Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 13 (30.3.1917)
- Date
- 1917-03-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Fayrgana Zentralorgan für bte gesamten Unteressen des Judentums. M. 13 Wien. 30. März 1917 - LrscbeLnt Zeden Frettag. Brief-Adresse: Wien, H/i. Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloches Wochenschrift, Wien. OCF =DQ Derilgsprer« für L>eflerrekrh: Halbjährig 8- Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Für dsrs Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kwnen. ® Anzeigen: Die 2mal gespal» O oQtene Petitze'.le 48 Heller. £>0 Ocj—- i>0 p M. k. Postfxnrkassermmt Cleartng-Verkebr Nr. 610.S7S. , RedaMon und Administration: ' wirn . r H/i, Praterstraße 9 ■ j Telephon 45.359. F oO - --On Inhalt: Leitartikel: Christliche Flüchtlinge und jüdische Wohltäter vor etwa 200 Jahren. — I. Generalversammlung des Vereines zur Rettung verlassener jüdischer Kinder Galiziens und der Bukowina, Wien, IX., Universitätsstraße 4, 17. März 1917.— Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Weitere Auszeichnungen. — Dritte Auszeichnung. — Feldrabbiner Bola Diamant — Auszeichnung im Kriegsverkehrsdienst. — Zum drittenmal ausgezeichnet. — Fünf Kinder im Felde. — Ein jüdischer II-Boot-Kämpfer. 7- Vor dem Erzherzog Josef. — Dreifach ausgezeichnet. — Ein todesmutiger Soldat. — Ans ruffischer Kriegsgefangenschaft entflohen.— Die Helden des Angriffs vom 23. Februar. — Nach dem Tode ausgezeichnet. — Feldpostbrief. — Expräsident Taft über die Juden. — Korrespondenzen: Aufruf! — Aufruf an die gesetzestreuen Juden Wiens. — Drohobycz- — Wegen Preistreiberei zu drei Tagen Artest und 20.000 Kronen Geldstrafe verurteilt. — Jüdische Ärzte in Bagdad. — Mein Besuch in der Kriegsweisenanstalt' - in Ernsdorf. — Der „Ciruw". — Vermischtes. — Feuilleton: Jüdische Könige in Rußland. — Wie die russische . Nationalhymne entstand. — Literatur. — Briefkasten. — Inserate. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen unsere ge sw ätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der laufenden Abonnements gebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man fhft des der heutigen Nummer beigelegten Postenao- Scheines bedienen. Die Administration. Christliche Flüchtlinge m»d jüdische Wohltäter vor etwa 200 Jahren. Line historische Reminiszenz für unsere Zeit von Rabbiner Dr. Adolf Altmann, Meran. (Schluß aus Nr. 11.) , In Fortsetzung seiner Berichte über die Salzburger Flüchtlinge meldet der Verfasser voll Erstaunen wieder - von der LiebestätigEeit der Juden: , § 8. Untr was soll man von unseren Berlinischen Juden sagen? Männer und Weiber haben diesen verjagten Leuten nicht allein bei ihrem Einzüge in die Stadt vieles zugeworfen, sondern sie sammelten auch sogleich des -andern Tages nach der Ankunft des ersten Trupps von freyen Stücken eine Collecte in ihrer Synagoge. Die beiden Vorsteher lieferten dieselbe noch selbigen Tags Hey hem Herrn Geheimen Rath v. Herold ab und stelleten folgende eigenhändige' Erklärung darüber aus: - : . Nachdem auf Verlangen der hiesigen Judengemeinde die Äeltesten aM heutigen dato in der Synagoge eine Collecte für die Salzburgischen Emigranten, ausgebracht, gleich wie wir in der Thora oder alten Testament von Gott gär vielfältig dergleichen Fremden adsistieren ermahnet sind, und dann obige Eollecte. drey und dreyßig Thaler acht Groschen sich belaufen. als haben wir solche Gelder an des Geheimen Raths v. Herold Hochwohlgeboren zu weiterer Beförderung in Gottes.Namen abgeliefert. Berlin, 1. May 1732. Mayer Samuel und Benedictus Mayer. Die Juden schickten auch 200 Ellen Leinwand für sie ein und baten, daß man solches dergestalt verteilen möchte, damit die Äeltesten und Aermsten unter ihnen nicht vergessen würden. Die Vorsteher gaben wiederum folgende eigenhändige Zeilen darüber von sich: Als die Judenfrauen in ihrer separaten Synagoge ebenfalls eine Collecte für die Salzburgischen Emigranten gemachet und dieses auf göttlich Gebot 5 B. M., 10. Cap., V. 18, Ägit causam pupilae Et vidae etamat peregrinum danto Et cebum Et vestimentum von ihnen fundieret worden: So sind 2043/4 Ellen Leinwand von ihnen zusammengebracht und solche am gehörigen Ort abgeliefert worden. Berlin, 7. May 1732. Benedict Mayer. Zu einer andern Zeit hörte ein armer Jude/Samuel Joseph, einen Salzburgischen Knaben, Hans Lau- Püthlern, examinieren. Und er ward durch die fertigen Antworten dieses Knaben dermaßen gerührt, daß er des andern Tages einen Reichsthäler brachte Und dabei bat: man möchte doch das wenige mnrer Lauter- Kinder verteilen. Ueberhaupt hat man hier in Berlin große Bewunderung unter, den Juden über dieses Werk angemerket. Biele haben dabei mit großer Bewegung ausgerufen, daß Gott was wichtiges Vorhaben müsse, und daß dieses nicht von ohngesahr geschehen könne. „Nur freilich hat Gott," so schließt er seine /Berichte von den Juden im ersten Bande, „was Wichtiges vor! Wollte Gott, daß auch sie daraus merketen, und von der. Finsternis (8i>-) sich bekehrten zu dem wunderbaren Lichte." Im zweiten Bande (erschienen 1737) enthält wieder das dritte Kapitel (S. 211) eine weitere Schilderung: „Wie die Salzbnrger auf. ihrer Wanderschaft von Berlin bis in Preußen von den Juden aufgenommen".: