Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 11 (16.3.1917)
- Date
- 1917-03-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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*vii M. MoH'S WochenMift" Seite 16S Wo checke. Da er n'ryk wieder herauskäm,- bot sie ihüt üuch wieder etwas Geld an. Allein er weigerte sich, solches aNMlnehineN/- und, aller Bitten ohngeachtct, nahnr MLes üochumichtchWeib-er nun' sehr schwach war, nahm ihn der Cvmmifsarius -zu sich in' seinen Wagen. Unterwegs fragte er ihn, warum er das 'Geld von der Jüdin in Nauen nicht -annehMen wollte. Er gab aber zür Antwort: Er habe sie für eine Frau angesehen, hie vielleicht ärmer wäre urrd das Geld nötiger hätte als er und deswegen glaube er, er wurde gesündigt haben, wenn er das angebotene von ihr genommen hätte. § 7. Die Juden in Fraükfttrt' a. d. Oder bezeugten eine ganz besondere Liebe gegen die Salzbürger. Sie reichten ihnen nicht nur eine Cölteckte dar, sonderrr sie haten auch! recht inständig, der Herr Hofrath Thering möchte sie doch so viel würdigen, daß sie einige Pilgrim in ihre Wohnung aufnehmen dürften, utn ihnen nach Vermögen Gutes zu tun'. Dergleichen Exempel des Mitleidens faitb sich auch in Regensburg bey einem dasigen Schutzjuden Namens Salonlon. Als dieser hörte, daß die 'Nürnberger Emigranten in Regensburg ankomMen würden, meldete er sich aus freien Stücken und bat sich aus, von den an? kommenden Salzburgern 20 Personen auf seine Kosten zu verpflegen. Wer der Rath! wollte ihn nicht mehr als 12 verstatten. Diese pflegte er aufs herzlichste und beschenkte sie reichlich. Er ließ sich öffentlich vernehmen, daß ihm die Pilgrimschaft dieser Leute nicht anders vorkäme als die weite und wunderbare Reyse der Israeliten aus der Dienstbarkeit Aegypti nach dem gelobten Lande, und dieserwegen fände er sich! aufs innigste znm Mitleiden gegen diese Flüchtlinge gerührt. - (Fortsetzung folgt.) Stimmen hoher Generale Aber die jüdischen Soldaten. 'Feldrabbiner Dr. Hausner hat an einen seiner Freunde ein interessantes Schreiben gerichtet, das unmittelbar an der Front verfaßt, einige denkwürdige Stellen enthält, die iM Interesse der Ehre des jüdischen Stammes die weiteste. Verbreitung verdienen und von der gesamten jüdischen Presse unter Zitierung der Quelleweitergegeben werden sollten. Es heißt dort nach einigen Sätzen privaten Charakters wie folgt: „Der Platz des Feldrabbiners ist in erster Linie bei der Truppe selbst. Wer Ehre und Pflicht kennt, den drängt es zu den Kämpfern an der Front! Hier kann er nicht nur für den Mann Ersprießliches leisten, ihm iit seiner schweren Lage moralisch-religiösen und menschlichen Beistand leisten, sondern er wird mehr als einmal Gelegenheit finden, alteingewurzelte Vorurteile auszurotten und die Würde des Judentums innerhalb der militärischen Kreise zu heben. Deswegen sollten aber auch die Tüchtigsten unter den jüdischen Seelsorgern ins Feld hinausgehen, was bisher leider nicht imMer der Fall war. Ich will nicht behaupten, daß ich hier vieles' und viel geleistet habe, - aber ich habe mich überzeugt, daß Man so manches Nütz?