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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-03-23 · 12 (23.3.1917) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
12 (23.3.1917)
Date
1917-03-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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m. 12 Dr. Bloch's Wochenschrift" Seile 184 -:-'Hetich( Friedrich, geb^ 28: 'Dezember- 1902, Wien (laiü Zu-, schrist^der-k. -Hauptmannschaft Feldbach). ... . .. . ^'Aust^er MeWoe Weilrch) Dr,, Advokat, geb. 6. Juli 1354. Czernöwitz, 4, Bsz:, Mayerhofgasse 11: . . (Kerner Ernst Dr, Wed., Frauenarzt^ geb. 2. März 1875, Wien, 4. Dez., Favoritenstratze 62. .. ... ..... Kerner Elisabeth Marianicr, Doktorgattin, geb. 20. August 1888, Wien, . 4. Bez.-, Favoritenstratze 62. Kornitzer Jda, geb: Brand, Joürnalistengattin. geb.,12. Mai 1392, Mähr.-Ostrau, 2.-Bez., Rueppgasse 9. . Majo Johanna de,, geb.. Manhard, geb. 15. Dezember 1831 Wien. 8. Bez., Josefsgasse 7. ' Matzirec Jakob, Reifendes geb. 11. Dezember 1865, Wien, 2. Bez.pVolkertstratze 3. Pakmai-Karoly, geb. 7. November 1861, Wien (laut Zuschrift des. Rabbiners in Budapest). . . Reifer Arnold Dr., Fabriksleiter, geb. 22. März 1874, Wien, 9: Bez., Univerfitätssträtze 6. ' Rotz Gertrud,» geb. 14. Juni 1882, Wien, 19. Bez., Reithlegasse 9, - .... Schapira Regina, Kontoristin, geb. 2. April 1892, Osuraciin, 2. Bez., Novaragafse 8. Sperber Elsa, geb. 17. März 1887, Wien. 7. Bez., Zollergasse 34. Wertheimer Marie, geb. 30. September 1895, Aussig a. E. 18. Bez.,' Türkenschanzplatz 7. Grodel Jagiellönski. Sonntag, den 11. d. M. fand in einem vonl hiesigen Schulvorfteher Z a l e s k i in zuvorkommendster Weise zur "Verfügung gestellten Lehrsaäl eine sehr stimmungsvolle Purimseier für die unter der iObhut des galizischen Zentralkomitees stehenden Kriegswaisen statt. Dank der Fürsorge des „Wiener Vereines zur Rettung verlassener jüdischer Kinder" konnten auch diesmal 30 Kinder. mit guten Kleidungsstücken beteilt werden. Religionslehrer- Israel Gatzmann erklärte den Kindern in leichtfahlicher Weise die Bedeutung des Festes, woraus dank der Munifizenz des hiesigen^ Damenkomitees den Kindern eine reichliche Festjause verabreicht wurde, wobei jedes Kind noch eine sütze Zugabe fürs Haus erhielt. Das Lemberger Zentralkomitee war durch seinen hiesigen Vertrauensmann Postoffizial Bodek vertreten. - Posen.-Der Nationale Frauendienst hat der Israel. Frauenhitse-zw Häirdenvon Frau Rabbiner Dr. Frei- 'mann die Mittet zur Verfügung gestellt, eine rituelle. Mittelstandsküche zu - gründen. Ans den besten Kreisen habensich Ehrendamen in den Dienst - der guten Sache gestellt.- An -der Eröffnungsfeier -nahmder Vorstand -des Nationalen Frauendienstes, unter anderem Frau Oberst H e i n r i ch s, Frau Oberbürgerrneister W i l ne s, Frau Konsistorialrat Staemmler usw. teil. Für die jüdischen -Soldaten, - die rituell leben,- ist die Mittelstandsküche eist'wahrer Segen.---__ . - Posen. Gemeinderabbiner Dr. Freimann hat bei der Königlichen Kommandantur erwirkt, daß die jüdischen Soldaten der hiesigen Garnison am Sabbat Sochaur und am Purim Urlaub zum Gottesdienste in der Hauptsynagoge (konservativ) erhielten. An dem Purimfestmahl, welches Frau Rabbiner Dr. Freimann unter Mitwirkung mehrerer Ehrendamen veranstaltete, nahmen rnehr als 150 jüdische Soldaten teil, die hier kein eigenes Heim haben. Wer Weiß? ■ Sakomon Frischling, Tischler, . aus Horodenka, Landst.-Jnf., Jnf.-Rgt. Nr. 30, -derzeit Neservespital 1, (Brünn, Neue deutsche Technik, sucht seine Frau Sali Frischling, 27 Jahre .alt. samt Kind. Diese find aus Horodenka -am- 11. Juli 1916 geflüchtet, waten bis. 27. Juli- 1916 in Nikolsburg in Kontumazsund wurden nach Petschau-.abgeschoben. -'. Simon Binder aus Zaleszyki, Jnf.-Rgt. Nr. 95, derzeit Gärniföns.fpital- 5, Brünn, sucht feine Frau IM! Binder samt zwei - -Kindern. Seit--1914 ohne Nachricht. - Ehajim Pratzer aus, Stanislau, Jnf.