Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 3 (19.1.1917)
- Date
- 1917-01-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Bloch's Wochenschrift' Seite 41 Nr. 3 Verwaltung, beigestellteir Equipage begab sich dann Tr. D i a m a n d in seine Wohnung. .Anr Dienstag, 9. Januar, fand dann eine Festsitzung der Kultusrepräsentanz statt, in der Vizepräses Dr. Wa s s e r in einer warmen Ansprache die großen Verdienste Dr. -Dianrands' würdigte, der, selbst tief ergriffen, für die ihm erwiesenen Ehrenbezeugungen herzlich dankte und betonte, er glaube in diesem Falle bloß seine Pflicht erfülltzu haben. Am Samstag, den 13. Januar, fand int Tempel, anschließend an das Verlesen der Thora, eine religiöse Dankfeier, verbunden nrit einer Ansprache des Gemeirrderabbiners, mtb am Abend desselben Tages ein Festbankett statt. Rzeszow. Vor etwa einem Jahre wurde in unserer Stadt ein Rettungskomitee für' die notleidende jüdische Bevölkerung in den Ortschaften, welche im Sprengel des Kreisgerichtes Rzeszow liegen, errichtet. In das Komitee wurden tatkräftige Männer berufen. Das Präsiditlm wurde dem bewährten Leiter Herrn Dr. Samuel Reich anvertraut, dessen unermüdlicher Tätigkeit volle Anerkennung gezollt werden muß; als Sekretäre fungieren die Herren Dr. H o pfen und Kurz mann. Das Komitee eilt mit der Hilfe für die jüdische Bevölkerung in den Städtchen Lezajsk, Sieniawa, Tarnobrzeg, Nisko, Ulanow, Rudnik a. S. und vielen anderen Ortschaften, welche während ber Schlachten, am San und beiden russischen Invasionen am meisten betroffen worden sind. Niedergebrannte jüdische Stadtviertel, demolierte Häuser, erschossene oder erhängte Familienväter, geschändete Frauen und andere Greueltaten sind hier überall traurige Dokumente des Krieges und der Russenherrschast. Das Komitee huldigt dem Prinzipe, daß nur in den seltensten Fällen Unterstützungen gewährt werden sollen, damit so mancher vor Bettelei gerettet werde. Nur dort, wo, 'Elend und Hunger direkt aindie. Tür pochen, werden namhafte Beträge gespendet', ÜnÜ die'Not mit liebevoller Hand zu linderm Sonst werden zinsenfreie Anleihen durch die „Jka" erteilt, Nähmaschinen und Werkzeuge angekauft, und schon eurer größeren Zähl von Handwerkerrr wurde dadurch ermöglicht, an den Wiederaufbau ihrer Existenzen zu schreiten. Das Komitee nimmt regen Anteil an allen Wohlfahrtsaktionen und widmet auch den Kriegsflüchtliugeu seine größte Sorgfalt und Wohlwollen. Durch Initiative und Geldmitteln des Komitees wilrde für die arme jüdische Bevölkerung in Rzeszow eine billige Volksküche begrürrdet. Als Leiterin fungiert Frau Doktor E'lsner und befehligt mit anfopfernttgsvollem Eifer einen ganzen Stäb von Frauen und Fräulein aus derr besterr gesellschaftlichen Schichten, welche mit bewunderungswürdiger Hingabe ihre schweren Pflichten erfüllen, unt tagtäglich Hunderte von jüdischen Farnilien vor Hunger zu bewahren. Nach einer laugen Reihe voll nötigen Vorbereitmtgsarbeiten wird in Rzeszow vom Rettungskomitee in den nächsten Tagen ein Kriegswaisenhaus eröffnet werden. Dieses Werk wird einender wichtigsten Aktionen des Komitees bilden und zugleich eine der größten Wohltaten für die jüdische Bevölkerung werden. Es ist wirklich nicht möglich, unt Worten anszudrücken. wie groß die Zähl und wie schrecklich das. Elend der durch den Krieg., verwaisten Kinder ist. Der Eröffnung werden Herr Hofrat S a r e aus Krakau, Vertreter der 'Behörden und viele Persönlichkeiten beiwohnen. Seine Mittel bekommt das Kotnitee in erster Reihe von der „Allianz" in Wien, auch Spenden werden ihm! zugewendet, jedoch nicht den Bedürfnissen entsprechend. Deshalb wendet sich das RettungskoMitee auf diesem Wege mit einem warnten Appell ait die altbekannte jüdische Opferwilligkeit nur Zusendung von milden Gaben zu Händen des Obmannes im Sinne des! Sprichwortes: ..bis dat, qui cito dat.“ — Es ist noch Volt Interesse, zu erlvähueu. daß in Rzeszow eine rituelle billige Küche existiert, welche einige Hundert jüdische' Soldaten in dienstfreien Stunden taatäglich mit warmer Sveife versieht und beherbergt. _ F. g, Konstantinopel. Die österr.