Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 48 (8.12.1916)
- Date
- 1916-12-08
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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©nie S06 Dr. Bloch'S Wochenschrift Nr. 48 Arbeit für Fküchtlingsfiauen und -Mädchen. Der Galizische Hilfsoerein errichlel für Flüchtling-:' franen und -Mädchen aus den östlichen Ländern, falls sich eine genügende Anzahl Teilnehmerinnen findet, zum d r i t t e n m a l e e i n e n Kurs zum Erl e r n e n 0 o n Filetarbeiten. Aufgenommen werden nur solche Personen, welche die Arbeit Zu Erwerbszwecken erlernen wollen. Der Unterricht währt einige Wochen. Die Schülerinnen erhalten während seiner Dauer Unterstützungen. Ausgelernte Arbeiterinnen werden, solange der Garnvorrat reicht, dauernd beschäftigt. Auch nach Rückkehr in ihre Heimat können sie mit dieser Technik stets Erwerb finden. Anmeldungen persönlich im Büro des Hilfsvereines, 9. Bez., Berggasse 4, zwischen 10 bis 12 Uhr vormittags. Chanukka-Feier. Dienstag, den 19. Dezember l. I., 8 Uhr abends, findet im „Jüdischen Theater", 2. Bez., Taborstraße 11, eine „Chcmukka- Feier" statt. Die Festrede hält Herr Löbl Taubes. Es folgen Liedervorträge von Herrn I. Deutsch. Tenor der „Jüdischen Bühne". Im literarischen Teil gelangen zur Aufführung: „Zirickgekimen" von Schalom Asch, „Schwestern" von I. L. Perez. Doynbeehalle (Josefine Mendl-Wohlfahrtshaus), 20. Bez., Denisgasse 33. Der von der bekannten Gesangsmeisterin Frl. Freystädt am 2. Dezember veranstaltete Konzertabend war eine schöne künstlerische Darbietung, die vortrefflich studierten und wirkungsvollen zwei- und dreistimmigen Damenchöre bildeten den effektvollen Rahmen für die Vorträge der Lieder, Arien und Duette der Solistinnen, die alle von der sorgfältigen Stimmkultur und musikalischer Förderung durch eine vortreffliche Lehrerin Zeugnis ablegten. Von den Solistinnen sind Frl. Eßlau, die Schwestern Finster., Frl. Hoffmann, Frl. Pollak und Frl. Sobotka hervorzuheben. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß auch die Gesangsmeisterin Frl. Freystädt in einem Chor ein eingelegtes Solo mit klangvoller Stimme und vollkommenstem künstlerischem Ausdruck sang. Reicher Beifall lohnte alle wirkungsvollen Leistungen. Das Programm der nächsten Woche lautet: Samstag, den 9. Dezember: Konzert. Sonntag, den 10. Dezember: Siegfried Fleischer: „Die Kultur der Ostjuden". Mittwoch, den 13. Dezember: „Die Bedeutung der Geschlechtskrankheiten", Lichtbildervortrag von Dozenten Dr. Karl Ullmann. Freitag, den 15. Dezember: Bibelvortrag. „Beth Haam" (Jüdisches Volksheim), 16. Bez., Wurlitzergasse 11. Der seit einem Jahrzehnt bestehende Verein „Beth Haam" hat sich zur Aufgabe gestellt, den ärmeren Schichten der jüdischen Bevölkerung der Bezirke Ottakring und Hernals durch Veranstaltung von Vorträgen und Konzerten geistigen Genuß zu verschaffen und hiemit auch eine Pslegestätte für jüdische Kunst und Wissenschaft zu errichten. Um diese schöne Institution weiterführen und ausbauen zu können, appellieren wir an jene Persönlichkeiten, denen das Wohl unserer prmen Glaubensgenossen am Herzen liegt, durch Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten, welche an den Präsidenten, Herrn Dr. Martin F ö r st e r, 16. Bezirk, Thaliastraße 22, gerichtet werden wollen, uns in unseren Bestrebungen zu unterstützen. Die Eröffnung der Halle erfolgt Samstag, den 16. Dezember, halb 8 Uhr abends, mit einem Vortrage des Herrn Rabbiners Dr. Julius Mar Bach unter dem Titel: „Aus der ältesten Kulturgeschichte der Juden in Deutschland". Wien. (Hebr.-akad. Vereinigung „Hatchijah".) Die Vereinigung hat sich am Beginne des Wintersemesters 1916/17 wieder konstituiert. Die Wahlen in den Waad ergaben hierbei folgendes Resultat: Schalom Baron, Nassi, Zwi Koretz Sgan, Chajim Kopfler, Maskir, Dr. Mnacyem Arjeh Czaczkes, Gisber, Naftali M n a z e a ch, Akdan. Trotz der schwierigen Verhältnisse und der Einrückung der meisten Bundesbrüder wird die Vereinigung auch Heuer einen Vortragszyklus in hebräischer Sprache abhalten. Samstag, den 9. d. M., um präzise 7 Uhr, findet im Saale des „Jüdischen Handlungsgehilfenverbandes", 2. Bez., Obere Donaustratze 65, der erste Vortrag statt. Bb. Kestenbaum wird über das Thema „L'scheelath hachinuch" referieren. Hebräisch sprechende Gäste willkommen! Austritte aus dem Judentum vom 26. November bis 2. Dezember 19! 6. Adler Marianne, geb. 4. Mär^ 1691, Men, 9. Bez., Frankgasse 4. Alma Wilhelmine, Postadjunktin in Pension, geb. 7. April 1868, Wien, 7. Bez., Karl Schweighofergasse 10. Bernat Anna, Näherin, geb. 3. August 1901, Wien, 17. Bez., Lacknergasse 32. Fischer Wilhelm, Börsesensal, geb. 11. April 1857, Wien, 13. Bez., Töpfelgasse 8. Freund Martha, geb. Mautner, geb. 19. Mai 1884, Wien, 1. Bez., Renngasse 15. Fürcht Therese, geb. 24. Januar 1897 zu Teltsch, wohnhaft ' Triesch, ist zur katholischen Religion übertreten. Eratzinger Mar Dr., Mediziner, geb. 5. September 1893, Wien, 9. Bez., Porzellangasse 16. Kausfmann Frieda, Verkäuferin, geb. 27. März 1686, Breslau, 6. Bez., Stiegengasse 5. Wiener Irene, Schülerin, geb. 29. August 1894, Wien, 2. Bez., Kaiser Josefstraße 35. Wohl Aladar, geb. 8. Januar 1874, Wien (laut Zuschrift des Rabbinates Budapest). Brünn. Herr k. u. f. Feldrabbiner d. R. Dr. Arthur Rosenzweig, Rabbiner der isr. Kultusgemeinde in Außig, wurde Zur aktiven Dienstleistung' Zum k. u. k. Militärkommando Wien einberufen und Zum Leiter der isr. Militärseelsorge für die Ergänzungsbezirke Brünn, Jglau, Znaim und Kremsier mit dem Sitze in Brünn dein k. u. k. Platzkommando in Brünn zugeteilt. Wer weiß? Mar Delfin samt Frau und drei Kindern, David Finkenthal samt Frau und drei Kindern, Mina Goldapfel samt Großmutter, Zile Lernet samt Vater, alle aus Zastawna (Bukowina), werden gesucht von Pepie Großmann aus Zastawna, derzeit in Wsetin (Mähren) bei Herrn Leopold Schrötter. Salamon Fischler in Petach-tikwah, Kolonie bei Jaffa, Palästina.. wünscht. Auskunft über seine Söhne JosekFischler aus Kimpolung. Marcus Fischler, Offiziant, aus Jarobeni, Jfak Fischler aus Kimpolung und seiner Tochter Rosa Scheirowitz mit drei Kindern, deren Mann seit zwei Jahren Kriegsgefangener in Sibirien ist. Frau Golde Schnitzer, derzeit Stadt Kanitz, sucht ihren Sohn Aba Schnitzer aus Kuty. _ Feuilleton. Grzurntter Rahel.*) Bon Hermann Cohn, Lodz. I. In den weiten Räumen ihres Palastes aus leuchtendem Saphir wandelte droben Eüzmutter Rahel auf und nieder; an ihrer Seele nagte ein unendlicher Schmerz, die Not ihrer Kinder. Und als die Mitternacht kam, hüllte sich Rahel, der Inden Mutter, in düsteres Gewand und trat vor Jehovahs Thron. Und hier brach sich alles, was ihr Herz zusammenpreßt, Bahn in einem gewaltigen Weinen, dessen Widerhall alle Himmel durchtönte und die . Engel erzittern machte. Und dann begann sie ihre Klage. „Herr aller Seelen," so sprach sie, . schon wieder lauert unernreßliches Unglück über einem Teil meiner Kinder. Siehe, wie man sie dort drunten, in den Gefilden Polens^ den Schöpsen gleich, auf die Marktplätze zusammentreibt, um sie aus ihren alten Heimatsdörsern erbarmungslos hinausizusagen ins Ungewisse: Gebärerinnen aus den Wochenftüben, Kindlein aus den Wiegen, Greise, die des'Lebens satt. . . . Warune, o Herr, warum? Was ist ihr Verschulden?!" Und milde erwiderte der Schöpfer: „Nicht dein Schmerz ist's allein, mein Kind: es ist der Schmerz den *) Aus dem Schwarzbuch vou Zwi (Hermann) Cohn, Berlage ..Schwarzbuch", Lodz, Gri'iunstraße 33.