Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 20 (25.5.1917)
- Date
- 1917-05-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Das Sinnen der Feinde vernichtet, wer die 8. Kriegsanleihe zeichnet Seite 336 Dr. BlvH'S WMenfchrfft Ar. Ä) Wgefehen davon/-daß ein' zu besorgender geschäftlicher Niedergang sich auch bei Einnahmen, in diesem Ressort Geltung erringen :::!% weil sich viele. Parteien in -er Wahl der Klassen der Leichenbegängnisse Einschrän,- kungen auserlegen werden/ darf man nicht vergessen, daß, ein großer Teil der Eingänge aus diesem Ressort aus Beträgen für reservierte Gräber und Grüfte stammt und wir bei BerechnUiW des Ueberschusses nicht den Grundwert der Gräber/ bezw. des betreffenden Terrains entsprechend in Abzug gebracht haben. Wichtiger aber ist,- daß, auf viele Fahre hinaus Zwei Betriebsregien notwendig sein werde::/ auf dem neuen Friedhofe und auf der gegenwärtigen Abteilung des Zentralfriedhofes,- und War nicht bloß, für die Dauer des Provisoriums/ sondern darüber hinaus bezüglich! der noch vorhandenen und der reservierten Gräber und Grüfte/sowie, da wir selbstverständlich die gegenwärtige Abteiluilg des Zentralfriedhoses und alle dort befindlichen Gräber solange werden erhalten sollen/ als der Zentralfriedhof überhaupt bestehen wird/ während dieser ganzen Zeit Erhaltungsbeitväge an die Gemeinde Wien werden leisten müsse:: und daß diese Beträgt , mit jeder Friedhofserweitermrg! eine Steigerung erfahren. Dazu kommt/ daß die Auslagen für den neuen Friedhof sich weitaus höher stellen werden als dies bei Ankauf des Grundes in' Anrechnung gebracht werden konnte und daß die Anzahl der GratisgrÄer und die der IV. Klasse in einer erschreckender: Weise Zugenommen haben. Im .Jahre 1913 betrug die Gesamtzahl der Gräber,- exkl. Grüfte 2501/ im Jahre 1914 2709, im Jahre 1916 3392, in: Jahre 1946 3425, in den ersten vier Monaten dieses Jahres 1570; davon entfallen im Jahre 1913 auf Klasse IV 748/ im Jahre 1914 764, im Jahre 1915 919/ im Jahre 1916 1121, vom 1- Januar bis 30. Mai 1917 181. 'Gratisgräber waren: im Jahre 1913 1320/ im Jahre 1914 1478/ 'Jahre 491'5' ''19w, 'M'Jahre- 1916 1739, vom 1. Januar bD 30. Mai 1917 1177. Dieses stetige Anwachsen der Leichenbegängnisse auf unserer Friedhofsabteilung macht alle unsere bisherigen Berechnungen hinfällig. Daß nun die Herstellung des neuen Friedhofes mit Hinzurechnung der bereits gehabten Auslagen und der Jnterkalarien viele Millionen in Anspruch! nehmen wird/ steht , außer Zweifel. Redner bemerkt/ wenn das! BW unserer Zukünftigen wirtschaftlichen Gebarung nicht im rosigen Lichte erscheint/ so glaube er doch auf Grund der mehrtausendjährigen Geschühte unseres Bol^s und auf Grund der bisher noch immer gemachten Erfahrungen/ daß unsere Glaubensgenossen in bedrängter Zeit noch! stets ihre Opferfähigkeit und ihren Sinn für Wohltun betätigen und,- wo es iwttut,- Zu ausreichender Hilfe stets bereit waren, der Ansicht und der Hoffnung! Ausdruck geben zu könne::, daß .wir auch in Hinkunft,- wenn sich auch hie VerhaltznW. ungünstiger gestalten sollten/ unsere Aufgaben so- - wohl in religiöser als auch' :n charitativer Beziehung zu entspreche:: in der Lage sein werden. - Wir Juden haben uns immer an den Satz gehalten: Ein gütiges Geschick ist uns bisher immer zur Seite gestanden/ es wird uns auch in der Folge zur Seite stehen. Redner erinnert an die Ansänge der Kultusgemeinde. Als 'im Februar 1810 die Anregung zur Erweiterung des bereitsdamals bestehendenjüdischen Spitals in der Seegasse von La Roze gegeben wurde/ hat eine sofort zn diesem Zwecke einigeleitete Sammlung innerhalb weniger Wochen den für damalige Verhältnisse äußerst ansehnlichen Betrag von mehrals 52.000 fl. Ww. ergeben. Die Höhe dieses Beiragjes''Wxte.