Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 34 (1917)
- Issue
- 3 (19.1.1917)
- Date
- 1917-01-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 40 . j Gin zurückgezogener NefeHk. Den „Mitteilungen des Vereines zur Abwehr"' des Antisemitismus" ist eiu bemerkenswerter Schriftwechsel zur Verfügung gestellt tvorden: Vom 24. November 1916 ist ein' Major S chlie L e n - D r o s ch k e gezeichneter „Befehl des Ersatzbataillons des .Fußartillerieregiments Nr. 4" datiert: „Ich befehle hiermit, daß alle im Bereiche des Bataillons als Schreiber, Ordonnanz oder in ähnlichen Stellen verwendeten Unteroffiziere und Mannschaften israelitischer Konfession von diesem Posten abgelöst und, soweit sie k. v. sind, sofort .ins Feld geschickt werden. Zum 1. 12. Meldung; ,datz diesem Befehle entsprochen, bezw. namentliche Meldung der noch im Bataillon Befindlichen unter Angabe des Grundes." Der Rabbiner der Synagogengemeinde zu Magdeburg. Dr. Lange, hat am 19. Dezeniber „als der von" Seiner Exzellenz dein Herrn General zugelassene Seelsorger für Soldaten, Verlvundete und Gefangene Mosaischer Konfession" in einer Eingabe an das stellvertretende Generalkommando des IV. Armeekorps -zu Magdeburg gegen den vorstehenden Befehl, „der. eine Zeichnu n g der jüdischen Soldaten gegenüber den andersgläubigen darflxllt", protestiert. Das stellvertretende Generalkommando des' IV. Armeekorps hat darauf am 3. Januar nach Prüfung der Angelegenheit ergebenst mitgeteilt, „daß der Herr Generalinspekteur der Fußartillerie bereits Veranlassung genommen hat, das Ersatzbataillon des Fußartillerieregiments Nr. 4 auf die Unzulässigkeit des angewendeten Verfahrens hinzuweifen". Das stellvertretende Generalkommando sieht aus diesem Grunde die Angelegenheit als erledigt an. Eine Ehrung des Dichters des Ktaggentiedes. Das Flaggenlied „Stolz weht die Flagge schwarzweiß-rotvon unseres 'Sch!iffes"-Mas^ würde'am 'gegenwärtigen Kriege ungeutein volkstümlich, aber erst spät erinnerte mün sich, daß der Dichter dieses schwungvollen Liedes, Robert Linderer, ein Jude war. L in d e r e r, der am 25. November 1824 geboren und am 16. Dezember 1886 in Berlin verstorben ist, ist auf dem Berliner jüdischen Gemeindefriedhofe beerdigt, wo er an der Seite seiner ihnt int Tode gefolgten Gattin ruht. Das Grab soll nunmehr in die b e s o n d e r e Obhut der Gemeinde genommen werden. Der efeuumrankte Denkstein, dessen Aufschrift iM Lause der Jahrzehnte unleserlich geworden ist, soll einen deM Dichter gewidmeten Text erhalten, der von einem Gemeinderabbiner verfaßt werden soll. Es' ist zu begrüßen, daß die jüdische Gemeinde dem Dichter unserer jungen, in so vielen heißen Schlachten bewahrten Marine diese Ehrung über das Grab hinaus zuteil werden läßt. Me Bewegung in Amerika. Amerikanisch-Jüdischer Kongreß. — Die Miklionen-Anleihe. Unter den 70 Mitgliedern, die von der „Konferenz der Amerikanisch-Jüdischen Organisationen" gewählt wurden, um mit -den 70 Mitgliedern des Exekutiv- Komitees des Amerikanisch-Jüdischen Kongreß-Komitees die neue Körperschaft, das „Komitee für die Organisierung des Amerikanisch-Jüdischen Kongresses", zu bilden, befinden sich u. a. die Herren: Henry Morgenthau, Oscar S. Straus, Jacob H. Schiff, Louis Marshall, Rev. Dr.' H. Pereira Mendes, Kongreßmamr Meyer London, Sholom Ash und' Hermann Bernstein. ' " Nr; 3 In amerikanisch-jüdischen Kreisen betrachtet man die Verwirklichung eines von Dr. Magnes in einer großen