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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-02-23 · 8 (23.2.1917) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
8 (23.2.1917)
Date
1917-02-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 8 Sette 123 Dr. Bloch's Wochenschrift' vor dem Hungertode. Die Erhaltungskosten dieser Institution belaufen sich! auf etwa 8500 Kronen monatlich. In der nächsten Zeit soll nun eine zweite rituelle Küche für die jüdische Intelligenz aus den Mitteln der städti- }¥jen Approvisi-onierung ins' Leben gerufen werden. Der Stellvertreter des NegierungskoMmiffärs Dr. Schleicher hat sich diesbezüglich an Frau Rosa Metzer, die in so unermüdlicher und bewährter Weise der obgenannten Volksküche vorsteht, mit dein Ersuchen gewendet, sie möge auch die Leitung des neuen Humanitären Unternehmens übernehmen. Ueber die Leistungen der unter Leitung der Frau Klasten stehenden jüdischen Werkstätten und des von Fräulein Prjochni'k geleiteten Kin-derheimes soll bei anderer Gelegenheit berichtet werden. Auch hier luirb dankder Opferwilligkeit weniger Personen segensreiche, soziale Arbeit geleistet. B. . . k. Eine Franz Josef-Stiftung für Kriegswitwen und -Waisen in Osijek. Wir erhalten folgenden A u fruf mit der Bitte um Berösfentlichung: In der aut 28. November 1916 abgehaltenen Trauerversammlung der israelitischen Kultusgemeinde zu Osijek wurde zur Ehrung des Andenkens an unseren hochseligen König, weil. Franz Josef I., auf Antrag des Kultus'vorstehers Dr. Hugo Spitzer eine Wohltätigkeitsstiftung im Schoße der isr. Knltusgemeinde gegründet. Die Zinsen dieser Stiftung sollen zur Unterstützung von armen Witwen und Waisen unserer auf dem Felde der Ehre gefallenen Vaterlandsverteidiger dienen. Um das Stiftungs'kapital auf eine je größere Höhe zu bringen und jedermann, den das. Gefühl der Dankbarkeit und der patriotisch-humanitären Begeisterung dazu bewegt, Gelegenheit zu bieten, sich an diesem edlen Werke der Menschlichkeit nach Maßgabe seiner materiellen Verhältnisse zu beteiligen, richtet der gefertigte Vorstand an alle Glaubensgenossen dieser Kültusgemeinde sowie an alle Osijeker in der näheren und weiteren Umgebung die hochachtungsvolle Bitte, einen beliebigen Beitrag zu dieser Stiftung widmen zu wollen, damit das' in unserer Mitte zu errichtende Denkmal homogialer Ehrfurcht und unwandelbarer, dankbarer Treue für den hochseligeu, gütigen Landesvater ein je höherragendes und imposanteres Zeugnis unserer patriotischen Gesinnung äblege. Osijek, am 12. Februar 1917. Der Borstand der israelitischen Kultusgemeinde Osijek. I. N. Schulhof, Vorfleherstellvertreter. N. Schwarz, Sekretär. Die erste Sitzung des! Amerikanisch-Jüdischen Kongrest- Komitees. Der 25. Dezember 1916 ist ein für die Geschichte der Juden Amerikas historischer Tag. Zwei Jahre dauerte es, bevor die erste Konferenz des Kongreß-Organisierungsl'omitees zusäMMentreten konnte, die alle Parteien im Judentum vertrat. Colonel Cutter, einer derjenigen, die am meisten dazu getan haben, den Ausgleich herbeizuführell, eröffnete die Sitzung und bat Herrn Rabbiner Dr. Pereira Men des, ein Gebet zu sprechen. Darauf wurden die Namen der Delegierten verlesen, die mit. wenigen Ausnahmen erschienen waren. Die M o r g e n s i tz u n g galt hauptsächlich der Wahl des vorläufigen' Präsidenten für das neue Komitee. Als erster Redner.sprach Judge Julian W.Mack, der die Wahl von Louis Marsh all, dem Vorsitzenden des Amerikanisch-Jüdischen Komitees', vorschlug. Diese Nominierung wurde von Jacob Penkin unterstützt. Professor Kalken schlug Adolph Krause, den Grand