Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1917-01-05 · 1 (5.1.1917) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
34 (1917)
Issue
1 (5.1.1917)
Date
1917-01-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3020846-3022248-3022250--25679-3050995
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

N. 1 Tr. Bl och's Wochtnfchrist" eitc S vertritt. Es werden täglich 300—460 Mittag- und Abendmahle verabreicht. D e Sp.i'el werden ii zwei Lroßeii Gaskesseln gekocht. Die Küche steht unter bewährter Leitung des Ingenieurs Herrn Metzger, der die gastronomische Praxis in Paris durchgemacht hat. Die zweite kriegerische Schöpfung des Herrn Dr. Rafael Landau ist die Massenffühstücksäusspeisung der jüdischen Schulkinder. Tausend Schüler bekommen vor 8 Uhr ein Frühstück, welches aus einer Suppe und einem Stückchen Brot besteht. In den nächsten Tagen iverden für die jüdischen Kinder Offen zunt Backen der Kartoffeln eingeführt. Die Eröffnung eines! großen jüdischen Kinderheimes steht bevor. Es sei gestattet, bei dieser Gelegenheit die großen Verdienste des Präsidenten der Synagogengemeinde, Herrn Dr. Rafael Landau, dem alle diese Anstalten ihre Entstehung verdanken, besonders hervorzuheben. — Die Ortsgruppe des Wiener Vereines zur Rettung der verlassenen jüdischen Kinder Galiziens und^ Bukowina hat sich in Krakau konstituiert. Den Ausschuß bilden dieselben Personen, die deM galizischen Landes-Zentralkomitee angehören, und außer ihnen die Delegierten der Krakauer „B'nai BEith"-Loge. u. zw. Dr. Leon Ader, Dr. Filip Landau, Ingenieur Josef W e i n b e r g e r und der Präsident des galizischen Vereines Reisender Kaufleute Herr Arnold kleiner. Als Vorsitzerrder fungiert der auf allen. kommunalen und Wohltätigkeitsgebieten eifrig tätige Vizepräsident der Lkadt Krakau Hofrat S a re. Es sei zu hoffen, daß diese Ortsgruppe unter den jüdischen Bürgern Westgaliziens eine materielle und moralische Stütze finden wird, damit ihre Tätigkeit eilt schönes Ruhmesblättchen in denl Lorbeerkranze des Wiener Vereines bildet, der vielen verlassenett Kindern Galiziens Heime gegründet hat, unl sie vor der moralischen Verseuchung und vom Hungertode .,,zn..,retten. Solche. Aktionen haben ein historisches Gepräge. Die galizische .Judenschaft wird nie vergessen, daß in den Zeiten der.größten Not der Wiener „B'nai B'rith"-Verein es war, der eine großangelegte Aktion für nuferen teuersten Schatz, für die Kinder, ins Leben rief. Prag. Am 27. Dezember 1916 fnub hier die Generalversammlung des Räbbinerverbandes tu Böhmen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Trauerkundgebung für weiland Kaiser Franz Josef I. uird Huldigung für Kaiser Karl I.; 2. Bericht des Präsidenten Dr. Karre in-Teplitz; 3. Bericht des Kassiers Dr. Schwartz- Prag; 4. die Exhumierung unserer Gefallenen vom religionsgesetzlichen Standpunkt; Referent: Dr. Schwartz- Prag; 5. freie Anträge: 6. zwei Predigtproben zur Weckung des sozialen Gewissens in schtverer Zeit; Referent: Dr. Schwartz-.Prag; 7. Wahl des Vorstandes; 8. Dr. Ziegler-Karlsbad: Jeremia und die Reforin Josias. — An die kaiserliche Kabinettskanzlei wurde ein Telegrantnr abgeschickt mit der Bitte, die Kundgebung der in alter Treue -Versammelten an die Stufen des Thrones gelangen zu lassen. Die ^Berichte wurden mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Die aktuellen Referate und gelehrten Vorträge fanden dankbare Zuhörer. Die Wechselrede gestaltete sich naturgemäß sehr lebhaft; sie förderte Mänch* guten Gedanken und praktischen Beschluß. Die Not der Zeit ist an den Mitgliedern nicht spurlos vorübergegangen; ihre Arbeit ist schwer, ihre Sorge ernst: für sie sorgt niemand. Zielbewußte Aufklärung der übergeordneten Behörden soll den wirtschaftlich Schwachen Hilfe bringen. Trotz alter Widerwärtigkeiten dürfen die Berufenen in dem frommen Eifer für das hohe und heilige Amt nicht erlahmen, sondern nach inte vor um' die Veredelung des Kultus und die Verbesserung' des Religionsunterrichts sich redlich mühen. Vorschläge für ein besseres Verständnis der Lirurgie wechselten ab mit Anregungen zur Herstellung brauchbarer Schulbibeln. Es wird auch lueiter stille Arbeit getan werden, deren Früchte reifen werden, bis der ersehnte Weltfrieden reif geworden ist. Linz. (3 0. Geburtstag.) Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Moritz Friedmann beging dieser Tage in vollster Körper- und Geistesfrische seinen 80. Geburtstag. Während seiner beinahe 34 jährigen segensreichen Tätigkeit als Rabbiner und Seelsorger der hiesigen Kultusgemeinde Hat derselbe durch sein hingebungsvolles und pflichteifriges Wirken als wahrer Priester des Herrm sich die Liebe. Wertschätzung und Hochachtung der ganzen Gemeinde erworben. Auch höheren Orts wurden seine Verdienste, die er sich als langjähriges Mitglied des k. k. Landesschulrates und als Religionslehrer erworben, bereits vor 10 Jahren gewürdigt., indem er durch Verleihung des Franz Josef-Ordens ausgezeichnet wurde. Am ^Samstag. den 30. Dezember >916, fand zu diesem Behnfe im hiesigen Tempel ein feierlicher Gottesdienst statt. Der Tempel, insbesondere aber der Sitz des Jubilars, war mit Blattpflanzen festlich detoriert. Dem Gottesdienste wohnte der Gesamtvorstand. die Vorstände aller Humanitären Anstalten sowie ein zahlreiches Publikum bei. Punkt 10 Uhr wurde der greise Jubilar vom Präses der Kultusgsmeinde Herrn Benedikt Schwager und vom Tempelvorsteher Herrn Josef P o l l a k von seiner Amtswohnung in den Tempel abgeholt. Beim Vorlessn aus der Thora wurde der Jubilar als dritter ausgerufen und' Herr Oberkantor Löwensohn trug einen von Sr. Lhrwürden Herrn Dr. M a r k 'verfaßten Mischeberach wirkungsvoll vor, worauf letzterer im Aufträge des Vorstandes eine herzerhebende und tief durchdachte Ansprache -an den greisen Rabbiner hielt, in welcher er die trefflichen Eigenschaften des Jubilars als Rabbiner und Seelsorger schilderte, die vielen Verdienste, die sich dieser um seine Gemeinde erworben, hervorhob und ihm namens der Gemeinde, in der er mehr als drei Dezennien segensreich wirkte, die innigsten Glückwünsche zum Ausdrucke brachte und mit dem Wunsche, ^endigte. es möge dem AiWgjährigen vergönnt sein, noch viele Jahre in vollster Gesundheit für die Gemeinde tätig zu sein. Rach dem Gottesdienste fand im Sitzungssaale der Kultusgemeinde eine öffentliche, allgemein zugängliche Festsitzung des Vorstandes statt, der auch viele Gemeindemitglieder beiwohnten. Der Präses der .Kullusgemeinde Herr Benedikt Schwager richtete an den Jubilar tiefempfundene Worte des Dankes für fein aufopferndes Wirken, (gedachte der großen Verdienste, die sich der Rabbiner im Verlaufe von beinahe 34 Jahren um die Gemeinde erworben habe und beglückwünschte denselben sowohl in feinem Namen als auch im Namen des Gesamtvorstandes und der ganzen Gemeinde auf das heimlichste zu feinem 80. Wiegenfeste. In Würdigung seiner Verdienste hat auch der Vorstand in seiner Sitzung 'vom 26. Dezember 1916 beschlossen, ihn zum Ehrenmitgliede der Kultusgemeinde Linz zu ernennen und es gereiche ihm zum Vergnügen, dem Jubilar hievon in Kenntnis zu setzen., Das (diesbezügliche Ehrendiplom wird nach Fertigstellung ihm dann feierlichst Überreicht werden. Außerdem wurde ihm von der Ge-- meinde ein namhaftes Ehrengeschenk eingehändigt. Tiefbewegt dankte der so Geehrte für all die Ovationen, die ihm entgegengebracht wurden, und versicherte, daß ihn mit der Gemeinde die herzlichsten Gefühle verbinden und mit der ec stets im besten Einoernehmen gewirkt habe. Nachdem noch Herr Paul Stein als Vertreter der Zionisten und ehemaliger Schüler in einer wahrhaft gediegenen Ansprache Worte der Beglückwünschung an den Rabbiner richtete und ihnl ein Ehrendiplom, laut welchem 30 Dunam Ackerland aus seinen Namen im Lande Palästina angetanst wurden, überreichte, das der- Gefeierte mit warmen Dankesworten entgegennahm, endigte diese wahrhaft erhebende Geburtstagsfeier. Vermischtes. „Hilfskommission 1915" und „Oesterreichisches Landes- Komitee" für Palästina. Wien, 4. Bez.. Frankenberggasse 14. Rabbiner Dr. Ludwig Lazarus. Göding (Sammlung): von Adolf Kohn Kr. 30.—-, Dr. A. Mandl. Bernhard Klinger, Julius Hoitafch. Wilhelm Jokl, Ab. Wachsinann, Tfcheitfch, Franz Schnitzler, je 20.—, Gustav Stern und Hermann Lustig je 15.--, Bertha Frankl. Adolf Steinitz. Arthur Weinberger, Adolf Bock, Salomon Lechner. Charlotte Soffer. Ignatz Friedmann» Arnold Hertzka, B. Kraus, Howoran, Moritz Rosenberger, Cejkowitz, je 10.— , S. Rosenstein. Howoran, R. Rosenberger, Betty Rosenberger, Cejkowitz, je 6.—, S. Rotier, Leopold Herzog, Dr. Berthold König. Wilhelm Glück. Jenny Wotsasek, je 5.— , A. Sachs 2.—, zusammen Kr. 325.—; Oberrabbiner Dr. H. P. Chajes, Triest,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.