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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-01-05 · 1 (5.1.1917) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
1 (5.1.1917)
Date
1917-01-05
Page
– (sequence 14)
Language
German
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S.itc 12 Dr. Bloch's! den 7. Januar: Schriftsteller Herr Siegfried Fleischer: „Die Kultur der Ostjuden". Mittwoch, den 10. Januar: Herr Richard Lissau: Literarischer Abend — „Goethe". Freitag, den 12. Januar: Bibelvortrag. Samstag, den 13. Januar: Konzert, veranstaltet von Herrn M e n d e l s o h n. — Anmeldung von Vorträgen an Dr. Samuely. 1. Bez., Fischerstiege 6, erbeten. Austritte aus dcm^Iudeutum vom 24. bis 30. Dezember.1916. Adler Regina, geb. 18. Juni 1870, Wien, 6. Bez., La:mgrudengasse 4. Derger Franz, Handelsakademiker, geb. 5. Juni 1899, Mödling, 1. Bez., Stadiongosse 2. Frank Olga, geb. 23. August 1882, Protznitz, 3. Bez., Klopfsteinplatz 1. KüCa Rosa, Studentin, geb. 2. April 1695, Wien, 9. Bez., Liechtensteinstratze 2. Lifschitz Mooscha (Moses), Pharmazeut, geb. 26. Februar 1886, Novogrod-Serersky (Rußland), 6. Bez., Korneliusgasse 3. Meitner Frida Tr., geb. 24. Februar 1889, Wien, 3. Bez., Hauptstraße 1. MMer Julius, Kürschnermeister, geb. 2. Juni 1875, Königinhof a. <£., 6. Bez., Mariahilferstratze 1 a. Palmai Karoly, geb. 7. November 1861, Wien flaut Zuschrift des Rabbinates Budapest). Pick Walter, k. u. k. Oberleutnant, geb. 13. August 1890, Wien, 1. Bez., Doblhoffgasse 7. Plattier Eugen, prakt. Arzt. geb. 11. März 1869, Stuhlweitzenburg (Ungarn), 1. Bez., Kolowratring 10. Pollak Viktor, Chemiker, geb. 2. Dezember 1879, Olinütz (Mähren), 9. Bez., Nutzdorferstratze 4. Qllittn« Otto, k. i Staatsbahnrat, geb. 28. Januar 1873, Troppau, 3. Bez., Salesianergasse 31. Stern Frida, geb. 21. April 1890, Wien (laut Zuschrift des Rabbinates Budapest). Sruh Kar! Robert, Student, geb. 7. September 1899, Wien, 2. Bez., Praterstratze 15. Brünn. Die„Oesterreich ische Forst- und Jagd-Zeitung", Ar. 50 vom!. 15. .Dezember 1916,, meldet^ .Unser, geschätzter Mitarbeiter, Dr. B. Placzek in Brstnn, der im Jahre 1856 an der Leipziger Universität zum voeior pkilosopliiae promovierte, die vor zehn Jahren sein fünfzigjähriges Doktorjubiläum feierte, erhielt mit Bezug auf seine wissenschaftlichen literarischen Arbeiten, von welchen viele, darunter erst kürzlich der Aussatz „Bekämpfung der Chermes-Schädlinge unserer Nadelwälder durch Phalangien und verwandte Insekten" in der „Oest. Forst- und Jagd-Zeitung", Nr. 40 und 43, Jahrg. 1916, erschienen, von dem Dekanat der philosophischen Fakultät der Universität Leipzig ein Schreiben, in welchem es u. a. heißt: „Die gütigst.übersandten Früch le Ihres vielseitigen reichen Geistes' haben der gestrigen Fakultätssitzung Vorgelegen und bei den verschiedentlichen Fachleuten Beachtung gestruden. Sie werden 1er Uu'versttätsbibliothek überlvresen werden. Als derzeitiger Dekan habe ich die angenehme P. licht. Ihnen besten Dank zu übermitteln. Obwohl meines Zeichens Physiker, habe ich selbst mit Interesse und mit Bewunderung- Ihrer Rüstigkeit den „Chermes"-Aussatzgelesen. Ein Mann, wie Sie, gibt in dieser schweren Zeit jüngeren Leuten Mut, den Kopf hoch zu behalten und sich vor den „alten Tagen" nicht zu fürchten. Möchten Ihnen Ihre durch den Krieg so großartig verjüngten Energien auch noch eine gesegnete Friedenszeit zu durchleben gestatten! Das' ist der Wunsch Ihres ganz ergebenen Th. Des Coudres." Oberrabbiner D?r. Mn. Ernst s. A. Warasdin, am 31. Dezember 1916. Nun ist auch der Herr Oberrabbiner Dr. Jgn. Ernst seu e: treuen Gattin bald nachgefolgt. Der Verewigte, ein Schüler Israel H i l d e s h e i m e r s, ausgerüstet mit reichem Wissen, von treuer, vaterländischer Gesinnung, erreichte ein Alter von 74 Jahren. Sein segensreiches Wirken, seine Milde und Güte hatten ihm Verehrer weit über den Kreis seiner Wochenschrift" Ar. i Gemeinde erworben; er wurde auch mit dem goldenen Berdienstkreuz mit der Krone von Sr. Majestät ausgezeichnet.. Gerade