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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-02-02 · 5 (2.2.1917) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
5 (2.2.1917)
Date
1917-02-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 5 Dr. Bloch's Wochenschrift" Seite 75 i.c()önfte Verw en dung int 8inne unseres unv evg e ß lich e n K a iser s Fr an z Io se f für die Tr cmterkteider, welche soviele Frauen und M ädch eit u m ihn amg e l e g t h a b e n! W i r b i 11 e it um Geld zttr Attschaffuttg einfacher, warmer Wintertteibung bei dieser grimmigen Kälte und vertrauen auf das edle Herz der Wietter, die uns, falls sie keine Garderobereste haben, mit Geld ihre Stofsabgabe ablös e n w e r d e n. Es ist bitterkalt; der Mangel an Brennntateriäl nracht den Mangel an warmer Kleidung umfo fühlbarer; rasche Abhilfe tut not, um fo vielen verschämten Armen des Mittelstandes ihre Erwerbsmöglichkeit zu erhalten, sie tticht der Armettuttterstützurrg vreiszugebetr. Wir sehen vertranettsvoll beit Spenden an Geld und Material von edlen Menschenfreunden entgegen, die man gütig an „W e i b l ich e F n r s o r g e", 1. B e z., Schotte n $ a ss e 10, richten möge. Charlotte Freifrau v. K ö n i g s w a r t e r, Ehrerrpräsidentin der „Weibtichett Fürsorge". Reg ine Ulmann, Präsideittilt der „Weiblichen Fürsorge". .. - Sofie G rün seid, - Präsidentin der Schuhzenträle itnd des Komitees der Kleidersammelstelle der „Weiblichetr Fürsorge". Helene Brings, Leiterin der Brockensamlnlnng für jüdische Arme. Fast das Doppelte des Höchstpreises — keine Preistreiberei. Der bekannte Marburger Millionär liub Mühlenbesitzer Dr. Fritz Scherbaum, der Mitglied des AvprovisionierutrgSkomitees. für Steiermark ist, wurde iur Sonrnrer 1915 angezeigt, daß er votr Marbrrrger Fuhr- - Werkern übermäßige Preise für Weizenkleie fordere. Durch eine Merordüüüg vvnk S: März 1915 würden sättttliche Vorräte an Kleie für die Allgemeine österreichische Viehverwertuttgsgesellschast in Wien beschlagnahmt, und es dürfte Kleie nur aüsüahmsweise im Privatverkehr um den zugleich, festgesetzten Hoch von 17.35 Kr. für ben Meterzentner verkauft werden. Im Geschäft Sch erbau m kümmerte man sich mit die behördlich festgesetzten Preise tticht ltnb verkaufte die Kleie bis itt den Spätsommer 1915 hinein für 24, 28, 30 und sogar für 34 Krotten. Da die Höchstpreise nahezu bis zuttt Doppelten überschritten tvurden, wttrde Dr. S ch e r - bäum nach einetn länger als ein Jahr dauernden Verfahren votn Marburger Bezirksgericht wegen Preistreiberei zu dreitausend Kronen Geldstrafe verurteilt. Er erhob die 'Berufung. Dem Berufungsgericht lagett zwei- Aeußermtgen .über die Angemessenheit der Verkaufspreise von Kleie vor: Der Stadtrat Marburg gab das Gutachten ab, daß Man int Einzelhandel höchstens 20 Kronen für den Meterzettttter Weizenkleie verlangen dürfe, die steiermärkische Statthalterei, deren Gutachten auf Antragder Verteidigung eingeholt wurde, bezeichnete abersogar den Preis von 34 Kr-otten als angemessen! Das Berufungsgericht schloß sich dann der Ansicht der Statthalterei an und sprach Scherbanm frei, trat aber die Akten dem Stadtrat Marburg als der politischen Behörde „zur wetteren zuständigen Amtshaltdlung" wegen formeller Ueberschreituttg der Höchstpreise ab. Matt kamt also attch teurer verkaufen und es geschieht-einetn nichts! Verein zur Rettung verlassener Mischer Kinder Galiziens und'der Bukowina. Wien, , am 27. Januar 1917.' Verehrliche Redaktion der „Oesterreichischen Wochenschrift",- Wien. II. Sehr geehrter Herr Redakteur! In Nummer 3 Ihres gesch. Blattes vom 