; Schewach Lnöbil, Protznitz, Spendensammlung: von Selig Sützkind 20.—, Simson Neuschüller 18.—, Herzl Blech er 11.—, Lriegsflüchtling 10.—, Abraham Sterngucker und ' Abraham Bergglas durch Herrn S. Latz je 5.—, David Seliger durch Bleifeld 4.—, Fischl Schwarz, Viktor Fund, Schewach Lnöbil und Rifta Greif je 3.—, Salomon Grintminger 2.24, David Rosenheck, Isidor Feuer, Israel Vleichfeld, Moses Lamiel, Josef Limmerling, Loppel Schör durch S. Latz, Israel Mautner, Moses Juda Hirsch je 2.—, Salomon Goldwurm 1.50, Abraham Jsac Häusler 1.36,. Eftomr Sperber, Moritz Spitz, L. Berlauer, Moses Gelernterl, Jacob Nadelreich, Thaim Lenzer, Jakob Lnöbil. Hilel Feith, Simon Rubinstein, Benzion Lichtmann, Saul Schapira, Samuel Latz. Chaim Morgenstern, Thaim Schiffer. Berl Lautmann, Jsac Gärtner. Jsac Witz, Leiser Loppelmann, Moses Scharf je 1.—(, kleine Spenden 1.90, Zdoko-Büchse im Bet-Hamidrosch 1.04, zusammen 128.04; Religronslehrer Moses Berkun, Wien, Schükerspenden: von Luise. Schöngut 5.—. G. Finker, F. Arelrad S. Gottlieb, A. Meininger, H. Taussig, L. Weiß, H'. Läufer, M. Weinstein, E. Schwarz, M. Berger je 2.—, St. Jnslicht 1.50, Th. Lorauy, R. Lang, G. Losch, G. Diskant, I. Stern, G. Rittermann, D. Schächter,- N. Weiß, B. Gerner, Th. Berkun, H: Schönhof, E. Wollmann, F. Breitner, I. Glücksmann, T. Langfelder, T. Weiß, O. .Gärtner, E- Lnopf, M. Weinstein, H. Dubsky, Mt Roth, G. Finker, G- Glücksmann. A. Fischer, St. Offner, M. Goldstein, H. Lauser, I. Llein, F. Samek, Eng. Pollaczek, M. Donner, M. Llein, H. Steckerl, L. Rosenfeld, A, Schrenz, M. Blum, A. .Münyer, M. Helmann, H. Auspitz je 1.—, M Fortgang —.90, S. Lonek, H. Weltlinger, P. Städler je —.80, L. Eisenmann, O. Wohl, F. (Fischer je —.70, M. Llein, G. Chiger, F. Sabath, A. Mandeh -I. Gertler, E. Lebowicz, I. Hellicher, I.