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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-03-09 · 10 (9.3.1917) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
10 (9.3.1917)
Date
1917-03-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Dr. Bloch's Wochenschrift" Nr. 10 Seite ISO k. k. Ldst.-Res.-Wach^neister Jakob Schuster, k. u. k. Res.-Feldwebel Jakob Klauser, k. k. Ldst.-ZugssA)rer Tit.-Feldwebel Siegfr. Schlesinger; mit dem eisernen Verdien stkrenz am Bande der Tapferkeits'medaille: Kriegsfreiwllliger Tit.-Korp0ral Mayer Tuch, k. u. k. Ldst.- Kanonier Tit.-Korporal Bernhard Kraus z, k. u. k. Mst-^Zugsführer Mraham Berkovics, k. k. Infanterist Franz Bernstein, k. u. k. Gefreiter Tit.-Korporal Mraham Pfeiffer. Drei Söhne iw Iekde. Vorige Woche wurde Otto Erbe r, der jüngste Sohn des Möbelhändlers und Kultusvorstandsmitgliedes Herrn Hermann Erber in Klosterneuburg, mit der bronzenen Tapferkeitsmedaille dekoriert. Ein älterer Sohn desselben, Max, avancierte in derselben Woche zum Sanitätsleutnant und ist Besitzer der silbernen Tapferkeits- Medaille und des goldenen Verdienstkreuzes. Der älteste Sohn desselben, Norbert; befindet sich! ebenfalls an der Front und besitzt das' große silberne Verdienstkreuz mit der Krone anr Bande der Tapferkeitsmedaille und wurde vor kurzem noch! mit dem Eisernen Kreuze mit der Krone am Bande der TapferkeitsMedaille ausgezeichnet. Ernennung eines Aetdravöiners. Der israel. Seelsorger Rubin Färber wurde zum Feldrabbiner i. d. Res. ernannt und dem Platzkommando ür Wien zur aktiven Dienstleistung zugewiesen. Auszeichnungen nach dem Jode. Se. Majestät der Kaiser hat verliehen: das MilitärverdienUreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration imb den Schwertern für tapferes Verhalten dein vor dem Feinde gefallenen Leutnant d. R.- Leiser' Kohn, falsc Günsberg, J.-R. Das Armee-Oberkommando hat verliehen: die silberne Tapferkeitsmedaille 1: Klasse dem vor dem Feinde gefallerren Gefreiterr Moses S ch a p i r a, Ldwreg.; dem Fähürich d. R. Michael Gr ü n borg und dem Gefreiterr Nehemias Beer, Ldwreg.; die silberne Tapferkeitsmedaille 2. Klasse den vor dem Feinde gefallenen Infanteristen Baruch Lutzer und Hern r ann Meilers Ldwreg. Ar. Moriz Mehrer. Unter zahlreicher Beteiligung fand anr 28. v. -M. das LerchenbegÄrgnis des Herrn Dr. Moriz Mehrer, Eiirjährig-Freiwilliger irr einem Artillerieregiment, statt. Der Verblichene, ein 33 jähriger, einer angesehenen jüdischen Familie entstammender, hochbegabter, junger Manu, starb, an den Folgen einer im Dienste erlittenen Krankheit. Der Verlauf der Leichenfeier bewies die allgenreine Wertschätzung des Verblichenen. Nach einem Gebete des Feldrabbiners Herrn Dr.Frankfurter hielt Herr Dr. Feuchtwang einen tiefempfundenen Nachruf. Hierauf sprach an der Bahre Herr Dr. S.regmund Kohn, der die juristischen Fähigkeiten und Ehrlichkeit in tiefenchfuudener Rede hervorhob. Schließlich widmete Herr Bernhard H o fb a u e r, ObMann des Vereines „Einheit", dein Verblichenen innige Worte des Mschiedes und rühmte in oft von Rührung übermannter Rede die hohen jüdischen Tugenden, den .Wohltätigkeitssinn des leider so früh Verstorbenen. Höerkeutnant Ale.r. von Malinowssti. Löbliche Redaktion! Die jüdischen Soldaten der 6./80. Ersatzkompagnie in Janosi (Ungarn) bitten, in ihrem' Namen in Ihrem - gesch. Blatte die herzlichen Glücklvünsche für den KompagniekomMandanten, Herrn k. u. k. Oberleutnant Alex, v. Malin owski, zu seiner Ernennung zum Oberleutnant zu veröffentlichen. Im nroralischen Sinne ' überrascht uns sein anerkanntes Verdienst seitens des Militärärars nicht, wir sind schon längst überzeugt von dessen würdige Verdienste und seinein loyalen Benehmen gegenüber der jüdischen Mannschaft, da er keine konfessionellen Unterschiede kennt und uns tatkräftigst unterstützt, wo es sich uM jüdische religiöse Angelegenheiten handelt. Wir freuen -uns, ihn lauf diesem Wege beglückwünscherr zu können, -und beten zu Gott für sein glückliches Fortjvirken zum Wähle der Armee und des Vaterlandes. Wenn er manchmal zu uns energische ist, sind wir .überzeugt, daß es Nur als 'Mann von Loyalität, als Mensch: von Humanität und schließlich als ehrlicher Christ geschieht, dessen heiligste Lebensaufgabe die Pflichterfüllung der Nächstenliebe ist. Mit bestent. Danke und vorzüglicher Hochachtung Nathan Gelber. Der öayerische Kriegsminister gegen die konfesstonesse Werhehung. Der bayerische Krieg'sMinister v. Hellingrath sagte im Finanzausschuß! des Landtages in bezug auf die j ü h i s ch e n Soldaten: j,,Jch. kenne An! Heere, keine sEhristen und keine Juden; ich! kenne nur Soldaten,, ebenso wie ich nur Staatsbürger kenne und keine Parteiangehörige. Die angeordnete Statistik nach: Konfessionen hat leider eine Wirkung hervorg-erufen, die sie nicht hüben sollte." Juden griechisch-kathottscher Könfesston. Von einem' interessanten Zwischenfall, der zu eurem regen Notenwechsel zwischen der rumänischen und russischen Regierung führte, weiß, die „Aurore". zu erzählen: Nach der rumänischen Kriegserklärung wurden unter anderen auch die in Paris lebenden rumänischen Inden aufgefordert, behufs' Eintritt in die rumänische Armee nach Rumänien zurückznkehren. Tatsächlich meldete sich eine Anzahl, rumänischer Juden bei der Gesandtschaft in Paris. Nun kam die Schwierigkeit. Der einzige freie Weg von Frankreich nach Rumänien führt über Rußland und die russische Regierung verweigerte selbst den rumänischen Juden, welche bereit waren, sich: für die Sache der Entente zu opfern, den Durchzug durch Rußland. Da alle Vorstellungen vergeblich: waren, kaut die rumänische Gesandtschaft auf die geniale Idee, den rumänischen Studenten Pässe mit dem Vermerk: „griechische katholischer Konfession" auszusolgen. Selbstverständlich lehnten die rumänischen Juden diese Russisizierung -Mit Nachsicht der Taufe freundlich, aber entschieden ab. In dem Glauben, daß sie durch ihr patriotisches Opfer nach dem Kriege endlichmit Gerechtigkeit und init Gewährung der Menschenrechte belohnt würden, wollten sie eben als Juden dein Ruse der rumänischen Regierung folgen. Da nun die rumänische Regierung auf dieses, leichtgläubige Kanonenfutter durchaus nicht verzichten will, werden die Verhandlungen in dieser echt russisch-rnnränischeN Frage auf diplomatischem Wege weitergeführt. Es ist jedenfalls köstlich, wie Rußland selbst seine Alliierten behandelt,- wenn es sich: um Juden.handelt, und -selbst in Paris schüttelt män die Köpfe barMer, daß Angehörige eines verbündeten Staates nur deshalb ihre Militärdienstpflicht nicht erfüllen können, weil der liebe Alliierte sie daran hindert.

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