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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-05-11 · 18 (11.5.1917) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
18 (11.5.1917)
Date
1917-05-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 18 Tr. Blöch'S Wochenschrift Seite 287 hneren läßt sogar den, wenn auch, nicht rituellen, so doch! .sadistischen K i n d e s in! o r d in seinem! bekannten Gedicht von den „Zwei Keinen gväßlich abgeschnittenen Kinderhänden" >äls gerwanisches Gewohnheitsverbrechen schi'ichtern anklfngen. .. . Sogar Uhvend.e Staatsmänner stehen nicht an, mit {bem literarischen Pöbel in Konkurrenz Zn treten. So hat Bonar L aw vor lfurzdm die Lehre zuM besten gegeben, die Welt kenne Zweierlei Naturen: erstens die Men sehen-Natur und zweitens die Natur der Deutschen. Die Franzosen bekämpfen im Deutschtum die verhaßte Rasse, und ein Pariser Gelehrter hat hierausgefunden, daß .die „deutsche Rasse" eine andere, von derjeniger zivilisierter Völker verschiedene „chemische Zusammensetzung" ausweise. Ein anderer Held, der Wortbomben schleudert und übeldnftende Giftgase durch sein Tintenfaß leitet, der berüchtigte englische Schimpsvirtuose „John Bull", kennzeichnet „die deutschen Bestien, die vernichtet werden Müssen", also: „Der Deutsche ist der Schandfleck Europas ' und die Aufgabe des gegenwärtigen Krieges ist es, . ihn von der >Erde wegznwischen. ... So wie er von Anfang an war, so ist er jetzt und wird es ewig bleiben: schlecht, brutal, blutrünstig, kriechend,- grausam!, gemein und berechnend. Er ist ein Lüstling, ist schmierig, windig, dickhäutig. Er lallt seine Sprache in Gutturallauten. Er säuft, ist geizig, raubgierig und niedrig kriechend. Das ist die Bestie, die wir bekämpfen müssen." In den VerleumdÜngsorgien und Schimpfkonzerten der Entente Wunen die deü'tschen Antisemiten aller Sekten ihr eigenes Spiegelbild erkennen. Selbst der berühmte „Judengeruch", der „soeter Ju- .daicus", der. .sein Entstehen einer literarischen Fälschung etgentiimlicher Art verdankt („Oesterr. Wochenschrift", Nr. 13, 1892), hat im „Geruch! der Deutschen" eine Parallele gestruden. Ein französischer Arzt Dr. Borillon hat den „stinkenden Schweiß der Deutschen" entdeckt und gibt in der „Gazette medical de Paris", die die ersten wissenschaftlichen Koryphäen Frankreichs zu ihren Mitarbeitern zählt, näheren Ausschluß über die von ihm gemachte grandiose Entdeckung: ' ..Der Geisteszustand der Deutschen war zu allen Zeiten charakterisiert durch einen übermäßigen Dünkel und eine krankhafte Impulsivität und. Reizbarkeit. Es hat daher bei dem bekannten Einfluß des Nervensystemes auf die Tätigkeit der Körperdrüsen und bei der weniger bekannten Rückwirkung von Gemütsbewegungen auf das Auftreten organischer Gerüche, nichts Erstaunliches, wenn ihr eigenartiger Rassengestank sich jedesmal zeigt, sobald ihre Eitelkeit und Reizbarkeit eine Demütigung oder auch nur eine einfache Verletzung erfahren haben, ähnlich wie bei manchen Tieren Furcht und Zorn eine verstärkte Tätigkeit der Stinkdrüsen auslöfen. — Ilebrigens hat auch während des Friedens der Geruch der Deutschen denselben fötiden, d. h. jauchigen oder aashaften Charakter. — Französische Flieger merken es sogar in sehr großer Höhe am Geruch, sobald sie die deutschen Stellungen überfliegen. Die Kasernen, in denen im Jahre 1871 die deutschen Besatzungstruppen in Frankreich untergebracht waren, blieben über zwei Jahre unbrauchbar infolge eines Geruches, der durch kein Desinfektionsmittel zu vertreiben war. — Aber, nicht..nur. die Soldaten, auch das Zivil stinkt. Nach den Erfahrungen der Hotelwirte sind nicht nur die Zimmer, sondern die gesamten Möbel, nachdem ein Deutscher sie stur kurze Zeit benutzt hat, für Reisende anderer Nationalitätenunbrauchbar. Auch die deutschen Kindermädchen verpesten in Paris die Luft. Ja selbst der bemittelte Deutsche^ der in Geschäften oder zu seinem Vergnügen nach Paris kommt, krankt für den feinen Geruch der Franzosen, trotz größter Reinlichkeit und trotz Anwendung von Gegenmitteln, an diesem