Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 5 (2.2.1917)
- Date
- 1917-02-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Zentralorgan kür die gesamten Unteressen des Judentums. Jahrgang XXV! — * - - ooe-:-- Wien, 2. Februar 1917 Erscheint jeden ffreitag. Brief-Adresse: Wien, II/i, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloches Wochenschrift, Wien. OG O K. ft. Postlparftagenamt Clearln g--VerKebr flr. 810.976. Redaktion und Administration wkrn H/1. Praterstraße 9. Telepbon 45.359. Oo Q OO: 6)0 0(J— ." =00 P Vrxrrgsprrks für Seflerrrirh: Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Für das Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die 2mal gefpal» tme Petitze'.le 48 Heller. oO — — —Qo Inhalt: Leitartikel: Von jeher Selbstgerechtiakeit, die immer nur die Sunden Anderer beichtet. — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Weitere Auszeichnungen — Oberleutnant Dr. Rudolf Klapper. — Auszeichnung des Rechtskonsulenten der Pester Israel. Kultusgemeinde. — „Melde gehorsamst, Herr Oberleutnant . . — Die Heldentat des Leutnants Alexander Schlesinger. — ' Sonstige Auszeichnungen. — Errettung katholischer Klrchengegenstände durch einen jüdischen Unteroffrzrer. — Jüdische Famü en im Fe de. — Jüdischer Sportklub „Ha.'oah , Wien. — Zangwtll über den Frieden. - Zur Entstehung des Jüdischen Hrlsskomitees in Lemberg. — Korrespondenzen: Huldigung des Verba-des türkischer Israeliten Wiens vor dem Kaiserpaar. — Zum Besuch Sr. Majestät Karl I. und der Ob rrabbmer Reich von Baden. — Eine Abordnung der Judenhett Tirols vor Ihren Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin. - Der verdächtigte Neugeboren. Aufruf des Komitees der Kleidersammelstelle der „WetbUchen Fürsorge'. — Fast das Doppelte des Höchstpre'ses — keine 'Preistreiberei. — Verein.zur Rettung verlassener jüd.scher Kinkel tzaliz.ens und der Bukowina. — Wien. Petersburg. — Die jüdische Volkshilfsorganisation in Amerika. — Vermischtes. — Feuilleton: Rabbiner Dr. Wilhelm Münz ges. And. — Literatur. — Briefkasten. — Notiz. — Inserate. Tilden aus Galizien, aus der Bukowina und - - 1 aus Ungarn, die durch den Krieg in Not geraten sind, Verwandte in Amerika haben und von ihnen Unterstützung erhalten wollen, werden in ihrem eigenen Interesse ersucht, ihre Namen und Adressen sowie die Namen und Adressen ihrer Angehörigen in Amerika an die Redaktion der »Oesterreicbisehen Wochenschrift«, Wien, II., Prater» Straße 9» zu übermitteln. inv pa ajnp pn “in.. jpi ms prr^s; d^s jjn ps /pssn ps "uitf m es; d'k jyiabimy s' -i)1S SJDDJhlS jniTK yDDjnytartf j>m\S 13h }>P'V 12t apnyicg ps -.jn-rs Wien II., Praterstraße 9. Da» jener Kelkstgerechtrgkeit, die immer nnr die Suaden Anderer deichtet. (Arische und semitische Landesverräter.) Aus der „Reichspost" erfuhr die österreichische Oeffentlich'eit von dem grundstmrzendenGesinnungswandel. der sich während des Weltkrieges in dem französischen Nationalismusvollzogen hat. Zu seinen dogmatischen Bestandteilen gehörte die Verfemung alles Fremden und somit der Judenhaß, der in dem Dreyfnß- Prozeß zu einem Weltskandal entartete. Nun aber haben Mnzösische Juden ihre vaterländischen Psl'.ch en mit der Men Trene erfüllt wie die Juden anderer Länder, und französische Nationalisten stehen nicht an, die Tatsache mit a ler Offenheit anzuer.'ennen. Die „Reich^post" (vom 17. Januar) meldet es nicht ohne inneres Unbehagen, daß Maurice Barre s, einer der Führer der Patrimenliga. während des Dreysußhandels ein Liebling aller antisemitischen Sekten in Oesterreich, Deutschland und Ruß and, während des Krieges Mrün.l ch umge ernt" hat. Im „Echo de Paris", „das sonst über die Juoen ganz anders zu sprechen pflegte", hat er in zwei ausnehmend langen Leitaussätzen seine geänderte Stellungnahme zu den Juden motiviert. Er spricht von „den kürzlich zu uns gekommenen Jsraeliien", die zwar nicht „die animalische Vaterlandsliebe" haben, deren Patriotismus aber „ganz geistig, ein Akt des Willens, eine Entscheidung und Wahl des Geistes" sei. Daß die Erfahrungen des Weltkrieges auch bei uns den Judenhaß entwaffnet oder seine ihm eigenartige Kampfmethode irgendwie gemildert hät en, läßt sich leider nicht Nachweisen. Von ihm gilt das Wort: „Nichts gelernt und nichts vergessen". In der „Ostdeutschen Rundschau"' vom 17. Januar wird den Lesern als Tatsache gemeldet: „Die Juden lieben den Zehnverband: die „deutschen" demokratischen Reichstagsabgeordneten Blnmenthal und Weil! flüchteten sich an den Busen der Frau Marianne und wurden nach dem ersten Schutz „Vollblütsranzosen". Der Triester Rabbinersohn Bürzel, der jetzt als Barzilar den „Vollblutrömer" mimt, ist ebenfalls eine herrliche Blüte von demselben Baume der Erkenntnis." Ihre Vaterlandsliebe, ihre Treue zu Kaiser und Reich haben die Juden Oesterreichs und Deutschlands mit ihrem Herzblute besiegest. Aus ihrer Mitte kamen nicht die Verräter, welche die Operationen der Zentralmächte so vielfach schädigten. Sie erfüllten treu ihre Soldatenpflicht auf jedem Posten, der ihnen zugewiesen wurde. Allerdings bemüht man sich antisemitischerseits krampfhaft, „jüdische Verräter" zu schassen, und man bietet darum alles auf, um den Csolmarer Exbürgermeister