Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 11 (16.3.1917)
- Date
- 1917-03-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 162 . Gr. BlM's Er. ist im Gegenteil dem Judentum geradezu abhold, da es „gar so verstockt und blind ist". Aber gerade diese Tatsache und daß er selbst trotzdem nicht so verstockt und Llirch ist, um das mustergültige Benehmen der Juden zu verschweigen oder, zu verkleinern, legt seinen zeillich unmittelbaren Mitteilungen besonderes Gewicht und. mti so größeren historischer Wert bei. .7 Um an seiner wahren Judengesinnung von vornherein keinen Zweifel auskoMmen zu lassen, vergißt er nicht, recht oft Wünsche und : Stoßseufzer „von wegen der Bekehrung! der....Inden" emzuflechten, weshalb er seine Schilderung, „wie . diese (die Salzburger) Pilgrime auf chrer Reise von den Juden ausgenommen" wurden, folgenderuraßen beginnt: § 1. „Wem ist unbekannt, daß die Juden sonst abgesagte Feinde der Christen genennet werden? Sie verwerfen denjenigen, auf welchen sich unsere ganze Seeligkeit gründet. Sie gehen in ihrem verstockten Sinn einher und warten noch auf einen von Gott versprochenen Mesiain und Heyland der Welt, den ihre Väter schon 'vor mchr als 1700'Jahren ans Kreuz nageln ließen. Es kann demnach! sticht anders seyn, diese Menschen Wessen einen Haß gegen alle Christen haben. Jst's wahr, wie es denn wahrhaftig, ist, daß Jesus' der rechte .Messias und Erlöser der Welt ist, so müssen die Juden alle miteinander verlohren und verdammt seyn, denn sie verwerfen denjenigen, in demalles Heyl und Seeligkeit zu finden-können sich nun die Salzburger wohl .vernünftiger Weise von denen das geringste Gute versprechen, die denjenigen verachten und verwerfen, uM Lassen Willen sie Fremdlinge und Pilgrime geworden?" Dann aber fährt er fort: „Gleichwohl ist's doch, wider aller Vermuten, geschehen. Die Juden haben diesen Glaubenshelden an vielen Orten Liebe erwiesen, fast an keinem einzigen aber chnen das geringste Leyd zugefüget. Es hat mir die Antwort insonderheit Wohlgefallen, die ein Jude mt einem gewissen Orte jemanden gegeben, da er gefragt worden: Warum er diese Leute so reichlich beschenke, da es doch Christen wären? Cs bestund dieselbe. daxinn, daß er sagte: Cs wären aber doch Menschen und wären auch nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen. Gott aber habe befohlen, man solle sich gegen Fremdlinge.gütlich bezeugen. Und er stelle sich das Exempel seiner Vorfahren dabey vor, als sie aus Aegypten gezogen. Denen würde es ohne Zweifel sehr gut gefallen haben, wenn ihnen arrdere jaus chrer Reyse gütlich getan und! sie erquicket hätten, und nun „erzählt er dem geneigten : Leser", was er an konkreten Fällen von den Wohltaten der Juden weiß. Charakteristisch ist, im Gegensätze hiezu, sein Bericht von den Crsahrmrigen der Exultanten bei den Katholischen, den „Päpistest^, und noch.mehr seine Nachricht;,von der Aufnahme dieser vertriebenen Leute bei den Evangelischen, als ihren Glaubensgenossen". In rühmenswerter objektiver Weise verschweigt Göcking weder die vorgekomwenen Roheiten der ersteren noch die betrübenden LiÄlosigkeiten der letzteren. Sie mögen daher hier vor der Wiedergabe seiner Judenberichte ihren Platz finden. Das Vorgehen der Juden wird hiedurch! in ein um so helleres Licht gerückt: ' „Den Anfang davon," so schildert er das Benehmen der Christen in manchen katholischen Dörfern, „macht das Dorf Klein-Noerdlingen.' Hier konnten die Emigranten keinen Tropfen Wasser kriegen, ob sie gleich es für Held zu erkaufen sich! erboten. Die Papisten hatten aste Mmer von den Brunnen, abgenommen. Dies er--^ fuhren die dortigen Juden. . Weil nun dieselben ihren eigenen Brunnen haben, so führten sie die Emigranten seWst dorthin und ließen, ihnen schöpfen, so viel, sie wollten. Ja, was noch mehr, sie-, reichten ihnen. Bier WMenMst"!! Nr. 11 und Brot und leisteten ihnen alle hülfliche Handreichung. Nun, da sie wegzogen, gaben sie ihnen, nach ihrem geringen Vermögen, noch Geld mit auf den Weg."