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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-12-22 · 50 (22.12.1916) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
50 (22.12.1916)
Date
1916-12-22
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Leite 8JO Tr. Bloch'S Wochenfchrijt Nr.?»<> bis zum Tage,- fcui der Herr Regen geben ivird auf der Erde." (Könige I,- 17/14.) Nicht einmal wiederholt sich zwar auch heute noch! die bittere Klage jener armen Witwe und Mutter von unversorgten Kindern,- die zu Elia kam utld weinend um Abhilfe bat gegen die Not ihres Hauses,- darinnen sich nicht mehr als ein einziges kleines Krnglein Oel befand. Allein ebenso oft tritt auch,- wie zu des Gottesmannes Zeit, eine ans Wunder streifende Kraft in Erscheinung,- die da spricht: Gieße aus dem Krüglem und fülle die leeren Gefäße voll. (Könige II,- 4/1—8.) Wer denkt nicht manchmal voll ehrfurchtsvollen Staunens an jenen talmudischcn frommen,- der aus Mangel an Leuchtöl für die Sabbatlampe Essig in dieselbe schüttete und dieses brennen sah,- weil er in seinem Glauben ganz folgerichtig sprach: „Der da geboten hat, daß Oel brenne, der gebiete auch, daß Essig brenne." Sieht man doch täglich neue Stoffe für die Berpflegung und Haushaltungsversorgung auftauchen und vorher unbeobachtete oder nicht verstandene Produkte nutzbar machen. Ja,- auch das Geringste und scheinbar Unbrauchbarste hat Wert bekommen und ist irgendwie brauchbar geworden. Oder erinnert der Durchbruch der Aushungerungsblockade unserer Feinde infolge der glänzenden Siege gegen Rumänien nicht auch an die alten Wunder der Bibel? Man lese doch nur die Belagerungsgeschichte von Ben Hadad, Königs von Aram, in: 2. Buche der Könige (Kapitel 6 und 7). Damals war die Teuerung und Not in Samaria infolge der Blockade der Stadt, laut damaligen Begriffen,- ins Ungeheuerliche gestiegen. König und Volk waren voll der schwersten Sorgen und trieben einem verziveiflungsvollen Zustande entgegen. Da trat der Gottesmann Elisa auf und sprach: „Höret das Wort des Ewigen! So spricht der Ewige: Um diese Zeit morgen gilt ein Maß Kornmehl einer: Schekel und zwei Maß Gerste einen Schekel im Tore Samarias." (Könige II,- 7/1.) Spötter belächelten zwar die ihnen als unmöglich erschienene Kunde und riefen höhnisch aus: der Ewige macht Schleusen an: Himmel. Wie sollte so etwas geschehen?" (Ebenda, 7/2.) Aber es ist trotzdem geschehen,- wie es in unseren Tagen geschehen ist, daß plötzlich,- fast über Nacht, infolge panikartiger, kopfloser Flucht der Feinde vor der Schärfe unseres Schwertesihre reichsten Lager, die Kornkammer Europas, in unsere Hand gefallen ist. Ja wahrlich,- es geschehen noch immer die alten Wunder der Schrift. Laßt uns selber ihrer würdig bewähren und das Wunderwerk der inneren Umgestaltung und Anpassung an die Forderungen der Zeit an uns vollziehen. Laßt uns selber Gesegnete sein,- dann ivird uns reicher Segen werden an allem,- was wir haben, im Hause und im Felde, laßt uns begreifen den Segen im Weiligen. Meratrrr. Mein Vaterland. Deutsche Jugendbücher zur Pflege der Vaterlandsliebe. Band 31. Paul Lindenberg. Vorwärts mit Hindenburg! .Kriegserzählungen. In Pappland geb. 60 Pfg. Stuttgart. Verlag von Adolf Bonz & Comp. Dies neue Bändchen der empfehlenswerten Deutschen Jugendbücher zur Pflege der Vaterlandsliebe „Mein Vaterland" wird überall ein warmes Willkommen finden. Paul Lindenberg, der als Kriegsberichterstatter dem Armee-Oberkommando Hindenburgs angehörte, hat hier sieben Erzählungen vereint, die nicht am Schreibtisch erdacht sind, sondern aus der Fülle des Erlebten und Eeschehenen geschrieben wurden. Das Bändchen, das sich auch durch seine hübsche Ausstattung und billigen Preis anszeichnet, wird bei Jung und Alt gleich regen Beifall finden. ».Jung Juda". Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. 17. Jahrgang. Nr. 23—24. Prag, 8. Dez. 1916 (13. Kislew 5677). Redaktion und Administration: Prag, II., Stefansgasse 629. Inhalt: Am Scheidewege. — Ben Jehuda: Das Fest der Tempelweihe. — Hugo Zucker m a n n : Ein Prager Held. — M. Scherln g : Mattathia. der Vater der Makkabäer. Das Chanutkalichtlein. — Ottilie Kornfeld : Hulda. Das Schweigen und das Wort. ----- Militärlazarett in Cettinje :Jllustration). Streit um den Vorrang zwischen den menschlichen Gliedern. Nclly Thieberger: Eine wahre Begebenheit aus dem Leben unseres Herrscherpaares. Guck in die Welt. Nätselanflösungen. HrirfkaKrrl. B. in L. In bezug auf die Juden in Warschau und Lublin sind die Ziffern der Volkszählung nunmehr endgiltig festgestellt. Danach betrug am 1. März 1916 dis Bevölkerung Groß-Warschaus 984.640 Köpfe, darunter 596,939 Christen und 351.521 Juden, d. h. 37'1 Prozent. Dieser Tage wurde auch in Lublin eine Volkszählung durchgeführt. Die Einwohnerzahl beträgt insgesamt 58,820 Köpfe; darunter die Juden 33,560, d. h. weit über 50 Prozent. K., Feldpost 431. In Saybusch befindet sich gegenwärtig unseres Wissens ein Advokat jüdischer Konfession. Notiz. Jüdische Bühne. Direttion S. P o d z a m c z e, 2. Bez.. Taborstraße 12 (Hotel Stefanie). Wachen-Programm: Freitag, den 22. Dez.: „Schabes Koidefch", Operette in vier Aufzügen. Samstag, den 23. Dez., nachmittags halb 4 Uhr: „Das jüdische Herz". Lebensbild in vier Aufzügen; abends 8 Uhr: „Asarje, der Held", Operette in vier Aufzügen. Sonntag, den 24. Dez., keine Vorstellung. Montag, den 25. Dez., nachmittags halb 4 Uhr: „Die Fahne Jehudas", Lebensbild in vier Aufzügen; abends 8 Uhr: „Bas Schewa", Operette in vier Aufzügen. Dienstag, den 26. Dez., nachmittags halb 4 Uhr: „Satan im Paradies". Lebensbild in vier Aufzügen; abends 8 Uhr: „Der Vizekönig". Operette in vier Aufzügen. Mittwoch, den 27. Dez.: „Chancze", Operette in vier Aufzügen. Donnerstag, den 28. Dezember: Eordin-Abend: „Mirele Efras", Drama in vier Aufzügen von Eordin. Sonntag, den 3t. Dez.: Grosze Sylvesterfeicr. Karten ab heute bei der Kassa zu haben. K. k. priv. Bank- und Wechselstuben-Altien-Grsetlstlast „Bierkur". In Gemäßheit des § 22 der Statuten werden die Atrionäre der k. k. priv. Bank- und Wechselstuben-Allien-Gesellschast „Merkur" zu einer außerordentlichen Generalversammlung eingeladen, welche am 2 8. Dezember 1 9 1 6, vormittags 11 Uhr, im Anstallsgebäude, Wien, 1. Bez., Wollzeile 1, stattfindet. Tagesordnung: Anträge des Verwaltungsrates: 1. auf Erhöhung des Aktienkapitals. 2. auf Abänderung der bezüglichen Statutenbestimmungen. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche an dieser außerordentlichen Generalversammlung teilzunehmen wünschen, werden eingeladen, ihre Aktien in Gemäßheit des 8 21 der Sta- 1u!en *) bei der Liquidatur der k. k. priv. Bank- und Wechselstuben- Aktien-Cesellschaft „Merkur" bis inkl. Mittwoch, den 20. Dezember 1916, zu deponieren. , Wien, den 12. Dezember 1916. Der Vrrwaktmigsrat. *) 21 der Statuten lautet: Jeder Aktionär ist in der Generalversammlung für je 25 in seinem Besitze befindliche Aktien zu einer Stimme berechtigt. Stimmberechtigte Aktionäre, welche in der Generalversammlung persönlich oder durch Stellvertreter erscheinen wollen, haben acht Tage vor dem für die Abhaltung der Generalversammlung festgesetzten Tage ihre Aktien samt den nichtfälligen Coupons an jenen Orten zu hinterlegen, welche hiezu vom Verwaliungsrate in der bezüglichen Kundmachung bezeichnet werden. Kundmachung Im Studienjahre 1916/17 werden drei Stipendien^ der Ludwig Sab l'schen Stiftung an elternlose Kinder des niederösterr. Landes-Zentralkinderheimes ohne Unterschied der Zuständigkeit, welche gute Fähigkeiten zum Studium besitzen, fleißig und gut lernen. verliehen. Jedes Stipendium beträgt 400 Kronen jährlich und dauert bis zur Vollendung der Mittel- und Hochschulstudien. Gesuche sind bis längstens 31. Dezember 1916 unmittelbar bei der niederösterr. Statthalterei in Wien einzubringen. Beizuschließen sind: Geburtsschein, Jmpfzeugnis, Heimatschein, Studiennachweis der beiden letzten Halbjahre und Armutszeugnis. Wien, 12. Dezember 1916. Rabbiner Dr. phil. möchte hübsches, gebildetes Mädchen mit entsprechender Mitgift heiraten. Einheirat in ein größeres Unternehmen bevorzugt. Anträge, womöglich mit Photographie, die sofort retourniert wird, unter an die Exped. d. Blattes. Diskretion Ehrensache.

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