- liche und Gute schaffen kann. Bei den Militärbehörden fittde; ich stets das weiteste .Entgegenkommen urrd feinstes Verständnis' für unsere Aufgaben. Eine Dosis Mut vünd Energie bei gewissen geistigen Qualifikationen und taktvollem Auftreten sind allerdings notwendig, um sich das gehörige Anseheu zu sichern. Dann fehlt es aber auch nicht an herzerhebenden Erfolgen. Nachdem ich letzthin acht Tage lang bei einem galizischen Regiment geweilt und.drei Gottesdienste abgehalten habe, an denen auch christliche OMziere teilnahmen, Mache^ich dem RegtMelltsckommandanten Major v. B . . . meine Abschiedsaufwartung. Er schluchzt wie ein Kind beim Abschied^,- der wetterfeste Soldat, der seit 30 Monaten Feue^ Gift- ' gasen und Granaten getrotzt, quittiert mit Tränen seinen Dank an den Feldrabbiner für das Wenige an Mühe, die er sich uni seine GlaubeUsgenossen gab. und die braven Soldaten händigen mir den Betrag von 500 Kr. für einen Humanitären Zweck ein. Mein Divisionär, Generalmajor v. Gr über, die Perle und Pracht eines Menschen und Soldaten, sagte mir wörtlich: „Antisemitische Offiziere erklärten mir, sie seien unter dem Einflüsse Jhrep Leistungen und Ansprachen beinahe zu einer Revision Mer Ansichten sin punkto Jndenfrage gelangt." * Ein and e r e r Di v i si o n ä r, Fe ld nt a r sch alllen t n a n t Edler v. K a l t e n b o r n, e mp fingm ich mit folgenden Worten: „lieber Ihre Juden laffe ich nichts Schlechtes sagen, sie sind die verläßlichsten Elemente und wie mir von Seite der Kommandanten gemeldet wird, sind sie brav und tapfer; der Jude tut auf jedem militärischen Po ste n s e in e P fl ich t, i ch b in m it m e in e n jüd i schen S old at e n Me hr als z u f r i e d e n." Jede Tafel, an der ich teiLrrehme, beim Korps, bei der Division, Brigade oder beim Regiment, ist der Erörterung jüdischer Probleme gewidmet. Ich bin jetzt beim Inf.-Reg. , wo ich auch den von Dir erwähnten Hauptmann K. . . als Regimentsadjutanten alttraf. Auch er ist unter deM Einflüsse des Verhaltens der Juden im Kriege ausgesprochen philosemitisch geworden. Bei diesem Regimente befinden sich jetzt ungefähr 200 Soldaten jüdischen Glaubens. — Die Arbeit ruft, ich schließe mit herzlichen Grüßen an Dich and alle Freunde __ Dr. H.." Kriegsdekoralionen jüdischer Offiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Offizierskreuz des Franz Josef- Ordens mit der Kriegsdekoration dem Oberstabsarzt I. Kl. Dr. Julius Schwarzkopf, Garn.-Spital; das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens mit der Kriegsdekoration in Anerkennung vorzüglicher Dienstleistung vor dem Feinde dem VerPfLegsverwalter Heinrich T ab a k, Berpflegsmagazin; in Anerkennung vorziiglicher und aufopferungsvoller Dienstleistung vor dem Feinde dem Oberstabsarzt 2. Kl. Dr. Michael Stern schuß, J.-R.; dem Oherarzt Doktor Osias Rappaport, Div.-San.-Anstält; das Militärverdienftkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration und den Schwertern für tapferes Verhalten dem vor dem Feinde gefallenen Leutnant Karl Singer, J.-R.; dem Oberleutnant d. R. Marzellus Löw y, F.-R.; dem vor dem Feinde gefallenen Leutnant d. R. Maximilian Kittay, J.-R.; in Anerkötrnung tapferen Verhaltens als Flieger dem- Leutnant d. R. Bernhard K o l l e r, J.-R.; dent vor dem Feinde gefallenen Ldst.-Oberleutnant Rudolf Fried, Ldstreg.; dent Oberleutnant i. d. Ev. Siegmund Reiß, Ldst.-Jnf.-Bat-; dem vor dem Feinde gefallenen ehemaligen Leutnant d. R. Israel Klaube r. ung. Ldwreg.f das silberne Signum laUdis bei gleichzeitiger Verleihung der Schwerter (Neuerliche Allerhöchste belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten dem Oberleutnant d. R. Gustav A ruft ein, J.-R.; dem Oberleutnant Dr. jur. Alfred Donath, bosn.-herz. J. -R.; dem Oberleutnant Josef Grünwald, Fest.-Art.-