19. v. M. bringen Sie einen Bericht über die Eröffnung des Kriegswaisenheimes in Rzeszow. In Ergänzung desselben teilen wir Ihnen hiedurch mit, daß die gesamte Einrichtung, für dieses Waisenheim inklusive Bettett und Bettwäsche, sotvie die Leibwäsche, Kleider und Schuhe für die in dasselbe ausgenommenen Kinder votn „Bereut zur Rettung verlassener jüdischer Kinder Galiziens und der Bukowina", Wien, 9. Bez., Universitätsstraße Nr. 4, beigestellt wurden. Wir bitten, diesen Zeilen in Ihrem gesch. Blatte gefl. Aufnahme gewähren zu wollen und zeichttett mit vorzüglichster Hochachtung Verein ztir Rettung verlassener jüdischer Kinder Gasiziens und der Bukowina. Lisette Gelber. Dr. Cmund Ko hu. Wien. Herr Bernhard Goldstern, Inhaber der Firma LtlienleimvattdüUttternehtnttng, hat ztt der votr der Kultttsgemeinde attläßlich des Regierungsantrittes unseres Kaisers mit einem Kapitalsbetrage von 100.000 K Kriegsanleihe errichteiett „Kaiser Karl I.-Huldigungsstiftuttg zugunsten jüdischer verlassener Kinder, vornehmlich Kriegswaisen", eilten Betrag von 5000 K gewidmet. — Dett Herren Jakob Broch und Max Nebenzahl in Frankfurt am Maitr ist vom Botschafter in Berlin Prinzen zu Hohenlohe folgendes Schreiben zugegangen: „Erhaltenem Allerhöchsten Aufträge entsprechend, beehre ich mich, den gesamten in Frankfurt ansässigen österreichischen und ungarischen Juden den Dank Sr. k. u. k. Avostolischeu Mmestät sotvie. der Kaiserin und Königitt für die Glücktvutt'schütttdoebung attläßlich Allerhöchstihrer Thronbesteigung zum Ausdruck zu bringett." Petersburg. (Sir Buchanan und die Juden.) Nach denr sirietzsaüsbrüch hat eine große jüdische Flüchtlingskolonie in Twer ihren Wohnsitz aufgeschlagen, wo sie eigene Unterstützungskomitees. Spitäler und sogar eine Synagoge gründeten. In den letzten Tagen hat die St. Petersburger Regierung die Ausweisung der Juden aus Twer angeordnet, in welcher Siadt vor dem Kriege den Juden zu wohnen verboten war. Der Protest des Semftwos gegen diese Maßregel ist ohne Erfolg geblieben. Dann haben sich die Interessenten um Intervention an S i r B u ch a n a n. den englischen Botschafter anr russischen Hofe, gewendet, auf dessen Befürwortung die Juden nun weiter in Twer bleiben dürfen. Die jüdische VoMhilMorganisation in Amerika. Die vom 18. bis 20. November in Boston abgehaltette erste Konvention der jüdischetr Volkshilssorganisation Amerikas nahm folgende Deklaration an: „Die in Boston versammelte Nationale Konventtou des Volkshilsskomitees erklärt, daß die vom jüdischetr Volke in dett neutralen Ländern gesammelten Hilfsgelder keineswegs als Almosen, Wohltätigkeit oder Ph'lanthropie ztt betrachten feien; es ist nicht eilte von einem einzelnen erteilte UnterstützunK sondern die natürliche und organische Anstrengung eittes Teiles des jüdischen Volkes für dett zweiten, eine Anstrengung für die historische Selbsterhaltung und den Bestand der ganzen jüdischen Nation. Die Nationale Konvention erklärt ferner, daß die gesammelten Hilfsgelder nicht nur zur Erhaltung der physischen Existenz, sondern auch zur Rettung des Geistes der ruinierten Massen bestimmt sind, zur Erhaltung der jüdischen Kultttr, zur Schaffung der Mittel, die den Betroffenen die Möglichkeit geben sollen, die Heranwachsende Jugend nach den Wünschen der Juden der verschiedenen Länder zu erziehen. Me Nationale Konvention erklärt ferner, daß die Hilfsaktion für die Juden in den Kliegsländern keine zeitweilige, sondern eine dauernde sein muß. Sie muß der Bevölkerung sowohl in den alten wie auch in den neuen Siedlungen'den Wieder-

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