Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-02-02 · 5 (2.2.1917) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
5 (2.2.1917)
Date
1917-02-02
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3020846-3022248-3022254--25751-3051071
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 6 Tr. Bloch Wien. Der ,,Verein Kr hebräische Sprache und Kultur in Wien-' eröffnet Mitie Februar allgemein zugängliche h e b r ä i sch e Sp r a chku r s e in seinen neuen, eigens für diesen Zweck eingerichteten Schutlokalitäten. Zunächst werden bis zur Erlangung der behördlichen Bewilligung nur Schüler und Schülerinnen über vierzehn Jahre ausgenommen. Die pädagogische Leitung der Kurse: steht unter Aufsicht eures aus angesehenen Fachleuten besehenden Beirae?. — Die Einschee'bringen finden täglich (Montag bis Donnerstag), von 6—7 Uhr finden täglich: (Morrtag bis Donnerstag)', von L—7 Uhr nachmittags, am Sonntag von 11—12 Uhr vormittags, 2. Bezirl. Zirkasgnsse 3 3 1, statt. Toynbeehalle (Josefine Mendl-Wohlfahrtshaus), 20. Bez., Denisgasse 33. Frl. Hedy Haslinger veranstaltete am 27. Januar einen engeren Rezitationsabend. In einem - reichen und ahwechslungsvollen Programm, das eine Auslese klassischer und moderner D.chtungen umfaßte. «zeigte die junge Dame vortreffliche Sprachtechnik, klangvolles und modulationsfähiges Organ und gemütsvolle Innerlichkeit. Die Zugabe von einigen dankbaren Humoresken bewies die Vielseitigkeit der Rezitatorin. Die Mitwirkung einer ausgezeichneten Pianistin, Frau Berta Berne rt, die eine ganze Serie musikalischer Perlen mit Kraft, schönem Ausdruck und vollendeter Technik zum Vortrage brachte, enthusiasmierte die dankbaren Zuhörer. Das Programm der nächsten Woche lautet: Samstag, den 3. Februar: Konzert, veranstaltet von Frau Srnger - Buria n. Sonntag, den 4. Februar: Rabbiner Dr. M. R o s e n m a n n : „Mannheimer und sein Wiener Kreis" (Lichtbildervortrag). Mitwoch, den 7. Februar: Literarischer Abend. Fre.tag, den 9. Februar: Bibelvortrag. Samstag, den 10. Februar: Konzert, veranstaltet von Frau Fischer. Austritte aus dem Judentum vom 21. bis 27. Januar 1917. Bergson-Sonnenberg Therese, geb. Scher;, Advokatensgattiu, geb. 2. Januar"' 1880, 'Wien, 18. Bezi, Häizingergasse 29. Binder Clara, Studentin, geb. 21. September 1894, Semlin (Slawonien), 9. Bez., Währingerstraße 15. Falk Beula, geb. -18. August- 1892, Boise, Idaho (Bereinigte Staa.en), 1. Bez., Rathausstraße 11. Jakobi Walter, geh. 26. Juni 1899, Wien (laut Mitteilung der israel. Gemeinde Linz, Gmunden. Tagerergasse 17). Langmann Philipp, Schriftsteller, geb. 6. Februar 1862, Brünn, Untere Frankgasse 6. May Franz von, k. ü. k. Leutnant im Drag.-Rgt. Nr. 2. geb. 4. März 1893, Hatschein bei Olmütz, 1. Bez., Diberstr. J. Preist Paula, geb. 28. Februar .1892, Döslau, 2. Bez., Ausstellungsstraße 9. Rose-^stock-Friedrich, k. u. k. Oberleutnant, geb. 15. September 1693, Schloß Czernowska (Bukowina), 8. Bez., Sanak. Auersperg. Auerspergstraße. Rosenstock Margot, geb. 15. Juni 1891, Polanka, 2. Bez., Fugbachgasse 14. Roth Franziska, geb. 21. Juli 1893, Wien, 9. Bez., Liechtensteinstraße 17. Die Borstehltng der israel. Kultusgemeinde Linz dringt folgende Austrittserklärungen zur Kenntnis: Jakobi. Walter, geb. 26. Juni 1899, Wien, wohnhaft in Gmunden. Kauder Anna, geb. Reder, geb. 26. Juni 1884, wohnhaft in Urfahr. - Mostny Ludwig, Fabrikant, in Urfahr, geb. 6. März 1884, Urfahr,, samt. Frau und Kind. Mostny Paul, Fabrikant, geb. 6. April 1887, Urfahr, samt Frau und Kind. Schußler Arthur, geb. 3. Mai 1887. Triest, Gutsbesitzer in Freiling. samt Frau. Bon der k. k. Bezirkshauptmaunschaft in Neunkirchen wird mitgeteilt, daß Tr. Segfried Grü-nvald, Advokat in Gloggnitz, mit seiner Gattin Antonie und den Kindern Gertrud, Mariamrr und Anna am 9. Januar 1917 Hieramts den Austritt aus der israel. Religionsgesellschafl. angezeigt haben. Woche»»schrift' 2-ite 77 Mckrienbad. Das hiesige Hilfskomitee für Kriegsflüchtlingt' aus dem Osten veranstaltet allwöchentlich einen literarischen Abend. Am letzten Samstag fand dieser Bildungsabend im Hotel Na tional unter so zahlreichem Besuchs statt, daß der große >«aal kaum all die Gäste fassen konnte. Obmann Bankier Fritz Bur bäum begrüßte die zahlreich Erschienenen und ging sofort zum Bortrage über. Thema war: „Der Krieg