-ungar.-israel. Kultusgemeiitöe in Konstantinopel veranstaltete anläßlich des Ablebens Seiner Majestät Kaiser Franz Josef I. am 3.Dezeniber einen Trauergottesdienst. Schon eine halbe Stunde vor Begiltn des Gottesdienstes füllte sich das schwarzdrapierte Gotteshaus von den Gemeindemitgliedern und andererr Gästen. Die u., f. Botschaft^ das k. m k. Konsulat und die k. u. k. Militärbehörden sowie auch die amerikanische Botschaft und das Großräbbinat der Türkei entsandten Abordnungen. Mitten in einer andachtsvollell Stille wurden die entsprechenden Psalmen vom .Kantor mit Chor- und Orgelbegleitung abgesüngeit. Daraus hielt Se. Ehrw. Rabbiner Dr. Brawer die Trauerrede,- in der er das Leben des großen Herrschers vom biblischen Standpunkte beleuchtete und ihn als Vorbild höchster menschlicher Tugenden für die Bekenner alter Religionen schilderte. Als darauf das El mole rachamim gebetet wurde, sah man viele Personen, darunter auch Nichtösterreicher, ihre Tränen trocknen. Tief erschüttert verließ die Gemeinde das Gotteshaus,- das anläßlich des 50 jährigen Regieruttgsjubiläums des verewigten Kaisers erbaut wurde. Vermischtes. „Hilfskommission 1915" und »Oesterreichisches Landes- Konntee" für Palästina. Wien, 4. Bez., Frankenberggasse 14. Philipp v. Gomperz, Wien. Kr. 1000.—; Bezirksamt der israel. Kultusgemeinde Wien, 12.—15. Bez.. Tempelspenden: von Joses Kutscher 100.—, Ludwig Pollak, Bernhard Herzog, Hermann Drill» Morrs) Sp'.ra, Moritz Liebermann, Bernhard Deutsch, Jakob Fritz, je 50.—, Lmanuel Schnabl 40.—, Julius Markste.il 30.—, Heinrich Herzog und kaiserl. Rat Bernhard Buchwald je 25.—, Jakob Herzog und Charles Landeis je 20.- . Cmil Chrenstem 15.—., Jakob Waller, Samuel Spitz, Frau Ignatz -Deutsch, Professor Dr. Heinrich Pollak. Adolf Stern, je 10. , Hermann Troftler, In.ins Deutsch. Wilhelm Klaber, Hermann Berliner. Ignatz Kohn. je 5. -, Julius Sonnenschein 3. , zusammen Kr. 733.—; Israel. Kultusgemeinde Brünn. Fanny Perlberger. Klasno bei Wieliczka, Jahrzeitstiftung für ihren ve.ewigten Kalten Michael. 500. Syuagogenoerein ..Beth-Israel",. Wien, 2. Bezirk. 66.—; Norbert Wechsler. Julius Wolf, Malvine Trebitsch. 1. D. Hassan, sämtlich in W en. je 50.; Rudolf und Egon Kafka. Linz. 40. -; II. u-Klaise des Alädchen-Gymnasiums Wien. 6. Bez.. 37.; kaiserl. Ratswitwe Jeanette Schnek. Wien, 30'.; Rabbiner Dr. Abraham I. Mark. Linz. Sammlung von den jüdischen Flüchtlingen in Waitzenkirchen: von Moses Chaim Nagel 7. —-. Israel Kolmann 5.—, Sarah Stander und Leiser Fleischer je 3.—-. Jakob Sternthal. Frima Bar, Scheije Strauber, je 2. —, Leib Kurz .36. zusammen 24.36; Julius M. Läufer. Mühr.-Ostrau, Heinrich Tasartes. Hedwig Haber, Lehrerin aus Czernowitz. W. Deutsch Ignatz Schreiber. S. Kabos, M. Kohn, sämtlich in Wen. je 20.—-; Moritz Oeger. Wien, 18.-; Julie Schäfer, Wien. 16.—-; Moritz Breda, Brünn, Bernhard Krieger, Mähr.-Ostrau, M.-U.-Dr. Robert Arnstein. Karolinenthal, B'üder Iltitz, Lederfabrik. Prag, Josef Janker, Oderderg, Lduard Jweigenthal. Mähr-Ostrau. L. Eoldmann, Ignatz Blum, Jenny Cahn, Speyer, Berger & Rosenfeld. Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Alf'ed Erünbaum. Cd. Müller. Malvine Rosenthal, Salamon R. Farchi, Karoline Lichtenstein. A. Beamt's Söhne, königl. Rat Dr. Albert Mittler, Direktor Arthur Hahn, Dr. He'nrich Münch, sämtlich in W'en, je 10.—; Josef Horn, Wien. Holzhandlnng Bernhard Tenzer, Witkowitz. je 6.—; Advokat Dr. Mar Beer, Mähr.-Oslrau. Karl Löw. Jo'ef Sviter, Eeneralnertreter der ersten Brunner Aktienbauerei, Mähr.-Ostrau, Moritz Arndt, Prag, Leopold Arnstein. Junqwositz. Leopold Federarün und Ingenieur Simon Freudenthal. Oderberg-Bahnbof. Dr. Ludwiz Hesky. Amalie Bech. Flora und Dan. Semaia Albachary. sämäich in Wien, je 5. . Carl Anspach. Wien. Albert Gans, Koblen-Krotzhandlung. Linz. Ki'ela SNaichnow und Alice Kramer. Wien, je 4. —; Pepi Weiler. Wien. Sieqm. Roth, Lederhandlung, und M. Löwy. Mähr.-Oirrau, für Arnold Löwy. derzeit im Felde. 5. Tramer, Elashandlung. Oderberg, je '2.; Leopold Schenkel, Guimniwarenfnbrik. Wien, 1. .