Volksversammlung näher ausgesührten Projektes der Millioneu-Anleihe mit Optimismus^ nachdem auch das Joint Distribution-Committee sich für die Anleihe ausgesprochen hat. Der Präsident, . Herr Louis Marsh ackl, äußerte folgendes: V „Der Plan für die endgiltige Lösung des Problemes betreffs der Zukunft der leidenden Juden in den Kriegszonen hat meine vollkommene Billigung. Im gegebenen Zeitpunkte werden wir uns den Details des Planes widmen. Heilte jedoch müssen. alle vor allein der Hunderttausenden gedenken, die ohne Kleider sind, die hungern, und die von uns erwarten, daß wir ihnen sofort Hilfe bringen sollen. Das Joint.. Distribution-Committee will daher während des Jahres 1917 für-augenblickliche Hilfeleistung 10,600.000 Dollars ausbriligen. Dieser Aktion werdeii wir alle unsere Energie widmen müssen, aber ich bin isberzeugt, daß das jüdische Volk irr-Amerika seinen Brüdern nicht nur m der bitteren Not des Augenblicks Helsen wird, sondern auch dazu bertrageii wird, daß sich die Juden der Kriegszonen, wenn der Krieg vorüber ist, wieder ihre eigene Existenz ausbauen können." Eine Kabelmeldung aus Newyork berichtet, daß bei einem großen Meeting in Newyork, mit dem die neue Aktioii des Amerikanisch-Jüdischen Hilfskomitees zur Ausbringung voll 10 Millioneir Dollars eingeleitet wurde, drei Millionen, also fast ein Drittel der Gesamtsnnune, gezeichnet wurden." Eilier der Organisatoren, der. „Massachussets Credit Union", Herr Max Mitchell, hat durch das State Department in Washington den italienischen Finanzminister Signor Lnzzatti im Nanien des Direktoriums aufgefordert,, nach.,den Vereilrigten Staaten zu konmien, uin Pläne für die Ausbringung der großen Anleihe zunr Zwecke wirksamer Hilfeleistung für die Judeli tu den Kriegszonen anszuarbeiten. Herr Mitchell hält die Verwirklichung der großen finanzietlerl jüdisch-amerikairischen Projekte nur baint für realisierbar, wenn nach beit bewährten Prinzipien verfahren wird, die Signor Luzzatti in der „Banca Povolare" von Milano, der bestorganisierten Volksbank, angewandt hat. Rückkehr des Vizepmftdenten Dir. Dianwnd. Der voll den Russen! bei der Räumung Leurbergs ihrerseits als Geisel verschleppte Vizepräsident der Kultusgemeiilde Dr. Jakob Di am and, welcher, im' Gegensätze zu vielen anderen, während der schweren Jnvasionszeit nrutig aus feinem Poste.il Verblieb, war gelegentlich feiner aM 7. d. M. erfolgten Rückkehr Gegenstand herzlichster Ovationen seitens der Gemeinde. Nach-' dem ihm schon in Wien seitens der dort weilenden Gemeindemitglieder zahlreiche -Ehrungen zuteil wurden und, ihn bann auch am Bahnhose in Grodek-Jagiellonski der' dortige Knltnsvorsteher E i ch M a n n ivillkommen. geheißen, erwarteten ihn am Lemberger. Hauptbahnhose Abgeordneter Dr. Steslowicz. die Stellvertreter des RegierungskoMmissärs-, Dr. Wasser und Fe l d st e in, mit den Mitgliedern des Beirates, Dir. Oransch, Obersinanzrat Dr. Gr absche id niid B la ne r,' die Gemeinderabbiner Brande und Dr. Guttmann im Talar, Rabbinatsassessor S a l a t, der Beamtenkörver mit dem Sekretär Dr. Pesch es, der Gemeindesekretär des Rettungskomitees Rubenzahl mit den Vizepräsidenten Wahl und Pros. M a n d e l, die Mitglieder der Tempelverwaltung und viele andere. Rabbiner Dr. G u t tin an n begrüßte den lieben Gast in hebräischer und polnischer Sprache, woran sich dann kurze Begrüßungsworte der übrigen Herren anschlossen. In einer von der Stadt- Dr. Bloch's Wochenschrift