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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-02-16 · 7 (16.2.1917) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
7 (16.2.1917)
Date
1917-02-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Nr. 7 Seite 106 Dr. BLoch's Kriegsgefangeneirlagern auslösten. Der wärmste Dank gebart jedem 'Einzelnen der Vielen, die durch Geld- oder Bücherspenden die Ausgabe der Samnrelstelle gefördert haben, aber noch iuttner langen Bitten um Bücher ans den Lagern ein, denen entsprochen werden soll. So tritt denn die Samnrelstelle in daszweite Jahr chrer Tätigkeit, erfüllt von dein Bewußtsein, daß es ihr dank der verständnisvollen werktätigen Unterstützung weiter Kreise gelungen ist, dem' erstrebten Ziele näher zu kommen, nicht minder aber auch getragen von dem festen Vertrauen, daß weitere reichliche Bücher- und Geldspenden aus allen Kreisen, von Behörden, Bibliotheken und Vereinen sie in die Lage versetzen werden, unsere Gefangenen in den feindlichen Staaten trotz ihrer Abgeschlossenheit reichlich Mit geistiger Nahrung, Studien-, bauungs- und Beschäftigungsbüchern und Noten sowie Musikinstrumenten zu versehen. .Tie neueste Katastrophe Mr Palästina. Durch die jüngste Wendung der Dinge werden unsere bisher schon von äußerster Mt bedrängten Schützlinge dem unfehlbaren Unterfange vreisgegeben, wem: nicht die Judenheit Oesterreich-Ungarns' und Deutschlands sogleich alles aufbietet, unt beit Aermsteu, unter ihnen Hunderten von KriegÄvaisen, das unentbehrliche Stück Brot, den hilflosen Kranken Medikamente Zu sichern. Bon dem Ausbleiben der amerikanischen Unterstützungen ist für^ das schwergeprüfte Palästina das Versiegen einer Hilfsquelle zu befürchten, für die unverzüglich nach Kräften ein Ersatz gesucht werden muß. Unsere Waffenbrüderschaft mit Deutschland wird sich, so hoffen wir, auch als Arbeitsgemeinschaft, bewähren in unserem Hilfswerke, das zum Wohle des Heiligen Landes wirksam bei jedem jüdisch fühlenden Herzen tatkräftiger Förderung begegnen sollte. , Wir wenden uns daher an alle unsere Gönner mit der eindringlichen Bitte,' uns weiter w ie bisher zu - unter-- stützen und. in ihren Bekanntenkreisen unserem Hilfswerke neue Freunde zu werben. Das Präsidium der „Hilfskommission 1915" ft'ir Palästina, Wien, 4. Bezirk, Frankenberggasse 14. Sämtliche Spenden sind an das Bankhaus S. M. v. Rothschild, Wien, 1. Bez., Renngasse 3 (auf Konto „Hilfskommission 1915 für Palästina" oder „Kriegsspitalshilfe für Palästina"). Einweihung einer Militärsynagogc. In Marburg wurde am 7. Januar 1917 die dortige neuerrichtete, herrlich ansgestattete Militärsynagoge feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Die Idee zur Gründung eines Gotteshauses in Marburg ist dem Herrn Oblt. Dr. Menöelsohn zu danken, der unter tatkräftiger Unterstützung des Garnisonschefarztes, des Herrn Oberstabsarztes 1. Kl. Dr. Adam Bergmann, die nötigen Vorarbeiten durchführte. Die materielle Grundlage wurde durch Sammlungen, welche von dem ftüher hier stationierten Feldrabbiner Dr. Nagelberg sowie von deur Feldrabbiner der 5. Armee Dr. Tauber mit Erfolg eingeleitet wurden, geschaffen. In besonderein Maße beteiligten sich die jüdischen Gemerndemitglieder Marburgs — so z. B. sperr-. bete Herr Rvsenberg die namhafte Summe von 500 Kronen —, ferner viele jüdische Offiziere. Die eigentliche Feier begann mit dem Einheben der Thorarolle in die Bundeslade. Hiernach wurde vom Kantor Schön aus Lemberg mit klangvoller Stimme Psalm 24 rezitiert, dann folgten das Ma-towu sowie Psalm 30 und 150. . 