Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 17 (4.5.1917)
- Date
- 1917-05-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 17 9 Litttzrgttng XXXIV LeMMorMn tür die gesAmten Interessen des Zudentums. O Cr1" 11 ■ - 1 1 O O ’p D. k. PoflspklrkassenKMt Q Cie arinö ll> erhebt Mr. 810.976. Redaktion und Administration: Wien r Il/i, Praterstraße 9. j Teleplioii 45.359. nO- -- —--Qn Wien. 4. 1917 i Lrscbetnt jeden.Freitag.: e> - Brief-Adresse: Wie«, II/i, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloches Wochenschrift, Wien. OF:="- ~~~ =00 p Drrugsprris für Vofirrrrrch: Q; Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Für das Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die 2mal gespal» K tene Petitzelle 48 Heller. 4 Q O- 7» —Oo Inhalt: Leitartikel: Eine Ruhmestat unserer Regierung. — Das Emanzipationsedikt in Rußland. — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Weitere Auszeichnungen. — Wiederholt ausgezeichnet. — Regimentsarzt Dr. Sam. Metsels. — Stabsarzt Dr. Edm. Weil. — Sonstige Auszeichnungen. — Militärische Beförderungen. — Nachträgliche Verleihung von Schwertern zu verliehenen Dekorationen. — Auszeichnung eines Lebensretters. — Indische Familien im Felde. — Leutnant Max Pollak. — Der Feldrabbiner und die Heilige Schrift oder: Verlangt die Heilige Schrift im Kriege einen Feldrabbiner? — Korrespondenzen: Salo Cohn.^ — Kultuspräsident Dr. Simon Schafs. — Kaiser Franz Josefs-Ferienheim. — Pesiachseier. der jüdischen Soldaten in Neutitschein. — Wien. — Vermischtes. — Feuilleton: Der Legionär Julius Lichter. — Literatur. — Briefkasten. —’ Notizen. — Inserate. Girre Ruhmestat rmferer Regierung NeberVorstellungdcr,^H'klfskommisston 1915 für Palästina" hat unter persönlich r Einflußnahme Sr. Exzellenz des Herrn Ministers desAcnßern Graf Czernin die hohe .Regierung unser Konsulat in Jerusalem angewiesen. . zugunsten der notleidenden Ocsterreicher und Ungarn im Heiligen Lande 6090 türkische Goldpsnnde anzukansen. „D-er KaiMpß um die Kolonien," so lauE eines der- Schlagivorte, 'die dem! ZeitünMeser jetzt immer wieder nicht - nur in dm Kriegsberichten, sondern ebensooft in den Erörterungen der Friedensprobleme begegnen. Während Deutschland sich in Brnderkänchfen aufrieb, war England AngstMer See geganMn und hatte sich ein Greater Britain geschaffen. Um so begreiflicher die Zähigkeit, mit der der Deutsche' festzuhalten sucht, was ihm als Wätlipg am Baupke europäiWer Weltpolitik in den Schoß gefallen ist. Mit welcher Liebe und Begün- . stigüng werden von allen kolonisierenden Nationen ohne Unterschied ihre Siedlungen im Ausländ behandelt! Welche Opfer werden gebracht, nur! die Staatsangehörigen in der Fremde immer inniger an' das Mutterland zu fesseln! Dem KaüfManne erleichtert man die Ausfuhr der einheimischen Ware. Schulen werden errichtet, um den nationalen Beist in die Ferne zu tragen. Spitäler baut man,' nM^ sich der' DarWärkeit und Anhänglichkeit der! eigenen- 'Kolbniö''-sMie^ Er- Uflem' ihrer fremdländischen Umgebung -zu versichern. So wirbt man um Sympathien - und' macht friedliche Eroberungen. V Vor allem wird alles' ausgeböten, um das Ansehen der Kolonialen und damit das des eigenen Staates im den Augen ihres Wirtsvölkes zu höben und «zu festigen. In unserem jüdischen Schrifttum' findet sich, dafür, daß die Vorsehung dasselbe Verdienstje nach! denk' Tatort und der Um-' gebung verschieden bewertet, das' Gleichnis, daß' ein Fürst, wenn er in der Fremde ganz unverhofft' einem" treuen Ustt'ertän bWMet/ dessen Ergebenheit unMllkürlich unter dem ersten wohltuenden Eindruck höher.einschätzt,' ,alf die biedere Gefotgfchäftstreue seiner Bürger in. der Heimat. Vaterlandsliebe und Staatstreue verdienen, in der Ferne unter fremden Einflüssen und im Widerstand gegen manche Gegenwirkung betätigt, höhere Anerkennung und Auszeichnung. Auch unsere Monarchie besitzt eine Siedlung,, welche zwar nicht den Charakter einer Kolonie hat, nicht unter österreichischer Oberhoheit steht, die aber seit . Jahrhunderten, allen Wechsels der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse ungeachtet, treu zum Mutterlande gehalten und sogar, was besonders zu betonen ist. jederzeit pünktlich an den Heimatstaat ihre Steuern entrichtet, ja an allen patriotischen Unternehmungen, ich nenne nur. aus jüngster Zeit das „Rote Kreuzt sich nach Kräften beteiligt hat. Es sind die österreichischen und ungarischen Siedlungen in Palästina, welche die. Errichtung eines österreichisch-ungarischen Konsulates in Jerusalem und einer Konfularagentur in Safsed als erforderlich und im Lillnfe ' der Zeit immer mehr als durchaus ersprießlich erscheinen ließen. Nie haben vor. Ausbruch des Weltkrieges diese öfter-. reichisch'en und ungarischen Ansiedler im Orient die Hilfe des Mutterlandes in Anspruch genommen. Sie sind hiedurch aber zugleich auch ein wenig aus dem Gesichtskreis der Heimat -gerückt. Man hat. da sie selbst nicht Förderungen stellten, weder in kultureller noch in wirtschaftlicher Hinsicht ihnen jene Förderung angedeihen lasten, die ihnen auf Wunsch sicherlich zuteil' geworden wäre. Wie bereit zu jeder. Hilfe sie unsere Regierung. gefunden hätten, hat /sich jetzt glänzend erwiesen. Das grauenhaste Elend, das der mörderische Krieg ganz besonders Mer unsere Kolonien in Palästina , her? ausbeschworen hat, und unter dem in erster Reihe jene zu leiden haben, die vor dem Kriege aus dem okkupierten Osten Oesterreichs von ihren Angehörigen regelmäßige Unterstützungen erhielten,, ihrer aber nun natürlich entrüten" müssen, . hat das Augenmerk unserer Regierung in erhöhtem Maße diesen notleidenden Staatsbürgern in der Ferne zugewandt. Es liefen von den