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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-12-08 · 48 (8.12.1916) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
48 (8.12.1916)
Date
1916-12-08
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 808 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 48 Noch zwei Tage und zwei Nächte wanderten sie so. "Als sie mn dritten Tage früh Warschau erreichten, brach der Rabbi keuchend unter seiner Last zusammen. Denn der Sack war von Morgen zu Morgen schwerer geworden: immer neue Kiitderleichen waren hinzugerommen, und bis zum Rande füllten ihn die starren kleinen Körper, die der Rabbi nicht der E.de des Dore> ha te anvert-.au:n wollen. Erft hier, in Warschau, wurden sie zur Erde gebettet; der erste Gang der Wanderer war zum Friedhof. Und Mutter Rahel war wieder da, der Rabbi sah sie ganz deutlich vor sich. Er sah ihre Tränen auf das kleine Massengrab niederfallen und sah die vielen weißen Lilien, die auf dem Hügel emporsprossen. Nur ihm, keinem anderen, war die Gnade zuteil. Das Söhnchen der Charme Lea aber lebte munter weiter. „Wo ist Mutter Rahel, wo ist sie?" fragte nun unablässig der alte Rabbi. Und seine Augen blickten dabei so sonderbar, ein eigentümliches Feuer flackert in ihnen. Sie blicken sehusuchtsstarr durch die vergitterten Fenster des Krankenhauses hinaus in die weite Ebene. „Wo ist Erzmutter Rahel?" Stumm hören ihn die Wärter, sie schütteln mitleidsvoll den Kopf über diesen unglücklichen Greis, den die große Woge der Judenaustreibung von seinem Heimatstädtchen hierher gelandet hatte. Gelände . Neue Bücher. Eduard Sueß. „Erinnerungen". Mit zwei Bildnistafeln, vier Zeichnungen im Text und einem Personenverzeichnis. Geh. 9 Mark, geb. 11 Mark. Verlag von S. Hirzel, Leipzig 1916. Tr. Arthur Rostnberg. Beiträge zur Geschichte der Juden in Steiermark. Verlag Wilhelm B r a u m ü l l e r. k. u. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler, Wien und Leipzig. Knelkaöen. Teut. Die Artikelserie „Germanen und Juden" finden Sie „paradox", denn „sie waren immer Gegensätze", meinen Sie. Sie kennen wohl nicht das Goethewort, das der Dichter 1808, zur Zeit der 'größten Erniedrigung Deutschlands, zu Riemer äußerte: „Die Deutschen können ebensowenig zu Grunde gehen, wie die Juden, weil sie Individuen sind." In diesem Worte liegt das Letzte beschlossen, was über die geistige Gemeinschaft der Juden und Deutschen zu sagen war, Goethe, dem der jüdische Rhythmus verhaßt war, betont hier, daß Juden und Deutsche Individuen sind, also Menschen, die ihr Dasein aus den tiefsten Quellen der Hingabe an eine unsterbliche Idee speisen. In diesem Sinne hat der größte Deutsche eine Seelen- und Schicksalsgemeinschaft zwischen Deutschen und Juden anerkannt. Tr. B. in L. Die Anfrage und die Diskussion ist gegenstandslos; während der acht Pessachtage darf Brot unbedingt nicht genossen werden. Nachdem es auch an Kartoffeln mangelt, so müssen für diese gesamten acht Tage Mäzzoth an Stelle des Brotes als Nahrungmittel dienen. Jede andere an die Regierung geleitete Information ist eine Irreführung. Notizen. Jüdische Bühne. Direktion S. P o d z a m c z e , 2. Bez., Taborstraße 12 (Hotel Stefanie). Wochen-Programm: Freitag, den 8. Dez., nachmittags halb 4 Uhr, ermäßigte Preise: „Die drei Matunes", Operette in vier Aufzügen von Wolfsthal; abends 8 Uhr: >,Herz und Hand fürs Vaterland", Lebensbild von Meistls, Musik von Wolfsthal. Samstag, den 9. Dez., nachmittags halb 4 Ubr: nEbinke Pinke". Overette in vier Aufzügen; abends 8 Ubr: ..Al Nabarojs Buwel", Operette in vier Auszügen. Eonntaa. d en 10. De;., nachmittags halb 4 Uhr: „Schabst Zwi", Lebensbild in vier Aufzügen; abends 8 Uhr: „Düs Thojrale", Lebensbild in vier Aufzügen. Montag, den 11. Dez.: „Schulim Baiis". Lebensbild in vier Aufzügen. Dienstag, den 12. Dez.: ..Ebancze in Amerika". Lebensbild in vier Aufzügen. Mittwoch, den 13. Dez.: „Bas Schewa", Operette in vier Aufzügen. Donnerstag. den 14. Dez.: Eordin-Abend: „Kreuzer-Sonate", Lebensbild i n vier Aufzügen. - Union-Bank. Der Verwaltungsrat der Union-Bank beruft die Aktionäre zu einer außerordentlichen Generalversammlung für den 20. d. M.. um die Ermächtigung zur Erhöhung des Aktirnlapitales der Bank von 70 auf 100 Millionen Kronen anzusprechen, für welche die staatliche Genehmigung in den Statuten bereits Ausdruck findet Die Verwaltung beabsichtigt vorerst, zu Beginn de; näch'-en Jahres den Aktionären auf je fünf der zirkulierenden Aktien eine neue Aktie mit Dividendenberechtigung pro 1917 zum Bezüge anzubieten. Der k. k. Justizminister. Danksagung. Außer Stande, für die zahlreichen Beweise freundlicher Anteilnahme und der vielen Glückwünsche meiner Freunde, -Gönner und löblichen Vereine anläßlich des 25jährigen Bestandes meines Unternehmens jedem einzeln zu danken, bitte ich auch Sie, werter Herr Redakteur, auf diesem Wege meinen innigsten Dank entgegen zu nehmen und zeichne hochachtungsvoll Ludmil’a Welisch, 1-, Schottenring 14. Junges, nettes Mädchen Geü. Anträge unter »Kinderlieb« an die Administration d. Blattes. Für eine sehr tüchtige junge Witwe mit Primareferenzen, Jabreszeugnissen sucht die »Weibliche Fürsorge« eine Stelle als Direktrice in einem Sanatorium oder Hotel oder dgl. Gütige Zuschriften unter »Eugonie L., IU, Zirkusg 33, 2. Stock, Tür 8. Ungarisches jüdisches Mädchen zu vior Kindern in streng religiösem Hause für. sofort gesucht. Sfeinhof, Wi?n, II. Bezirk, Haidgasse 5. Union-Bank. In Gemäßheit des § 29 der Statuten werden die Aktionäre der Union-Bank zu einer außerordentlichen Generalosrfammlnng eingeladen, welche am 20. Dezember 1916, vormittags 11 Uhr, im Anstaltsgebäude, 1. Bez., Renngasse 1, stattfindet. Tagesordnung: Anträge des Derwaltungsrates: a) auf Erhöhung des Aktienkapitals, b) auf Abänderung der bezüglichen Statutenbestimmungen. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilzünehmen wünschen, wollen ihre Aktien in Gemäßheit des 8 27 *) der Statuten spätestens am 12. Dezember d. I. erlegen, und zwar: in Wien bei der Liquidatur der Union-Bank, in Triest bei der Filiale der Union-Bank, in Lemberg bei der Union-Bank, Filiale Lemberg, in Berlin bei der Dresdner Bank, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Effekten- und Wechsel-Bank oder bei der Dresdner Bank in Frankfurt a. M., in München bei der Bayerischen ^Hypotheken- und Wechsel-Bank oder bei der Dresdner Bank, Filiale München, in Nürnberg bei der Dresdner Bank, Filiale Nürnberg, in Basel, Genf, St. Gallen und Zürich bei dem Schweizerischen Bankverein oder bei der Eidgenössischen Bank (A.-G.). Die Aktien sind unter Anschluß von Konsignationen zu erlegen, welche vom Einreicher eigenhändig zu unterzeichnen und für Wien in zwei Exemplaren, für die anderen Erlagstellen in drei Exemplaren auszusertigen sind. Ein Exemplar der Konsignationen erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück; nach abgehaltener Generalversammlung werden die Aktien gegen Rückstellung der Konsignationen ausgesolgt. Das Stinnnrecht kann vom Aktionär oder von dessen gesetzlichem Vertreter persönlich oder durch Bevollmächtigung eines anderen stimmberechtigten Aktionärs ausgeübt werden (8 28 der Statuten). Wien, 2. Dezember 1916. _ Union-Bank. *) 8 27 der Statuten lautet: Der Besitz von je 20 Aktien gibt das Recht auf eine Stimme in der Generalversammlung. Zur Ausübung des Stimmrechtes ist erforderlich, daß die Aktien längstens acht Tage vor dem Zusammentritte der statutenmäßig berufenen Generalversammlung in die Gesellschaftskasse oder an einen anderen vom Verwaltungsrate zu bestimmenden Ort hinterlegt werden. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef €>. Bloch — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VII

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