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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-03-02 · 9 (2.3.1917) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
9 (2.3.1917)
Date
1917-03-02
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Seite 14t Nr. 9 " Dr. Bloch's Wochenschnst" Wien. Herrn Markus B o n di, Seniorches der Me tallgroßhandlung Jakob N e u r a ttz. Wien, wurde der Titel/eines kaiserlichen Rates verliehen. So hat das rühmliche Wirken'und Schaffen eines' der Besten unserer Gemeinde auch, die Allerhöchste Anerkennung gesunden, trotzdem kaiserl. Rat Bon di nie nach Titeln strebte, sondern im Wohltun selbst, seinen schönsten Lohn suchte und fand. Wien. Redakteur und Schriftsteller Herr königlicher Rat Philips» Loew feierte dieser Tage seinen 60. Geburtstag. . Aus diesem Anlasse stellten sich Freunde und Verehrer des Jubilars, der sich , als Literat und Mensch allseitiger Hochachtung erfreut, mir herzlichen Glückwünschen ein. In erster Linie gratulierte der Journalisten- und Schriftstellerverein „Concordia", zu dessen Mtgliede Herr Loew seit nahezu einem 'Vierteljahrhundert gehört. Königlicher Rat Loew ist in seiner oublizistischen Tätigkeit eifrig für den Ausgleich zwischen Ungarn und Kroatien eingetretea und seine ethnographischen Werke über den Balkan sind in zahlreiche fremde Sprachen übersetzt worden. Wim. Das k. u. k. Kriegsministerinm hat mit Beiblatt. 9 zum Verordnnngisblatt für das k. u. k. Heer, 8nb Z Abt. 9, Nr. 4621, vom 17. Februar 1917, eine „Uebersichr 'über die in der Zeit vom 1. Februar 1917 bis 31. Januar 1918 N. St. nach Dienstzulässigkeit freizugebenden Feiertage" ansgegeben, welcher zu entnehmerr ist, daß für jüdische Militärpersonen folgende Feiertage als . freizugebende Tage gellen: der Nachmittag des 6., der 7. und 8. April (Ostern), dann der 27. und 28. Mai (Offenbarungsfest), der 17. uno 18. September (Neujahrsfest), dann der Abend des 25. und der 26. Sep-s tembcr (Versöhnnngslag). Mbrässch-Mabemische Deremigüng „Hatchijah", Wien. Wien, 2. Bez., Obere Donaustraße 65. Die letzthin angesagte Diskussion mutzte abgesagt .werden. An ihr«. Stelle trat der Vortrag unseres Bb. Schalom Baron über ,,H'scheelath hatheatron haiwri". Samstag, den 3. Märzi um halb 6 Uhr abends, spricht in unserem Vereinslokale Herr stud. phil. Brück über „Hachusch hamdini czel hajchudim". Samstag, den 10. März, wird Bb. cand. phil. Zwi Koretz sprechen. Hebräisch sprechende Gäste ^willkommen! Wien-Mariahilf. Am 25. .Februar verschied hochbetagt der Tempelfunktionär Herr Salomon Lippia kurz vor Vollendung seines fünfzigsten Dienstjahres. Mit ihm ist ein traditionelles Wahrzeichen ,'ks Mir.au.Uer Ku tuslearns dahinge-angen, d nn durch ein halbes Jahrhundert zanv man den ungemein pflichteifrigen Mann, der nie einen Urlaub in Anspruch nahm, auf seinem Platze. Ein gründliches jüdisches Wesen, tiefe Menschenkenntnis und Lebenserfahrung, persönliche Liebenswürdigkeit, gepaart mit einem nie versagenden Humor und einer ungewöhnlichen B.'rufssreudlgkeit, p äd-niu erren tun für icm Ülmt, das er ersprießlich und erfolgreich verwaltete, und sein schwer zu ersetzender Verlust hinterlätzt beim Mariahilfer Tempelverem eine empfindliche Lücke. Das Leichenbegängnis fand am vergangenen Dienstag unter großer Beteiligung statt,' nach den durch Herrn Oberkantor Dünmann vorgetragenen Trauergesängen hielt Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Dobrinsky dem Verblichenen einen trefflichen Nachruf, woraus der Präsident des Mariahilfer Tempelvereines, Herr Dr. Jacob Engel, in beredten Worten die Tätigkeit und seltene Pflichttreue des Heimgegangenen würdigte. Der im Leben Unermüdliche, er ruhe in Frieden! —y. Alice Funk, geborene Hirschl, gestorben 22. Febr. 1917. Von den vielen klugen und guten Frauen, die ich gekannt, welche das Judentum hervorgebracht, die klügste und beste, eine von jenen, von denen nach des Dichters Wort die Oeffentlichkeit nie sprach, ist dieser Tage heimgeganaen. und neben ihrem Gatten, dem vor 34 Jahren bei einer Entbindung plötzlich verschiedenen hervorragenden Dozenten der Geburtshilfe Dr. Mar Funk, dem bei längerem Leben wohl eine ordentliche Professur - geblüht .hätte, begraben worden. „Selten groß waren. die Gaben, ihres Geistes, aber größer die ihres Herzens" sagte Dr. Bach Lei dem Begräbnisse, dem nach ihrem Wunsche nur die Nächsten beiwohnten. Wäre Alice Funk nicht in den fünfziger Jahren als die Tochter des Patriziers S. Hirschl — er und sein Vater Moses find in Arad und Döbling unvergessene