Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 51 (29.12.1916)
- Date
- 1916-12-29
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 856 Tr. Bioch's Wvchrttschsifk Nr. f>l der silberne Tvlch und tuv? Geschmeide, ihm nbgenonuueu,- sein Gaul an einen Baum gebunden und der Leichnam seinem Schicksal überlassen. Nachdem Luther so aus Harnuuts Bericht Klarheit gewonnen, schreibt er auss neue an Mcnius; seilt Brief vonl 24. August lautet: „Ich habe Deinen Brief empfangen . . . und hoffe, daß Herr Hartmut von Kronberg dort eirrtreffen wird, ehe dieser Bote zu Dir zurückkehrt. Ich habe mit Hartmut höchst sorglich zum Wohte des Weibes verhandelt, und er als vertrauenswürdiger Mann hat mir solche Zusagen gegeben, daß - wie ich hoffe ----- für das Weib aufs beste gesorgt ist. Ach! Hätte sie doch mir altes anvertraut, was sie jetzt anderen anvertranr hat; vielleicht hätte sich schneller helfen lassen. Ich, der ich oft durch angebliche Nonnen und vor nehme Buhlerinnen getäuscht worden bin, mußte vorsichtig sein, sonst hätte ich sie mit gebührenden Ehren ausgenommen und schnell zu ihren Berlvandten zurnckgeführt. Jener Jude, ihr Bersührer, hat einen sehr schlechten Namen, ebenso seine Eltern; ich glaube, daß er mit Recht erschlagen worden, ist. Wenn die sch wist er beim Eintreffen dieses Brieses noch bei Euch find, so tröste in meinem Namen das Weib und erinnere den Bruder all meine Fürsprache oder vielmehr an feilte Zusagen, denn ich habe mich jetzt aus den: Sachverhalt überzeugt, daß sie ein treffliches Weib war und ist, deren Schicksal ich tief bedauere. Christus tröste fic!" Vermutlich gehorchte Lorchen den Wünschen der Familie. kehrte in die Heimat zurück uiib trug in der Stille ihren Schmerz. Vielleicht bereitete der Gram ihrem Leben ein frühes Ende; beim voll Hartmuts Geschwistern weilte, ivie die Flersheiiner Chronik lneldet, im Jahre 1546 keines mehr unter den Lebeildelt. Vielleicht; denn manches Rätsel lassen die Quellen ungelöst. Zwar steht Lorcheils Gestalt in Hellern Lichte; bezeugt doch ein Luther ihren Wert. Und von diesem Schimmer fällt auch ein Abglanz auf die dunkle Gestalt dessen, der um ihretwillen erschlageil wurde; denn wie könnten wir einen Menschen für ivertlos halten, dem — allen Vorurteilen der Zeit zuiil Trotz eine edle Frau so innig zugetan war, daß sie Ailsehen, Heimat, .Einder opferte, um sein Weib zu werden. Wohl spricht es gegen den Juden, daß er in ritterlicher Tracht, „im verbrämten Rocke, deil Hut mit Zindel überzogen imb mit einem Federbusche geschmückt", durch das Land zog. Un willkürlich fragt man sich, ob er nicht auch der Geliebten trügerisch als Ritter genaht war,- ob er sie nicht über die rechtlichen Hinderllisse, die. einer ehelichen Verbindung entgegenstanden, absichtlich getäuscht hat. Nie wird eine klare Antlvort gefunden lverden, betin wir kennen ihn nur aus deil Berichten seiner Feinde. Tie Nachivelt aber lvird mit Teilitähme das Schicksal der Edclfrau und des Juden vernehmen, llicht llur, weil ihre. Geschichte eilt grelles Schlaglicht auf die damaligen Zustände wirft, sondern weil die mächtigste Per sönlichkeit des Jahrhunderts durch sie schreitet. Krieflmsten. , „Das schöne OtterI". Diese Frage wird Ihnen am bes8^ Ortsrabbiner beantworten. „Treuer. Anhänger". Das Gebot des „Zehenten" hatte a\m° dings obligatorische Geltung nur im Heiligen Lande. Allein religiöse Männer haben das Gebot auch im Eolus strenge beobachtet. Tr. H. I. Wir haben bereits in Nr. 41 Ihre Frage dahin beantwortet: Der verstorbene Hofrat Julius v. W i e s n e r war ein Kind jüdischer Eltern, und zwar das neunte des in der Ortschaft Tschechen bei Brünn wohnhaften Ehepaares W i e s n e r. Sein Pater war ein bedeutender Kaufmann. Notiz. Ungarische AUgemcine Ercdrtbank. Tie am 23. Dezember 1916 abgehobene außerordentliche Generalversammlung der Aktionäre der Ungarischen Allgemeinen Ereditbank hat die Erhöhung des Aktienkapitals von 80 Millionen Kronen auf 120 Millionen Kronen im Wege der Ausgabe von 100,000 Stück