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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1916-12-08 · 48 (8.12.1916) · page 1

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
33 (1916)
Issue
48 (8.12.1916)
Date
1916-12-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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U»krq.»i., Mim Dr. Bloch’s Zentralorgan für die gesamten Interessen des Judentums. Wien, 8. Dezember 1816 Lrscbetnt jeden Freitag, m Brief-Adresse: Wie«, II/i, Praterstraße 9. Telegramm-Adresse: Bloch's Wochenschrift, Wie«. Inhalt: Leitartikel: Der Tag des Gerichtes. — Germanen und Inden. — Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. — Hobe Auszeichrnlng. — Goldenes Verdienstkreuz — Sonstige Auszeichnungen. — Hohe Auszeichnung eines Militärbeamten. — Ein tapferer Fähnrich. — Jüdische Familien im Felde. — Vater und drei Söhne im Felde. — Heldentod eines dreifach Ausgezeichneten. — Auf dem Felde der Ehre gefallen. — Nach dem Tode ausgezeichnet. — Von der Jsonzofront. — Eine bemerkenswerte Feststellung zur jüdischen Drückebergerei. — Verordnung der Organisation der jüdischen Religionsgesellschast im General-Gouvernement Warschau betreffend. — Korrespondenzen: Trauerfeierlichkeiten aus Anlaß des Hinscheidens Sr. Majestät des Kaisers und Königs Franz Josef I. — Das letzte Bild Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. — Der Besuch Sr. Majestät Kaiser Karl I. in Brody als Thronfolger. — Vermischtes. — Feuilleton: Erzmutter Rahel. — Neue Bücher. — Briefkasten. — Notizen — Inserate. 0 er ■ =0 O Vr;ngsprris für SeUrrrrith: C* Halbjährig 8 Kronen. Einjelcremplare 5>0 Heller. Für das Ausland: Halbjährig l0 Kronen. Ganzjährig 20 Kronen. Anzeigen: Die 2mal gespaltene Petitze'.le 48 Heller. oO- - .. - - O ö A. kr. Postfxarkra jfrna mt Lleartng-Verkebr Nr. 610.976. Nedattton und Administration: Wien ' II/i, Praterstraße 9. Telephon 45.359. fln die geehrten Abonnenten in Ungarn, Kroatien und Bosnien. Unsere geehrten Abonnenten in Ungarn, Kroatien und Bosnien machen wir aufmerksam, daß laut einer neuen Verordnung der königl. ungarischen Poftdirekiion ab 1. Jänner 1917 Abonnements auf unser Blatt nach obgenannten Ländern ausschließlich bei den dortigen Poftämtern angemeldet werden müssen. Dev Tag des Gerichtes. Em Ereignis hat sich vollzogen, so schwerwiegend irr seinen Wirkungen auf die Gesamttage und die fernere Eilttvicklung des Völkerkrieges, daß kein Geschehnis im bisherigen Verlaufe des Großmächtekampfes ihm an Bedeutung nahekommt. Und ivir Juden begrüßen dieses Ereignis als ein Gottesurteil über ein grausames, verbrecherisches Reginte des Wortbruches uttd des Verrates. Rumänien, welches nach dett Beschlüssen des Berliner Vertrages zur Gewähruttg der vollen Gleichberechtigung au die Juden gebunden und verpflichtet toar, hat mit einetn beispiellosen Zynismus seiner Pflichten gespottet, die Judett auf das Grausamste mißhandelt und sie in eine Lage gebracht, schlimmer als ihre Stammesgeuosseu in Rußland. Rumänien durfte diese Verhöhnung des Völkerrechtes wagen unter dem Schutze des Dreibundes, weil es sicher war, daß die Zentralmächte dem eigenen Bundesgenossen keine Verlegenheiten bereiten werden. Rumänien nicht in die Arme Rußlands zu treiben, toar ja das Axiom der Politik der Zentralmächte. Rur Graf Berchtold ivagte einmal zugunsten Bulgariens von diesem Dogma abzuweichen und - wie es sich nachträglich gezeigt hat zum Glücke der Zeutralluächte. Solcherart geschützt, konnte Rumänien jede Grausamkeit gegen die Judett verüben. Nun hat es das Geschick ereilt und das Strafgericht ist über ein Volk hereingebrochen, welches durch feine zahllosen Frevel die Vorsehung förmlich herausgefordert hat. Wortbruch, Vertragsbruch, Verrat war die Staatskunst Rumäniens und an diesen: Wortbruch girtg es zugrunde. Zweieinhalb Jahre toben die Alliierten mit verzweifelter Anspannutlg ihrer aufs höchste gesteigerten Kräfte und Verwertung aller käuflichen Hilfsmittel von fünf Kontinenten, nur uni die mitteleuropäischen Verbündeten niederzuwerfen. Abermillioneu Menschenleben hat die Entente schon geopfert und unübersehbare Güter, die jahrzehntelange Friedensarbeit uuh der Bürger Fleiß geschaffen, in beit Dienst dieser einen Wahnsinnsidee gestellt und vernichtet. Als vor drei Monaten Rumäniens Lenker das Schwimmen gegen beit breitfließenden Gold ström willig aufgäben und den rhetorischen Künsten der Verführer unterlagen, da wurde nach so langen Mißerfolgen in London und Paris, in Petersburg und Rom unter Begeisterungsdelirien der Schwur geleistet, nun sei binnen kurzem der Endsieg unfehlbar gesichert. Heute durchbohrt Mackensens furchtbar rächendes Schwert den Verräterstaat im Sitz des Lebens, und zu Tode getroffen, zuckt der hilflos am Boden liegende rumänische Rumpf nach der Russenseite hin. Bukarest, das auf „Uneinnehmbarkeit" ausgebaute .Kolossalwerk, wurde iit verblüffender Raschheit über rannt. Die Befestigungsanlagen der Stadt haben eine Hauptwiderstandslinie von 80 Kilometer Umfang, deren Stützpunkt achtzehn große Forts mit zahlreicher und großkalibriger Artillerie, teils unter Panzertürmen, teils auf Panzerlajetten, bilden. Nach der Eimtahme Bukarests und Ploescis haben die Verbündeten, die Tobrudfcha mit eingerechnet, m e h r als die Hälfte Rum än ienS ero be rt. Wo die geschlagenen Alliierten den nächsten Widerstand versuchen wollen, ist angesichts des glänzenden Erfolges derzeit belanglos. Ein Gottesgericht hat sich vollzogen, das wiederum eimnal die Völker daran mahnt: Es waltet eine Vorsehung in der Geschichte. Jeder treue Jude zeichnet die fünfte Kriegsanleihe

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