an seinem Todestage erhielt der dritte seiner Söhne, Dr. Theodor Ernst, das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille. Das Leichenbegängnis fand unter der Beteiligung der ganzen Bevölkerung, sämtlicher Aemter und Behörden am 29. Dezember statt. Der Sarg wurde von den Vorstandsmitgliedern der Warasdiner israel. Kultusgemeinde und der. Chewra-Kadischa in den trauergeschmückten Tempel getragen, wo nach den rührenden, von Herrn O'berkantor Vilkovic, Herrn Kantor- Blum sch e i n und Herrn Lehrer G r o ß m a n n vorgetragenen Trauergesängen Herr Dr. Gavro S ch iv a r z, Prediger in Zagreb, eine die Verdienste des Verblichenen, seinen idealen Lebenswandel und seine harmonische Individualität ergreifend würdigende Rede hie^t. Eine vieltausendköpfige Menge folgte dem Sarge auf den Friedhof, wo Herr Vizepräsident Dr. Hinko Blau im Namen der Kultusgemeinde nnd der Chewra-Kadischa dem vielgeliebten, unvergeßlichen Hingefch'elenen einen t'efemvsundenen Nachruf widmete. - Wahlen in der Generalversammlung des Unterstützungsvereines der Kolomeaer vom 16. Dez. 1916. Ehrenpräsident: Dr. Joses Zipfer, Hos- und Gerichtsadvokat,. 1. Bez., Rathausstratze 8; Obmann: Adolf Hecht, Bankier, 15. Bez., Mariahilferstratze 138; Obmann-Stellvertreter: Sigmund Haber, Eerichtsdolmetsch, 2. Bez., Erotze Mohrengasse 3b; 1. Schriftführer: Dr. Arnold Friedmann, Adv.- Kand., 1. Bez., Maria Theresienstratze 10; 2. Schriftführer: Wilhelm Kreimdler, Kaufmann, 2. .Bez., Kaiser Josesstratz 13; 1. Kassier: Simon Sonnen sieb, Kaufmann, 2. Bez., Zirkusgasfe ,36-;. - 2. . Kassier: Samson . Gr ün b e r g-^- Kaufmann, 2. Bez., Glockengasse 12; 1. Revisor: Salomon B ei s e r, Kaufmann, 2. Bez., Obere Donaustratze 65; 2. Revisor: Josef Korn, Kaufmann, 2. Bez.. Flohgasse 3; Antonie Halles, Beamiensgattin, 5. Bez., Kriehubergasse 10; Naftali Feuer, Kaufmann, 2. Bez., Rembrandtstrahe 35; Adolf Bodenstein, Kaufmann, 2. Bez., Floßgasse 7; Josef Boksenbaum, Oberbeamter, 1. jBez., Wipplingerstrahe 11; Chastet Silber, sind. phil., 13. Bez., Fasangartengasse 76; Abraham S o n n e n s i e b, Journalist, 2. Bez., Zirtusgasse 36; M. Kr a me r, Kausmanu, 9. Bez., Liechtensteinstratze 24. Chünuklaseier in der FlüchtlingSschnle der Baron Hirsch- Stiftung in Kostet. Helle Lichtstrahlen sielen in d'.e jugendlichen Seelen der armen Flüchtlingskinder an: 24. Dezember t. I. Wie ein Zauberwort lief hier von Mund zu Mund die Kunde vom Chanuttafeste. Im Samstagstaate versammelten sich die Kinder im hellerleuchteten warmen Schulzimmer und erwarteten' mit brennender Sehnsucht den Beginn des Festes. Gegen 5 Uhr nachmittags versammelten sich die eingeladenen Gäste. Der Oberlehrer Herr K a r p e l begrüßte die Kinder und die .erschienenen Bürger mit einer Ansprache. Hierauf folgte der musikalisch-vokalische Teil unter der Leitung der Lehrerin Frl. Andermann. Die Gedichte: „Chanukka-Lied" von Erünwald und „Chanukka-Lichter" von 'M. Roscnfeld, wurden von den Kindern mit besonderem Elan vorgetragen. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Deutsch hielt eine ergreifende Ansprache an die Kinder und als der Seelsorger ihnen *t> 1;ibo -. ein menschenwürdiges Dasein in ihrer Heimat verhieß, sah man die - freudestrahlenden Augen der Kleinen. Die rituellen Gesänge und das Anzünden der Chanukkalichter besorgte der hiesige Obertantor Herr Q u i t 1 n e r. Hierauf wurden die Liebesgaben verteilt. Es war ein erhabener Augenblick, zu sehen, wie, die armen Kinder, dank der Wohltätigleit der löbt. „Israel. Allianz in Wien" und des hiesigen Flüchtlmgstomitees, welche zu diesem Zwecke - einen Betrag spendeten, einen sonnigen Tag in dieser düsteren Zeit hatten. Nach Absingung der Volkshymne und einer Dankesansprache eines Schulkindes, wurde die Feier geschlossen. Die Kinder verließen das Schulgebäude mit dem Gefühle, daß ihnen ein menschenwürdiger Feiertag durch edle Menschen bereitet wurde. Ihnen möge die Vorsehung diese „Mimkwah" vergelten. I. Karpel, Oberlehrer.

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