Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 17 (4.5.1917)
- Date
- 1917-05-04
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Sette 283 Nr. 17 ' Dr. Bloch's Wochenschrift" ^'ben, den Trost und die Zuversicht der greisen, heißgelichten ' Eltern gevivfert. Sein Fall ist ein alltäglicher. Aber -gerade diese Alltäglichkeit, 'gerade die schlichte Selbstverständlichkeit, -mit der der kaum fünfzehnjährige Junge die freiwillig auf feine schwachen. Schulterm übernommene Pflicht erfUlte, sie führt eine beredte, unwiderlegliche Sprache füzr die Sache seiner Glaubensgelrossen, sie beweist, daß das ungarische Judentum' in allen seinen Schichten bereit ist, Blut und Gut für das Paterland zu opfern, irr dem einzelne Verblendete ihm noch immer veinen Platz. jgewjäWn, es' noch immer nicht für ebenbürtig anerkennen wollen. Literatur. Zuiu Gedächtnis an den ersten Vizepräsidenten der Wiener israel. Kultusgemeinde k. k. Landesschulrat Herrn Dr. Gustav Koyn. Herausgegeben von Mar Schwager, Administrator. Wien. 2. Bez., Zirkusgasse 50. Dem Gedächtnis eines .Verstorbenen, dessen Andenken noch überallhin allen Schichten der österreichischen Judenschaft lebendig ist, den zu Lebzeiten unzählige Lippen gesegnet haben, einem Pionier der Wohltätigkeit, dessen Werke sozialer Fürsorge noch lange von der jüdischen Güte und Hilfsbereitschaft zeugen werden, ist das vorliegende Buch gewidmet. Mit Rührung und Freude werden die zahllosen Freunde und Verehrer dies Buch der Erinnerung zur Hand nehmen, um die Züge eines der edelsten Männer des Judentums in ihm zu erkennen. Noch lebt in aller Erinnerung die schöne, freundliche .Greisengestalt, das leuchtende Äuge, das sanfte Antlitz, das ganz von Herzlichkeit und Menschenliebe durchso.nüt war. Dies Buch hat sich zur Aufgabe.gemacht, seine Verdienste. durch die Hand berufener Männer zu würdigen, seinen Heimgang, die gewaltigen Ehrungen bei seinem Tode, die Trauer der gesamten Judenschast bei seinem Ableben festzuhalten. Das Gedenkbuch wird von einer Einleitung „D r. Gustav Koh n, zum ersten Jahrzeittage" von Dr. Mar G r u n w a l d eröffnet; in kurzen, ergreifenden Sätzen widmet der beredte Prediger 'dem Verstorbenen Morte der Erinnerung. Ein prächtiger, plastisch geschriebener Artikel aus der Feder dss akademischen Malers David Kohn übernimmt die Aufgabe, eine Würdigung des Verstorbenen als Mensch und Wohltäter durchzuführen, seinen Werdegang zu schildern. „Worte des Gedächtnisses" von Dr. Heinrich Sch r e i b e r betitelt sich, -der nächstfolgende Artikel, in dem ein Mitarbeiter des Dr. Köhn ihn in seinem Wirken schildert.^seine Bedeutung als öffentliche Person, als Vertreter der Judenschaft in klarer.' schöner Weise darstellt. Dr. Alfred Berger (Baden) bespricht in einem trefflichen Aussatze die wichtigen Reformen, die Dr. Gustav K o h n als Obmann der Schulkommijsion, als Landesschulrat im Interesse der Judenhrit mit bewundernswerter Energie durchgeführt hat. Dr. Leo Lempört widmet dem Andenken des Dr. Gustav Kohn ein formvollendetes schönes Sonett. Diesen Lebensbildern folgen Berichte über die Bestattung, die Wiedergabe einer Reihe von Nachrufen, vondenen besonders die Reden düs Oberrabbiners Dr. M. G ü d e m a n n, des Präsidenten der Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern, des Kultusvorstandes Dr. jur. et phil. Markus Spitzer, des Sekretärs Dr. Cmil Adler zu ermähnen find. Eine Aufstellung über Persönlichkeiten, Korporationen und Vertretungen von Behörden und Vereinen gibt ein Bild von der seltenen, imposanten Feier der Bestattung'. Daran anschließend folgt eine Aufzählung der Kondolenzen und die Wiedergabe vieler Briefe hervorragender Persönlichkeiten, die von dem großen Ansehen, das Dr.' Gustav K o h n genossen hat, Zeugnis geben. Der gewissenhafte Biograph versäumt auch nicht, die zahllosen Trauerkundgebungen zu beschreiben, an erster Stelle die Trauersitzung des -Kultusvorstandes mit der ergreifenden Rede des. Präsidenten Dr. Alfred Stern; diese Trauersitzung ist durch das wunderschöne Bild,'das Dr. Heinrich Schreiber von ihr entwirft, einer der schönsten Beiträge. ' v In -der Trauerfeier