Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 5 (2.2.1917)
- Date
- 1917-02-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/3020846-3022248-3022254--25740-3051060- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Br. Bloch's Wochenschrift" Seite 66 Blumenthal den elsaß-lothringischen Juden an die RoaWöße zu hängen, even,o den ,ozlawemotraiischen Reiu,vlagsaogeo^0l^en We itl! Wiegt venu aucc o.e,e beweu Landesverräter, dE oer Mr,a,en Mengron niiyt augeijikeu, üvev juDgajer Avjiammuug MN ,o^en, oer ka^oigche iL-eifriicye Lvetterte, der oem Meichstageviele Jayte a.lge^orr yar, nuyt reicgticg, au,'? Werrerlö ist .üorrgens nicht der einzige reichsländr,cye c^egnuhe, der gegen das Deurfcye vuia) toufprrrerr har. ]ei u,, a. oer i atl; o L i] cg e Parrer koieflu aus Wanzei genannt. Cr lj(u eatmat in einer GemeuideralSfitzung euren r>anoweyrmaun, oer , ch fü.^en AuSjUyrmrgen nayr aiffchiiegen wotue, durch ven drus: „YiVo i<t . i<mcor zum eigen bringen wouen. In seinen Kanzelreden zog. er rra^ig Legen oie Deut,chen los. Er verherrlch.e das rachou.cye Frankreich im sa§ zu dem pro^e,amtlichen Lieut.chrano uno prop^egene, wenn die Deur,chen liefen, wülveu |te b>e Cisaffer zwingen, auch pio^e,mmi,ch zu werden. Aas Krru/engeoc.t, in dem auch oes Kagers ,nrbrueuo gemacht wrrv, r.eg der Angerrag^e an den meieren L>omuagen üoeryaupr ausfauen. L>as ttrieit laurete auf eure ^efcmg,ui»irra,e von 1 Jahr und 6 wMna^en. Aus Grund einer Beringung der Militärbehörde ist der Erzprre,rer Vagner we^en ,eines d e u t s ch. s e i n d - lichen Verhallens aus' Diedenhvfen ausgewiesen worden. Der Chrendomherr <H. D. Collin wird vom Kriegsgericht in Metz wegen Landesverrats ver^orgr. ferner sind die evangelischen Pfarrer Gerold, Herzog, Freund und Am stutz wegen deutfchseinotrcher Umtriebe verur,.eut woroen. Weiter wurde der vre a l l eh rer der Qverrealschule in Mülhausen B ro g lX) wegen vollendeten Kr reg s - verrars zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Brogly war Mirgtied der zweiten Kammer oes elfaß-iotyringichen Landtags uno gehörie der Zenttums,raurou an. Das Kommandanturgericht' in wcüchau,en erkannte gegen den Amtsrichter Acker aus' Senn heim wegen „versuchter Vorchumeistung im Jnreres,e einer feindlichen Macyr" auf 3 Jahre Zuchthaus. In Cormar wurde der Notar Gambs aus Gab- Weiler, der Unteroffizier der Vre,erve war, wegen deut.chfeindtUhen Vechat.eus vom Kriegsgericht zu zwei MonatLN C-e,ängnis und Degraoariou ve^u^teitt. Harre Srra,en trafen auch die Landrichter Goehrs und Weil. Der christliche Spediteur Alfred Meyer in Mülhausen ist wegen Spionage zum Tode ve^urchlt und erschossen wotden. Das gleiche Sch.ck.ai ereilte den früheren Lehrer Julius Aoam aus' vrepigheim. Gegen den vredarreur Leo B o l t ijt vom Kriegsgericht in Straßburg wegen Hoch- und Landesverrat ein Sieckbrief erlagen woroen. Der Gutspächter Al.ons Hurlin aus Montignhla-Grange bei Rcetz wurde wegen Spionage zu fünf Jahren Zuchchaus verurteilt. Wegen Kriegsverrats erhielt die Ehefrau des Landwiries Michel Blaise zehn Jahre Zuchchaus. Der wegen Durch, chmuggems verrä.eri,cher Briefe inhaftierte egä,siche Arzt Dr. Hauth verüvte rm Untersuchungsgefängnis zu Hellbroun Selostuwtd. Soweit d.e Fcstle aus El, aß-Loch ringen. dlr. 6 Schreiber Artur Hey duck auf vier Jahre, gegen die Schreiber