Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 16 (27.4.1917)
- Date
- 1917-04-27
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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äu. Io > Seite 268 Tr. Bloch's Wü^cnschritt jetzt keine versnglbnr. Wir haben Gesuche an alle Behörden gerichtet, die da irgendwie in Betracht kommen, um ein paar Waggons Kartoffeln für die Strenggläubigen zu bekommen. Bisher haben wir keine Antwort erhalten, wir rechnen auch nicht sehr auf eine Bewilligung." Das also ist der Tatbestand. Er belastetniemanden, denn es gibt Ebensowenig eine Verpflichtung, - Selbstmorde zu verhindern, wie es bei uns Gesetze gibt, die deit Selbstmord bestrafen. Die Chassidrm!, denen die eigenen Geistlichen die rituellen Verpflichtungen abnahmeu, versteifen sich! auf den Buchstaben des Gesetzes. Wenn chre schlech tgenährten Mrper ein siebentägiges Fasten nicht aushalten, weiten sie verhungern. Niemandem zuliebe, nieuAndem zuleide bringen sie dieses höchste Ovfer, dessen Tragik nur in seiner Sinnlosigkeit liegt. Oder sind wir selbst zu klein, uni hier sittliche Größe zu erkennen? " Literatur. Tier mm HWWng des ^uden". Mit einem Vielversprechenden Doppelheft (April-Mai) wird die Monatsschrift „Der Jude", herausgegeben von Martin Buber. zu Ende dieses, Monats ihren zweiten Jahrgang eröffnen. Wir machen auf dieses zirka 150 Seilen starke Heft aufmerksam; es wird eine Fülle der schönsten Beiträge enthalten: von Bub er : „Unser Nationalismus"; Lhasanowitsch : „Derjüdische Kongreß"; Arnold Zweig: „Jude und Europäer"; Prof. Seligmann: „Gedanken über Emanzipation"; .Siegfried Bernfeld: „Assimilation um' der Menschheit willen; Mar Brod: „Zwei Welten"; Moses Schorr: „Rechtsstellung und innere Verfassung de: Juden in Polen"; Adolf Böhm: „Systematische Palästina-, kolonisation"; Sigmund Bromberg-Bytkowski: „Vergessene Kunst"; Armeerabbiner Leo B a e ck :' „Lebensgrund und Lebensgehalt"; Arno Nadel: „Der erste Satz der Bibel"; Ernst Müller: „Uebertragungen aus dem Buche Sohär"; Gustav Landauer: „Strindbergs historische Miniaturen"; Martin Buber: „Vorbemerkung über Franz Werfel"; Franz Werfel: „Der Gerichtstag (16 Gedichte); ein jüdisches Soldatenlied; ferner Bemerkungen: von MostLMMvary:,.,,>!)xr Westjude als Kulturdünger", ein Abwehr; Hugo Bergmann: ..Ver- . waltung"; Mar . Ma y er : „Wilnas Kriegsvermächtnis": Helene Hanna Lohn: „Das -Judenschiff". — Der Preis des Doppelheftes beträgt Kr. 3.60; das Abonnement vierteljährlich Kr. 4.30. Zu beziehen hurch ,alle Buchhandlungen oder direkt -vom R. Löwit- VerlM.Mien, 1. Bez., Wollzeile 6. Werbehefte und Prospekte gratis durch chen Verlag. __ „Jung Juda". Nr. 8. Inhalt: E. Spiegel: Zwei Sabbatlieder. — Ben Jehuda: Die Sephira. — I. Hart: Der Gruß an den Kaiser. — Avigdor Karo (Jllustr.). — Juhn Erich: Im Tcnrpel (Mostar). — Was die jüdische Sage vom Auszug aus Aegypten erzählt. — . Grete O b er n i k : Albanien. — Mar Säudek (Kolin): Meine Reife nach Palästina. — Guck in die Welt. ‘ . -- iMrfkafteu M. K. Rabbiner Dr. G r u n w a l d ist in der Lage, die Spende für arme Glaubensgenossen her österr.-ungar.-galiz. Gemeinde in Palästina der Bestimmung zuzuführen. H- J.-Szt.-György und Dr. M. E. in K. In der Pessachwoche ist . die „Oesterr. Wochenschrift" nicht erschienen. Civis Viennensis. Da der Neueste Wiener Kurs ein klerikalantisemitischer ist, so dürfen Sie sich, nicht wundern, daß auch die „Muskete" in solchen Bahnen wandelt und den antisemitischen Tendenzen Konzessionen macht. Getaufte Juden als Autoren in antisemitischen Preßerzeugnissen sind Erscheinungen nicht von heute. K. F. Daß der biblische Josef der erste Lebensmitteldiktator war,- haben wir in der „Oesterr. Wochenschrift" wiederholt erwähnt, ebenso die talmudischen Vorschriften gegen Preistreiberei und Kettenhandel. * H. 33. Ein hebräisches Blindenschristsystem hat der .Leiter der Berliner jüdischen Blindenanstalt für Deutschland, Inspektor Fried berget, ausgearbeitet, das den blinden Akademikern, die sich dem Studium der Theologie widmen oder ihre angefangenen" theologischen Studien.fortsetzen wollen, das Studium der Bibel im Urtert möglich macht. Die llebertragung des hebräischen Alphabets in ein für Blinde erfaßbares Punkiierfystem bedeutet für blinde Theobogen und Orientalisten einen großen Fortschritt. Das Friedb e rg e r'fche System besteht, ähnlich wie die V r a i l le'sche Blindenschrift, aus einer Zusammenstellung erhabener geprägter Punkte und! Striche. Der F r i e d b e r g e r'sche Entwurf fand aus der Tagung der blinden Akademiker Deutschlands, die am 17. Dezember 1916 stattfand, lebhafte Beachtung und allgemeine Anerkennung. Die Schrift liegt zurzeit einer Marburger Kommrssion des Vereines blinder Akademiker zur Prüfung und Begutachtung vor. Berichtigung. Herr Hof-u Gerichrsadvokat Dr. Jacob Or n stein ersucht zu konstatieren, daß die verzeichnete Spende von Kr. 150.— (in der „Danksagung" des Feldrabbiners Dr. 'Hausner) von Herrn Hugo Orn stein, Kaufmann in Rio-de-Janeiro, kam und nur durch ihn übermittelt wurde. Sigmund und Agnes Beer-Stiftung. Anzahl der Plätze: Unbestimmt, im Betrage von zusammen Kr. 285.—. Bewerbungsberechtigt find: Würdige, unverschuldet in Not geratene jüdische Familien. ..... .. . Bevorzugt sind: Kompetenzberechtigte Einschreiter, welche nachzuweisen vermögen, .daß sie mit Herrn Sigmund Beer (gest. 7. Mai 1905 in Wien), bezw. mit Frau Agnes Beer, geb. Hofmann (gest.. am 27. Juli 1909 in Wien) nicht über den 6. Grad hinaus verwandt sind. Derleihungstag: 29. Juli 1917 (10. Ab). Gefuchsbeiiagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, gegebenenfalls Totenschein, bezw. Verwandtschaftsnachweis. . Letzter Tag der Einreichungsfrist: 30. April 1917. Einreichstclle: 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll). Kadett-Aspirant Otto Schwadron Absolventen-Stiftung. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von Kr. 320.—. Bewerbllngsberechtigt sind: Arme jüdische Absolventen des k. k. Erzherzog Rainer-Reäl-Gymnasiums in Wien, 2. Bez, Kleine , Sperlgasse. Die Verleihung des Stipendiums erfolgt über Vorschlag der jeweiligen Direktion der obgenannten Anstalt behufs Ermöglichung der Studien an einer der Wiener Hochschulen. - Bevorzugt siznd: Unter den Einschreitern jene, welche nachzuweisen vermögen, daß sie von den Eltern des Widmungserrichters Herrn Jakob Schwadron und Frau Jda, geb. Heilpern in direkter Linie abstammen. .. Derleihungstag; 17. Juni 1917. Gefuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Studienzeugnis. gegebenenfalls Verwandtschaftsnachweis. ' Letzter Tag der Einreichungsfrist: 30. April 1917, . . ' Eittreichstelle: 1. Bez., 'SeitenstettengasiL^ 4','"2^"^<stölP"<Äin-'" reichungsprotokoll). Charles und Amal-e Grünberg-Stiftuug. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von Kr. 700.—. Bewerbllngsberechtigt sind: Arme hilfsbedürftige Mädchen, welche sich im Brautstande befinden. ' Bevorzugt sind: Unter sonst gleichen Verhältnissen, in erster Linie in Wien wohnhafte arme israel. Mädchen, die mit dem Stifter oder dessen Gattin nicht über den 5. Grad der Seitenlinie hinaus^ verwandt sind, in zweiter Linie in Wien wohnhafte verwaiste Mädchen. Verleihnngstag: 15. Juni 1917' (25. Siwan). Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Sittenzeugnis,. Verlobungsnachweis, eventuell Verwandtschaftsnachweis. Letzter Tag der Einreichungsfrist: 30. April 1917. Einreichstelle: 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 2. Stock (Einreichungsprotokoll). Bewerberinnen, welche vor der Verleihung heiraten, haben keinem Anspruch auf diese ^Stiftung. Wien. 15. April 1917. - Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien. Markus und Terse Straömaim-Stiftimg. Am 3. Mai 1917 gelangen aus den Zinsen obiger Stiftung an Bewerber israel. Konfession die entweder von den Stiftern in direkter Linie äbstammeh oder in einem der in den Gerichtsbezirken M.-Ostrau oder P.-Ostrau gelegenen Gemeinde heimatsbefechtigt sind, zur Verleihung: . 1) K 300.— als Unterstützungsbeitrag an eine bedürftige Geschäftsfrau. 2) K 100.— an einen kürbedürft'gen Mann. Den bei dem gefertigten Kultusvorstande bis spätestens 30. April 1. J. einzubringenden Gesuchen sind beizulegen: Geburtsschein, Heimatsschein, ein Zeugnis vollständiger Mittellosigkeit und ,ein Sittenzeugnis.' : Außerdem haben die Bewerber um den Kurkostenbeitrag per K 100.— ein ärztliches Zeugnis über ihre Kürbedürftigkeit beizubringen. ' . Vorstand der israel. Kultusgemeinde: / ■ ' Der' Kultusvorsteher Dir. AloisHilf. Hcrnusgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Joses S. Bloch — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VII.