im großen Leopoldstädter Tempel hielt Rabbiner Dr. Mar .Grünwald einen hinreißenden, erschütternden Nachruf, der im Büche wörtlich abgedruckt ist. Einer Schilderung der ersten Jahrzeitsfeier folgt die wörtliche formschöne Rede des Rabbiners Dr. Julius Mar Bach und die aus diesem Anlasse gehaltene tief empfundene Gedenkrede des Präsidenten Dr. Alfred Stern. Dem Buche, das kunstvoll ausgestattet, mit hübscher Titelzeichuung versehen ist. sind Reproduktionen zweier Bilder des Verstorbenen beigegeben, worunter eines die bekannte Rötelstiftzeichnung vom akademischen Maler David K o h n. das zweite die letzte Aufnahme des Dr. Gustav K o h n, aus dem Atelier des k. k. Hofphotographen S. Weitzmann. mit Faksimile wiedergibt. Max S ch w a g e r har in geziemender Weife sein wertvolles Gedenkbuch dem Vorstände der israelitischen Kultusgcmeinde, in dessen Mitte der Verstorbene schaffte und wirkte, g e w i d m e t. Dem Herausgeber, der ein die ganze Judenschaft ehrendes Denkmal errichtet hat, wird der Dank der Oeffentlichkeit für fein pietätvolles Werk gewiß fein. Dr. M. 'Zeitschrift für Demographie und Statistik der Jude». Heraitsgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Berlin NW.. Dorotheenstraße 52. Schriftleitung: Dr. Bruno Blau, Berlin. 12. Jahrgang. Heft 4, 5, 6, April, Mai Juni 1916. Inhalt: 1. Abhandlungen : Dr. Jacob S e g a l l, Berlin: Die Bewegung der jüdischen Bevölkerung in Preußen. Bayern und Hessen von 1910 -1914. — Dr. Paula Weiner-Odenheimer. Regensburg: Die Berufe der Juden in München. — Dr. Jacob Segall, Berlin: Erundzüge einer Bevölkerungsstatistik der Juden. — 2. Statistisches Archiv: Geburten und Sterbefälle in Ungarn in den Jahren 1911. 1912 und 1913. — 3. Literatur: Besprechung von Tachauer: Statistische Untersuchungen über die Neigung zu Mischehen. „Neue Jüdische Monatshefte". Hw \'k Inhalt: Dr.Franz Qvp en heimer: Nationale Autonomie für die Ostjuden. — Prof. Dr. Leopold v. Wiese: Deutschtum und Judentum. — Z. S ch a bad: Sterblichkeit der Juden in Wilna in den letzten 5HH Jahren. — Z. F. F i n k e l st e i n : S. S. Frug. 7- Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Cohen: Streiflichter über jüdische Religion und Wissenschaft. — Dr. Adolf Fried mann : Die „Polnischen Blätter" ^und die Jüdenfrage. Rabbiner Dr. I. Zoller. Das Seeversicherungswesen und die Juden in Triest. Im Selbstverläge des Verfassers. Matthias Mieses. Germanen und Juden. 1917. R. Löwit- Verlag. Wien und Berlin. Alerander Eliasberg. Jkzchok Leib Perez' chasiidische Geschichten. Aus dem Jüdischen. Wien und Berlin 1917. Verlag R. Löwit. Dr. S. Frankfurter. Joses Unger. Das Elternhaus — die Jugendjahre. 1828^—1857. Biographischer Beitrag. Mit einem Bildnis Josef Ungers. Wien und Leipzig 1917. Wilhelm Bräunt Alle r. k. k. Universitäts-Verlagsbuchhandlung. G. m. b. H. Srrrflrafterr. B. F. Die Aktion Markus ist vorläufig ins Stocken geraten. Rabbinen neutraler Staaten: Oberrabbiner Dr. Löwen st ein, Zürich. Oberrabbiner Dr. Ehrenpreis. Stockholm. Schriftsteller Siegfried L. Das Sprichwort: „Faule Fischt und Klöpp' dazu" hat seine Quelle im Midrasch. Im' Midrasch M i s ch l e e d. B u b e r wird der Vers „Eisen schärft Eisen" (Mischte 27. 17) auf Mose und Pharao angewendet. Das läßt sich — so fährt der Midrasch fort — mit einem König vergleichen, der zu seinem Diener sagte: ..Geh', hole mir einen Fisch vom Markt." Er ging und brachte ihm einen „faulen Fisch" (dog maw'isch). Da sprach der König zu ihm: „Entweder Du issest den Fisch selbst oder Du erhälst' hundert Schläge oder Du zahlst hundert Geldstücke (Minen>." Da sagte der Diener: „Ich will den Fisch essen." Kaum hatte er angefangen zu essen, da sagte er: „Ich, will lieber hundert Schläge." AL er sechzig oder siebzig erhalten hatte, sagte er: „Ich will lieber die Geldstrafe zahlen." Daraus ergibt sich, er aß den faulen Fisch, erhielt Schläge und mußte obendrein noch zahlen. So geschah es bei den Aegyptern, sie wurden zehnfach geschlagen, mutzten die Israeliten ziehen lassen und diese sogar noch beschenken. K. B. Das Sprichwort: „Wie Du mir, so ich Dir" findet sich im Talmud Beza f. 13: