Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-03-30 · 13 (30.3.1917) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
13 (30.3.1917)
Date
1917-03-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3020846-3022248-3022262--25885-3051213
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

»Mtc.ao* »W. 18 Dr. Bloch's Wochenschrift" Auszeichnung im Kriegsverkesirsdiensi. Der Kaiser hat verliehen: in Anerkennung vorzüglicher Dienstleistung in: Kriegsverkehr das Offizierskreuz des Franz ^Josef-Ordens mit der Kriegsdekoration dem Oberbaurat Simon Schornstein; das goldene Berdienstkreuz am Bande der Tapserkeitsrnedaille dem Postoffizial Josef Meyer H e i l v e r n, Postdirektion Lemberg. Zum drillenmak ausgezeichnet. Kadettaspirant Marcell Groszmann erhielt die brorrzene TapferkeitsrNedaille zum drittenmal. V Aünf Kinder im Kelde. Der älteste Sohn des Adolf Löwh, Privatier in Nostel, Feuerwerker im Feldartillerieregiment Nr. wurde mit dem Verdienstkreuz mit der Krone am Baude der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Sein Bruder, Hugo Lölvy, an der italienischen Front, erhielt ebenfalls eine Auszeichnung für tapferes Verhalten vor denr Feinde. Zwei weitere Söhne, Julius und Leo Löwy, und ein Schwiegersohn, Isidor Schwarz, sind seit der Mobilisierung im Felde. Kin jüdischer v-Woot-Kämpfer. Ludwig Schwarz schuld aus - Massenheim (Kreis Wiesbaden), Sohn des Kaufmanns M. Schwarzschild II, erhielt vom Grwßh erzog vor: Oldenburg das Friedrich August-Kreuz 1. und 2. Klasse. Außerdem besitzt derselbe die Rote Adlermedaille, das Oesterreichische Verdienstkreuz in Silber sowie eine Erimrerungsmedaille der Stadt Bremen. Er erhielt diese Auszeichnungen für tapfere Dienste irr einem Unterseeboot. Vor dem Krzsierzog Josef. Karl Klein, Fähnrich im Jnf.-Reg. , schrieb seinem Bruder, wie „Egyenlöseg" berichtet, von der Front unter anderem folgendes: „Heute weilte hier Erzherzog Josef. Er war hier in der ersten Stellung. Auch ich wurde von ihm angesprochen und gefragt, seit wann ich draußen bin und au welcher: Schlachten ich teilnahm. Ich erhielt dann vorn Erzherzog die silberne Tapferkeitsmedaille l. Klasse. „Ich danke Ihnen für Ihre Dienstleistung urrd wünsche, daß Sie die Auszeichnung gesund nach Hanse bringen." In einigen Tagen hoffe ich noch eine Auszeichnung zu erhalten urrd in 1—2 Wochen Leutnant zu sein." Karl Klein ist der Sohn des verstorbenen Sekretärs der Bekescsabaer Kultusgemeinde Ferdinand Klein. Dreifach ausgezeichnet. Leutnant Jakob Edelmann, Sohn des Budavester Kleiderhändlers Viktor Edelmann, kam im Februar 1916 als Eirrjährig-Freiwilligerr-Feueriverker in einem Feldhaubitzenregiment an die Front. In kurzer Zeit wurde er Leutnarrt rrnd zweimal mit der großer: silbernen und einmal mit der kleinen silberner: Tapferkeitsnredaille ausgezeichnet, lieber seine Leistungen arr der Front schreibt „Egyenlöseg": Ohne auf Müdigkeit rrnd Erschöpfung zu ächten, war er mit besonderer Tapferkeit und beispielgebendem. Heldenmut stets auf seinem Plätze. Als Beobachtrlngsoffizier hielt er selbst im stärksten DroMmelfeuer unerschütterlich auf seinem Platze aus. Vergebens bat. ihn der Beobachtrmgsunteroffizier, sich von ihm ublösen zu lassen. Edelmann, damals noch Fähnrich, antwortete bloßmmit Gleichmut: „Ich bleibe . noch, der Russe hat doch, rricht für jeden von. uns eine Kugel gegossen:" Dann schickte er die Telephonisten' in das Fuchsloch, da. wenn vielleicht dennoch ein Volltreffer käme, es genug sei, wenn er einen ^Menschen trifft. Am 18. Januar d. I. antwortete der Feind auf eine Unternehmung unserseits mit Sperrfeuer Damals war Leutnant Edelmann, wie schon so oft, in der ersten Schwarmlinie und gab jede fürrf Minuten unerschütterlich die Situationen ab, bis sich eine Schrapnellkugel in seine Schulter bohrte. Verwundet wurde er ins Spital befördert. Damals erhielt er zu den zwei großen silbernen die kleine silberrre Tapferkeitsmedaille. Km todesmutiger Kotdat. Nachstehende Episode entnehmen wir eurem Schreiben des Feldrabbiners Dr. Hausner: . . . . Es gewährt mir immer soviel Genugtuung, begeisterte, pflichtbewußte jüdische Soldaten zu treffen. Jüngst lernte ich einen solchen irr der Person des aus GurahuMora (Bukowina) gebürtigen Jrrfanteristen Enranuel Altkopf, der mir schon früher besonders gelobt worden war, kennen. Die bronzene und kleine silberrre Tapferkeitsmedaille schmückten bereits seine Brust. Er steht seit Kriegsbeginn im Felde, war nicht einen Tag marod und ist gegenwärtig einer Inf.-Geschützabteilung zugeteilt. Im Oktober 1916 wurde er zusamnren mit seinem Kommandanten Leutnant Martinke irrfolge eines Granattreffers verschüttet. Acht Stunden lagen die Braven unter dem Schutte, bis sie hervorgehoben wurden: jedoch noch am selben Tage bediente Altkopf das Geschütz. Was wissen so rrranche Nörgler im Hinterlande von all idem Heldenmut hier an der Front. Die herannahenden Osterfeiertage bringen manche Sorge mit sich, rrran ist bestrebt, trotz vieler Schwierigkeiten alles daranzusetzerr, damit rvenigstens die orthodoxen Soldaterr in punkto religiöser Verpflegung nach Möglichkeit befriedigt werden. ... Aus russischer Kriegsgefangenschaft entblößen. Unter den Helden des Krieges — schreibt „Egyenlöseg" — wird sicherlich dem Feldwebel Moritz Großmann von der Kompagnie des Infanterieregiments ein besonders glänzendes Blatt in der Geschichte des Krieges eingeräumt rverden. G r o ßm a n n stellte fick in: Sommer vorigen Jahres an die Spitze von siebzehn rrngarischen Soldaten urrd errtfloh mit ihnerr vor: der HalbinselKola in Rußland, wo sie sich in russischer Kriegsgefangenschaft befanden. Urrter unbeschreiblichen Leider: und Entbehrungen gelang es ihnerr. die Küsten des Eismeeres berührend, über Norwegen in ihre Heimat zurnckzukehren. Moritz Großrnann war im bürgerlichen Leben Lederhändler in Budapest, ist verheiratet, Familienvater und 31 Jahre alt. Am 27. Juli 1914, am Tage der Mobilisierung, ging er von Budapest weg und am 8. September 1916 kehrte er. entflohen aus russischer Gefangerrschaft, wieder nach! Budapest zurück. Den: Berichte, den der Feldwebel über seine arr 'Abenteuern so überreiche Flucht verfaßt hat, entnimmt das obzitierte Blatt die folgenden Daten: Feldwebel G roß mann geriet am 22. März 1915 bei der Uebergäbe der Festung Przemyst in russische Gefangenschaft. Erst wurde er in Samarkand interniert, ärn 10. Juli 'ging der Schub weiter, bis sie am 8. Sem tember nach einer endlos scheinenden qualvollen Reise in: Gefangenenlager Dauria (Sibirier:) arrkamen. Hier befanden sich 13.000 Gefangene, rrnd unter ihnen machte . auch Großmann bis zum 9. April 1916 seine Gefangenschaft durch. Im Gefangenenlager gründete Großmann beit Wohltätigkeits- und Selbsthilfeverein nnga-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.