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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-04-06 · 14 (6.4.1917) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
14 (6.4.1917)
Date
1917-04-06
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Tr. Blüch's Wochenschrift' Gelte 3A' Nr. Ü ater:- ich bin sicher, düst es stets chren tmterften Wün scheu entspräche. Wir weihten Saal uub Bild an einem gemütlichrit Zlbend ein; wenige Worte genügten, um die ©ebcmfeit der armen Menschen für einige Minuten von dem Leid des Augenblickes ür eine glücklichere Zukunft zu entfuhren. Darm sangen alle das Kaiserlied. — — Ich habe es von Kindern singen hören, deren herbe Stinmrchen sich, in eine reine Weihe hirreinznzwitschern suchten, ich Hörte es von ^gewaltigen Volksmengen, denerr stärke Militärkapellen -die feste musikalische Grundlage boten und immer wirkten die Klänge Haydns ans mich wie eine zufammengedrängte Offenbarung des Heimatsgefnhles, aber so 'tief hat mich diese Hymne meiner Jugend noch nie gepackt wie arr jenem Abend, und nie wurde mir klarer, was sie uns Qesterreichern zu sein vermag. Eirr würdiger, alter, weißhaariger Rabbi rvar rrrrter ihnen, ein Manie mit entern seelisch reinen Antlitz, aus dem die tiefste Ergebenheit irr den Willen eines höheren Wesens strahlte,- eirr Kantor mit prächtiger Stimme in einen kostbaren Pelz gehüllt, den er am Sabbat, als. er flüchten rnußte, auf seinem Leib behalten harte, und endlich Musikanten, wirkliche erbgesessene jüdische Dorfmusikanten/die ihre Instrumettte vor den Russen irr Sicherheit bringen, koiurtert, und viele Männer mit erloschenen Gesichtern und gebrochene Frauen mit zahlreichen Kinder- -chen. Und sie alle trafen sich in den altbekannten Tönen wie in einenr gemeinsamen Hause, das Wärme und iSicherheit bietet. Den Violinen saß noch der Schreck in den Saiten, sie zitterten ein wenignur nach und nach erholten sie' sich zum vollen Klange: . mittendrin weinten die Männer, schluchzten die Frauen, alle aber blickten sie empor zu dem wohlvertrauten Antlitz, das ihnen in diesem Augenblicke alles bedeittete — Hab und Gut, Heimat und Familie, Gegenwart und Zukunft. Bon der jüdischen Bühne. Die Tatsache, daß man zwei Stunden unter jüdischen Künstlern verweilen kann, um ihnen bei der Interpretation von rein jüdischer Schöpfung zuzuse'heu, beseitigt mit einem Schlage alle eigentlich längst überflüssigen — Diskussionen, die so manche literarische Auseinandersetzung ausfüllen. Statt zu fragen, ob es eine-jüdische Kunst, jüdische Künstler gibt, ob die jüdische Bühne sozusagen ,,salonfähig" ist, und zwar sollte man e^ ganz einfach auf den Versuch ankommen lassen. Man riskiert, iricht viel, könnte aber eventuell recht viel, profitieren. Zumindest hat jede jüdische Operette irgend einen Inhalt, behandelt einen mehr oder weniger bekannten.. Stoff, kurz sie kann selbst iir dieser Beziehung mit (allen anderen „Glanzleistungen" und Dauerstücken es anfnehinen, freilich leider nicht mit dem Kassenerfolge. Dabei darf nicht .unerwähnt bleiben, datz die Operette gerade nicht das eigentlich jüdische Gebiet darstellt. Das Drama ist es oder soll es zumindest fein. In dieser Richtung müßte die eigentliche Tätigkeit einsetzen. An-Versuchen — für die anderen sind es bereits Beweise — fehlt es nicht. So war auch Donnerstag, den. 22. März wieder ein literarischer Abend mit Darbietungen jüdischer Kunst und jüdischer Künstler im Saale der „Jüdische Bühne" unter der geschickten Leitung des Herrn Deutsch, der anch auf diesem' Gebiete großes Können zeigte. Für di: elftere sprechen die Autorenwie S ch o l e m A l e i ch e m und P i n s k i, für die andere sollten dir Darsteller sich einsetzen. Man mutz allerdings berücksichtigen, daß es zum erstenmal und ohne gründliche Vorbereitung zur Aufführung der beiden Einakter gekommen ist. Das merkte man auch namentlich beim ersten Einakter „Menschen" so ziemlich; es wäre aber ungerecht, nicht auch »Mich hcroorzuheben, datz die nötige Leistungsfähigkeit bei fast allen Darstellern vorhanden ist. Es kommt, nur -auf etwas guten Willen auch an. Die Darsteller mutzten es sich stets vor Augen Hallen, datz sie neben ihrer eigenen Individualität auch den Wert der jüdischen- Leistung überhaupt einsetzen. Haben sich doch auch längst bekannte Namen bei dieser Bühne festgewurzelt, wie z. B. Frau W eint r a U-b - G r a f, Sie g l e r. Ä r i-ch -und andere, von den Herren sind ja D e u t s ch, R si tz m a n n, -P ov z a m c z e, W e in - b erg genug bekannt durch ihre zumeist glanzvollen Kreierungen. Also beim ersten Stücke traten die sorgfältigen Bemühungen der Frau. Sie g l er, U r i ch sowie der Herren - Deutsch und Weingold ganz deutlich, zum Vorscheine. Beim zweiten Stücke, „Glückvergessen" von Pinski» war eine ausgezeichnete Harmonie von Dichter und Darstellern in ganz erfreulicher Weise zu merken. Ein, wenn mich altes Problem wird iit einer Spanne Zeit zu einer Lösung getrieben, welche dem denkenden Zuschauer als geeignet oder auch nicht , gairz erscheinen mag. Darüber liehe sich reden. Man mutz aber zugeben, datz es gut angefatzt und bis zur Lösung sehr gut durchgeführt ist. Die Darsteller — es waren nur drei: Frau Weintraub-Graf, Siegler und Herr Deutsch hielten mit dem Dichter gleichen Schritt. Jeder tat sein möglichstes. Es war eine Genugtuuung für den Zuschauer. Derartige Versuche wir nennen es Beweise - sollten nur recht oft unternominen werden. Die Zwischenpausen füllte Herr Deutsch mit dem. Borträge einiger jüdischer Lieder in herrlicher Weife aus. Seine schöne Stimme und die gemessene Vortragsweise ergötzten die Zuhörer zu jeder Zeit. Rr. Reue Bücher. Die Inschriften des alten Judenfriedhafes in Wie«. Im Aufträge der „Historischen Komnrission" der israel. Kultusgemeinde in Wien. Bearbeitet von Dr. Bernhard Wachst ein. Mit 68 Tertabbildnngen und 24 Tafeln. 2. Teil. 1696—1783. Wien und Leipzig 1917. Wilhelm B r a u m ü l l e r, k. u. k. Universitäts- Verlagsbuchhandlung, G. m. - b. H. Heinrich Eifemoml, Landstncmmann. Druck und Zeitungswesen in Erodno. Separatabdruck aus der Sondernummer der „Groduoer Zeitung" vonr 1. -Dezember 1916. Mit drei Abbildungen nebst einem Anhang: Die älteste Ansicht von Erodno sowie einer Abbildung: Erodno 1916. Druck und Verlag der „Grodnoer Zeitung". ,.Ost und West". Illustrierte Monatsschrift für': das gesamte Judentum. Herausgegeben und redigert von Leo Winz. Heft 3/4, März--April 1917. Inhalt: Rabbiner Dr. Mar Eschelbach er: Mischehen. — Atoritz Stern: Zur Eröffnung der Kunstsammlung der jüdischen Gemeinde zu Berlin (mit drei Abbildungen). . A. Signa lowsky : S. Schnenr, eine literarische Silhouette (mit Bildnis). — S- Schneur: Und Gott weinte (aus dem „Buch: der Schöpfung"). - Frlir Perles: Josef Halevy. Dr. Friedrich Behn: Auf galizischen Iudenfriedhhöfen > :üt sechs Abbildungen). — Binjamin Segel : Am Höfen <m-t sechs Abbildungen). — Dr. S. Schiffer: Rumänien und seine Inden (IV.). — Das Ende der Konstantinopler Konferenz und der Pariser Reunion 1876. — Der Berliner Kongreß 1878. - Die Vorbereitungen zum letzten Kamps um die Befreiung. - Kriegsliteratur. -- Die Megille, jüdisches Volkslied i Roten). „Der Jude". Eine Monatsschrift. 1. Jahrgang. Heft 11. Februar 1917. Inhalt: Kart Bl amen selb : Innere Politik.— Mar Brod: Franz Werfels „Christliche Sendung". — Hermann Glenn: Westöstliches Sein. — A. D. Gordon: Briefe aus Palästina (dritter Brief). — Leo Rosenberg: Armenwesen und soziale Fürsorge im Ostsirdentum. — Fritz Mordechai Kaufmann : Der Pintes. — Arno Radel: Jüdische Volkslieder (3.). Die soeben erschienene . Pessach-Rummer der in polnischer Sprache herausgegebenen jüdischen Monatsschrift „Mociah" enthält folgende Arbeiten: W. B.: „Erodus", Cl. Rieger: „Pessach", Hugo Bergmann: „Der Meister der Propheten", „Aus der Agadah und dem Midrasch" (Pessachsragmente), Achad H a a m: „Moses", Zwi Kasdai: „Pessach im Kaukasus", Mar Brod: „Ostjuden — Talmud — Gymnasium". D. H.: „Spinozastrophen" (Fragment aus einer Dichtung), B. Dulberg: „Der Dichter der Hatikwah" (Raphtali Herz Imber), Martin Buber: „Das Problem der jüdischen Erziehung". Gedenktafel für die im Kriege gefallene Jugend Galiziens. Rundschau: A. Tartakower: „Palästinaprobleme", Dr. W. Beigel: „Fünfzehn Jahre „Jüdischer Rationalsonds". Bibliographie:. — Zu beziehen durch „Moriah"-Verlag, Wien, 1. Bez.» Ebendorferstratze 3. Kvrefkasterr. A. K., Kaiser Josefstratze. In der Notiz „Jüdische Aerzte in Bagdad" mutz es natürlich richtig heißen „Cremieur" und nicht Cremiaur. L. B. Der Sozialist Meier London, der im Repräsentantenhaus in Washington einen Gesetzentwurf einbrachte, der den Präsidenten auffordert, seine Bersuche zugtonste^n eines Friedens wieder aufzunehmen, im Hinblick nuf die Schritte der Sozialisten in Den.tschla.nd und Rußland, ist der politische Führer der Rewyarker Ostjnden und ihr Vertreter im Kongreß.

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