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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-12-15 · 49 (15.12.1916) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
49 (15.12.1916)
Date
1916-12-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 49 Dr. Bloch'S Wochenschrift S ttt 815 mirb er für eine neuerliche Auszeichnung in Vorschlag gebracht und aus diesem Anlasse mit dem MiLitürverdienstkrenz 3. Klasse mit der Kriegsdeloration ausgezeichnet. Beim vorjährigen Durchbruch an der Zlola- Lipa ist er beim Sturm seines Regimentes, obgleich seine Kompagnie als Reserve figurierte, unter den Ersten. Das Amtsblatt enthielr nun, wie „Egyenlöseg" berichtet, vor kurzem die Mitteilung, daß Seine Majestät zu gestatten geruhte, daß dem Leutnant Beta Deutsch für sein tav,eres,.heldenmütige: Be halten vor dem Feinde die neuerliche Allerhöchste Anerkennung de tänntaegeben iverde. Er ist der einzige Rcserveojjizier seines Regimentes, der so viele und so .hohe Ausze-chnungen erhalten hat. Der Bruder des heldenmütigen Offiziers, Karl Deutsch, lämcht gleichfa ls seit seit zehn Monaten in der Fenerlini? und hat an allen Wilre-- schlachten in den Karpathen le'lgenommen. Jp t le inde er sich seit einem Jahre an der italienischen Front. Höerstkenlnanl Marlin Zöld. Dem wiederholt durch hohe Orden ausgezeichneteil heldenmütigen Oberstleutnant Martin. (Mo riz) Zöld ivurde, wie „Egyenlöseg" berichtet, abermals eine Allerhöchste. Ehrung zuteil, und zwar aus dem Anlasse, daß er im Juni d. I. am Tatorka-Rebenczik über die mehrfache Uebermacht der Russen einen glänzenden Sieg davontrug. Oberstleutnant Zöld ist nämlich mit Rücksicht auf seine hervorragenden soldatischen Tugenden und se'ne Führereignung im Oktober 1916 mit dem Kommando eines Regimentes definitiv betraut worden. Dies ist bereits die vierte Auszeichnung des Oberst-eatnants während des Krieges. Auszeichnung des Hemesvarer KöerraMirers. Eine schöne Auszeichnung wurde, wie „Eghenlöfeg" berichtet, dem Obcrrabbiner Dr. Jakob Singer in Temedvar-Fabrik zuteil, l er seit Kriegsausbruch utimitüo lich soziale und menschenfreundliche Tätigkeit entfa te . Als erster unter den im Kommandobe'eiche tä.igen Seelsorgern erhielt er vom Korpskommandanten das so! gcnde Anerle/mungsdivloin: „Euer Ehrwürden haben seit Ausb.uch des Krieges in treuer und eifriger Erfüllung Ihres Berufes den jüdischen verwundeten und kranken'Soldaten in den Spitälern Trost gespendet, ihren Mut angefeuert und s'e zur strengen Erfüllung ihrer Pflicht angespornt. Für all diese aufopfernde Erfüllung Ihres Berufes, spreche ich Ihnen im Namen des Allerhöchsten Dienstes die belobende Anerkennung des Mi'.itärkommandos aus. Hetz, tn. p.. General der Infanterie." Auf dem Aekde der Kljre gefallen. Fähnrich d.R. Sigmund Leistina, mit der Silbernen dekoriert, Sohn des Herrn Markus Ü e i st i n a, Oberrevidenteu der c. k. Staatsbahndirektion Lemberg, hat anl italienischen Kriegsschauplätze, als er die Kompagnie zum Sturme führte, den Heldentod gefunden. Nachstehend einer seiner Feldpostbriefe, die er nach Hause gerichtet hat: 25. August 19iS. Geliebter Papa! Eines schönen Abends kommt zur Compagnie die frohe Mäh.', ein Paket fei für mich angelangt. Und wirklich am selben Tage erhielt ich es und den weniger lieben Brief eingehändigt. Nichtsdestoweniger. als ich den süßen Inhalt erblickte, da fluchte ich wie ein Indianer auf die . daß sie mich hier zurückhälten, während ich unbezwingbare Sehnsucht hätte, jemanden zu umarmen und zu küssen und ihm zu danken für seine Güte und Mühe. Meinen lieben Alten nämlich. Doch ich hoffe, es werden bald meine Wünsche erfüllt werden und als