Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 11 (16.3.1917)
- Date
- 1917-03-16
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 170 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 11 Mit Recht hat Prüseffor Ehr m a n n gegenüber Herrn Oberingenieur Stricker und anderen Rednern, die-Me..beschämende. Tatsache zur Sprache brachten, daß als -.FeldrEiner zur Militärseelsorge Leute ohne ausreichende wissenschaftliche Eignung und ohne ausreichende theologische' Vorbildung berufen werden,- betont, daß nur der Mangel einer Gesamtorganisation die Regelung' solcher Angelegenheiten ohne Rücksicht auf-die jüdischen Knltusgenreinden verschuldet. habe. Da diese Angelegenheit in allen jüdischen Genreinden tief entvsunden wird, sollte das eirr Züffpvrnffein, zu gemeinsamen Schritten sich! -aufzuraffen, um dm.ers.ehnche Gesamtorganisation zu erringen. ' - Zur Budgetdebatte der Kultusgemeinde. Ein Epilog von.Dr. Heinrich Schreiber. Welche' sprühenden Funken wurden aus diesem Gestein geschlagen! Wie oft und wie unrecht wurde dieses Gestein als taub gescholten, wie oft der Vertretung der Gemeinde der Vorwurf gemacht, sie sei eine weltfremde, in sich eingesponnene Gemeinschaft, die jeder Aufregung chtgstlich abhold, alles ruhig über sich ergehen läßt und sich fein sittiglich dein Diktate fugt, das von einigen leitenden Machthabern aüsgegeben wird. Eine dreitägige, durch viele Stunden sich hinzieheirde Debatte über den Etat der Genreiude, die im? Volten Lichte der Oeffentlichkeit vor sich ging, hat eines Anderen und — sagen es wir gleich heraus — eines Besseren belehrt. Zwar umwälzend und aufwühlend ist es auch diesmal nicht hergegarrgen,- wenn auch; verschiedentlich der Naturschrei eurer.tenrperamentvollen gegnerischen Ansicht sich Luft gewacht hat. Allein gerade deswegeNAnd tuN so vieki Mehr konnten sich die Wechselreden in durchaus sachlichen und. gehaltvollem Elemente fortbewegen, das durchströmt WM von ehrlicher Ueberzeugung mrd gutem Willen, durch- MWAckom/ MvstMrdnis.mnd hingebender' Gesinnung -für" die Medürfnisse des großen jüdischen Gemeinwesens, stark genug, die weitausladenden Pläne und Probleme zu tragerri die alle nach einem stolzen Ziele voüvärts streben mch sich darin vereinigen: die Größe und das Anseherr der; Wiener Gemeinde Mer das harte Uirgenr-ach und die zahllosen Fährlichkeiten des Weltkrieges in reiner Unversehrtheit hinauszuheberr. "- Da-Konnte und durfte man sich nicht darauf beschMüLn, für -den gewöhnlichen Alltag des Haushaltes Sorge zu tragen. Da gall es mehr; da wollte man die Quellen aüffpuren, aus^ denen die Gemeinde ihre Nahrung zieht, aus denen sie aber auch die Labung schöpf ftn kann, nach welcher die Kranken und Armeir, die Witwen und Waffen urrd nicht zuletzt die vom Krieg b'chrängterr FluchtlAigsMassen ihre Hände strecken. •' Das aber' wN der Punkt, der der Debatte ihren Einschlag lieh. VoM Steuersystem und der Forderung nach schärferer Handhabung der Schraube zur Mehrung der EinWuste, von finanziellen Transaktionen zur Kräftigung der Mittet, vom SubventiönssysteM und seiner strengeren Ueberwachung zur Minderung der Ausgaben führte der Glüß der Rede über die Seelsorge, den Unterricht und'Me Hygiene hinweg zu den Höhen kriegsvolitischer, sozialer und kultureller Aufgaben, für welche sich die^iWffcheMWeMeinden in ftsteM Gefüge zu eurem ZweMerbLÜde^ zusamurenschließen wollen als mannhafte nnd^wohlgeMstete Wehr^ wenn -die kmrstlichen Dämme des^sMurgffNmrs"--LPeKn' mnddie Sturzwellen ' der <' GeZMrschaft?chervochrechen, unG^Merschütten