Wohltäter gewesen —. fern von jeder Frauenemanzipation. zur Welt gekommen, so hätten, nach dem Urteil meines Vaters, ihre technischen Talente, ihre musikalische Begabung, ihre Geistesblitze einen großen Kreis gefördert. So -begnügte sie sich, Tochter, Gattin und Mutter zu sein. In ihrem traulichen Heim in Döbling suchte nach des Tages Mühen und Plagen unser großer Finanzminister Emil Steinb a ch Erholung, und es ist nicht zuviel gefagr, wenn das unendlich Gute, das er für Oesterreich gewirkt, und das Kaiser Franz Josef durch seine Anwesenheit bei seinem Begräbnisse geehrt hat, zum Teile der täglichen Aus- und Rücksprache mit dieser genialen Frau, seiner Cousine, zurückzuführen ist. 'Obwohl in bescheidenen Verhältnissen und jeder Vereinsmeierei abhold, hat sie hunderte Eristenzen dank ihrem Rat. ihrer Fürsorge gefördert und gerettet, verborgene Talente hervorgeholt. Einen mir nahe stehenden genialen Mann hat sie durch ihre Lebensklugheit vor völligem Untergänge in so -diskreter Weise gerettet, daß er nie erfahren wird, wer seine Wohltäterin war. „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut", dieses Dichterwort scheint mir eigens für Alice Funk geprägt, und vielen, vielen, die mit mir um diese einsame Frau. weinen und mit den Geschwistern und Töchtern trauern, von denen eine mit dem Hof- und Eerichtsadvokaten Dr. Mar Modern, dem Sohne des verstorbenen Architekten Jacob Modern. vermählt ist. die eine hoffnungsvolle junge Schriftstellerin, Elisabeth Johanny, ist. Clotilde Benedikt. .Austritte aus dem! Judentum!. vom 13. bis 24. Februar 1917. Baumgarten Julie, geb. GvLnhut, geb. 12. September 1888, Budapest. 4. Bez., Schwindgasse 4/ . ' Elster Chancie, geb. 11. März 1884, Kolonien. 4. Bez., Lambrechtgasse 15. Kohimann Michael, Techniker, geb. 3. März 1894, Sümeg (Kom. Zala), 20. Bez., Marchfeldstraße 9. Krämer Emik, k. k. Bezirksleiter, geb. 10. Mai 1875, Suczawa, 9. Bez., Pramergasse 6. * Landsberger Julia, Handelsschülerin, geb. 26. November 1902, Wie i, 9. Bez., Fuchstallergasse 13. Mautr e Conrad David» Fabrikant, gebi 23. Februar 1880, Wien. 18. Bez.- - Kheoenhüllerstraße 8: Mautire Anna, geb. Reumann» Fabrikantensgattin, geb. 19. März 1879, Wien, 18. Bez., Kheoenhüllerstraße 8. Reiser G'vrg, Student, geb. 28. Oktober 1399, Wien. 1. Bez., Elisabrthstraße 24. Nervillof Gerda» geb. 12. September 1891, Wien, 6. Bez., Mariahilferstraße 12. Roth Josef, Mag. Pharm., geb. 18 Juni 1867, Jborow, 8. Bez., Josefstädterstraße 7. Sattler Ludwig, Realschüler, geb. 23. Juli 1899, Wien, 7. Bez.. Westbahnstraße 5. Schlesinger Irma, geb. Herz, geb. 20. März 1891, Budapest, 1. Bez., Kärntnerstraße 6. Spitz Anna, geb. 7. August 1890, Wien, 9. Bez., Schulz- Strasnigkygasse 7. Steiner Oswald Anton, -Handelsakademiker, geb. 11. Juni 1899, Wien, 13. Bez., Gloriettegasse 1. WaTke Richard Dr., Ado.-Kand. und Schriftsteller, geb. 3. Februar 1860, Prag. 19. Bez., Gymnasiumstraße 64. Franzensbad. (Silberne Hochzeit.) Am 10. Februar beging der Kultusvorsteher und Stadtrat der Kurstadt Franzensbad mit seiner Gemahlin Frau Louise, geb. P i ck» das Fest der silbernen Hochzeit. Herr Theodor Spie gl steht seit einer Reihe von Jahren an der Spitze der Franzensbader Kultusgemeinde. Er leitet mit Umsicht und Großzügigkeit das israek. Hospital, das im Dienste der leidenden und mittellosen Menschheit steht. Seit der Ansiedlung >der Kriegsflüchtlinge traten an den Herrn Kultusvorsteher weit Höhere Anforderungen heran, da der größte Teil der Arbeitslast auf seinen Schultern ruht. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß seinen Bemühungen der Einlauf bedeutender Spenven an Geld und iGeldeswert zugunsten der Flüchtlingsfürforge 311 Danken ist. Er wirkt auch segensreich als Stadtrat. Obmann der Finaitzfektion und Kassier des staatlichen Herzheilbades usio. Aus Anlaß der Silberhochzeit wurde der Jubilar im schöngeschmückten Tempel mit illustriertem „Jajmod" zur Thora vom Kantor E 0 t 1 l i e b gerufen. Nach dem üblichen Mischeberach hob Rabbiner Dr. Spitzer in einer längeren Ansprache die Verdienste des Kultusvorstehers auf verschiedenen Gebieten des öffentlichen Lebens hervor. Die schöne Rede rührte den Jubilar zu Tränen. Im Verlaufe des Tages erschienen im Hause des Jubelpaars die vornehmsten Honoratorien der Kurstadt, darunter Herr Bürgermeister Eugen Lo im an n und Stadtrat Dr. Hirsch, die Beamten der Kultusgemeinde und die im Kultussprengel Franzensbad wohnhaften Kriegsflüchtlinge. Ad mutioi am s. W rpl).

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