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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-01-26 · 4 (26.1.1917) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
4 (26.1.1917)
Date
1917-01-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seite 51 §tri . Dr. Blo ch's Wochenschrift" rechte, genannt'werden.. Dies stimmt endlich auch dazu, daß-.auch sonst in dieser Darstellung salsche Farden ausgetragen werden. Denn wo davon die Rede ist, daß die Bewoyner der Stadt Susa Mer die Zurücknahme des Ausrottungsbefehts „jauchzte und fröhlicy war" (Esth. 8, 15), da setzt man hinzu: „So münjcyc es sich das ehrsüchtige jüdische Herz" (S. 52). Ferner die Bitte Esthers für die Errettung ihres Volkes wird ein „haßerfüllter Erguß" genannt (S. 36), und man sagt von ihr, daß sie „mit glühender Seele in Rachegedanken geschwe.gr habe" iß. 74). Das ist ebenso ungerecht, wie wenn es heißt: „Sicherlich hätte der Verfasser des Estherbuches hier lieber erzählt, der Staat selber habe die Ausrottung der Judenfeinde in die Hand genommen" (S. 40). Aber zu dieser „Geschichtsfälschung" habe er doch nicht zu greifen gewagt, wenn auch zu anderen S. 47, 54). Das Haschen nach solchen extremen Urteilen und solchen Verdächtigungen ziemt weder der wahren, d. h. objektiven Geschichtsforschung, noch kann es dazu dienen, die Beziehungen der verschieoenen Bekenntnisse innerhalb der deutschen Reichsbürgerschaft richtig zu gestalten. Und doch sollte besonders in unserer Gegenwart alles sorgfältig vermieden werden, was diese Beziehungen verbittern kann. Denn, in dieser großen Zeit haben die Vertreter aller Bekenntnisse gleichmäßig ihre Pflicht getan, um den gemeinsamen S.aat vor dem Ansturm der Feinde zu schützen. Umsomehr soll man sich hüten, diese schöne Gemeinschaft durch extreme und ungerechte Aeußeruttgen zu stören. Gedanken iw Kriege. Von Hof- und Eerichtsadvokat Dr. Heinrich Herbatschek. Amnestie! — Hunderttausende Herzen erwarteten mit Bangen und frohem Hoffen den Tag. Zahllose Familien lenkten ihre Gedanken zum jungen Kaiser hin und ersehnten, die Löschung des Kainsmals; die Nachsicht der Folgen einer Verfehlung, eines Vergehens aus Leichtsinn, Not oder Verführung. Und wenn auch die große Zahl der erhofften Amnestiefälle der Einzelerledigung anheimgegeben wurde, so bedeutet der Akt von Großmut und Gnade an sich einen Ansporn zum Aufschwung und zur Erhebung von Herz und Seele, eine Erfüllung von Wünschen in schwerer Zeiten Not. Wäre es nicht auch ein Gebot der Menschenliebe, des armen — nach unserer Anschauung — unschuldigen Hilsners zu gedenken und ihn der Gnade und dem Erbarmen des Kaisers p empfehlen? * Die Ansprüche. des Staates werden naturgemäß mit der Fortdauer des Krieges und mit der steten Erhöhung der Staatsausgaben größer und größer. Der Fiskus bedarf immer neuer Einnahmen. Von Zeit zu Zeit wird die Bevölkerung mit Steuer- und Abgabeprojekten stets wieder beglückt. Es ist nun auch begreiflich, daß jene Körperschaften, welchen von staatswegen eine eigene Verwaltung anheimgegeben wurde, mit Rücksicht auf das ganz bedeutende Anwachsen der Ausgaben sich genötigt sehen, die Quellen ihrer Einnahmen zu erweitern und die zahlungsfähigeren Steuerträger mehr wie bisher zu Leistungen heranzuziehen. Dem Vernehmen nach hat z. B. die Wiener Kulttlsgemeinde in nicht bedeutendem Maße Erhöhungen vorgenommen, die jedoch seitens Einzelner mit der. Drohung, einen Glaubenswechsel vorzunehmen, beantwortet worden sein sollen. Festgestellt sei vor allem, daß Pie meisten Gemeindeausgaben neben dem Kultus Lasten der-Wohltätigkeit sind, welche bekanntermaßen durch die Kriegsnöten ins Ungemessene wuchsen. Wird nun bedacht, daß die Bemittelten und Wohlhabenden in der Mehrzahl der Fälle sich an den öffentlichen Sammlungen durch namhafte Spenden beteiligen, so ist die Stellungnahme vieler in Ansehung der Kultussteuer unerfindlich. Die größten Wohltaten sind die, welche still und rein gegeben werden. Und erst die Drohungen mit der Taufe! Ein kluger Mann sagte über solche Leute: Moses verliert nichts, Christus gewinnt nicht viel. Wem drohen sie? Ist der Glaube, ist das Bekenntnis, ist die Rasse, ist die Zugehörigkeit ein Objekt des Feilschens? Wer in diesem Völkerkrieg nicht die moralijche Kraft und die Humanität als den höchsten Antrieb der menschlichen Psyche erfaßt hat, dem nützt keine Taufe. . . . * * * In emem jüngst erschienenen vortrefflichen Buch „Der Geist. des chinesischen Volkes und der Ausweg aus dem Krieg" schreibt der berühmte Gelehrte Ku Hung- Ming über die Pööelverehrung in England und den Militarismus in Deutschland, letzteren als Ausdruck des Machtbesitzes ohne Milde' und Großmut. Die hochgradige Liebe zur Gerechtigkeit, der Haß gegen Ungerechtigkeit und Unordnung im deutschen Volke sind es, die es an die Macht glauben und sie verehren lassen. Dieser von hochgradiger Gerech.igkeitsl'ebe hervorgerusene, Mermäßige, eindringliche, strenge Haß gegen die Ungerechtigkeit war es, der das alte hebräische Volk zum Uebermaß führte, dasselbe Volk, dem die Völker Europas ihr Wissen von der Gerechtigkeit und die Liebe zu ihr verdanken. Und das vernichtete die jüdische Nation. . . . * * * Denken die Behörden an die Besiedlung neuerworbener Gebiete mit erwerb- und arbeitslosen Flüchtlingen? Kriegsdekoralionerr jüdischer Kffiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens mit der Kriegsdekoration in Anerkennung vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleistung vor dem Feinde dem Oberarzt Dr. Moses Klagsbrunn, Fe.dspital; idem Stabsarzt Dr. Adolf Breuer» Hus.-Reg.; das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration in Anerkennung tapferen Verhaltens vor dem Feinde dem Oberleutnant d. R. Andor Klauber, J.-R.; dem Leutnant d. R. Moses Schwarz, J.-R.; dem Leutnant d. R. Emmerich Stern, J.-R.; den Leutnants d. R. Friedrich Roth, J.-R., Arnold Rosenfeld, Ldwreg.; dem Oberleutnant Bela Stein e r, ungar. Ldwreg.; das silb. Signum laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes (neuerliche kaiserliche belobende Anerkennung) in Anerkennung vorzüglicher Dienstleistung vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Josef Pick, Fest.-Art.-Reg., Du. Elemer Graf, Armeekmdo.; in Anerkennung vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleistung vor dem Feinde dem Regimentsarzt d. R. Dr. Richard Kantor, J.-R.; für tapferes Verhaktem Leutnant d. R. Israel Raab, J.-R.; dem Oberleutnant d. R. Oswald Heller, Feldkanonenreg.; dem Leutnant d.R. Salomon Mann, J.-R.; dem Leutnant d. 'R. Josef Sch ab es, Sapp.-Bat.; für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde dem Oberleutnant Dr. Julius Reisz, Et.- Kmdo.; für tapferes Verhalten dem Oberleutnant d. R. Julius Rosen zweig, J.-R.; den Leutnants d. R. Ernst Stern, Hus.-Reg., Dr. jur. Eugen Ted es ko, Feldkanonenregiment; für vorzügliche Diensile stung vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Rudolf L ö w, San.-Abt.; das bronzene Signum laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes (Allerhöchste belobende §/ Ir t I

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