Master des Independent Order ,^B'nai-B'rith", vor. Als Vorsitzender des einzigen jüdischen internationalen Ordens, dessen Aufgabe es sei, Frieden und Harmonie innerhalb des Judentums zu verbreiten, gebühre der Vorsitz im Kongreßkomitee dem Präsidenten dieses Ordens. Judge Hugo Pam unterstützte diesen Antrag. In namentlicher Abstimmung wurde Herr Adolph Krause (49 Stimmen) gegen Herrn Louis Mars hall (45 Stimmen) gewählt. Zum provisorischen Sekretär wurde Bernard G. Richards ernannt. Sodann erfolgte die Wahl folgender Komitees : Nom i n i e r u n g 's k o m i t e e: Samuel A l s ch u l e r, Max Silverstein, Cyrus L. L-ulzberger, M. L. Avn e r, Charles A. C ow e n, B. Zucker man, I. L. Lorie, Edwin Romberg. Salomon Sufrin, Henry L e v i n s o n, Dr. I. L. Bluestone, B. S e M e l. I. Masse, Max G old färb. I. M. Ullmann; Zeit- und Ortkomitee: M. Hillquit, Dr. Samuel S h u l m a n, Simon Wolf. Max Ster n, Louis E. Levy, Leo H. Hoffmann. S. Alnei; Wahkm e t h o d e n k o m i t e e: Louis E. K i r st e i n. Joseph D ch o e n b e r g, I. G. Groß b e r g, Jacob F u r t h, Max Eckman, F. Rosenbtatt, Professor I. A. Hourwich, Samuel Dorf, Bernard A. Rosenblatt, I'. R. Salutsky, Ben Shlesinger; Hilfsarbeitkomitee: Louis Marshall, Charles Hartman. Max Mitchel, Dr. I. L. Magnes, Max Shulman, M. Olgin, Dr. S. Ellsberg. Die N a ch m i t t a g s s i tz u n g war den Berichten der verschiedenen Komitees gewidmet. Als erstes berichtete das Komitee, das die Frage der Zeit und des Ortes des Kongresses zu lösen hatte. Auf Grund dieses Berichtes wurde beschlossen: 1. paß der Kongreß in Washington abgehalten werde: 2. daß die Wahl von Delegierten zum Kongreß sofort beginnen solle, so daß die gewählten Delegierten sich bereithalten können, auf Grund einer kurzen Ver ständigung zum Kongresse zusammenzutreten. Die Namen und Adressen der gewählten Delegierten sind sofort nach ihrer Ernennung dein Administrationskomitee mitzuteilen. 3. Daß die Festsetzung des genauen Datums des Kongresses dem Ad mini stra t ionskomitee überlassen werden solle. Mit der Maßgabe jedoch, daß dieses Datum nicht später als auf den ersten Tag des Monats Mai 1917 falle, wenn nicht am oder vor dem 1.5. März 1917 das Administrationskomitee durch zwei Drittel- Stimmenmehrheit es für unzweckmäßig erklären sollte, den Kongreß vor dem' 1. Mai 1917 einzuberufen; in diesem Fälle soll das? Exekutivkomitee am ersten Sonntag des April 1917 zusammentreten und das Datum des Kongresses endgiltig festsetzen. Der Bericht, der vom „Constructive-Relief-Committee" (Hilfsarbeitskomitee) erstattet wurde, rief eine Diskussion hervor, die sich im Wesentlichen darum drehte, ob der Kongreß, der iM übrigen in seiner Behandlung der wiederausbauenden Hitfsarbeit unabhängig sein solle, sich in diesem Punkte mit den drei bestehenden jüdisch-amerikanischen Hilfskomitees in Verbindung setzen solle. Dr. Syrkin trat dem entgegen, indem er auf die Möglichkeit hinwies, daß der Kongreß eine permanente Institution werden könnte. Eine andere Partei wünschte die Behandlung der Hilfsfrage durch den Kongreß, jedoch durch die Vermittlung der bestehenden Institutionen, damit diese Institutionen, falls die Hilfsarbeit für mehr als ein Jahr fortgesetzt werden muß, in der Lage sind, die Arbeit weiterzuführen. Ein Antrag von Dr. Harry Friedenwald wurde schließlich angenommen, daß die Frage des ö k o n o m i s ch e n Wiederaufbaues auf der Tagesordnung des Kongresses zu stehen habe und daß die Entscheidung über die Detailfragen dein Kon grosse selbst überlassen werden solle.

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