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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-02-09 · 6 (9.2.1917) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
6 (9.2.1917)
Date
1917-02-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Nr. 6 MeM Dr. Bloch'c Wochrnschrift derung seitens der Bürger für das schöne Werk angerufen hatte. Herr Dr. Landau dankte dem' Rettungsfiimitee und dessen Obmann Dr. Reich für seine ersprießliche Arbeit und Gründung; des' Waisenheimes. Hieraus richtete noch eine der Waisen, ein kleiner vierjähriger Knabe, die Worte des Dankes an die Anwesenden. Nach den Ansprachen erfolgte die Besichtigung der Anstalt. Die Räumlichkeiten sürd groß, hell und luftig und macheil einen überaus angenehmen und sympathischen Eindruck. Die Einrichtung, eine Schenkung des Vereines zur Rettung verlassener jüdischer Kinder Galiziens und der Bukowina in Wien, ist. sehr nett, dabei aber bescheiden und praktisch.. Etwa 20 Waisen wurden bisnun ausgenommen. Die Kinder waren rein und schlicht gekleidet; auf den blassen Gesichtchen sieht man noch die Spuren überstandenen Elends. In Anwesenheit der eingeladenen Gäste wurde ihnen das Mittagmahl von den Damen Frau' Rätin Teller, Ehrlich, Eisenberg, Karpf sowie den Fräulein Diner verabreicht. Ein rühriges Damenkomitee, mit den Frauen Dr. R e i ch, K r a u s, Herzh ast, Radelmesser, Teller und Ehrlich an der Spitze, wird selbstverständlich mit größter Sorgfalt und größtem Eifer für das Wohlergehen der Kinder wirken. F. N a ch s ch r i f t d e r R e d a k t i o n: Die Herren Oberrabbiner Nathan Lew in und Dr. Reich wünschen zu konstatieren, daß die Korrespondenz aus Rzeszow in Nr. 3 vom 19. Januar nicht von ihnen herrührt und sie der Einsendung fernestehen. Schwache Juden in Indien. Schwarze Juden gibt es bekanntlich in Abessynicn. Aber auch , im fernen Indien wohnt ein jüdischer Volksstämm'nrit schwarzer .Hautfarbe. Im fernsten Indien ' haust ein Volksstamm von einer Eigenart, die durchaus dazu angetan ist,, daß die gelehrtesten Köpfe fickx mm.se.ine Herkunst ^x okkeiö küminern'müßten. sind die ^nden von Kotschin. Woher die auffällige Farbe (tiefdunkel, fast schwarz, wie die des Negers), woher die Rasse sausgesprochen europäisch-güdisch)? Die Heilige Schrift erteilt Auskunft. Vor 3000 Jahren rüstete König Salomo zu wiederholtennralen umständliche Küstenfahrten Zu Handelszwecken nach dem sagenhaften Lande Ofir aus (unserem heutigen Ostafrika). Diese dauerten jede gut ihre drei Jahre. Manche von den Teilnehmern siedelten sich, dann weiterwandernd, in diesen fermen Landen an, gründeten Stämme, die sich durch die Jahrtausende zu erhalten wußten. Zu ihnen gehören diese „schwarzen - Juden", denn bestimmte Bibeltexte sprechen von ihnen so greifbar deutlich, daß ihre Identität setzt als einwandfrei sestgestellt erachtet werden rann. Auf dem letzteil der -„osteuropäischen Empfangsäbende", die die iit Berlin geschaffenen Verbände für ein näheres Bekanntwerden mit den uns inr Osten und Südosten neu Verbündeten jeden Mittwoch im Hotel „Prinz Akbrecht" zu Berlin abhalten, zeigte in hochinteressanter Weise die Znsammenhänge Dr. Hermann von Staden aus. der Gast in Kotschin auf seiner Jndienreise gewesen ist. Patriarchenhaft-ehrwürdig kamen ihm die schwarzeil jüdischen Honoratioren entgegen, auffallend freundlich in jenen Bezirken, wo man — der Engländer hat Schuld! — sonst denr Europäer denkbar mißtrauisch gegenübersteht. Die - Leute haben ihre eigelre Synagoge mitten im Jnderreich; sie kleiden sich europäisch, üben ihren Kültus. nach altem .Ritus aus, , kurz: sie sind dieselben geblieben, obwohl drei Jahrtausende darüber verstrichen sind. Bezeichnend ist, daß ihnen, wie den waffentüchtigsten Elementen des - Jndervolkes, der Haß gegen den britischen Vampyr bis ins Herzblut geht. Der Brite hat auch dieses schöne Kotschin. schon weil es einen, schönen Hasen hat, frichzeitig als der „voll Gott gewollte Herr der Schöpfung" eingehamstert. Die schwarzen Juden aber hegen