-. zu.::dÄN"'GMnVen7 die Bewilligung zur Erwerbung' eines Hauses- 'im ber Stadt Wien einzüholen/ welches verschiedenen Kultus- und Wohlfahrtszwecken dienen sollte. ° Laut Dekret der Hofkanzlei vom 14. Februar- 1814 bewilligte der -Kaiser,- daß die Judengemeinde, ein Haus für eine jüdische Schule eigentümlich erwerbe unter gleichen Modalitäten wie beim Ankäufe des Hauses in der Roßau. ' ' - Sohin wurde der Djälmpftrtgerhöf/ das Haus/ - in welchem wir heute tagen/ um den Preis von 90.000 K. erworben. - . .. . r* Ausdrücklich.wurden damals von der"' Behörde die Zwecke,- denen dieses Haus' zu dienen hat, festgestellt, und War sollte - es dienen Mr - e-ine Siochenan-stalt/- für? hie Errichtung der hebräischen. Lehranstalt/, MterbringUW von Betzftnmern und des Frauenbades/ sowie zur Dotierung des Judenspitales. ...... Das haben die dämaligen Tolerierten auf. sich' genommen und was unsere d an:als in 'geringer" Unzahl in Wien lebenden Vorfahren auf sich genommen/ das werden wir/ die Nachkomnum derselben, auch einhalten. Gestatten Sie mir noch eine weitere. historische. Anführung:; Als in: Jahre 1814/ nach Beendigung 'des Napoleonischen Krieges/ die Bewohner /unserer -Stadt.dieses erfreuliche Ereignis am 16. Juni d:rcch eine glänzende Beleuchtung feierten/ haben sich auch die Repräftntay'ten und Vertreter " der Wiener'' Israeliten Alsichieser :Feier beteiligt. Josef Ross: berichtet hierüber in seinem Werke /,Denkbnch für Fürst -und Vaterlands? daß - die Juden/ dort heißt es „diese Nation", um ihr Dankgefuhl fürden so gnädigen als erlauchten Fürsten/, derim Menschen den Menschen schätzt,- Ausdruck zu -gebe::,.- ihr Haus/ den DämPfinMr Hof, in einer herrlichen Weise beleuchtet haben: und mn Kopfe des Portales,-^ an welchem Mdhr /als. 900 Lichter ängebracht Wcirenp in bem Transparente die Worte zu lesen waren:.' ./ - NON .. - Hoffen und wüüfchen. wir/.daßsiauch? unsere? Stadt und wir in derselben in baldiger - Zeit die Feier eines ehrenvollen/ alle Menschen beglückenden Friedens werden begehen und. einer glücklichen Zukunft . entgegengehen können. . .? ' - '? Das walte Gott! '?' . /. Ich möchte bei dieser Gelegenhieit^ Ihre Aufmerksamkeit auf den vor kurzem erschienenen zweiten' Band der.' /,Inschriften der Grabsteine'! auf dem alten Friedhöfe in der Seegasfe" lenke::. Ich; möchte Sie bitten, sichmit diesem Werke ein bißchen zu befassen'und hieran ein weiteres Wort für die Wissenschzaft und für unsere Gemeinde knüpfen. Ich; nröchte Sie bitten/ dem Verfasser/ Herrn Dr. W a chstein, die - Anerkennung ausznsprechen und gleichzeitig aber auch die Frage erwägen/ ob. die Arbeit nicht fortgesetzt werden und auch? die Inschriften auf^ dem alten WWringer Friedhof in - Angriff genommen werden sollen. Der Präsident war so freund? lich,-. Mer diesen Friedhof 'sich- . inder letzten"' Sitzung näher auszusprechen,- ein Friedhoß der schon in unsere Zeit hineinreicht. Bis 1879 wurden; dort Beerdigungen vorgenommen und die bedeutendsten Juden.- unserer Gemeinde haben dort ihre letzte Ruhestätte. Wir wAde:: bestrebt.sein/ diesen Friedhof M.'^hcfttest.?'.J.edensaM' fülle dieser Friedhof in derselben Weise Gearbeitet'. w erden,- wie. der . in der Seegasse bchändelt wordßtz'.'M Hiemit schließe.' ich/ indeMsich Herrn Oberbuchhalter?R u f und dem'Büchhalter Herrm Sch ä fe r meinen HäNk für die. Auftläxungien/ die ich von ihnen für mein -Referat erhalten - habe/ ' ausfpreche und stelle ' den 'Antrag, den Rechnungsabschluß zu 'genehmigen?' '‘r^c'