gewaltiger Kriegshsld, mit der kleinen Silbernen, zu der ich eingegeben bin. dekoriert, und als Kadett in der Ref. (vielleicht in einigen Tagen), werde ich einmal imstande sein, meinen Vater zu begrüßen und zu umarmen und seine sanften, mit Respekt zu sagen. Händchen ^besonders aus Iugenderinnerungen) abküsten und die Worte sprechen: ..Trotz allen Schimpsens, bist Du mein guter Alter." Nun Spaß beiseite, Papa, und etwas ernst. Das mit dem Rucksack ist nicht allein mir passiert, sondern vielen, vielen anderen auch. Ja, wenn Du einmal Zeuge eines Trommelfeuers fein könntest, dann verständest Du schon alles, doch so. hegst Du manche Zweifel. Nun. meinem Offiziersehrenworte wirst Du glauben müssen! Jetzt ist es hier ganz ruhig. Wir haben den genug Blut abgezapft. Wie Eörz uns verloren ging, da ging ein Schmerzensschrei durch die ganze Front und alle schwuren wir uns: ,Er soll es nicht behalten! Wer weiß wie bald, und unsere Kameraden nehmen die Helden st adt wieder. Sage es den Zweiflern und Duckmäusern im Hinterlande i o wie gut kenne ich die), daß hier Oesterreicher st ehe n, die nicht z^u rückweichen. eher in den Tod gehen werden. (sage ihnen, s i e sollen Herkommen, sollen sich die edle Begeisterung, den Heldenmut anschauen, trotz Trommelfeuer. Bernichtungswut und Gemeinheit. Und so fest wir hier stehen, so sicher muß uns /der Sieg gehör en. Hilf Gott! Es küßt Dich Dein treuer Sohn 2 igi.... Kräüer in der Äremde. Friedrich Knö öfter stellt dem „Eg:'en>öfeg" die folgenden Aufzeichnungen aus seinem im Felde gefchrne benen Krieastageöuche zur Verfügung: Bevor ich Zadworze verließ, suchte ich die ans dem hiesigen Mili ärfrledhche ruhenden armen Verblichenen auf, vielleicht kann ich hiermit - wenn auch in geringem Maße — jemandem in der Aguna Sache einen Dienst leisten. In der Gemeinde Zadworze. auf d-em von der Bahnstaäon rechts abbezenden Fußwege, eiwa zehn Minuten weit ent ernr, be.'in.e.r ,icy in dem umzäunten Friedhose nebeneinander fünf Gräler, jedes durch eine mit dem „Mögen Dovid" versehene Tafel bezeichnet, nummeriert, mit folgenden Aufschristen: 145. Zivilist Israel Mauer Sluta, 915. VIII 13. 146. Gefreiter Langer Arnim, H. gp. e Jnf.-Reg.), 305—915. VIII/14. 147. Honv. h. r. 4. Aron Ledere r, honv. h., izrael., 915. VIII/22. 148. Korv. Franz Weis z, J.-R. 34/1., izr., 915. IX/1. 149. Neuer Lejzer, 5/8. 915 (auf dieser Tafel befinden sich noch einige verschwommene hebräische Buchstaben). Wegen Kürze der Zeit vermochte ich nicht einmal ein kurzes Gebet zu verrichten. Mögen sie ruhen und beten, daß der Allmächtige die Menschheit uou ikp'en Leiden befreie. In der Geuieinde Zagorce, hin'.er der kacho'.ischen Kirche, tragen die gleichfalls mit dem „Mögen Dovid" versehenen Holzlüfelchen zwe-er Gräber de folgenden Inschriften: 1. Ins. Samuel Rosenbera, Jnf.-Reg. 32/16. F.-Komp., gest. 10./VI. 1916. 2. & rau55 Wilhelm, Jnf.-Reg.. 32/15. F. Komp., gest. 15./VI. 1916." Are hohen Feiertage in rnfstfcher Kriegsgefangenschaft. Leutnant Bela Orb an, im Zivilberuse Gemeinde- Ingenieur in Erzsebetfalva, ist beim Falle von Przemyfl in russische Gefangenschaft geraten. Bon dort schrieb er, wie dem „Egyenlöseg berichtet wird, an seine Familie die folgenden, auch von kulturhistorischem Ge'ichtsvunkte interessanten Zeilen, die wir wortgetreu w'e°l ergeben: .. Das Neujahrsfest ist vorbei. Wir hatten ein großes Lokal schön einrichten lassen. Ich habe Mussaf vorgebetet, in weißem Talar, Kappe, seidenem Talis, was mir die Offiziere haben bringen lassen. Es begleitete mich ein T e m p r I ch o r. aus 2 6 Offizieren bestehend, und ei» Harmonium. Es

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