und die Aufgabe des österreichischen Bolkes im wirtschaftlichen Neuaufbau". Das Publikum lauschte der^ vorzüglichen Rede mit. gespannter 'Aufmerksamkeit. Einleitend zeichnete der Redner den Ursprung des Krieges in der Rivalität Englands gegen Deutschlands fortschreitender Prosperität lind in seinem Streben, den unbequemen Konkurrenten von deni Weltmärkte zu verdrängen. Redner zeichnete die militärische Lage, die Siege der Kaiserreiche und ihre Erfolge als Ansporn, die Erschwernisse des Krieges geduldig zu ertragen. Wem: die im Haushalt befindlichen Nährmittel ökonomisch verwendet werden und die vorhandenen Vorräte sachgemäß aufgeteilt werden, kann von einer Not keine Rede sein. Redner warnt sowohl vor Verschwendung einzelner Genußartikel als auch vor pessimistischen Aeußerungen, weil beides gleich schädlich ist und ermahnt, unseren Brüdern im Felde würdig, auszuharren, bis ein glücklicher Frieden verkündet wird. Redner bespricht sodann das Bildungsproblem. Es genüge heute nicht, die primitiven Begriffe des Lesens und Schreibens zu erlernen. Erweitertes Volkswissen ist llnbedingte Notwendigkeit. Bildung befähige den Einzelnen, die Pflichten gegen den Staat zu erfüllen, dessen Bestand und ungeschmälerter .Kredit die Grundlage unserer. eigenen Wohlsab't bildet. Redner fordert zur gewissenhaften Fa'.ierüng in den Steue.bekenntnissen aus und warnt vor Gebührenverheimlichungen. u.e.r alle öffentlichen Abgaben mit Rücksicht auf die gegebene Situation mit dem nötigen sittlichen Ernst getragen werden müssen und weil die Verheimlichung und Gebührenhinterziehung sowie säumige Leistungen nicht nur Staatsoergehen, sondern auch' Volksoerbrech.'» find. Bei der Neugestaltung muß vor allem mit dem Protektionswesen aufgeräumt werden und die Leitung öffentlicher Angelegenheiten der wirklichem Tüchtigkeit anvertraut sein, wenn die österreichische Industrie von der Kriegsproduktion zur Friedenswirtschaft ohne Hemmungen . und Schwierigkeiten überführt werden soll. Hauptaufgabe wird Erweiterung der Produktionsfähigkeit und des Exportes bilden. Redner bespricht das Valutaproblem und fordert die Bevölkerung auf, die Maßnahmen der Behörden im eigen:'! Interesse zu unterstützen. Voraussetzung ist, daß wir zn einer einfachen Lebensweise zurückkehren, um eine Steigerung des Nationalvermögens zu ermöglichen. ..Einfachheit, Fleiß und Sparsinn führen zunl Volks- und «taatsansehen." Zum Schlüsse bespricht Redner die Tätigkeit der der Kriegshilfe gewidmeten Humanitären Körperschaften im Hinterlande., besonders in den Roten Kreuz-Institutionen, und erwähnte die hervorragende Tätigkeit der Ortsgruppe Marienbad. die infolge der vorzüglichen Befähigung der Präsidentin Frau Marie von L r e ch l e r, der Gemahlin des hiesigen Herrn k. k. Bezirksyauptulannes, und der fachmännischen Leitung des Herrn k. k. Oberbezirksarztes Dr. Ludwig Sternberger sowie aller Herren Aerzte, unvergängliche Verdienste sich erworben habe. Nach Beendigung des mit reichem Beifall aufgenommenen Vortrages brachten die Schülerinnen der Flüchtl.ngsfchule — welch letztere ihr Entstehen und Gedeihen dem rastlosen Bemühen des Herrn Burbaum verdankt — Friedmaun (Galiz.en) und Eisenstein (Bukowina) patriotische Gedichte, ausgezeichnet einstudiert, äußerst befriedigend zur Wiedergabe. Den Schluß bildete wie immer ein Teeabend, um dessen Zustandekommen sich die hiesigen Damen: Frl. Rosa Hornstein, Elsa und Irma Heinrich, Gretl und.Olga Hirsch. Ella Ko hu und Steiner, Tochter des Herrn Dr. Josef Steiner, in anerkennenswerter Weise verdient gemacht haben. N.cht vergessen darf die schasfensfreudige Unterstützung werden, die Herr Josef Fischer allzeit den Veranstaltungen angedeihen läßt, und des Hoteliers Herrn David Leiin.er samt Frau Gemahlin, die in dankenswerter Weise die Durchführung dieser Bildungsabende in jeder '.Beziehung fördern. Homo jus. Wer weist? Frau Machle Stupp und ihr Sohn Abraham aus Ttufte i Galizien), welche sich angeblich in Böhmen aufhalten, werden gesucht. Zuschriften an I. Fink, Schulleiter in Stadt Kanch i Mähren). Sumer Eismann, recte Krumau, samt Familie, welcher sich von Utzkany (Bukowina) bei der letzten Invasion irgenwohin geflüchtet haben soll, wird von seinem Vater Berisch Krumau, Jagielnica, derzeit Neuern, gesucht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.