- — „In Donauwörth sagten die Einwohner zu den Emigranten: Diese ketzerischen Leute seien werth, daß snan sie allzusammen auf dem Schellenberge aufhänge." Nicht viel besser lauten die Berichte von der Gastfreundschaft mancher der eigentlichen Glaubensbr-Mer' in evangelischen Orten. So erzählt unser Gewährsmann von Freising (Oberbayern), Rain (Schwaben): „In allen diesen Städten Haben wir .über Nachjt gelegen. Es begegnete uns nichts besonderes, aber man machte uns das Brot kleiner. Das Bier mußten wir auchj theuerer bezahlen und für die Fuhren mußten wir des Tages 3—4 Thaler geben. Darauf kamen wir ins Schwäbische. Wir kehrten in einem Wirtshaus ein, dessen Name mir aber nicht! bewußt ist. Wir wurden von dem Pfleger dieses Ortes sehr hart gehalten. Wir mußten alle in einem1 Wirtsj-i Haus bleiben und keiner dürfte von der Stelle gehen. Man wollte uns nicht eine Hand voll Stroh!,überlassen und niemand durfte etwas kochen." Wie ganz anders klingt nun aber das, was Göcking von dem Benehmen der Juden zu verzeichnen hat. Es sei ihm 'im folgenden selber das Wort erteilt. Obgleich seine breite, wortreiche Darstellungsweise oft ermüdend wirkt, entbehrt. gerade der volle Wortlaut derselben trotzdem nicht des Interessanten und' Anschaulichen: § 3. „In Harburg. (Schwaben), Gunzenhausen . (Mittelfranken), Weimar und Hildesheim trifft man auch dergleichen Exempel von den Juden, daß sie diesen Wanderern die Beschwerlichkeit chrer Reise zu versüßen gesucht. Die Juden in Harburg beschenkten sie nicht allein, sondern erboten sich! auch!, ihnen freie Herberge zu geben und sie in ihren Wohnungen aufzunehmen. Die Juden in Gunzesthausen' sind -selbst blutarme Leute... Aber dessen ungeachtet, brachten sie zwei Reichsthaler unter sich zusammen und trugen solche zu dem Commiffario Gödel mit der Bitte, diese Kleinigkeit unter die- Salzburger Emigranten zu verteilen. In Hildesheim erzeigten sich die Juden gleichfalls freiwillig bei hem Durchzuge der Emigranten und beschenkten sie reichlich, sind in Weimar, allwo damals! etliche Juden in der Stadt waren, legten sie ihr Miös leyden und Wohlthun auf eine ihnen sonst ganz unge-i wohnliche Art (?!), zu Tage. § 4. So mußj Man die Freigebigkeit und das- Mitleyden der Halberstädtischen Juden gegen diese Flüchtlinge rühmen. Diese legten! 36 Thaler freiwillig unter sich zusammen und händigten solche dem Kriegsrath Ursius ein. Ja ich habe die gewisse Nachricht, daß dieselben, wenn man alles zusammen rechnet, was sie ihnen hier und dar in Halberstadt geschenket, beinahe anderL- . Halbhundert'Reichsthaler ihnen zugewandt. Und das meiste, so haben sie von freyen Stücken und aus eigenem Antriebe in dem Tempel ausrusen lassen: Di er solle verfluchet fein,- der den geringsten Profit än diesen Leuten suchte. § 5. In Halle spielte ein Salzburger mit einem neuen blanken Geldstücke. Ein Jude nahm es ihm weg, schenkte es ihm aber wieder und noch; einen Betrag dazu, § 6. In Nauen stund eine Jüdin auf der Gaffe, die einen . Beutel mit Geld in her Hand hatten Diese teilte! Ms ihrem Beutel allen undjeden mit,- die vorbey gingen. Nun fand sich auch ein kvMker Mann unter den Salzburgern, der nach der, Apotheke ging, um sich daselbst ,Arzney geben zu lassen. Der Wotheker gab. ihM auch dieselbe ohne Entgeld. Die Jüdin, welche diesen kranken Mann ansichtig. wuxde, ging hiwstber vor die