Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 9 (2.3.1917)
- Date
- 1917-03-02
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3020846-3022248-3022258--25822-3051146- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite IM Dr BloAj's Wochenschrift" Nr. 9, I. Warum die Zaddikim spät die Gebete verrichten. V . Der Suwaliwer Raw erzählt in seinem Werke: Man srng einst den heiligen Rabbi Israel aus' Ruzyn, weshalb viele Zaddikim die Zeit des' Gebetes nicht nach der Tradition emhalten. Er antwortete mit einem Gleichsnis: Der König hat eme Stunde bestinrmt, in welcher jedermann vor ihm erscheinen dürfe, um sein Airliegen vorzutragen. Nach dieser Zeit war es nicht gestaltet, zur Audienz Zu erscheinen. Selbstverständlich, daß diese Vorschrift nur für solche Leute galt, die in eigenen Persönlichen Angelegenheiten den König zu sprechen wünschten. Jene aber, die den König in Staatsangelegenheiten sprechen wollten, konnten immer und zu jeder Zeit bei ihm Audienz erhallen. 4. Die Fisolen-Mahlzeit. Emst , wandte er sich an einige seiner Anhänger mit folgender Geschichte: „Es war einmal ein Mann, dessen Gattin Mr ihn als' Mittagmahl Fisolen kochte. So fügte e§! sich viele Jahre. Einmal versäumte die Frau, das Mahl fertig zu bringen, und . die Fisolen waren zur gewöhnlichen Zeit nicht fertig. Als sie nun die Fisolen mit VerZögerung zu Tisch brachte, war ihr Gatte sehr aufgeregt und schrie seine Gattin an: „Auf biefeS Essen hast du mich solange warnen lassen? Ich habe gerechnet, wenn ich schon auf das Mittagmahl solange warten müßte, werde ich etwas Außerordentliches bekommen. Zum Schluß muß ich Fisolen essen." Also erzählte der Rabbi, verabschiedete sich von seinen Anhängern und die fuhren nach Hause. Als sie unterwegs in eurem Einkehrhause mit einem alten Manne, zusammeittrasen, ließen sie sich mit diesen in ein Gespräch ein und erzählten ihm auch von der Geschichte, mit der .sie der Rischiner verabschiedet hatte. 4 Der Alte sagte: „Der-ManmHönnte nur dann wegew Der Verzögerung der Fisolen Zürnen, als er mit seiner Frau nicht auch durch Innigkeit und Herzlichkeit verbunden wäre; wenn aber die Liebe des Mannes Zur Frau ihren Höhepunkt schon erreicht hat, wird er ob der verspäteten Fisolen nicht mehr zürnen."''. 7 Als sie nochmals nach RiZyn kamen und die Worte' des Alten nacherzählten, sagte er zu ihnen: „Der Alte bat wohl Recht, doch sage ich euch: Ihr sollt euer Gebet in der vorgeschriebenen Zeit verrichten." 5. D i e Freude. \ Als er unter der Anklage, er gebe sich als jüdischen König aus, eingesperrt wurde, deutete er die Worte des Psalmisten (Psalm 119, Vers 161 und 162): „Fürsten verfolgen mich, das' beunruhigt nrich nicht, weil es umsonst ist und ich unschuldig bin; doch vor Deinem Worte fürchte üch, d. h. ich fürchte, ob diese Verfolgung nicht in Deinem Ratschlüsse ist." Nach einer Weile aber übercegte er und fügte hinzu: „Wenn es aber doch in Deinem Ratschlüsse lag, dann — freue ich nrich, daß nach Deinen Worten geschieht, wie wenn Ich eine reiche Beute gefunden hätte." - 6. „B o m b o m" In fromrnen Gedanken vertieft, pflegte er gewohnheitsmäßig vor sich hm die Worte „boM bom" zu hxummm. Ein Weitling, der ein.Anliegen privater Natur zu ihm hatte, konnte, als er die sonderbaren Worte „bom bom" aus dem Munde des Rabbi vernahm, eilt Lachen nicht unterdrücken. Da fragte ihn der Ruzyner: „Warinn lachst du. denn?" Der Besucher erwiderte ungeniert: „Weil der Rabbi „bom bom" sagt." Der Ruzyner wandte sich dann an ihn: „Sagen wir denn nicht und wiederholen täglich im Schema-Gebet: „Wedibarto bom"?" Als der Weltting nach einiger Zeü wieder berm Ruzyner erschienen war,' brummte auch er vor-sich hin /,bom bom". DerÄabbi wandte sich, fragend ancheu Besücher, was das zu bedeuten habe, .und der Weltling erwiderte: „Sagte mir nicht unlängst der Rabbi,: es,7stehe,sö in der heiligen. Schrift?" Der Ruzyner erwiderte: „Ja, ja, es sind über zweierlei „bom". Denn es steht: ,,2addß hirn i.elche.;■ bom, w’poscliim jikoschle bom“. „Und so darfst du schon „bom" sagen." Kriefirasten . Tr. F. in Budapest.' Das Feuilleton wurde genau, nach Manuskript gedruckt und der Autor des Manuskriptes hat darin Zu „Berichtigungen" keinen Anlaß. . . , Jüdische Bühne. Direktion S. Podzamcze, 2. Bez., Taborstraße 12 (Hotel Stefanie). Wochen-Programm: Freitag, den 2. März: „Das heilige Opfer", Operette in vier Auszügen. Samstag, den 3. März, nachmittags 3 Uhr: „Der wilde Mensch". Drama von Gordm; abends halb 7 Uhr, zum erstenmale in dieser Saison: „Königin Esther", Operette in vier Aufzügen von Goldfaden. . Sonntag, den 4. März, nachmittags 3 Uhr: „Die gestörte Chafene", Lebensbild in vier Aufzügen von A. Eisenschlotz; abends halb. 7 Uhr: „Königin Esther". Montag, den 5. März, Anfang.7 Uhr: „Ehanczie". Dienstag, den 6. März, Anfang 7 Uhr : „Der. Tate Hot -die. Mame genemen". Mittwoch, den 7. März, Anfang 7 Uhr: „Eham in- Amerika", Lebensbild in vier AuMgen. Donnerstag, den 8.'März: Purimfest, Anfang 7 Uhr: „Königin Esther". ' - . Anläßlich des Ablebens meines teuren, unvergeßlichen Vaters sind mir von so vielen Seiten Beweise der Teilnahme und Beileidskundgebungen' zugekommen, daß ich außer Stande bin, leckem einzelnen persönlich zu danken. Ich bitte daher freundli bst, auf diesem Wege meinen innigsten und herzlichsten Dank entgegennehmen zu'wollen. Rabbiner Dr. Hehrer, in Krems a. d. Donau Jüdischerarmer Kriegsblinder - (Korp., silberne Tapferkeitsmedaille) bittet um eine Zither, um Zitherspielen zu lernen. Edle Menschenfreunde, welche eine solche ihm spenden wollen oder Geld zur Beschaffung schenken möchten, bitte ich, sich an Unterzeichneten zu wenden. Dr. V. Kurrein Rabbiner und Mil.-Se*4sörger Salzburg. | Invalider Jüdischer der für statistische Arbeiten befähigt ist, gesucht. Vorstellung;ab Montag) bei Dr. Birnbaum, Wien, II. Bez., Praterstraße 43, zwischen 4 und 6 Uhr nachmittags. Tüchtige Köchin für Alles die auch in der Hausführung und Pflege bereits tätig war, für ein streng religiöses Haus in Ungarn (Rabbiner) gesucht. Yorzustellen von 2—V24 Uhr II. Bez., Cerninplatz 5, Tür 6. Spezereilehrling pflogn"faa%enlmom Grüriwäld,; XXL, Schloßhoferstraße 25/ Jnnge, tüchtige Wirtschafterin sucht Stellung in streng religiösem Hause, womöglich zu einzelnem Hrtrrnj.geht auch auswärts. Zuschriften unter »F. W.« an die Administration dieses Blattes; .' 17m»tr9flÄVIGVinctotl verlässlicher intelligenter Herr ■ Ci li CtilCUdJJU&ICIIa (Anfang 30), aus guter Familie, der englischen, russischen, deutschen .und polnisch n Sprache mächtig, in Buchhaltung und Korrespondenz bewandert, beste Referenzen, militärfrei, sucht entsprechenden Posten.' Zuschriften; unter »R. B.« an die Administration des Blattes. G. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Do. Josef S. Bloch — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VII; 344