Bruno Schulz und Willi Fenske auf je drei Jahre Gefängnis, gegen den Handlungsgehilfen Wladimir Kaszubowski auf zwei Jahre Gefängnis und gegen den Handlungsgehilfen Waclaw Koniecki auf 4 Jahre 6 Monate Zuchchaus erkannt. Endlich ist von dem Gericht der Landwehrinspektion Allenstein (Ostpreußen) die Befttzersfrau Friederike Pawel c z i k aus Sdorren, Kreis Johannisburg, wegen Landesverrats zu zehn Jahren Zuchchaus verurteilt worden. Die Liste macht auf Vollständigkeit keinen Anspruch. Jedenfalls lehrt schon ein Blick in diese Liste, daß von einem erheblichen oder auch nur die „Prozentnorm" nach russischem Muster erreichenden Anteil der deutschen Juden an den Verbrechen der Spionage und des Landesverrats nicht die Rede sein kann. Nun ist, wie erwähnt, ein- Spediteur Meyer aus Mülhausen im Elsaß wegen gewerbsmäßiger Spionage als' Landesverräter an-; geklagt worden, und da der Mann „Meyer" heißt, so klang es im Chor der antisemitischen Meute: „Jud/ Jud". Demgegenüber wurde erhoben, daß. der betreffende Meyer nicht nur kein Jude gewesen ist, sondern der antisemitischen Partei angehörte. Mit einem wahren Heißhunger stürzten sich auch' bald nach Kriegsausbruch gewisse Blätter auf die Verurteilung des Mischen Landsturmmannes Sch mul aus Marienburg (Westpr.) zu 4 Jahren Ge,angnis angeblich wegen versuchten Landesverrats'. Bald stel.te sich heraus, daß die Verurteilung, nicht wegen versuchten Landesverrats, sondern wegen g^o^en Ungehor.ams. erfolgt war. Vom Oberkriegsgericht wurde ec aber fr ei gesprochen. Was nicht ausschließt, daß der „Landesverräter" Sch mul auch in Zukunft ein Paradestück der antisemitischen Demagogie bilden -wird. Auch die Svionageverdächtigung gegen einen Herrn Rubin st ein aus Darkehmen erwies sich als unbegründet. Den Gerüchten von seiner Verhaftung war der Landrat des Kreises sofort entgegengetreten. R. steht als Sanitätsunteroffizier im Felde. Th. Fritsch in Leipzig der sich in ähnlichen Pansch alangrifsen, wie die „Ogdeutsche Rundschau" ganz besonders 'hervortat, war, als er einmal bestimmte' Personen in Ätüihausen als „hebräische Franzofenfreunde" beleidigte, an die Unrechten geiommen, er wurde zur Veraniwortung gezogen und zu einer Geldstrafe verurteilt. Bei der Ausmessung der Strafe wurde auch der Umstand in Betracht gezogen, daß der Artikel, durch den eine ganze Bevölrerungsklasse in ihrer Ehre verletzt worden sei, gerade in der Zeit des Burgfriedens veröffentlicht fei, den alle Parteien streng gewahrt hätten. Die „O st d e u t s ch e R u n d s ch a u",. die nur jüdische „Franzosenfreunde" denunziert,, die germanifchen Landesverräter mit liebevollem Schweigen vor dem Pranger schützt — scheint offenbar Vaterland streue nur von Juden zu erwarten und zu verlangen. Kriegsdekorationen jüdischer Hffiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: Noch einige andere seien angeführt. So rst der Agent Johann iuut Müller aus Malstatt-Burbach bei das Offizierskreuz des Franz Iosef-Or- Saarbrücken wegen ver,uch.en Verrats militärischer Ged e n s mit der Kriegsbekoration in Anerkennung, vorheimniste zu vier Jahren Zuchchaus verurteilt worden, züglicher und, au,op.e^ungsvoller Dienstleistung vor dem Ferner hat in einem Spionageprozeß gegen fünf Feinde dem Stabsarzt D>r. Josef Arn.stein, Feldkan.- Personen aus Thorn das Reichsgericht gegen den Regiment;