und der ".MltisemitismjNs -fficht - fletschend' in pnser LMeÜ Mld/Streben verbeißen sollte: '' - "?T)a:Mnrste' es nicht wuudernehMen, daß/- der 'ErweMümKcher/ÄMDiWmie. der. KultusgeNckiude' das Wort geredet; wurde, - daß vollbew ußte Pa rtisane der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung - sich zaghaft auf das jüdische Revier zurüchogen, uw für die konfessionelle Schich-; tung des Kinderschutzesihre Lanze zu brechen/ "Der'/ Selbsthilfe wurde' ihr Lob! gesungen. Dann'wieder prall-'' ten Neuerer und Gesetzestreue aufeinander, - der Eine mit dem Rufe, das Erbe der Reformer zu Mehren; der andere mit dem Wunsche, an der Erstarrung der Zeremonien zu rühren und sie mit den neuzeitigen Erfordernissen zu. oersöhneir; ein Dritter, um das OstjstdentuM als Säule des rechten Glaubens zu verhimmeln und um seinen dürftigen Kaftan, den die Mimikri eines Modernisten in die Rumpelkammer geworfen hatte, die Gloriole des Wissensdranges und der Gottesgelahrtheit zu winden. Das alles prasselte aufeinander und wogte durcheinander, erhellt lvou iGeistesblitzen!und dem' Wanze prachtvoller Beredsamkeit; das -alles Mer überragt und gekrönt V0n dem starken jüdischen Gefühle der Menschlichkeit und der Menschienliebe, der kein Opfer zu groß und der nichts' gut genug ist, um deM Ngchwuchse zu dienen, ihn zu umhegen und .zu pflegen, ihMein glückliches Gedeihen zu bieten und ihn zu behüten, damit das hilflose, schwache Lallen der Kleinen nicht von dem Getöse des Kriegslärms übertönt werde,' welcher die Kulturwelt erbeben macht. .- Kinderschutz und Jugendfürsorge waren denn auch die Leitmotive der „unendlichen Melodie",' die ihren Vollklang in dem Pauken- und Posaunenschalle erklimmen wird, .mit dem einmal das Halleluja der Friedensschalmei angestiMMt werden soll..'.. . Wien, am 13. März 1917: .. Ein T!enkmÄl der Judenheit. Oesterreichs ftft weiland . / Kaiser'Franz Josef I. Seiner Ehrwüvden Herrn Rabbiner .. Dr. Max Grunwalb, Wien, II., Ferdinandsstraße 23. Euer Ehrwürden! Hochgeschätzter Herr Rabbiner! - Der Februar-Monatsschrift der „Oesterreichisch-JjM Union"-entnehme ich .den von Ihnen am' 9. Dezember v. I. gehaltenen Vortrag über weiland Sr.. Majestät unserem unvergeßlichen Kaiser Franz Josef I. . Gestatten Euer' Ehrwürden, daß auch! ich michdem Ihnen gezollten Beifall Miefü-r vom Herzen anschließe.. Und nun nehme ich mir die Freiheit, Euer!Eh'rwnrden eine Anregung zu geben. ' ’ Das Leben unseres unvergeßlichen 'Kaisers Franz' Joses I. war ja so ziemlich jedem! guten Juden bekannt, und Vieles haben wir durch Ihren sehr geschätzten. Vortrag neu erfahren. Diesem gütigen Kaiser sollte nun d.as gesamte Judentum ein /Monument setzen, und ich bin iüberzengt, wenn Euer Ehrwürden sich an die Spitze, eines Komitees stellen wollten, welches diesen schönen Plan ausarbeiten und verwirklichen soll, würde freudigen Herzens das gesamte Judentum, jeder nach seinem Können, sein Scherslein beitragen. Ich selbst, Euer Ehrwürden, widme, obwohl ichl kein reicher Mann bin, diesem schönen Zwecke sofort 200 Kronen. . - Nach dem Tode weiland Ihrer Majestät der Kaiserin ElisMeth, dieses Genius ihrer'Völker, wie Sie, Ehrwürden, die große Frau nennen, hat sich ebenfalls ein ' Komitee aus Wiener Bürgern konstituiert, welchem auch ich mein Scherflein beigetragen habe, und welchprachtvolles Monument steht - .heuM im.Volksgarten 'für "diese edle Frau! ' ' Unserem großen Gönner Franz - 'Josef -1/ soll nun das daNkschnldige- MdMtumMnnoch schömexes Mopumtznt errichtenDurch -dieslbtragungdieserDänkesschuld