Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 33 (1916)
- Issue
- 46 (24.11.1916)
- Date
- 1916-11-24
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 4t> Xt. Bloch s A-ochrnfchrifr Seite 778 Verein zur Hebung der Gewerbe Einladung zu der am D o n n e r s t a g, den 30. Noo. l. I., um 7 Uhr abends, in Si h uner Restaurationssaal, 1. Bez., Adlergasse 6, stattsindenden Experten V e r s a m m l u rr g. Tagesordnung: „Gesetzliche U m g e st a l t u n g des bau gewerblichen Kreditwesens/' Referenten : Architekt Friedrich Schön und Otto L a n g. Für den Verein zur Hebung der Gewerbe i Franz Frankl, Schriftsührer. S. Brod, Präsident. Lese- und Redehatle Mischer Hochschü'er. Wien, 9. Bez., Türkenstraße 9. Im Rahmen der von der „Lese- und Redehalle" eröfsneten „Indischen Kriegsvorträge" spricht Mittwoch, den 29. November 1916, 8 Uhr abends, Heer Dokror Siegfried Bernfeld über: „Der jüdische Student und seine N a t i 0 n". Verein zur Unterstützung jüdischer Kleingewert.treibender, Wien. Im Lereinsbethause. 2. Bez., Malzgasse 1, finden ab 26. d. M. an allen Sonntagen, im Anschlüsse an den Abendgottesdienst, während der Wintermonate Chumisch- und Raschi-Vorträge Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiners H. Schächter statt. Gefchäftsjubil'ium. Am 27. November begeht Frau Ludmilla Welisch, Inhaberin des Papiergeschäftes, Wien, 1. Bez., Schottenring 14, den 25. Erinnerungstag seit dem Bestände ihres Geschäftes. Frau Welisch genießt nicht bloß wegen ihres emsigen Fleißes das Vertrauen ihrer Geschäftsfreunde und ihrer Kunden, sondern auch vermöge ihrer persönlichen Charaktereigenschaften und ihres humanitären Wirkens die Sympathien weitester Kreise, die ihr zu dem Geschäftsjubiläum Glückwünsche übermitteln und der Hoffnung Ausdruck geben, daß sie sich stets jener geschäftlichen "Erfolge erfreuen möge, die sie nach dem Urteil aller, die sie kennen, vollauf verdient. M. ChordirMnt Julius Heim run zum 79. Geburtstage! Meine Augen seh'n aus die Treuen i m Lande, daß sie um mich weilen; wer da wandelt aus rechtem Wege, der Dienet mir. > /salm 1"1.) Einen ..Treuen im Lande", einen echte:! Wiener, von \ ner Gemütlichkeit. die zu unserem Geschlecht nur not, vom Brettl lerab aus einem Lustspiel Restroys »de. einem Lanne/schen Walzer spricht, einen, der seinem Herrgott ,,auf rechtem Wege dient", indem diese seine Eemütlichieit in einem grundebrlichen und -redlichen Gemüte verankert ist, einen, der „um Gott weilt", zu «Lottes Ehren an geweihter Stätte nun durch nahezu sechzig Fahre sein Lied ertönen läßt, ihn feiern wir Samstag, den 2. Deze m ber d. F.. in unserem lieben H e i :n a n n. an seinem siebzigst e li Geburtstag. Wenn wir vor dem majestätisch ehrwürdigen Bau unseres Leopoldstädter Tempels stehen, diesenr Wahrzeichen aus einer ruhmvollen Epoche unserer Kultusgemeinde, und daran denke», daß in diesem Gotteshause, seit seiner Einweihung dis auf diese Stunde, bei jedem freudigen wie ernsten Anlaß, ein und dieselbe Stimme erklungen ist. daß ein und dasselbe Menschenschicksal, vom Knaben bis zum Siebzigjübrigen sich entfaltend, mit diesem Tempel auf engste verknüpft geblieben, wie viele unser Jubilar aus diesem Wege neben sich dabinsinken. wie viele er kommen und geben sah. dann fühlt man: diese beiden, der Tempel und sein El-ordiriaent. sie gehören zusammen, sie geben einander Folie und Relief. Bon der Liebe zum Tempel überträgt sich etwas auf seinen ältesten Beamten, vom langjährigen Chorführer, von seinem gemütlichen, liebenswürdigen Wesen, diesem Träger edler Tradition, gebt ein gut Teil mit über aus diese Mauern, die den Wohllaut seiner Stimme so unzählige Male Wiedergaben. Aus dieser Kanzel standen Prediger, vor diesem Pulte beteten Kantoren, aus dieser Bant saßen Gemeindepräsidenten und Borsteher, die er. der Beharrende in Wechsel, bei ihrem Erscheinen begrüßt und denen er zum Abschied sang an ihrem Sarge. Und noch immer schwingt er das Szepter über seine wackere