Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 15 (20.4.1917)
- Date
- 1917-04-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrgang XXXIV Dr. Bloch’s Zentralorgan für die gesamten Interessen des Judentums. Oü- -— OO p Tr. ft. Postlxarlr.1 M'N.1 nrt c (Nearing-verkebr Mr. 810.976. Redaktion und Admrntstration H)im r II/i, Praterstraße 9. 1 Telephon 45.359. c oP -- — ■Oo «tcu, 20. April 1917 Brscbetnt jeden zfr e ir n g. Brief-Adreffe: Wien, II/i, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloches Wochenschrift, Wien. O Cr — --=0 O p Vrrugsprrks für DcRerreiJi: Q Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heiler. Für das Busfß>t&: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die 2mal gejpal-- tene Petitzeile 48 Heller. £ oP - - -Da Inhalt: Leitartikel: Judenhaß und Deutschenhaß. — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere nnd Soldaten. — Ein Äorpskommnndant über die jüdischen Soldaten. — Weitere Auszeichnungen. — Zum drittenmal ansgezeichnet. — Zum zweitenmal ausgezeichnet. — Zweifach ausgezeichnet. — Zwei Brüder ausgezeichnet. — Militär-Berdlenstkreuz uiit den Schwertern. — Auszeichnung dcs Sohnes des Budapestcr Semiuardirektors. — Jüdische Familien im Felde. — Der Lissaveteran Jakob Weiser. — Liste der vom!. März bis l. April in Wien beerdigten Offiziere und Mann schuft-, n —. Zwei Brüder gefallen. Tie jüdische akademische Berbindnng „Undas" im Felde. — Benno Rosenstrauch. — Juden in der russischen Armee. — Die amerikanischen Unterstntzungsgelder nnd der Krieg. — Ein bemerkenswertes Kricgsdatum. — Die Befreiung der rilssischen Juden. Ein Tempel der GleiÄhert. — Zionistische Forderungen. — Eine Konferenz der Bundisten in Petersburg. — Die Juden frage in Rumänien. — Kongresse der Juden in den Enteuteländeru. — Korrespondenzen: Denket rechtzeitig an Fürsorge für-unsere ans dem Felde Heimkehrenden! — Was die „Reichspost" erfährt — und was sie nicht erfahren will. — Die staatliche Flüchtlingsfiirsorge in Oesterreich nnd ihre . politische Bedeutung für die/Gegenwart und Zukunft. — Jüdisches Asyl für Obdachlose. — Generalversammlung des Vereines „Zukunft" zum Schuhe schulentwachsener jüdischer Kinder. — Chewra-Kadischa für den 12. bis 15. Bezirk. — Die Pesjachaktion in Lemberg. — Sarubor. — Vermischt e s. —Feuilleton: Der jüdische König Lear. — Literatur. — Briefkasten. — Notizen. . — Jnserare. Hndenhaß nnd DeutschrnhaH. i. . Eines der seltsamsten Rätsel dieses schrecklichen Weltkrieges ist zweifellos die Kriegserklärung des amerikanischen Freistaates >an Deutschland. Ein Rätsel, weil für einen Krieg zwischen Amerika und, Deutschland keinerlei innere Gründe, keine Gegensätze der politischen oder wirtschaftlichen Interessen, nicht einmal Motive der Tradition sich finden lassen. Die Deutschen haben den Vereinigten Staaten von Nordamerika im Laufe der Geschichte wiederholt freundliche Gesinnung bekundet. Deutsche kämpften unter Mäshiügtons Fahnen, und sie kämpften Während des Sezessionskrieges im Heere der Nordstaaten für die Einheit und Größe der Union. Dennoch steht seit Beginn des Weltkrieges das amerikanische Volt mit seinen Sympathien ans Seite der Feinde Deutschland, nnd -diese Parteinahme, die sich wiederholt in Ausbrüchen häßlicher und gehässigter Preßexzesse gegen die Zentralm'ächte Lust Machte, hat zu einem Kriege geführt, der den Amerikanern keinerlei- Vorteil bietet, als lediglich eine Befriedigung des glühenden grundlosen Hasses.; - Wie in Nordamerika, so lodert dieser unheimliche Deutschenhaß in Brasilien und verbreitet sich Mit der «geheimnisvollen Gewalt einer ‘ Epidemie durch Süd amerika. , .. Nach' den alldeutschen nnd antisemitischen Blattern sind es ausschließlich Inden, die den Haß und Krieg gegen Deutschland predigen. Ta werden falle möglichen und unmöglichen fremdländischen Juden hervorgeholt und den Lesern als Träger des Deutschenhasses präsentiert. Am 12. Mpril 1917 überrascht die „Ostdeutsche Rundschau" durch die Mitteilung, „daß. der Großrabbiner Wise in N'ewyoM öffentlich (l) erklärte, die Sache Frankreichs und -EnAMds' sei edel und gerecht, ja . es /gebe auf per Welt keine „edlere und gerechtere Sache". Stephan Wise, ein geborener. Amerikaner und in- > tim.er-.UrMMr pes Präsidenten W i l f o n. ist weder RabbinernoH Großrabbiner, sondern Prediger einer freireligiösen Gemeinde in. Nerv York. Daß jüdische Amerikaner, wie ihre nichtjüdischen Landsleute, in ihrem Urteil über hie Geschehnisse der Gegenwart, über die geschichtlichen Vorgänge und ihre inneren Ursachen von den Darstellungen der englischen Presse stark beeinflußt sind, ist bereits tausendfach wiederholt worden. Die Engländer haben ja zu diesem Zweck die Kabel zerstört und verhindert, daß -Zeitungen und direkte deutsche Nachrichten nach Amerika gelangen. Allem den Wiener Deutschnationalen sollte es näher liegen, sich des arisch-germanischen Schriftstellers Edward Srilgebauer zu erinnern.. Ter Verfasser des deutschen Romanes „Göy Krasst" hat in dieser schweren Zeit des deutschen Volkes nicht Anstand genommen, in der neutralen Presse nnd von neutralem Boden aus, Deutschland vor aller Welt auznklagen und ihm einzig und allein die Schuld zuzuschieben all deru namenlosen Leid, das Europa heimsucht. Man sollte mein-eu, hier wäre der Zorn der Alldeutschen eher am Platze, als gegen die Auslassungeil eines durch die. englische Presse tatsächlich falsch, unterrichteten Amerikaners. Stilgebauers Ennnziatiorren wurden von Agenten der Eiltente in Hunderttausenden Exemplaren verbreitet .- selbstverstäud.ih auch in Amerika. Und es ist kaum verwunderlich, daß sich dort Männer gesunden haben, die seine Worte in gutem Glauben wiederholten. In Ph ilade lvh ia hat eine Massenversammlung jüdischer Bürger stattgesund-en, um gegen den Eintritt Amerikas in den .Krieg gegen die Zentralm'.chte Protest, einzulegen. Redner waren die Rabbineu Dr. Magnes, Dr. Klei n, L ö wiuth a l. Dr. B e r k o w i t sch . und der bekannte jüdische Schriftsteller Schalom Asch. Do'tor Berkowitsch richtete an die führenden Männer der amerikanischen Regierung die Frage: „Wenn das ame-