mit den ihnen glaubensfremden Landesgenossen den innigsten Wunsch, daß dieser Krieg baldigst, zu Ende gehen möge, damit , die Bezwinger - Indiens endlich die Waffen zu spüren bekämendie zu führen sie die friedlichen Eingeborenen herrenmäßig (für ihre Zwecke) gelehrt-haben. Wisseil sie doch, daß aus Engländermunde das frivole Wort-kam: „Der tote Hindu ist der beste. . . Besonders interessant ist das Verhältnis Zwischen der schwarzen jüdischen Kolollie und einer auch seit langen Zeiten dort heimischen weißen jüdischen Gemeinde. Die schwarzen Juden leben völlig von den weißen getrennt, halten für sich ihre Gottesdienste. Heirat zwischen, schwarzen und weißen Juden ist ausgeschlossen. Aeußerlich ist der Unterschied zwischen. beiden.Gemeinden umso auffallender, als unter den weißen Juden sehr viele blonde Typen sind. Kotschin ist nach langeiü Schlafe, in den es seit der portugiesischen Blütezeit gefallen war, durch die wachsende Beachtung, die sein . Hafen fand, erwacht/, nicht zmn wenigsten durch die Betätigung der Hamburg—Amerika-Linie und anderer deutschen Schifffahrtsgesellschaften, die in diesen weltverlorenen Winkel als Kulturträger kamen. Vermischtes. Dortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur. Doitncrstag, am 15. F e b r u a r 1917, halb 8 Uhr abends, findet ine Festsaale des Hotel „Continental", 2. Bez., Taborstraße 4, ein Vortrag, des Herrn Phil. Dr. S. G a n d z^ statt. Thema: „Die Grundsätze des jüdischen Erziehungswesens in den verschiedenen'Geschichtsepochen." Eürtritt frei, ohne Karten. „Hilfskommission 1915" und „Oesterreichisches Landes- Komitee" für Palästina. Wien, 4. Bez., Frankenberggasse 14. Baron Louis Freiherr v. Rothschild, Wien. Kr. 10,000.—; Eroßrabbiner Moses Hager, Nagy-Nyires. 2,000.—; Oberrabb. W. Reich, Baden bei Wien, Spenden von: H. Farkas 50.—, H. Rappaport 30.—, Simon Luri 23.—, Samuel Lipschrtz, H. Horowitz. Wilhelm Mandl, Dr. Alfred Berger, Jak. Theumann, Joses May, fe 20.—, Pretzburger, Frl. Minna. Eicher, je 15.—, Moritz Vardach 13.—, Oberrabbiner W. Reich, Podzahradsky, E. Oedenburger, H. Wahl, Oberleutnant Reumann, Mar Löbl, Rabinowitsch, Dr. S. Rappaport. Adogdor Landau, Rud. Kohn, Wien, W. Eoldmann, H. Engel, je 10.—, Pros. Sr.. Schorr 8.—, Isidor Pollak 7.—, H. Silberstein, I. Berger, Wien, Samuek Beiser, Wilhelnr Grott. David Daniel, S. Neumann, je 5.—, Juda Müller, Hirschsprung, Leopold Dörfler, je 3.—, Samuel Lohn 2.90, SdntucI Zinner, Ad. Lackenbacher, G. Hasterlik, Alerandrowitsch. H. Erotzberg, Rudolf Müller, je. 2.—, N. N., Kapelner, je 1.—. zusammen für „Hilsskommission" 456.90, für Ungar. Kaulel 384.28, für 60.—,. Gesamtspende Kr. 901.18; Oberrabbiner Dr. H. Urbach, Zemun, aus der Palästina-Sammelbüchse von Rosa Sonnenseld 26.—, aus der Büchse des inzwischen verschiedenen Ehepaares Bernhard und Louise Kohn, vieljähriger Orts-Gabbai der Palästinagelder, 16.63,' Israel. Kultusgemeinde Zenum 15.50, Gisela Herzl 14.50, Klara . Siegmund 2.36, Marie Weisz 2.18, insgesamt Kr. 77.17; Rabbiner Saul Stern, Brod a. Save, Spenden von Witwe Rosalia Löwy 22.80, Nissim Merkadie 18.78, Osias Eottesmann 10.—, Tempelbüchse .9.42, Dr. Löwinger, Pozsega, 5.—, Otto Adler und Josef Sitzer je 2.—, zusammen Kr. 70.—; Israel. Kultusgemeinde Eibensch itz 41.40; Alexander Nierenstein, Wien, 25.—; Cipre Wolf, Rymasrow, 22.—; Dr.. Arthur Eartenberg, Leopold Haas, Wien, Gustav Elsner, Lundenburg, je 20.—; Siegmund Königsgarten, Brünn, Rabbiner Dr. Goldschmied, Protznitz, Tempelspende Richard B ob atsch, derzeit im Felde, Wilhelm Kafka, Melnik, Salomon Tauber, S. Steiner, Nathan Grünwald, Heinrich lElücksthal, sämtlich in Wien, je 10.—; David Elauber, . Tachau, Adolf Friedmann, Sedlitz. Gebrüder Nasch, Holleschau, .Likörfabrik Hermann Bleier, Jaromeritz, Dr. Adolf Meisels. Krakau, S. Fischl, Mähr.-Ostrau, Filzschuhfabrik' M. Reich & Sohn, Briefkouvertfabrih. Samuel Meisel, Hedwig Schulhof. Irene Eügel, Ignatz Kantvr, sämtlich

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