Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 5 (2.2.1917)
- Date
- 1917-02-02
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 Dr. Bloch's . - 7. Unterstützungen an Lehrer und Rabbiner.° Durch die Herren: Prof. Natan Szyper, Lemberg . . . Kr. 62.50 . ..Apotheker Ludwik Schumer, Piekarska 36 ...... 225.— /Simon Feiler, Lemv'erg . .... 7 125.— Jmver Atichael, Zezierna ........ 75.-- EliaZz FelberlÄrnn und Salomou Terkel. Tarnopol- . „ 162.50! > - . , Summe der Ausgaben . . Kr. 650. 8. Unterstützungen, ausgcgeben laut vorgelegter Quittungen der Empfänger, durch ..Herrn Tr.. Bernhard Hausner und diverse Ausgaben. .. ..Kr. 1000. - : ■ ~9. Ilm den.Kassier Sinion.Fester und Kvntroll- ' . tomnnssion, - bestehend <ans. Lazap Goldberg .und Leon Wahl vom"Jii''.'Rettrulgskomdee Lemberg,' übergeben ' am 16 April 1915 den Betrag von / ■ Kr. 35,625 — Aitsstellnnq % Provinz-Ausgabe». . . ..:.Kr. 28.275 — 2. /Küchen ü»d Bespeisung . . . . . . . . , . . - „ 14.477-50 3. Ausgaben für Flüchtlinge . . . . . /.. 2.492-50 4. Mäzzotb für die jüd. Soldaten . „ -3.-962 50 o.. Israelitische Kultnsgemeinde Lemberg . . . ... „ 80.337 50 6. Lemberger Bürgerkom tce.. . . - - 3.2-1750 7. An Lehrer und Rabbiner.. „ 650- — 8... Unterstützungen durch Herrn Dr. Bernhard' Hausner und diverse Ausgaben. ... . . . „ l.oOO-- 9. Saldo dem Jüdischen Rettungskonntee...... „ 35.625 — Summe. . . Kr.-Ibö.067-— Summe der Einnahmen: Summe der Ausgaben: Kr. 165.067^50 . Kr. I65.(.b7-. r > Lemberg, am 15. April 1915. Dr. Bernhard Hausner m. p Wenngleich ich fast bei jeder Position Geber und Nehmer namentlich in meinem Ausweise ansühre, fand ich es dennoch, dmnit auch der gebräuchlichen Form Genüge geschehe, für entsprechend, die durch mich gesühnten Rechnungen einen« gründlichen Äiontrnm gu nnterwerfen. Ich übergab daher alle meine Bücher, Belege und Korrespondenz einer.Skontrierungskommiss'on, bestehend aus den Herren: Regierungskommissär der isr. Kultüsgemeinde Lemberg Dr. Emil Parnas', .kais. Rat 'Wiktor Chases und Rabbiner Dr. Samuel Güttin an n, zwecks Durchsichrung einer Kontrolle und eines Skontrums. Nach durchgefnhrienr Skontrum schrieben die Herren in das von mir geführte Hauptbuch folgende Absolution ein: „lieber Verlangen Sr. Wohlgeb. des Herrn Doktor .Bernhard H aus lter unterzogen wir uns' der Aufgabe der Verifizierung und' Skontrierung der Rechnungen, svelche derselbe über die zu seinen Händen durch die russischen Glaubensgenosien geschick.en Fonds durch Vermittlung der jüdischen HllMomitees, zugunsten der Armeil Galiziens, vom 24. Januar 1915 bis 16. Zlpril 1916 geführt hat. Wir verglichen alle Positionen lnit fceu uns bOrgelegten Belegen und Quittungen und faubeit feine ganze Rechenausstellung in mustechafter Ordnung. Doktor 5. Gnttmann m. v., Dr. E. Parnas m. p., Wiktor CHajes m. p." Ich behalte mir vor, zu einer geeigneten Zeit die Briefe unserer Glaubensgenossen aus Rußland aus der Zeit der Invasion, und zwar des Herrn David F einher g, Dr. E u s e s e w, Ing. B e r l a n t und A n s k i, ivelche. die eigentlichen Initiatoren und Begründer des Komitees gewesen sind, zu veröffentlichen. Erst aus diesen Dokumenten wie auch> aus dem Tätigkeitsberichte des Jüdischen HilMvmitees, welcher sicherlich zu einer geeigneten Zeit erscheinen wird, wird klar hervorgehen, wie groß die Verdienste jener Männer um die Judenschaft Galiziens waren. Ohne sie hätte es sicherlich kein Komitee und kein Hilfswerk für die Judenschast Galiziens — zumindest Ostgaliziens — in seinem jetzigen Ausmaße gegeben. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß die Hilfsaktionvon Beginn an einen eminent patrioti-- sichen Charakter' hatte. Sowohl vor als nach Konstituie-- ruiM zur Zeitz -der'Invasion wnren^ es hauptsächlich' die von ihren Ernährern mtb Brötgebern abgeschnittenen Re- Wochenschrisi Seite 73 servistenfamilien, denen besondere Ausinerksamkeit Angewandt wurde. Zirka 8000 solcher Familien wurden durch die eingeleilete Hilfsakcion vor äußerster Not bewahrt. Wenngleich die Mittel, welche ich und später das Komitee zur Verfügung hatten, ausschließlich durch Inden von Juden gesammelt wurden, so wurden vielfach und oft in ausgiebiger Weise auch nichtjüdische Petenten unterstützt. So sollte null die Hilfsaktion, welche am 24. Jaliiictt 1915 eingesetzt halte und jetzt vom Jüdischen Hilfskomitee in Lemberg mit einem Anfwande von vielen Hunderttausend Kronen weitergesührt wird, nicht nur philanthropischen, foitbcrit auch patriotischen und sozialen Zwecken forderlich sein, zum Heile der großen gemeinsamen und heiligen Sache unseres geliebten Vaterlandes. Korrespondenzen. Huldigung des Verbandes türkischer Israeliten Mens vor dem Kaiserpaar. Am 29. Januar wurde eine Huldigungsdeputatlon des Verbandes' türkischer Israeliten (Sephardim) Wiens von Sr. Majestät dem Kaiser und Ihrer Majestät der Kaiserin empfangen. Der Deputation gehörten folgende Herren an: Gemeinderabbiner Michael Papo, Gemeinde- Präsident Mosco de Majo, Realitätenbesitzer; Gemeindevizepräsident Leon Harm, Großkaufmann; Gemeindekassier und Beirat Lazar H. Sujsin, Disponent; Gemeindesekrelär Dr. Marcell D. Halson, Sekretär; Gemeindemitglied Viktor As riet, Großhändler, und Gerneindemitglied Heinrich Amar, Großhändler. Auf die Bitte des Gemeindepräsidenten Moses de Majo gestattete Se, Majestät huldvollft, daß der Gemeinderabbiner Chacham Michael Papo den Kaiserfegen spreche und daß sich die Herren der Deputation bedecken. Nach denr Segen hielt der Gemeindevizepräsident Leon Haim folgende Ansprache an Ihre Majestäten: „Kaiserliche und königliche Apostolische Majestät! Allergnädigste Kaiserin! Hochbeseelt durch die beglückende Gnade, vor den« erlauchten österreichischen Herrcherpaare erscheinen zu dürfen, treten wir vor Eurer Majestät, um namens der türkisch-israelitischen Gemeinde, dem Verbände aller hier ansässigen sephardischen Jsraeli.en, die allerehrerbietigste Huldigung darzubringen. Schon unter der glorreichen Regierung Ihrer Majestät weiland Kaiseriu Maria Theresia haben die aus dem Orient nach der kaiserlichen Haupt- und Residenzstadt Wien übersiet elten Spaniolen ein Gemeinwesen gebildet, dem in Allerhöchster Anerkennung für die Verdienste seiner Mitglieder um die Hebung der Handelsbeziehungen mit dem Ottomanischen Reiche die Privilegien einer autonomen Gemeinde und das Recht der freien und öffentlichen Ausübung des Gottesdienstes verliehen wurde. So ward dieses unser Gemeinwesen die erste staatlich anerkannte JsraelitengemeindeOesterreichs. Das Gefühl innige r D a n k b a r k e 11 für diesen großherzigen Akt Allerhöchster Gnade, die edle und wohlwollende Gastfreundschaft, die wir in der Kaiserstadt gefunden haben, erwecke in den Herzen unserer Vorjahren eine unendliche ehrfurchtsvolle Liebe für das erlauchte habsbnrgische Herrscherhaus, eine unerschirlterLiche treue Anhänglichkeit für Oesterreich, das uns zur zweiten Heimat geworden ist. Und fürwahr! Diese Gefühle 'habensich von Geschlecht Zu Geschlecht "stets. mehr und mehr verlieft. . .. ' ' " " -