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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-01-12 · 2 (12.1.1917) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
2 (12.1.1917)
Date
1917-01-12
Page
– (sequence 16)
Language
German
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100 Frauen imb Mädchen eingefunden, die alle mit kl.inen Geschenken beteilt und erfreut wurden. Auch ihnen Hielt Le. Ehrwürdeu Rabbiner Dr. G r u n w ä l d die Festrede. In tief ergreifender Weise sprach er von dem ehrlichen streben dieser Frauen/ die mit Stolz'auf die Zeit zurückblicken können, da sie durch redliche Arbeit und Mühe sichdurch die Jahre ihres Flüchtlingsexils durchaerungen haben. Und er ermahnte sie, die gewonnene Erkenntnis auch weiterhin hochzuhalten und ihr auch späterhin, unter glücklicheren Umständen in der Heinmt, treu zu bleiben. Manchf ein blasser Franenkopf hob sich in berechtigtem Stolze bei.den herzlichen, warmen Worten. Die innigste Genugtuung dürsten aber Fräulein Stella Münz und Frau Martha Cers, die Leiterinnen der Arbeitsschule, empfinden. Die schöne Feier wird sicherlich ' allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben, nicht zuletzt Frau Müller selbst, der sie sicherlich ein Stündchen des Rückschauens auf ein neues, an Arbeit und Segen reiches Jahr bedeutet hat. Georg Mundes' Wuiker. Zum 70. Geburtstage des beruhiulen Kultur- und Lilerrturforschers schreibt der bekannte dänische Dichter Peter Nansen von der Mutter Brandes': In der Milienstimmung des ersten Aktes von Henri Nathansens Stück „Hinter Mauern" ist viel, was an ' das alte Heim in der Möuterstraße erinnert, wo Georg, Ernst und Eduard Brandes ihre Jugend und Kindheit verbrachten', und das ein Sammelplatz für sie blieb, bis sie, jeder aus seinem Gebiete, berühmte Männer waren. In diesen! behagliche'n, echt altmodisch Kopcnhagener, jüdisch gefärbten Heim war die Mutter, Emilie Brandes, der Mittelpunkt. Nur äußerst selten verließ sie diese traulichen, treuen Stuben, in denen sie als eure milde und sichere Hausfrau herrschte, stolz auf ihre drei hochbegabten Söhne, anscheinend unangefochten von allen haßerfüllten Angriffen, die gegen sie gerichtet wurden, glücklich, daß sie, auch als sie älter wurden, mit ihren Sorgen und Freuden, gleich aufrecht bei Siegen wie Niederlagen, zu ihr kanten. In ihrer L-eele war weder' Hochmut Noch Demut. 'Sie kannte den Wert ihrer Söhne. ' Ebensowenig wie die herabsetzendsten .Angriffe sie verwirrten, ebensowenig ließ sie sich von Schmeichelei blenden. Sie horchte klug aus die Entwickelung dep Zeit, mit sicherem Instinkt den Kampf der Söhne verstehend — während der alte Vater oft ängstlich meinte, daß Georg oder Eduard oder Ernst zu weit gingen, denn an der Börse hatte dieser oder jener angesehene alte Mann ans der Gemeinde bedenklich den Kopf geschüttelt: War es auch richtig so scharf zu Werke zu gehen? War nicht etwas mehr Vorsicht ratsam? Riskierte man tticht, durch diesen oder jenett Artikel Feindseligkeit der „Andern" zu erregen? Man konttte doch leicht etwas mehr Rücksicht nehmen, wie es wohl der und der getan hatte - -: all diesen Besorgnissen, die der seelengute, aber etwas zu ehrerbietige und verzagte kleine Kaufmann beit großen und mächtigen.Namen der Börse gegenüber empfand, begegnete sie ruhig lächelnd: „Laß sie nur, Hermann, sie" wissen es ja doch besser als Du und ich." .... Diese einfache, aber selbstbewußte Matrone, die. Von dnf tvechselndett Verhältnissen unberührt, iit der alten Judengasse wohnen blieb, stplz wie eine Fürstin, sich über den Erfolg der Söhne freuend-, aber ohne Ehrgeiz für sich selbst, das alte Heim als . das gute, behagliche Nest für, sie alle bewahrend, voller Bewunderung für ihre Unterttehmmtgen, inttner ermunternd iit schweren Stunden, doch auch mit einem still warnenden Lächeln, wenn sie ihre Pläne zu kühn fand, gehört zu den sympathischsten Frauen. 4 Herausgeber und verantwortlicher Redakteur - Dr. Josef Literatur. Monatsschrist für Geschichte und Wissenschaft de- Judentums. Begründet von Z. Frankel. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Prof. Dr. M. Braun. 60. Jahrgang. Neue Folge: 24. Jahrgang. Heft 9/IÖ. September-Oktober 1916. Koebne r'sche Verlagsbuchhandlung (Barasch L Riesenfeld), Breslau. Inhalt: Geiger : Zunz im Verkehr mit Behörden .und Hochgestellten (Schluß). — A. S ch w a r z : Latente. - - 33. Aptowi tz e r : Die talmudische Literatur der letzten Jahre (Fortsetzung). — M. Balabau: Jonas Theoniim-Fränkel, Rabbiner in Krakau, und seine Zeit. ~~ Besprechungen: Paul Rieger: 1. Zur Jahrhundertfeier des Inden-Edikts vom 11. März 1812; 2. Dokumente zur Emanzipation der Juden. — Paul Lazarus : Vahuda, A. ü., Al-hid;-ja:- iia J’ar’id.. al-qu.ub -des ßaclija ihn Josef ihn Paquda aus Andalusien. Marti» Buber. „Völker, Staaten und Zion." Ein Brief au Hermann Cohen und Betnerknngen zu seiner Antwort. Verlag R. Löwit. Berlin und Men 1917. Kriefkasten. Zahlreiche einporte Leser, Die „Arbeiter-Zeitung" kann nun einmal das Antisemitein nicht lassen. Wenn sie übrigens gemeint hat, daß cs sich bei den von ihr genannten neuen Mitgliedern des Herrenhauses uni eine Liste für den Borstand der israel. Kultusgemeinde handelt, dann sind wir der Meinung, daß auch Adler, A u st e r l i tz usw. in einer solchen Liste figurieren könnten. An der Schlacht im Teutoburgerwalde haben deren Ahnen bestimmt nicyt teilgenommen. S. L. Der 17. Jjar 5659 fiel auf Donnerstag, den 27. 'April 1899; der 25. Mai 1893 fiel auf Donnerstag, den 10. Silvan 5653; der 23. Februar J 894 fiel auf Freitag, den 17. Adar il) 5654. Notizen. Große Glückstage nahe»! Schon am 1. Februar d. I. fällt der größtmöglichste Treffer von Kr. 500,000.—, in Worten eine halbe Million Kronen, auf die höchst patriotischen österr. Roten Kreuzlose v. 1.1916 zu. Diese billigen und sicheren Lose schließen jcdweden Verlust aus und eignen sich besonders in der jetzigen Zeit zur vortrefflichen Kapitalsanlage. Jedes Los muß gezogen werden. Wir empfehle» daher unseren Herren Lesern, sich dieses Los sowie andere Wertpapiere, die alljährlich 22 Ziehungen mit einer unzähligen Menge von Treffern haben, bei dem bekannten reellen Geldinstitut „Glücksrad", Brünn, Rudolfsgasse 12, rechtzeitig anzuschasfen. Wer zufällig den dem Blatte vom 29. Dezember 1916 beigelegten Prospekt nicht erhalten haben sollte, verlange denselben sofort bei erwähnten: Institute. Vreruikdvierzigste StaatswohltätigkeitslotLerie. Dp k. k. Generaldirektion der Staatslotterien in Wien veranstaltet die 44. Staatslotteric für Zivilwohltätigkeitszwecke, deren Ziehung am 22. Februar 1917 stattfindet. Wie aus dem Spielprogramm zu entnehmen ist. erscheint diese Staatswohltätigkeitslotterie sehr reich ausgestattet und bietet mit ihren 21.146 Treffern, die sämtlich in barem Gelde angesetzt sind und Haupttreffer von 200,000 Kronen, 50,000 Kronen, 30 000 Kronen, 20,000 Kronen usw. aufweisen, außerordentlich günstige Eewinstchancen. Lose ä Kr. 4.— sind in Tabaktrafiken, Kollektiven, Wechselstuben, bei Stellerämtern, Postänltern, Bahnämtern usw. erhältlich. Israelitische Kultusgemeinde in Wien. Z. 77 ex 1917. Wien, 8. Januar 1917. KUNDMACHUNG. Auf Grund, des Statutes der israel. Kultusgemeinde Wien hat n der Plenarsitzung vom 7. Januar 1917 die Wahl Üer Vizepräsidenten und Vertreter stattgefunden. Das Vertreter-Kollegium besteht nunmehr aus naehbenannten Herren: Präsident: Dr. Alfred Stern (gewählt in der Plenarsitzung vom 6. Januar 1916 für eine dreijährige Funktionsdauer). I. Vize-Präsident: k. k. Hofrat Dr. Benjamin Rappaport; II. Vize-Präsident: Dr. Leopold Sohn; Vertreter: Salo Cohn, U. B. Eißler, Ernst Hirsch, kais. Rat Sigmnnd Kanders, Dr. Wilhelm Pappenheim, Eduard Schwarz, Kom.-Rat Leopold Simon, D ktor Markus Spitzer. (Sämtliche gewählt für eine einjährige Funktionsdauer.) Dr. T h e o d o r L i e b e n, Dr. Alfred 8 te r n, I. Sekretär. Präsident. S. Bloch. — Druck von L. Beck L Sohn, Wien, VII.

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