Sängerschar mit derselben Lebendigkeit wie vor Fabrzehnten. Bäume sehen nrit zunehmendem Alter immer neue Jahresringe an. Dem Menschen verkleinert sich in der Regel sein Kreis, je weiter der Zeiger an seiner Lebensudr vorwärts rückt. Selten einem ist es gleich unserem H e i m a n n beschieden. den Bereich seines Wirkens mit dem Fortschreiten der Zeit sich erweitern zu sehen. Üm gute Freunde mehrt sich die Zahl seiner Getreuen von Fabr zu Jahr. Sein diesjähriges. Fubelfest fällt in eine ernste Zeit, die jede Festesfreude dämpft. Es sei nur ein Vorspiel zu seinem s e ch Z i g st e n D i e n st j u b i l ä u m, das wir in zwei Fahren, will es Gott, in Freuden und Frieden feiern wollen! G. Wien. (Todesfall.) -Bor kurzem verschied im Aller von 77 Jahren der Anktsleiter der israelitischen Kültnsgemeinde, Herr sintern Horwitz. Ter Verstorbene, ein Sohn des berühmten Wiener Oberrabbiners Lazar Horwitz s. A., stand durch mehrere Jahrzehnte im Dienste der Wiener israelitischen Kültnsgemeinde und hat sich durch sein liebenswürdiges aufrichtiges Wesen, seinen biederen Charakter und durch seine Pflichttreue in allen Stellungen, die er bekleidete, die Sympathien seiner Kollegen und des Vorstandes in hohem Maße erworben. Amtsleiter Horwitz war irr den weitesten Kreisen der Wiener Judenschast bekannt und geachtet. An dem Leichenbegängnis nahmen nächst den Angehörigen des Verstorbenen der Präsident der Wiener Kultnsgemeinde Dr. Alfred Stern, Präsident der Chewra- Kadischa Herr Salo Cohn, die Kultusvorsteher Doktor Wilhelm Pappen he im, Dr. Markus Spitzer, Samuel Steiner, zahlreiche Beamte der Kültnsgemeinde unter Führung des Sekretärs Dr. Emil Adler, sowie viele Freunde und Verehrer des Verblichenen teil. Ten Nachruf hielt Herr Rabbiner Dr. T a g l i ch t, woraus der Präsident Dr. Alfred Stern in warmen Worten von dem langjährigen Beamten, dessen Vorzüge er schilderte, namens des Vorstandes Abschied nahm. Die kantoralen Funktionen versah Herr O/er an or M o r g e n st e r it mit dem Chor. Toynleehalle (Jostfine MenÄl-Woylsah 'teyanc), 20. Bez., Denisgasse 33. Mittwoch, den 13. November, fand in der Tonnbeehalle ein literarischer Vortragsabend statt, den Frl. Esli Drucker allein durchsührte. Der Erfolg war nach jeder Richtung ein glänzender. Die Auswahl des Programmes, durchaus klassische Perlen der Dichtlunst. die wahrhaft künstlerische Vortragsart, die, gestützt aus klare, ausdrucksvolle Sprechkunst und ein sympathisches, klangvolles, modulationsfühiges Organ und vortrefflich charakterisierendes Minnenspiel. die feinsten Schattierungen und Stimmungen herausholte, brachte der Vortragenden stürmischen Beifall und reiche Auer tennuna von Seite der enthusiasmierten Zuhörerschaft. Sonntag, den 19. Rovember. veranstaltete die ausgezeichnete Gesangsmeisterin Frl. Alice G o l d b e r g ein Konzert, bei weichein eine reiche Schar talentvoller Schülerinnen mitwirkten, von denen Frl. E o st a. Förster. G a r a i. S a l i n g e r und W einer bereits in der Wiener Volksoper sich eine anerkannte künstlerische Position geschaffen baden. Aber auch die übrigen Schüler zeigten durch ihre Leistungen, wie glänzend die Resultate der G o 1 d b e r g'schen Schute sind. Sorgfältige Pflege der Stimmkultur, geschmackvolle Vortragsweise und echt musikalisches Empfinden find bei allen Beweise einer echt künstlerischen Führung. Den Schluß des überaus reichhaltigen Abends bildeten die vortrefflich vorgetragenen Liede? aus dem „alten Wien" durch den liebenswürdigen Gesangskomiker Herrn Glaser vom Johann Strauß-Theater. Das Programm der nächsten Woche lautet: Samstag, den den 25. Rov.: Konzert. Sonntag, den 26. Rov.: Dr. Stekel : Prophezeiungen und Ahnungen. Mittwoch, den 29. Rov.: Dr. Herbatschek: Unsere neuen Geseke. Freitag, den 1. Dez.: Bibelvortrag. Samstag, den 2. Dez.: Konzert, veranstaltet von der Konzertsängerin Frl. F r e y st ä d t. Anmeldungen von Vorträgen an die Adresse: Dr. Samuel i), 1. Bez.. Fischersliege 6.