Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 6 (9.2.1917)
- Date
- 1917-02-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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®eitc 92 Dr. Bloch's Wochenschrift" Nr. 6 die Oberkantor Morgenstern vortrug, verrichtete Rabbiner Dr. Feuchtwamg die Trauergebete. Grabreden hatte sich Herr Me nL l letztwillig verbeten, und es sprachen nur für die Angestellten der Firma Herr Schrotter. dann gm Grabe einer der Lehrer der Mendl-Stistungen in innigen Worten den Dank für die Fürsorge aus, die der Verblichene seinen Angestellten und Schützlingen immer zu Teil werden ließ. Danach erfolgte die Beisetzung im eigenen Grabe. Sofie Teutsch-Mendl, gestorben mn> 4. Januar 1917. Heinrich Mendigs Tod gestattet mir endlich, meiner teueren, unvergeßlichen Kollegin im „Frauenhort"-Dorstande Worte eines Gedenkens zu widmen, die sie, die den Ruhm österreichischer und jüdischer Frauenwelt weit über die Grenzen Oesterreichs getragen, in so reichem Maße verdiente. Heinrich Men dl blieb bis in die letzten Lebenslage ein eifriger Leser dieses Blattes und so verbot es sich tum selbst, hier der Schwester zu gedenken, die seine Freude und sein Stolz war, deren Tod ihm verheimlicht wurde. Sofie Deutsch war ein Musterbild jüdischer Strebsamkeit. Bildungsfähigkeit und Perfatilität. Ihre umfassende Bildung, ihr vornehmes Weltdamentum, ihr künstlerisches Klavierspiel, ihre Photographiekunst und ihre sportlichen Leistungen waren -eine Errungenschaft erwachsener Tage. Nach dem Tode ihres edlen Gatten Heinrich Deutsch widmete sie ihr Leben jenen Weltreisen, deren Resultate sie in so meisterhafter Form in allen Städten deutscher Zunge zum Besten der Armen zu Gehör brachte. Nicht nur im „Frauenhort", dessen Heimeröffnung in Seebenstein sie im Bilde festgehalten hat. und dessen sie in ihrem letzten Willen gedachte, sondern auch in der „Kriegspatenschaft" war sie emsig und schöpferisch tätige Ihr Bild ziert den letzten Kalender letzterer Körperschaft, ohne daß Man ahnte, daß dieses Bild nur mehr die Ehrung einer Verstorbenen sein konnte. Die schon dem Tode Geweihte könnte man in den letzten Wochen täglich in der Kultusgemeinde-Bibliothek finden, in der sie ihren letzten Vortrag, wie ich hier und ihr selbst sagen durfte, ihren Meistervortrag, über Palästina formte. Am 6. Januar wurde sie, wie sie gewünscht hatte, in der Sülle und ganz prunklos neben ihrem Gatten beigesetzt. Doch ließ i',5 sich eine Trauergemeinde von zirka 60 Personen nicht nehmen, ihrem Sarge zu folgen, und der Kinderlosen sind viele Tränen nachgeflofsen von -denen, welchen sie in den mit der Ausbeute ihrer Reisen so museumartig geschmückten Räumen ihrer Wohnung genußvolle Stunden durch ihr Klavierspiel geboten, und von dem Vorstände der „Toynbee-Halle", dem sie so aufopferungsvoll ihr Können in Rede und Kunst zur Verfügung gestellt. .. .,. ,,: . ... .Clotilde B e n a d ick t. - Wien. (Tempelverein des' 13. Bezirkes.) Die 12. ordentliche Generalversammlung findet Donnerstag, den 15. Februar 1917, 8 Uhr abends, in Millochs Restauration zum „Weißen Engel", 13. Bezirks Hietzinger Hauptstraße 3, statt. Hebräisch-Mtademifche Vereinigung „Hatchijah", Wien. Wien, 2. Bez., Malzgasse 16. Aus technischen Gründen mußte der letzthin angesagte Vortrag abgesagt werden. Samstag, den 10. d. M., um' halb 8 llhr abends, findet im Lokale des Jüd. Handlungsgehilfenverbandes, 2. Vez., Obere Donaustraße 65, der Vortrag unseres A.-H. Dr. Jakob Bronn er über „Tarbuth arzoth hamisrach" statt. Hebräisch sprechende Gäste willkommen! Samstag, den 17. d. M., spricht Herr Elieser R i e g e r über „Jchudah L. Gordon b'thor m'schorer l'umi". Toynbeehallr (Josefine Mendl-Woh! sah rtsh aus), 20. Vez., Denisgasse 33. Das Programm der nächsten Woche lautet: Samstag, den 10. Februar: Konzert, veranstaltet von Frau Malva Fischer, Konzertsängerin, Pianistin Frl. Herzog und Opernsänger Herr Schwarzmann. Sonntag, den 11. Februar: Herr Rabbiner -Dr. A. Z. Schwarz: „Sonderbare Geschichten aus dem Talmud". Sonntag, den 18. Februar, vormittags präzise 11 llhr, findet die Trauerfeier für den jüngst verblichenen großherzigen Stifter des Wohlfahrtshauses Heinrich Men dl statt. Gönner und Mitglieder des Vereines „Jüd. Toynbee-Halle" und der „Kinderhorte" sind dazu freundlichst eingeladen. Wien. (Bethamidrasch „Talmud-Thora", 2.Bez., Malzgasse 16.) Kommenden Freitag, den 9. Februar, halb 8 llhr