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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-05-18 · 19 (18.5.1917) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
19 (18.5.1917)
Date
1917-05-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 10 Dp. Bloch $ ™ Zentralorgan kür die gesamten Interessen des Judentums. O t^ - ■" -- -OO p A. K. Postsxsrkralsensnit . Slearing-VerKebr Mr. S10.S76. Redaktion und Administration: W irn , e H/1, Pralerstraße 9. 1, Telephon 45.359. <1 nO » —-Qn Wien. 18. 1917 Erscheint jeden zfreltsg. Brief-Adresse: Wien, II/i, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloches Wochenschrift, Wien. Oo- - 00 p Bezugspreis für Vestrrreirh: HalbiLhrig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Für das Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen, Anzeigen: Die 2mal gespal» tene Petitze'.le 48 Heller. Q Orr. .O O «D Inhalt: Leitartikel: Spanien. — Eine Anklage gegen die „Oesterreichische Wochenschrift". — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Weitere Auszeichnungen. — Der jüdische Jagdkommandant. — Siebenfach ausgezeichneter Feldwebel. — Vierfach ausgezeichnet. —. Hohe Auszeichnung eines Gendarmen. — Auszeichnung im Zivildienst wegen hervorragender Verdienste im Interesse des Erfolges der Kriegsanleihen. — Allerhöchster Dank Ihrer Majestät der Kaiserin. — Jüdische Familien im Felde. — Fremdländische Dekorationen. — Auszeichnung des Feldrabbiners Tr. Frankfurter in Wien. — Auszeichnung des. Feldrädbiners Dr. 2m£ . — Nach dem Tode ausgezeichnet. — Eine Debatte über militärische Auszeichnungen im deutschen Reichstag. — Ein Fliegerstückchen. — Behandlung jüdischer Soldaten. — Schloimche. — Tie Einanzipation der russischen Juden. — Der erste jüdische Gradonatschalnik in Petersburg. -- K o r r e s pondenz e n: Der Kaiser in Krakau. - 2(it meine Volks- und Glaubensgenossen. - Kriegsanleihewerbung von vier Millionen Kronen. — Eine Llnfrage. an den Krakauer Kultusvorstand. — An die jüdischen Abgeordneten des Polenklubs. — Vermischtes. — Feuilleton: Fremde Sprachen in jüdischer Schrift. — Notizen. — Inserate. ■ SpMiM.; Bon Dr. B. Mäejek. Züv Mürdiglmg' des folgenschweren Weltereignisses, dos vor einigen Tagen in Spanien Kch vollzog, dürfte eine kaum 50 Jahre umfassende Rückschau nicht nberfll'issig erscheinen. Die spanischen Israeliten, welche in London wohnen^ haben sich bittlich an die Regierung Spaniens gewandt, damit diese das inr Jahre 1492 erlassene Verbannungsdekret mffhebe. Hier der Wortlaut der in spanischer Sprache abgefaßten Eingabe: „An Ihre Exzellenzen,- die Mitglieder der provisorischen Regierung Spaniens. Erlauben Sie mir. Ihnen in Meinem Namen und in dnn Meiner Glaubensgenossen, der in London wohnenden spanischen und portugiesischen Juden, unsere. Glücktvünsche darzubringen, daß Sie unter so günstigen Auspizien eine neue Aera des GlsM für Ihr Land eröffnet hüben, indem Sie Fremde aller Glaubensbekenntnisse willkommen -heißen und denselben den Genuß der Rechte der Eingeborenen zugestehen. Freudig und dankbar erkenne ich! die von Ew. Exzellenzen bereits getroffenen Maßregeln an. In meiner Eigenschaft als Repräsentant der oben erwähnten Israeliten erlaube ich mir. Sie NiN eine förmliche Erlaubnis der Juden zur Rückkehr nach Spanien zu bitten, die Sie durch Widerruf' des Verbannungsdekrets vom 30. März 1492 bewerkstelligen wollen. Ew. Exzellenzen werden sicherlich die Abschaffung aller existierenden gesetzlichen Hindernisse als eine natürliche Folge jener obgenännten -politischen. Resorrn betrachten,; . Sobald wir Bürgerrecht und Gewissensfreiheit durch. Vermittlung der glorreichen Verwaltung einer Regierung^ deren'MlsgWnhNete Mitglieder Ew.' Exzellenzen sind, erlangt haben werden, so wird man künftig aus den tätigen Eifer und die erfolgreiche Mitwirkung unserer Gemeinde zur Besörderung von Spaniens Glück und Mit tiefster Achtung und schuldiger .Ehrerbietung zeichnet Ew.. Exzellenzen ergebenster und gehorsamster Diener H. Guedalla. ' " London,' 23. Oktober 1868?^ ' ' Bald nachher brachte die „Jberia" eine Erklärung, die den folgenden Passus enthielt: „Bon der Wiederaufnahme dieser intelligenten und betriebsamen Rasse hat die Halbinsel die ^größten Vorteile zu erwarten. Nur die Verblendung eines intoleranten Fanatismus, der nicht begreift, daß ein Volk reich und glücklich sein kann, auch wenn es in seinem Busen Individuen verschiedener Sekten birgt, konnte sie je aus unserem Lande vertreiben. . . ." Emilio Castelar (1832—1899). Die Ideen der Jahrhunderte. (Alls einer in den Cortes am 20. Mai 1869 gehaltenen Rede.) Emilio Castelar, der große Historiker, der gewaltige faszinierende Redner, das staatsmännische Phänomen, Spaniens letzter Klassiker, den der entsetzliche Bürgerkrieg, die bluttriefenden Aufstände aus einem philosophisch abgeklärten, gottgläubigen Republikaner in einen patriotischen Monarchisten (bes. 1896) umwandelten (als er für den minorennen, am 17. Mai 1886 geborenen König Alfons XIII., Sohn des Königs Alfons XII. und der Regentin Erzherzogin Maria Christina von Oesterreich, wirkungsvoll eingetreten), Castelar war es ja auch, der sich für das oberwähnte Ansuchen mit der Macht seiner Persönlichkeit avirkungsvoll eingesetzt. Er hat die Charakteristik der neunzehn Jahrhunderte in markante Aussprüche meisterlich zusaMmengefaßt: „Wenn wir die Geschichte überblicken, so muß uns bei der reichen Mannigfaltigkeit: der Tatsachen die geringe Anzahl der Ideen in Erstaunen setzen. An einer e i n z i g e n I d e e z e h r t ein ganzes IahrHunderts An der politischen Einheit der Welt zehrte dsas erste Jahrhundert; an der stoischen das zweite; an der alexandrinischen das dritte; treu zn Kaiser und Reich steht, zeichnet die 8. Kriegsanleihe

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