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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-12-22 · 50 (22.12.1916) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
50 (22.12.1916)
Date
1916-12-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 50 Dr. Bloch’s Jahrgang XXX111 Zentralorgan für die gesamten Interessen des Audentunls. otr — - -^D o V. ft. Post I x.r rl:ssens nil Llearing-Verkcdr Nr. §10.976. Redaktion und Administration: Wien II/i, Praterstraße 9. Telephon 45.359. nO - -.- ..- Qo Wien. 22. Dezember 1916 : Erscheint jeden Freitng. i Brief-Zldreffe: Wie». H/I. Praterstrasie 9. Telegramm-Adresse: Bloches Wochenschrift. Wien. O (jr ~0 2 *P Drrugsprris für SrsterrriUr: Halbjährig 8 Kronen. Etnzelercmplare 50 Heller. Für da« Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die 2mal gesxaltene Petitze'.le 48 Heller. QO"" -Oo Inhalt: L eitarti kel: Gennanen und Juden. — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Sonstige Auszeichnungen. — Aufzeichnung eines Stabsoffiziers. — Auszeichnung zweier Feldrabbiner. — Dreifach ausgezeichnet. — Bon öen Wern. ■ Pater dreier Helden. — Fünf Söhne. — Die Feldwebel Zipser und Nasch. — Goldene Tapferkeitsmedaille. — Liste der vom ID Oktober bis 1. Dezember in Wien beerdigten Offiziere und Mannschaften. — Der Tod fürs Vaterland. — Nach dem Tode ausgezeichnet. — Joses ^'Frankfurt. — Feldpostbriefe. — „Ich habe Dich unter den Ersten geseh'n... ." - Zur Frage der jüdischen Abstammung Heinrich Hertz'. — Korrespondenzen: Aus der öffentlichen Plenarsitzung des Wiener Kultusvorstandes vom 17. Dezember 101«;. — Die Stimmung' während des Empfanges der Vertreter der österr. Judenschast durch das Kaiserpaar. — Komitee zur Aufklärung über ostjüdische Fragen. — Brigittenaner Frauen-Wohltätigkeitsverein. — Vollversammlung des jüdischen .Nettuilgskomitees für Ostgalizien. — Hilfsaktion zur Schuhversorgung für die Annen Wiens. — Ein neuartiges Geschäft der Gemeinde Wien. Umgangs, formen eines Armenrates. — Eine nachahmenswerte Stiftung. -- Vermischtes. — Fuilleton: Der Segen im Wenigen. —' Literatur. — Briefkasten. — Notizen. — Inserate. =■: ~ =rT ' 7 ä~7 ' - ■■■ .::E=^=I= Pin die geehrten Abonnenten in Ungarn, Kroatien und Bosnien. Unsere geehrten Abonnenten in Ungarn, Kroatien und Bosnien machen wir aufmerksam, daß laut einer neuen Verordnung der königl. ungarischen Poftdirektion ab 1. Jänner 1917 Abonnements auf unser Blatt nach obgenannten Ländern ausschließlich bei den dortigen Poftämtern angemeldet werden müssen. ==®==—_- 1- JS- -SÜ®=S== GermanenZund Anden Bon Matthias Mieses. IV. Das Vaterland der Inden bildete für die Deutschen einen ganz außergewöhnlichen Attraktionspuntt. Friedrich L>chiller träumte'von einem großen Palästinarelche: „Wie wäre, wenn wir Juden würden und das Königreich wie der aufs Tapet brächten." „Wir lassen ein Manifest ausgehen in alle vier Enden der Welt und zitieren nach Palästina, was kein Schweinefleisch ißt. . . . Das wird eine Victoria abgeben, wenn sie wieder ins Trockene kommen und Jerusalem wieder aufbauen imrfcit."10) Nach dem semitischen Palästina ging der Traum der mittelalterlichen Kaiser deutscher Nation. Die Kreuzzüge waren eine Eroberungsbewegung der Germanen und der von germanischen Feudalen geleiteten Franzosen. Ihnen standen die stavische Welt ivie auch die Magyaren und Byzantiner vollständig fern. Wie gemütstief empfand Walther von der Vogelweide seine, von christlichen Motiven getragene Liebe für das palästinensische Kernland des semitischen Geistes: io) Fr. Schiller: „Die Räuber", 1. Akt, 2. Szene. Das hehre Land, das reine, Ist hilflos und alleine, Jerusalem nur weine, Wie den: vergessen ist.' Der Heiden stolze Heere Bedrängen dich schwere. Die deutsche Poesie, iu der die Volksseele ertönt, hat für die Juden sympathische Klänge. Der nationale Lyriker des modernen Deutschland, Mörike, sang von einem jüdischen Kaufherrn zu Heilbronn, der „war seines Glaubens nur ein Jud', jedoch ein echt und fromm Gemüt," und dessen Tochter Schön Nahet „voller De mnt, holder Sitte" schreitet.i-> Der größte Dramatiker deutscher Zunge, Gritlvarzer, dichtete: „Ich selber lieb' es nicht, dies Volk, doch rveiß ich Was sie verunziert, es ist unser Werk: Wir lähmen sie und grollen, wenn sie pinken. Zudem ist etwas Großes Garceran/'» In diesem Stamm von unstet flüchtigen Hirten Wir andern sind von heut', sie aber reichen Bis an der Schöpfung Wiege, wo die Gottheit Noch menschengleich im Paradiese ging." „So Christ als Muselmann führt seinen Stammbaum Hinaus zu diesem Volk als ältestem, erstem. So daß sie uns bezweifeln, wir nicht sie. Und hat es, Esau gleich, sein Recht verscherzt. Wir kreuzigen täglich zehrrmal den Herrn Durch unsre Sünden, unsere Missetaten. Und jene haben's mir einmal getan."' 2 ") Walther von Vogelweide: Sämtliche Gedichte lhochdents.be Nebersetzung von Karl Pannier. Reclam. Nr. 819, 320, Seite 86). >>n mittelhochdeutschen Original lautet die Stelle: ..Daz Here land vil reine, gar Hilfslos und eine. Jerusalem nu weine, wie din vergeben ist! Der Heiden überhere, hat dich verichelket Fort*“ lGermanistische Bibliothek. I. 325, Halle 1869). *-) Mörike: Gedicht Erzengel Michaels Feder, ll. Ausgabe Helios. I. 17 t. *) Garceran. Name einer Person im Drama. ") Grillparzer: ..Die Jüdin von Toledo", 2. Auszug, Eotta'sche Ausgabe, l. 155. Jeder treue Jude zeichnet die fünfte Kriegsanleihe.

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