abends, spricht Se. Ehrwürden Herr Rabbiner H. Schenk über „Perek Schira". Am 26. Januar sprach Se. Ghrwürden Herr Rabbiner S. Poll-ak über ,^Das jüdische Äalenderwesen" und erntete reichlichen Beifall für seinen sehr interessanten Portrag. Aufruf pst Kriegermütter. In rührender Meise hat sich die öffentliche und private Fürsorge der Kriegerwitwen und -Waisen angenommen. Co wie sie, ist aber sicher auch die Mutter eines Gefallenen oder Kriegsinvaliden zu beklagen, der keine Hoffnung, keine Erwerbsmöglichkeit, keine Zukunft ihrer Kinder mehr winkt, die den Gegenstand jahrzehntelanger Mütterlicher Liebe, Sorgfalt und Pflege verliert, die in echt jüdischem Geiste, statt einen Sparpfennig für das Alter sich zurüitzulegen, ihr kärgliches Einkommen der Erziehung und höheren Ausbildung des Sohnes geopfert hat. Zur Unterstützung dieser Mütter hat sich schon im ersten Kriegsjahre über Anregung des Rabbiners Dr. Feuchtwang unsere Kriegsmütterkasse geblldet, die Seiner Ehrwürden auch den Grundstock ihres Kapitales verdankt, welches die Kasse zu Monatspensionen und Unterstützungen von Müttern von Gefallenen verwendet hat. Mit der Länge des Krieges wächst die Zahl dieser Mütter,' auch solcher, die zwei oder drei Söhne dem Vaterlande opfern mußten. Da unsere Mittel nicht mehr ausrerchen, richtet sich unsere Bitte an die, die ihr Liebstes gesund wieder zu sehen hoffen, an alle Helden, die an der Front igegen den Feind, an Frauen und Mädchen, die im Hinterlande so tapfer gegen Krankheit und Not ankämpfen. Wir bitten um eine, wenn auch noch so kleine Gabe, Monatsspende oder Subvention im Interesse der bedauernswerten weiblichen Opfer des noch immer tobenden Weltkrieges. Gütige Spenden, welche die Administration dieses Blattes gerne ausweist, nehmen entgegen: Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang, 18. Bez., Edelhofgasse 36, Frau Berta D o n t e i ch, Kassaverwalterin -der „Kriegsmütterkasse des Feuchtwangfonds", 20. Bez. Dresdner- . straße 77, und die nachstehenden Damen: Jeanette Feuchtwang, Präsidentin der „Kriegsmütterkasse des Feuchtwangfonds", Regine M a y. Vizepräsidentin, -Jda Berliner, Fanny Dreikurs, Anna Hirsch, Frau K a p r a l i k, Sofie W a l t u ch; für die „Weibliche Fürsorge": Regine llllmann, Vorsitzende, Helene Kuranda, Kassierin, .Röschen Schur, Schriftführerin. Neuerdings sind eingesaus-en: je Kr. 100.—: Döblinger jüdischer Frauenverein (Präsidentin Frau O. Sidonie Kahn) und eine Dame in Döbling; Kr. 95.33: Sammlung jüdischer Frauen und Mädchen in; je Kr. 25.— von zwei Oheimen eines Gefallenen; je Kr. 20.—: Schriftsteller D. Pork-Steiner und Frau Prof. Roth (anläßlich Todes ihrer Mutter); Kr. 30.— Firma Hermann Frankl's Söhne; je Kr. 10.—: Firma Simon Mandler, Emil Eeiringer, Frau Laura Braun; 50 Heler Frau Emma Altmann; Monatsfpende von Herrn Oberlehrer Jellinek in Ober-Hollabrunn Kr. 1.—, im ganzen Kr. 6754.07. — Wien. (Ifr. Tempelverein für die Bezirke Wieden-Margarethen, 5. Bez., Siebenbrunnengasse 1a.) Sonntag, 11. Februar 1917,^10 Uhr vormittags, findet im Sitzungssaale des neuen Vempelge'bäudes, 5. Bez., Siebenbrunnengasse 1a, 1. Stock, die Generalversammlung statt. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Verhandlungsgegenstände wird um zuverlässiges' Erscheinen gebeten. Ink Falle die für 10 Uhr vormittags einberusene Generalversammlung nicht beschlußfähig sein sollte, wird um halb 11 Uhr vormittags an demselben Tage und an demselben Orte int' Sinne des §13 der Statuten eine neuerliche Generalversammlung' mit der gleichen Tagesordnung abgehalten. Verein „Zur Errichtung! eines israrl. Hospitals in Meichenberg". Die Generalversammlung des Vereines „Zur Errichtung eines israel. Hospitals in Gleichenberg" findet in der Kanzlei des Hof- und Gerichtsädvokaten Doktor Ferdinand Reich, 1. Bez., Salzgries 7,- am' 22. Februar 1917, 5 Uhr nachmittags, statt. Tagesordnung: 1. Entgegennahme des Rechenschaftsberichtes.und Erteilung des Absolutoriums; 2. Wahl zweier Revisoren behufs Prüfung desselben; 3. Wahl des Vorstandes; 4. Beschlußfassung -über gestellte Anträge; 5. Eventuälia. Austritte aus dem Judentum vom 28. Januar bis 3. Februar 1917. Basch Margit. Pflegerin, geb. 3. April 1892, Budapest, 4. Bez., Schleifmühlgasse 20. D6nesi Ferdinand, geb. 22. Oktober 1891, Wien (laut Zuschrift der israel. Matrikelsührung in Budapest). Birnbaum Egon/ Kaufmann, geb. 16. November 1682,' Teplitz (Böhmen), 2. Bez., Czerningasse 7.