gewissen stinkenden Etwas. Der Geruch ist nicht abhängig von der Haarfarbe. Er haftet ebenso an Braunen wie an Blonden. .Die Braunen riechen nach Bockwurst mit Weihrauch oder Moschus, die Blonden nach ranzigem Fett, wie wenn man in die Nähe einer Kerzenfabrik kommt. Der 'Geruch des Tecktschen erscheint manchen Beobachtern ähnlich demjenigen eines Kaninchenfelles, andere vergleichen ihn mit dem muffigen Geruch einer schlecht gehaltenen Menagerie im Sommer, mit dem säuerlichen Geruch milchsaurer Gärung, mit demjenigen ausgegossenen Bieres, von Pökeltonnen pder gesalzenem Schweinefteisch. Tatsächlich handelt es sich um einen zusammengesetzten Geruch, in dem nur ein geübter Geruchssinn die verschiedenen Bestandteile erkennen kann." Also jelbst die physischen Mängel undi Gebrechen, die vian feit ßew 'Wauen Altertum bis in die jüngste Zeit den Juden angedichtet, werden jetzt zusammengetragen und gls Merkmale des deutschen Volkes ausgegeben. Wenn Deutsche menschliche Gesinnung, bekunden auch den Feinden gegenüber, so nützt es ihnen nichts sie bleiben die ^Barbaren", entsprechend dem Grundsatz: „Tut nichts, der Jud' wird verbrannt". So wird berichtet: An der ägyptischen Front ließen deutsche Flieger Briefe auf die englischen Linien herabfallen, in denen ersucht -wurde, die Hospitäler deutlich erkennbar zu machen, und in denen gesagt wurde, wir wünschen der englischen Ambulanz, das Beste. Eine weitere durch Flieger abgeworfene Mitteilung bezog sich darauf, daß unter den Türken Cholera vorgekommen sei und daß die Leichen an bestimmten, näher bezeichneten Stellen begraben seien. Es wurde ersucht, diese Stellen zu meiden. Man vermutete zunächst, daß Munition an diesen Stellen verborgen sei. Bei der Ausgrabung ergab sich jedoch, daß die Nachricht aus Wahrheit beruhte. Die Engländer antworteten in gleichem kameradschaftlichem Sinne. In Deutsch-Ostafrika warnte ein deutsches Kommando, das von der „Nation" ein äußerst tüchtiges Kommando genannt wird, die Engländer vor den Pocken, die dort ausgebrochen seien. Auch erhielt die englische Ambulanz die Nachricht von den Deutschen, daß das Land von Löwen wimmele und daß man gilt daran tue. die Verwundeten des Nachts zu bewachen. Alle diese Offenbarungen menschlicher Gesinnung vermögen den Deutschenhaß so wenig zu entwaffnen, wie das Verhalten der Juden auf die Gesinnung der Antisemiten irgend einen Einfluß auszuüben vermag. In Wahrheit ist das deutsche Volk an dem Hasse unschuldig, mit dem es verfolgt wird nahezu von allen Völkern des Erdballs. Achad-Haam beantwortet gelegentlich in einem Aufsatz 'über das Blutmärchen („Ein halber Trost") sehr trefsend die Frage, ob es wirklich u n se r e Fehler und Sünden sind, die die allgemeine Feindseligkeit und den elementaren Haß der Welt gegen uns entfesseln. Er sagt dort: „Unsere Verbrechen, an die die ganze Welt glaubt, und zwar so allgemein glaubt, daß sogar wir an sie zu glauben versucht sind, sind gerade so wahr, wie die „Tatsache", daß wir zu Ostern Christenblnt gebrauchen, währ ist, obwohl auch an diese allgemein (int Volke wenigstens) geglaubt wird. . . ." Es kommt hier eben nicht darauf an, w a r n m man haßt, sondern daß man haßt, obwohl man eigentlich nicht weiß warum. Die Psychologie des Blutmärchens liefert wohl den trefflichsten Beweis hiefür: nicht „Tatsachen" erzeugten den Glauben an den Ritnalmord, sondern der >aüs dem Haß geborene Verdacht erschuf die „Tatsachen". ... In diesem Sinne ist nun das Blntmiärchen der Antisemitismus in nuce, die Inkarnation der antisemitischen Gesinnung der Welt schlechtweg. Deutsche und Juden erleiden hier dasselbe Schicksal. Um den Haß zu rechtfertigen, mit dem man die Verfolgung begleitet. sucht man den Gegner anzuschwärzen und der öffentlichen Verachtung preiszugeben. Die Juden kennen das Verfahren längst, die Deutschen erleben es gegenwärtig. Beide können sich mit dem Worte eines Gottfried o. S t r a ß b u r g trösten: „Es erhöht des Mannes Wert, Wenn der Haß sich auf ihn kehrt." ci» CO cr> co CK>

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