's Wochenschrift" Se. Ehrw. Feldrabbiuer Dr. Albert Schweiger nahm das Anzünden des ewigen Lichtes vor, und machte es auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck, als derselbe bei diesem feierlichen Akte der auf dem Felde der Ehre gefallenen Helden pietätvoll gedachte. An der Feier nahmen außer dem Garnisonschefarzt Oberstabsarzt 1. Kl. Dr.Lldam Bergmann, Offizierdeputationen der dortigen Spitäler und der dort stationierten Ersatzkörper teil. Diese erhebende würdige Feier wird allen Teilnehmern derselben ein bleibendes schönes Andenken fein. Tie Verfügung gegen die galizifchen Flüchtlinge. Man schreibt aus Prag: Bor einigen Tagen wurde ein Erlaß publiziert, nachwelchem; -es Flüchtlingen israelitischer Konfession aus Galizien untersagt ist, die Prager elektrischen Straßenbahnen zu benützen. Dieses Verbot wurde damit motiviert, daß untek den Flüchtlingen Flecktyphuserkrankungen vorgekommen seien. Es scheint wohl Überflüssig, jetzt über diese Verfügung zu sprechen, da der Verkehr der elektrischen Straßenbahnen bis auf.weiteres eingestellt wurde, aber es blieb nicht bei dieser Verfügung allein. Der Erlaß hatte für die.dreitausend Flüchtlinge sehr schwere Folgen. Die Ursache der strengen Verfügung gaben zwei Zizkower Häuser, in denen .Flecktyphuserkrankungen konstatiert wurden. Diese Häuser wurden sofort quarantäniert. Das Verbot aber hat etwa 3000 Menschen insofern betroffen, als den. Flüchtlingen in vielen Läden keine Lebensmittel mehr verabfolgt und sie .überall, wo Leute sich anstellen, aus! den Reihen gewiesen werden. Um die Flüchtlinge nicht völlig dem Hunger preiszngeben, hat das Zentralkomitee für jüdische Flüchtlinge bei der Polizeidirektion vorgesprochen und vom Polizeidirektor Regierungsrat Dr. Kunz die Zusage erhalten, daß. diesem schroffen Vorgehen gegen die Flüchtlinge Einhalt getan werden wird. ■ 'r .-W Sladträiswahlen in "Lodz. Die Erfahrungen der Stadtratswahlen in Warschau tarnen der Judenheit in Lodz zugute. Hier wurde weder eine friedliche Verständigung mit den Polen erhofft, noch ein Bündnis ruft der: Assimilanten gesucht. Dagegen schloffen sich alle zionistischen und nationalen Elemente der Lodzer Judenheit in einem „Zentralen Jüdischen Wahlkomitee" zusammen, das ein festnmrissenes nationales Programm aufstellte. Ein besonderes Wahlkomitee bildeten die Neo-Assimilanten, die sogen. Inden-Polen. Die extremen Assimilanten führten keine ..selbständige Wahlkampagne und ließen sich von den nichtjüdischen Parteien wählen, denen sie angehören. Die Handwerker, die ein unabhängiges Komitee hatterr, warerr in ihren nationalen Forderungen mit dem „Zentralen Jüdischen Wählkomitee" solidarisch- und schlossen sich ihm kurz vor den Wahlen an. Unabhängig von diesen Komitees wurde die Wahlkampagne in der 6. Kurie geführt, der die Ar-' beiter angehören. Hier standen sich jüdischerseits die proletarisch-zionistische Partei Poale-Zion und der „Bund", die besondere Listen aufgestellt hatten, gegenüber. Dieser wochenlang dauernde jüdische Wahlkampf, der in unzähligen Versammlungen und Publikationen ansgefochten wurde, verwandelte sich in einen deutlichen Zweikampf zwischen der Assimilation aller Schattierungen und den organisierten nationalen, Kräften. Diese natürliche Gruppierung gewährte der Lodzer. Judenheit den Polen gegenüber und innerhalb der Lodzer Judenheit der nationalen Richtung den Sieg.. Von den 50 Ratmännern, die in den ersten 5 Kurien gewählt wurden, sind 9 Deutsche, 13 Polen und 28 Juden. Von den extremen Assimilanten wurden nur zwei als Kandidaten der polnischen „Nationaldemokraten" und zwei als Kandidaten der polnischen „Radikalen De-

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