-Rgt. Nr. 24, derzeit Refervefpitäl ' 3,". Brünn, - sucht seine Mutter Ette Chaje Pratzer, 50 Jahre alt. Letzte .Nachricht vom 10. August -1916 aus Stanislau. Zweckdienliche Nachrichten nimmt die k. n. k.' ifrael. Militär- Seelfortze Brünn, Augustinerstratze 13, entgegen. -Israel Kornbrrg aus Kalusz (Galizien), 39 .Jahre alt, derzeit Reservespital 3. Brünn, sucht seine Frau Hanna Kornderg samt zwei Kindern. -Letzte - Nachricht vom 25. Juli 1916 aus Kalusz. Zugsführer- Jfak Wartenberg, falfe Taub, aus Tarnopol, derzeit Przemysl. Desinfektionsanstalt des k. u. t- Militärkommandos, sucht seine". Frau 'Rosa Taub aus Tarnopol. - Jerjchem Weinstock aus Podhajce, Kriegsgefangener, sucht feine Schwester Roze. Weinstock. Zuschriften erbeten an F. -»Haftel, Bad Kvnigswart (Böhmen). Ruch! Epstein aus Zablotow und Jente Epstein aus Wiznitz. beide derzeit in Dohova b. Rann (Steiermark), suchen ihre Töchter Perl Pauker aus Czernowitz und Makzia Rapp ans Kolomea, ferner ihre Eltern Israel (Saul) und Gittel Rigker aus- Wiznitz. Leutnant Hochmänn Bruno, k. u. k. Ref.-Tel.-Bau-Abt. 91, Radom (Polen), sucht seine Schwestern Fanr und Grmi Borg aus Zascianocze bei Trembowla. Feuilleton. Entlehnungen ans dem Jiddischen in fremden Sprachen. Don Matthias Miefes. (Smluß.) Jüdischdeutfche Elemente drangen, bereits frühzeitig in die deutsche Sprache ein. Sie erscheinen schon im[ Mittelhochdeutsch. Im Leibgedinge des Egerer Arztes Meingoß aus dem Jahre 1352 komimt das hebräische „kephel" vor, das von den Juden in ihrer Mundart im Sinne einer „doppelten Pönale" gebraucht wird,- in der Form „Heu se" und in der Bedeutung, „die nicht rechtzeitig gezahlte Gülte doppelt zu getett".13) Mit diesem heuse-doppelt hat bloß Lautähnlichkeit, aber weder Sinnesnoch Ursprungsidentität das mittelhochdeutsche „heusei" (Variante zu hnebest der Dimürutivsornr von huobgelt Abgabe, Zins)4->-i „Jndenschule" (judenschuole) in der spezifischen mundartlichen Bedeutung eines jüdischen Bethauses erscheint schon in den Chroniken der deutschen Städte aus dem 14. und 15. Jahrhundert, wie auch in den llonnmenfa Habsburgica aus dem siebziger Jahren des 15. Jahrhunderts.^) Auch Martin Luther gebrauchte für Synagoge die „Jndenschule". 7,Ungesäuertes Brot" als „matze" tritt uns im Vocabnlarium theutonictim aus Nürnberg im Jahre 1482 entgegen.^) Die anderen rezipierten jüdischen Worte können erst in den Jahrhunderten der Neuzeit literarisch nachgewiesen werden, dennoch spricht das gegen eine ältere Verwendung derer nichts. „Schaute"-Geck wird im Jahre 1565 erwähnt. „Schachern" ist für das Jahr 1613 bezeugt. „Schicksel" kommt früh im 18. Jahrhundert vor. „Schächten" wird von christlichen Deutschen im Jahre 1741 gebraucht. „Schäckern" (— Scheker-Lüge) ist für das christliche Deutschland inr Jahre 1760 nachweisbar. „Schmusen" (sprechen) kommt bei einem christlichen Autor zuerst inr Jahre 1781 vor. In derselben Zeit wird das Wort „utzen" das erstemal von einend ethnischen Deutschen gebraucht. Von jüdischdeutschen Ausdrücken, die bei deutschen Christen Eingang fanden, notiert der bekannte Sprachforscher Kluge noch: acheln (essen), beschummeln (betrügen), betuchen (verdecken)? Bocher (Jüngling), meschugge (verrückt), Stuß (Dummheit), usw 4') Der deutsche Lexikograph P. I. Fuchs verzeichnet noch Kohl (Geschwätz. kol-Sti-mme), More (Furcht), Zores (Durcheinander, Wirrwarr^ hebr. Not)4^) Vi) Franz Jellinek: Mittelhochdeutsches Wörterbuch, zu den deutschen Sprachdenkmälern Böhmens usw., aus dem 13.—16. Jahrhundert, 368. Heidelberg 1911. «) Lerer, ib., I, 1280, 1389. >5) Ib., I. 1436. ' »«) Ib.. I, 2063. 1T) Friedrich Kluge: Wörterbuch. 516, 392, 407, 307, 229, 47-2. - ■ . 1S) P. I. Fuchs: Deutsches Wörterbuch auf etymologischer Grundlage. 142, 187, 245, 339. Stuttgart 1889.

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