mit 400 Kronen volleingczahlter neuer Aktien von welchen 50,000 Titres über je 1 Aktie und 2000 Titres über je 25 Aktien lauten — beschlossen und zugleich bezüglich der Ausübung des laut der Statuten den Besitzern der alten Aktien zugesicherten Bezugsrechtes folgende Modalitäten festgesetzt: Die Aktionäre haben unter den weiter unten folgenden Bedingungen im Verhältnisse pon Zwei alten zu einer neuen Aktie das Bezugsrecht auf die neuen Aktien. Aktienbruchteile werden nicht berücksichtigt. Für die leitens der Aktionäre auf Grund ihres Bezugsrechtes zu beziehenden neuen Aktien find per Stück Kr. 850. d. i. de ui vollen Nominalwert entsprechend Kr. 400. und für den Nescrvefonds Kr. 450. einzuzahlen, ferner die vom 1. Januar 1917 an bis zum Tage der Einzahlung nach den obigen Beträgen gerechneten 5% Zinsen zu berichtigen. Behufs Geltendmachung dieses Bezugsrechtes sind die alten Aktien in Budapest in Begleitung eines Verzeichnisses, bei den anderen Stellen in Begleitung von zwei Verzeichnisseil - zu welchen Formulare bei den Anmeldestellen zur Verfügung sieben --- v o m 3. bis einschließlich 11. Ianuarl917 bei einer der nachgenannten Stellen in den üblichen Geschäftsstnnden vorzuweisen: in Budapest bei der Zentrale der Gesellschaft [W, Doro11,ia-utca 5) sowie bei ihren Filialen tlV., Egyetem-utca 11. Y., Berlini-tär 9, und VII., Karoly-körut 3); in Brasso, Debreczen, Fiume. Györ, Kassa, Kecskemät, Nagyoarad. Pt-cs. Pozsony, Szabadka und Temesvar bei den Filialen! in Belgrad bei der Erpofitur der Gesellschaft; in Wien bei der K. k. prio. Oesterr. Eredit-Anstalt für Handel und Gewerbe und bei dem Bankhause S. M. v. Rothschild; in Berlin bei der Direktion der Disconto-Eesellschaft. bei dem Bankhause S. Bleichröder und bei dem Bankhause Mendelssohn & Co.; in Frankfurt a. M. bei der Direktion der Disconto-Gesellschaft. Zugleich mit der Anmeldung des, Bezugsrechtes sind bei der Anmeldungsstelle für jede zu beziehende neue Aktie für den Reservefonds Kr. 450. nebst 50/0 Zinsen nach diesen! Betrage vom l. Januar 1917 bis zum Anmeldungstage einzuzahlen. Die Einzahlung des Kapitalsbetrages von Kr. 400. — für jede neue Aktie samt 5»'o Zinsen vom 1. Januar 1917 dis zum Einzahlungstage kann gleichzeitig mit der Anmeldung erfolgen, ist aber jedenfalls, bei sonstigen! Verluste des Bezugsrechtes sowie des für den Reservefonds entrichteten Betrages/ bis längstens einschließlich 10. Februar 1917 auf einmal, an derselben Stelle, bei welcher die alten Aktien behufs Geltendmachung des Bezugsrechtes vorgewiesen wurden, zu bewerkstelligen.. Jeder Aktionär, welcher sein Bezugsrecht bis spätestens II. Januar 1917 in der vorerwähnten Weise nicht ausübt, wird des Bezugsrechtes verlustig. Die seitens der Aktionäre vorgewiesenen Aktien werden von der Annieldestelle mit folgender Klausel »Kl«vc*t.<*li j 2 pvnkorolva 1917 Bezugsrecht ausgeübt" abgestempelt und dem Aktionär in Begleitung einer Bestätigung über die aus die zu beziehenden neuen Aktien geleistete teilweise oder volle Einzahlung zurückgegeben. Gegen Rückstellung der über die volle Einzahlung lautenden Bestätigung werden vom l. März 1917 an die neuen Aktien mit Coupons ab 1. Mai 1918 ausgefolgt. An den deutschen Stellen werden nur mit dem deutschen Reichsstcmpcl versehene neue Aktien ausgegeben. Die Kosten des deutschen Reichsstempeks haben die Aktionäre zu tragen. Die Besitzer der neuen Aktien nehmen vom 1. Januar 1917 innend an dem Eeschästsergebnisse in gleicher Weise wie die "Ar der alten Aktien teil. ^ldapest. den 23. Dezember 1916. Ungarische Allgemeine Ereditbank. Danksagung. Meine Gefühle der Dankbarkeit für die mir aus dem Fonds der Josef und Mathilde B 0 s s e r ' schen Stiftung für gefallene Kaufleute .zugewiesene Stütze von Kr. 400. —, die mir eine lindernde Hilfe in der durch die Feindesinvasion in Galizien geratene Notlage sind, spreche ich hiemit den edlen Stiftern aus. P. Modlinger. lairsgener und verantwortlicher Redakteur: Tr. Jo^cs S. Bloch — Druck von L. Beck 4 Gvhn, Wien, VII.